Kenntnisse und Erfahrungen an jüngere Generation weitergeben

Ringvorlesung "Frauen im Management"

Mit einem Anteil von etwa 50 Prozent in allen Studiengängen sind junge Frauen keineswegs unterrepräsentiert in der akademischen Berufsausbildung. Die Top-Positionen der Wirtschaft hingegen besetzen Frauen nur zu etwa zwei bis fünf Prozent; im mittleren Management ist ihr Anteil bei etwa 15 bis 30 Prozent. Mehr junge qualifizierte Frauen für eine Führungskarriere zu motivieren und zu stärken, ist das Ziel der Ringvorlesung "Frauen im Management", die Prof. Dr. Sibylle Peters vom Institut für Betriebs- und Berufspädagogik im vergangenen Jahr ins Leben gerufen hat. Gemeinsam mit der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft, vertreten durch Prof. Dr. Dominique Demougin, und dem Ministerium für Arbeit, Frauen, Gesundheit und Soziales des Landes Sachsen-Anhalt organisiert, soll die Ringvorlesung ein Forum für den Erfahrungsaustausch zwischen Studierenden und erfahrenen Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft sein. Die Schirmherrschaft für diese Vorlesungsreihe übernahm Sachsen-Anhalts Ministerin für Arbeit, Frauen, Gesundheit und Soziales, Dr. Gerlinde Kuppe. Die Ringvorlesung 2000 richtet sich an junge Frauen aller Studiengänge und Fakultäten mit der Aufforderung, sich nicht nur auf einen guten Hochschulabschluss zu konzentrieren, sondern wach und bewusst die eigenen Kompetenzen im Blick zu haben und Führungspositionen zielorientiert anzustreben. Unter der Prämisse eines zukunftsorientierten Managements können Kenntnisse und Erfahrungen an jüngere Generationen weitergetragen werden. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei sowohl auf der Realisierung von Chancengleichheit sowie der Förderung und Hervorhebung von frauenspezifischen Kompetenzen als auch auf den Möglichkeiten, sich zu vernetzen.

Die positive Resonanz auf das Vorlesungsangebot im vergangenen Jahr machte den Bedarf an weiteren Informationen und Kontakten von "Frau zu Frau" mehr als deutlich. Die Idee für das Projekt "Frauen ins Management in Sachsen-Anhalt" entstand. Durch die Gründung eines Netzwerkes soll vor allem jungen Frauen ermöglicht werden, im Rahmen eines Mentoring-Programmes Einblicke in die Arbeit von Führungskräften zu erlangen. Der face-to-face-Austausch mit einer Mentorin kann den Studierenden langfristig neue Berufsperspektiven eröffnen. Deshalb sollen über die Ringvorlesung auch Frauen, die in Sachsen-Anhalt Führungspositionen inne haben, für die Förderung von weiblichem Nachwuchs gewonnen werden. Persönliche Kontakte oder die IHK als Multiplikator können bei der Werbung von Mentorinnen unterstützend wirken.

Die Mentees werden auf zweifachem Weg in der Art eines Y-Modells auf künftige Führungspositionen vorbereitet. Im "Shadow-Ast" erhalten Hochschulabsolventinnen einen gezielten Einblick, indem sie, sozusagen als Schatten, drei bis vier Monate an der Seite von Frauen in Managementpositionen in Wirtschaft oder Verwaltung "mitlaufen". Als Top-Mentees im "Top-Ast" sollen Berufsanfängerinnen für die Dauer eines Jahres einer Mentorin oder einem Mentoren zugeordnet werden, um erste Berufserfahrungen mit dem Mentor kritisch zu reflektieren, anstehende Aufgaben und Entscheidungen vorwegnehmend zu bearbeiten oder zu korrigieren.

Für beide Gruppen werden ein Trainings- und Coaching-Programm sowie Workshops, Exkursionen sowie Austauschtreffen als Diskurs- und Transfer-Forum begleitend angeboten.

Ines Perl

 

Das Projekt "Frauen ins Management in Sachsen-Anhalt" sucht Mentees. Über ein Mentoring-Programm an der Seite von Managern und Managerinnen aus Industrie, Dienstleistung und öffentlicher Verwaltung werden Studentinnen höherer Studienjahre bzw. junge Absolventinnen als Mentees über ein Semester direkt gefördert. Bestandteil dieses Semesters ist ein drei- bis viermonatiges Praktikum und die Teilnahme an begleitenden Managementtrainings- sowie Transfer- und Diskursprogrammen. So erhalten junge Frauen aus erster Hand Einblicke in persönliche Lebens- und Berufskarrierewege sowie in die Wahrnehmung von Managementfunktionen.

Studentinnen oder Absolventinnen, die ihre Kompetenzen ausbauen möchten und eine Führungsposition im Management anstreben schicken bitte ihre Bewerbungsunterlagen an Prof. Dr. Sibylle Peters, Institut für Betriebs- und Berufspädagogik oder Dr. Sonja Schmicker, Institut für Arbeitswissenschaft, Fabrikautomatisierung und Fabrikbetrieb/METOP GmbH (Tel.: 67-18619, sonja.schmicker@masch-bau.uni-magdeburg.de).

Dr. Sonja Schmicker