Mitglied des Markenvorstandes Volkswagen Folker Weißgerber erhielt hohe akademische Anerkennung

Ehrendoktorwürde für hervorragenden Praktiker

Im Beisein von Ministerpräsident Dr. Reinhard Höppner, des Vorstandsvorsitzenden der Volkswagen AG, Ferdinand Piech, und Kultusminister Dr. Gerd Harms verlieh die Fakultät für Maschinenbau Anfang April an Folker Weißgerber, Mitglied des Markenvorstandes Volkswagen, die Würde eines Ehrendoktors.

Dekan Prof. Dr. Horst Herold würdigte die Leistungen des zu Ehrenden: "Sie haben sich besondere Verdienste um die Förderung der Zusammenarbeit des VW-Konzerns mit der Otto-von-Guericke-Universität erworben. Es gibt, wie bekannt, zwischenzeitlich mit vielen VW-Werken Forschungs- und Entwicklungsarbeiten durch Institute der Fakultät für Maschinenbau, so dass die Vision eines Kompetenzzentrums ... getragen von kompetenten Forschungsteams der Universität bzw. Fakultät für die Automobilzulieferindustrie bzw. Ihrem Unternehmen VW sicherlich für die Zukunft beiderseitig interessante Forschungsaspekte ergäbe."

In seiner Laudatio ging Prof. Dr. Eberhard Ambos auf den Entwicklungsweg des Ehrendoktors ein. Mit Folker Weißgerber werde eine international herausragende Fachpersönlichkeit geehrt, die maßgeblich zur Erfolgsbilanz in Europas größtem Automobilkonzern, der Volkswagen AG, beigetragen hat. Durch außerordentliche Entwicklungen in der Automatisierungstechnik sowie durch Einführung neuer Produktionssysteme und Fertigungstechnologien im Automobilbau erwarb er sich große Verdienste. Seine Leistungen haben über die Grenzen der Volkswagen AG hinaus nachhaltige Veränderungen in der Produktionstechnik bewirkt.

Neue Fertigungstechniken, der Einsatz neu- und weiterentwickelter Werkstoffe, die Modul- und Plattformstrategie sowie neuartige Fabrikorganisation verschaffen mit innovativen Lösungen Wettbewerbsvorteile für den Wolfsburger Automobilhersteller. Folker Weißgerber war und ist an der Entwicklung und Umsetzung dieser innovativen Lösungen maßgeblich beteiligt.

Bereits in den 70er Jahren entstanden in Eigenentwicklung bei VW neue Automatisierungssysteme auf Roboterbasis, die sowohl in ihrem kinematischen Aufbau als auch in ihrer Steuerungstechnik eine Innovation darstellten. Diese Leistung, die in der Fachwelt höchste Anerkennung fand, entstand nicht nur unter Verantwortung von Folker Weißgerber; sie war auch in vielen Details das Ergebnis seiner kreativen Gestaltungskraft. Er hat mit der Entwicklung der von ihm geprägten VW-Industrie-Roboter die Automatisierungstechnik im Automobilbau bahnbrechend vorangetrieben und technologische Spitzenleistungen erbracht.

Nach der starren Hochautomatisierung folgten in den 80er Jahren neue Konzepte der Produktionsorganisation, die durch mehr Flexibilität gekennzeichnet waren. Hierbei flossen Folker Weißgerbers Erfahrungen in den verschiedensten Entwicklungsstufen der Automobilfertigung bestimmend in die Suche nach neuen Fertigungstechnologien ein.

Mit großem Engagement und Erfolg steuerte Folker Weißgerber, der seine Karriere bei VW als Betriebselektriker begann, umfangreiche Forschungsprojekte bei der Innovationsgesellschaft für fortgeschrittene Produktionssysteme im Fahrzeugbau INPRO. Mit seinem Fachwissen zur technologischen Weiterentwicklung der Produktionsmittel im Automobilbau konnte er durch wissenschaftliche Forschungsarbeiten neue Akzente setzen.

In seinem gesamten Wirken hat das VW-Vorstandsmitglied immer auch den Kontakt und die Zusammenarbeit mit der Wissenschaft gepflegt. Sowohl durch die Entwicklung neuer Technologien in der Automatisierungstechnik als auch durch konzeptionelle Gestaltung fortschrittlicher Produktionssysteme hat Folker Weißgerber bahnbrechende Ingenieurleistungen erbracht. Er hat es verstanden, sich in wissenschaftlich geprägte Technologien einzuarbeiten und durch sein kooperatives Wirken mit Instituten technisch geprägter Universitäten die Produktionswissenschaft zu fördern.

Die Verleihung der Würde des Ehrendoktors der Fakultät für Maschinenbau soll eine außergewöhnliche Anerkennung der Erfolge dieses hervorragenden Fachmannes sein, zugleich aber auch eine Möglichkeit, für eine sich weiter vertiefende Zusammenarbeit zwischen dem Wolfsburger Automobilhersteller und der Otto-von-Guericke-Universität eröffnen.

Ines Perl