Neues An-Institut an der Universität

Qualitätssicherung in der operativen Medizin

Die Urkunde zum Kooperationsvertag zur Gründung des An-Instituts Qualitätssicherung in der operativen Medizin, gemeinnützige GmbH, überreichte Mitte März der Prorektor für Forschung, Prof. Dr. Peter F. Wieacker, an Prof. Dr. Hans Lippert, wissenschaftlicher Leiter des An-Instituts und geschäftsführender Direktor des Zentrums für Chirurgie am Universitätsklinikum. Kultusminister Dr. Gerd Harms hatte Mitte Februar dem Institut das Recht auf die Bezeichnung "An-Institut an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg" verliehen. Das An-Institut ist an der Medizinischen Fakultät etabliert. Als besonders günstig erachtet Institutsleiter Professor Lippert für die Arbeit des An-Instituts, dass die Kompetenz von Fachleuten aus den Reihen der Universität, beispielsweise auf dem Gebiet der Pathologie oder der Biometrie, genutzt werden könne.

In Zusammenarbeit mit der "Ostdeutschen Arbeitsgemeinschaft für Leistungserfassung und Qualitätssicherung in der Chirurgie e.V." wird die Erhöhung der Effizienz und Effektivität von Qualitätssicherungsmaßnahmen in der operativen Medizin angestrebt. Dazu werden Kriterien und Referenzbereiche zur Beurteilung der Qualität chirurgischer Behandlungen erstellt. Für Eingriffe bei kolorektalen Karzinomen, Mamakarzinomen, Magenkrebs oder Blinddarm sollen Standards postuliert werden. Insbesondere geht es in der Arbeit des An-Instituts um die Evaluierung der Lebensqualität von Patienten nach operativen Eingriffen. Beispielsweise werden Patienten zwei Jahre nach ihrer OP zu ihrem Befinden befragt. Aus den Ergebnissen dieser Erhebungen lassen sich Rückschlüsse auf Therapieverfahren schließen.

Studie mit 350 Kliniken

Mit einem ersten Projekt zur Qualitätssicherung bei der Behandlung des kolorektalen Karzinoms wurde in Zusammenarbeit mit dem Konvent der Leitenden Kankenhauschirurgen zum 1. Januar 2000 bereits begonnen. An diesem Vorhaben beteiligen sich bundesweit mehr als 350 Klinken, vom städtischen Krankenhaus bis zum Universitätsklinikum. Das entspricht etwa der Hälfte aller Krankenhäuser mit chirurgischen Kliniken in Deutschland.

Neben den Einzelprojekten sollen Lehr- und Forschungsvorhaben zwischen dem Institut und der Universität zum gegenseitigen Nutzen bearbeitet und Sach- und Personalressourcen gemeinsam genutzt werden. Der Kooperationsvertrag sieht ebenfalls vor, dass Studien-, Diplom-, Promotions- und Habilitationsarbeiten im An-Institut mit betreut werden. Auf 30 erfolgreich abgeschlossene Promotionen kann im Rahmen der bisher durchgeführten Studien bereits geblickt werden. Für Literaturrecherchen und zur Information der Öffentlichkeit wird an einer Internetpräsentation gearbeitet.

Das feierliche Zusammensein nutzte der Prodekan der Medizinischen Fakultät, Prof. Dr. Albert Rösner, auch für die Übergabe der Urkunde zur Berufung zum außerplanmäßigen Professor an Dr. Ingo Gastinger von der Chirurgischen Klinik des Carl-Thiem-Klinikums in Cottbus. Er ist Mitinitiator des Instituts für Qualitätssicherung in der operativen Medizin.

Ines Perl