Mittelalterliche Stadt Megedeborch öffnete Tore

Im Streit mit dem Erzbischof

Auf einem der Innenhöfe des Kulturhistorischen Museums öffneten sich Mitte Mai die Tore der Stadt Megedeborch zur nunmehr fünften Saison des historischen Spiels über die mittelaltertliche Stadtgeschichte. Das museumspädagogische Projekt der Magdeburger Museen und der AQB Magdeburg wurde 1996 ins Leben gerufen. In der letztjährigen Saison begegneten sich Vergangenheit und neue Zeit auf dem holprigen Straßenpflaster zwischen Zeittunnel und Amtsstube des berühmten Bürgermeisters Otto Gericke.

Die lebhafte Befürwortung des spannenden Unterrichts im Museum durch Lehrer und Schüler, durch Kinder und Jugendliche, die nicht selten mehr als eine Woche ihrer Sommerferien in der schon Jahrhunderte vergangenen Lebenswelt der Stadt Megedeborch verbringen, führt am Tag der Anmeldung regelmäßig zum Stau im Telefonnetz des Museums.

Die Stadt selbst lebt aus dem Gedächtnis der ältesten Chronisten und aus der Kraft der Phantasie, aus den Ideen wie aus dem Spielwitz und dem pädagogischen Vermögen der Teamer ebenso wie aus der oft spontanen Kreativität der Kinder. Sie lebt jedoch auch aus dem Engagement vieler städtischer Ämter und Einrichtungen, nicht zuletzt aus den Zuwendungen und mit der Hilfe einheimischer Firmen, die das ziemlich einmalige museumspädagogische Projekt durch Kultursponsoring tatkräftig und uneigennützig unterstützen.

Zur guten Tradition gehört von Anbeginn an die Zusammenarbeit mit verschiedenen Bereichen der Universität, vor allem mit dem Lehrstuhl für historische und vergleichende Erziehungswissenschaft, mit den Studierenden, die hier ein pädagogisches Praktikum für einen Seminarschein absolvieren oder die einfach aus historischem Interesse und Spielfreude mit ihrer Darstellung eine Figur aus dem "Geschichts-Drehbuch" zum Leben erwecken.

Bereits vor Beginn waren zahlreiche Anmeldungen von Studierenden vorhanden, dennoch besteht bis zum 30. September noch immer die Möglichkeit der Mitarbeit und damit die der Verwandlung im Tages- bzw., während der Ferien, im Wochenprogramm in eine Altmagd, in einen Gesellen, Bettler oder Fernhändler. Das Thema dieses Jahres orientiert sich am dramatischen Geschehen im 14. Jahrhundert und berichtet vom Leben und vom Kampf der Bürger der mittelalterlichen Hansestadt mit ihrem Herrn, dem Erzbischof.

Das Projekt ist bis zum 7. Juli und ab 29. August bis 29. September im Tagesprogramm für Schulklassen dienstags bis freitags von 9 bis 16 Uhr geöffnet. Zusätzliche Markttage und Messen finden am 22. Juli, 20. August, am 10. und 30. September statt. Ungeachtet des historischen Spiels in der Stadt Megedeborch sind das Kulturhistorische Museum und das Museum für Naturkunde wegen Bauarbeiten noch bis zum 30. September geschlossen.

Dr. Karlheinz Kärgling

 

Interessenten können sich anmelden bei Dr. Karlheinz Kärgling im Kulturhistorischen Museum, Tel. 03 91/5 36 50 28.