Zum Leitbildentwurf für die Universität

Wenig Diskussionsbeiträge

Dass die Post gleich körbeweise beim Vorstand des Konzils eingehen würde, das hatte sicher niemand erwartet. Dass aber mit etwas mehr als nur mit fünf Stellungnahmen zur Diskussion des Leitbildentwurfs für die Universität beigetragen würde, war schon erhofft worden. "Von einer breiten Meinungsbildung kann da wohl kaum die Rede sein", schätzt Konzilvorsitzender Prof. Dr. Eberhard Girlich ein.

Außen- und Innenwirkung

Im Auftrag des Konzils hatte eine Kommission unter Leitung von Prof. Dr. Bernd Erichson von der Fakultät für Wirtschaftwissenschaft einen Entwurf eines Leitbildes für unsere Universität erarbeitet. Auf der Konzilsitzung am 13. April und in der April-Ausgabe des Uni-Reports wurde er zur Diskussion gestellt. Professor Erichson machte darauf aufmerksam, dass ein Leitbild neben der Außenwirkung mit einer Profilierungs- und Differenzierungsfunktion durch Integrations- und Identifikationsfunktion sowie Motivations- und Kommunikationsfunktion vornehmlich auch eine Innenwirkung hat. Ein Leitbild soll die Aufgabe und das Selbstverständnis einer Einrichtung zum Ausdruck bringen, muss Aussagen zur Profilbildung und zum Namen enthalten, eine kritische Einstellung gegenüber dem Zeitgeist verdeutlichen. Wichtig seien ehrgeizige Ziele, so Professor Erichson, denn wer hochgesteckte Zeile habe, werde auch Großes leisten.

Bis zum 30. Mai sollten aus den Fakultäten und verschiedenen Bereichen der Universität Stellungnahmen zum Entwurf an die Konzilmitglieder oder den Vorstand eingereicht werden. Die Kommission wird bis zum 9. Juni die Änderungsvorschläge in den Entwurf einarbeiten. Der Konzilvorstand entscheidet dann, ob am 22. Juni sozusagen eine zweite Lesung in der Konzilsitzung erfolgen kann oder ob mehr Zeit für die Diskussion eingeräumt werden soll. "Wir stehen unter keinerlei Zeitdruck", betont der Konzilvorsitzende. "Wenn wir die Diskussion - so wie es jetzt den Anschein hat - zu keinem umfassenden Abschluss bringen können, übertragen wir die Aufgabe an das neue Konzil, dass ja Ende Mai gewählt wurde. Nichtsdestotrotz möchte ich nochmals unterstreichen, es ist wirklich wichtig, dass möglichst viele Angehörige der Universität ihre Meinung zum Leitbild äußern." Die bereits vorliegenden Stellungnahmen weisen u.a. darauf hin, sich im Leitbildentwurf bei der Darstellung der Forschungsschwerpunkte an den Formulierungen im Hochschulentwicklungsplan zu orientieren. Des Weiteren gab es einige stilistische Hinweise.

Ines Perl