Fortbildung der plastischen Chirurgen und Neurologen

Ausfall der Nervenfunktionen

Nervenverletzungen standen im Mittelpunkt der 11. Fortbildungsveranstaltung, zu der die Klinik für Plastische, Wiederherstellungs- und Handchirurgie in Kooperation mit der Klinik für Neurologie II Mitte Mai Fachkollegen aus Sachsen-Anhalt eingeladen hatte. Die Diagnosestellung und Therapie von Kompressionssyndromen und Verletzungen peripherer Nerven werden in der Praxis häufig unterschiedlich bewertet, sagte Professor Wolfgang Schneider, Klinikdirektor für Plastische, Wiederherstellungs- und Handchirurgie, in seinen Begrüßungsworten. Anliegen dieser interdisziplinär ausgerichteten Veranstaltung sollte es daher sein, darüber mit klinisch tätigen und niedergelassenen Allgemeinmedizinern, Chirurgen und Neurologen ins Gespräch zu kommen und die Verfahren und den Zeitpunkt der meist notwendigen Operation vorzustellen.

Kribbelnde Finger

Als Kompressionssyndrome werden Krankheiten bezeichnet, bei denen Nerven an natürlichen anatomischen Kanälen im Körper eingeengt werden und dies zu einem Ausfall der Nervenfunktion, also zu einer Lähmung der Muskeln oder Taubheit der Haut führt. Ganz typisch hierbei ist das Karpaltunnelsyndrom am Handgelenk, dass ein Kribbeln und eine Taubheit des Daumens, Zeigefingers und Mittelfingers an der Hand verursacht. Ein weiteres ganz typisches Syndrom ist die Einengung des Ellennerven im Ellenbogenbereich.

Ein Thema der Veranstaltung beschäftigte sich mit Verletzungen peripherer Nerven. Meist handelt es sich nicht um isolierte Verletzungen, sondern um Verletzungen, bei denen an der Hand oder am Arm auch Sehnen, Gefäße und Weichteile durchtrennt sind, die vom plastischen Chirurgen bzw. Handchirurgen zu versorgen sind. Professor Schneider: "Wenn Nervenfasern durch einen Unfall verletzt oder abgetrennt werden, ist es heutzutage in vielen Fällen möglich, Nerven wieder zusammenzunähen." Bei bestimmten Mehrfachverletzungen sei dies jedoch nicht anwendbar, so dass hier Operationen mit Nerventransplantationen notwendig sind. Der Standard in der heutigen Therapie besteht in der autologen Transplantation, das heißt in der Übertragung von körpereigenen Nerven und gehört zu den klinischen Schwerpunkten der Magdeburger Klinik für Plastische, Wiederherstellungs- und Handchirurgie. Die nächste Fortbildung ist für den 15. November zum Thema "Der handchirurgische Notfall unter besonderer Berücksichtigung von Arbeitsunfällen" geplant.

Die Magdeburger Klinik richtet außerdem in diesem Jahr vom 13. bis 16. September die gemeinsame Jahrestagung der Vereinigung der Deutschen Plastischen Chirurgen und der Deutschen Gesellschaft für ästhetisch Plastische Chirurgen aus. Erwartet werden etwa 600 plastische Chirurgen zu der Tagung, die als "joint meeting" mit den anderen europäischen Plastischen Gesellschaften geplant ist.

Kornelia Suske