Patientenfragen beantworten

Info-Kiosk in Hautklinik

Nach über zwei Jahren gemeinsamer Arbeit war es Ostern soweit: Ein Informationskiosk wurde vom Campus Universitätsplatz zur Unihautklinik gebracht. Hier wird er den Patienten im Warteraum zur Verfügung stehen. Sie können Informationen über Hautkrebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder die Hautklinik abfragen. Das Besondere: die im Informationskiosk enthaltene Software. Sie ist von Informatikern der Universitäten Magdeburg und Ulster (Nordirland) in Zusammenarbeit mit Medizinern der Magdeburger Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie und weiteren Medizinern aus Italien und Portugal entwickelt worden. Die Drähte der Partner des EU-Projektes CATCH-II laufen bei Projektleiter Prof. Dr. Dietmar Rösner vom Institut für Wissens- und Sprachverarbeitung unserer Universität zusammen.

Ziel von CATCH-II (Citizens' Advisory System based on Telematics für Communication and Health) ist die Entwicklung einer prototypischen Software, die dem europäischen Bürger Gesundheitsinformationen zu Verfügung stellt. Der Zugang erfolgt über netzwerkbasierte Systeme (Internet, Informationskiosk).

"Wir richten uns an den medizinischen Laien. Seine Bedürfnisse wurden zu Beginn des Projektes ermittelt und von Beginn an in die Softwareentwicklung einbezogen", unterstreicht Professor Rösner die Besonderheiten des Projektes. "Wichtig sind uns Multilingualität, der Einsatz von Multimedia-Modulen sowie die Erprobung und Nutzung modernster Programmiertechnologien. Sie ermöglichen die Anpaßbarkeit an individuelle Nutzerwünsche. So kann das System auf die speziellen Interessen von Kindern oder Senioren, Gesunden oder Kranken und auf kulturelle Unterschiede innerhalb Europas durch entsprechende Auswahl der Sprache, Rezepte etc. eingehen."

Das Projekt läuft Ende August aus. Bis dahin soll das System in der Praxis erprobt werden. Die Benutzer des Informationskioskes werden gebeten, in einem Fragebogen ihre Meinung über den Inhalt des Kioskes zu äußern und damit zur Evaluierung des Projektes beizutragen. Die Möglichkeiten einer anschließenden Nutzung des CATCH-II-Prototyps werden während einer Dissemination Conference Ende Juni in Brüssel diskutiert. Hier werden die beteiligten Projektpartner Vertretern von Gesundheitsbehörden, Medizinern und der EU-Kommission als Finanzierungsträger des Projektes ihre Ergebnisse vorstellen. Der Informationskiosk ist bis Mitte Juni in der Unihautklinik und war Anfang Mai in Hamburg auf dem Euroskin Kongress im Einsatz. Wem der Weg in die Leipziger Straße zu weit ist, kann sich die CATCH-Webseite ansehen.

Angela Wittkamp