40 Jahre "Schnelle Hilfe"

Am 21. Januar 1960 wurde in Magdeburg der erste ärztlich besetzte Notfallrettungswagen in der DDR in Dienst genommen. Es war der chirurgische Ordinarius an der Medizinischen Akademie, Professor Werner Lembcke, der frühzeitig die Initiative ergriff, um die ärztliche Erstversorgung an den Unfallort vorzuverlegen. In Zusammenarbeit mit der örtlichen Feuerwehr richtete er die "Schnelle Hilfe" ein.

Das besondere Merkmal des "Magdeburger Modells" bestand darin, dass die ärztliche Besatzung des Einsatzwagens aus Anästhesisten bestand. Nach und nach fand das Modell zahlreiche Nachahmer; 1967 waren landesweit bereits 46 Notarzteinsatzfahrzeuge unterwegs. 1976 wurde in der DDR ein abgestuftes System der "Schnellen Medizinischen Hilfe" (SMH) eingeführt. Bis 1979 erfolgte in Magdeburg die ärztliche Betreuung bei außerklinischen lebensbedrohlichen Zuständen ausschließlich durch Anästhesisten der Medizinischen Akademie. In den darauffolgenden Jahren schlossen sich dann Fachkollegen des damaligen Bezirkskrankenhauses Magdeburg-Altstadt und Ärzte anderer Fachgebiete an.

Die Wiedervereinigung hatte natürlich auch Auswirkungen auf die außerklinische Notfallmedizin. Das neue Rettungsdienstgesetz für Sachsen-Anhalt (RDG) trat 1993 in Kraft. Danach gelangen alle an den Rettungsdienst gerichteten medizinischen Hilfeersuchen über den Notruf 112 an die Zentrale Rettungsleitstelle. Die Strukturumstellung war mit der Einführung des sogenannten "Rendezvousprinzips" verbunden, in das die drei großen Magdeburger Klinika sowie vier Hilfsorganisationen integriert sind.

K.S.