Literarisches Treffen im EX

Irgendwo in uns klingt es lange nach

Wenn wir uns lang genug setzen und ein bißchen an der Wand des Körpers in das Innere schweben, dann sehen wir sie geschrieben, links, rechts, oben und unten, die Sätze, Wörter, Reime und Zitate, die meist nicht von uns sich doch in unsere Persönlichkeit voll und ganz integriert haben. Vielleicht, um auch die eigene Welt anderen näher zu bringen oder einfach nur laut in die Welt hinausstrahlen zu lassen, trafen sich Anfang Dezember 1999 in den Räumen des Exlibris einige Geisteswissenschaftler der Universität. Die Diversifikation der Rezensenten schlug sich dann auch wirklich nieder auf die Bandbreite der den Ohren dargebotenen sprachlichen sowie inhaltlichen Leckerbissen. Ein kleiner einschränkender Punkt soll dennoch heraufgereicht werden in die Aufmerksamkeit, alle sich aufzeigenden Einblicke sah man durch eine englische Brille. Denn einerseits waren die Vortragenden fast alle Anglistikstudenten und andererseits war es organisiert von der ETC, der English Theatre Company. Die ETC ist eine Theatergruppe, die ihre Stücke in englischer Sprache aufführt und dadurch einerseits den Studenten ein neues Anwendungs- bzw. Ausdrucksgebiet aufzeigen will, andererseits sind aber auch einige der Mimen aus reiner Liebe an der Schauspielerei und wahrscheinlich deren sozialen Charakter beteiligt.

Wie bereits erwähnt kannte dieser Abend kein spezielles Konzept und spannte ein großes thematisches Tuch der prägenden Beeinflusser auf. Von klassischen Texten, die in ihrer Sprache noch hintergründig erklären bis hin zu den heutigen ostensible undurchsichtigen Sätzen, die doch oft den Menschen in Aktion erklären. Besonderen Applaus lockten dabei aus Händen und Gesichtern die selbst ersonnenen Gedichte von Kavita Ghone, einer Austauschstudentin aus Bombay. Sie sandte drei Gedichte hinaus in die öffentliche Aufmerksamkeit, die doch auch einen persönlichen Duft trugen.

Abschließend soll an dieser Stelle noch ein bisschen gelitfasst werden, also die ETC spielt natürlich auch Theater. Die Gruppe hat sich auf ein Stück von Caryl Churchill geeinigt, das sie auf ihre Art und Weise Ende Januar 2000 auf der Bühne des CampusTheaters mit ihrer Energie füllen will.

Also, wenn Ihr das genaue Datum wissen wollt, seit Augen, die suchend die Wände der Fakultäten abscannen oder Ohren, die den genauen Termin von den Spatzen pfeifen hören.

Karsten Steinmetz