Wo einst der Trabbi ...

Studentischer Börsenverein auf Exkursion

Warum wir uns ausgerechnet die Sachsenring AG ausgesucht haben? Weil wir brennend daran interessiert waren, wie sich der einstige "Trabbi-Produzent" zu einem dynamischen und innovativen Unternehmen entwickelt hat. Also machten wir uns Mitte Juni auf nach Zwickau. Von der Pressesprecherin Antje Günther herzlichst begrüßt, sollte es gleich losgehen. Nach einem kleinen geschichtlichen Exkurs in das vergangene Jahrhundert des Unternehmens (es wurde schon 1868 von August Horch gegründet), durften wir in das Herz der Sachsenring AG - die Produktionshallen - vordringen. Besonders interessant war der Gegensatz von umfangreicher maschineller Ausstattung und kleinlichster Handarbeit, bis hin zur computergesteuerten Fertigungstechnik.

Holding geplant

Nach einer kurzen Erfrischungspause präsentierte uns die Vorstandsassistentin Cathrin Schmahlfuß die Zahlen, Daten und Fakten des Unternehmens. Die Sachsenring AG plant zukünftig eine neue Strukturierung in Form einer Holding, bestehend aus fünf Unternehmensbereichen. Der Hauptschwerpunkt liegt nach wie vor auf den beiden Unternehmensbereichen Fahrzeugbau und Fahrzeugsystemtechnik. Die drei weiteren Bereiche sind Mikroelektronik, Maschinen- und Anlagenbau sowie Forschung und Entwicklung.

Wir konnten jede Menge Fragen stellen, und eine interessante Diskussion kam ins Rollen. Was uns besonders interessierte war die schlechte Performance der Sachsenring-Aktie, die seit Oktober 1997 am Neuen Markt notiert. Mit einem Emmissionskurs von 15 DM erreichte die Aktie ein Hoch im April 1998 bei 70 DM, und seitdem ging es ständig bergab, so daß sie derzeit für 13,50 DM (unter dem Emmissionskurs) gehandelt wird. Das Unternehmen meint, daß dieser Verlauf in keiner Weise mit der Entwicklung des Unternehmens übereinstimmt. Wir denken, daß es zum Teil an der zurückhaltenden Informationspolitik liegt, die ganz und gar nicht aggressiv, wie auf dem Neuen Markt üblich, betrieben wird. Aus diesem Grund entwickelt sich für dieses solide und konservative Unternehmen zu wenig Zukunftsphantasie, aber genau das ist es, was den Anleger reizt.

Alles in allem haben wir ein sehr interessantes Unternehmen kennengelernt, was demnächst noch mit einigen positiven Überraschungen aufwarten wird!

Claudia Beinert