Von "Prüfungsschulden" und Prädikaten

Wenn Elfe ihren Abschluß am Institut für Berufs- und Betriebspädagogik (IBBP) machen, können Einladungen wohl nur in der elften Stunde kommen. Doch dessen ungeachtet, verhinderten acht Absolventinnen und Absolventen, daß nicht ins Sommerloch fiel, was manchen ritualhaft dünkt: die feierliche Verabschiedung zum Studienende.

Die beiden frisch diplomierten Gewerbelehrer freuten sich nicht allein, ihre Urkunden von Institutsleiter Professor Franz Bernard sowie Angelika Gruner vom Prüfungsamt überreicht zu bekommen. Nein, es war auch an der Zeit, eine "Prüfungsschuld" einzufordern: Wer wie Ingo Zupfer in IBBP-Seminaren gelernt hat, Pädagogik, Technik und Ökonomie interdisziplinär zu denken, kann "professoralen Späßen" kontern; sein Hinweis auf die "Kostenseite" erhandelte in der Prüfung mit Esprit, was nun in Form von "Weingeist" zur "Schuldentilgung" diente ...

Sonnenblumen gereichten sechs Diplom-Handelslehrerinnen zur Symbolik, wo Zeugnisse für Wirtschaftspädagogik fehlten, weil sie seitens der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft ausgehändigt werden. Bei weiteren dreien - zwei Frauen und einem Mann - machten Arbeit oder Auslandsaufenthalt selbst diese Geste unmöglich. Insbesondere bedauerte Professor Richard Huisinga, die Diplomarbeit von Silvia Borchert "lediglich" mit sehr gut begutachtet haben zu können: Da die Prüfungsordnung 0,7 als Auszeichnung nicht gestattet, blieb es beim (Buch-)Präsent statt Prädikat.

Die nun Lehrkundigen erinnerte er frei nach F.A.W. Diesterweg, sie möchten auch fürderhin nicht sprechen, "was sie dem Worte oder den Wörtern, aber nicht der Sache nach kennten". Zwar ließe sich nicht immer der ganze Globus erwandern, doch in Zeiten der Globalisierung bedürfe es dringender denn je der sachlichen Durchdringung.

Wo Elfen geboten, findet sich sicher (mindestens) eine oder einer "närrisch" genug, auch zukünftig mit Witz und Ernst reflektiert Paroli zu bieten ...

Susanne Bargel