Behindert, aber nicht ausgegrenzt

"Meine Behinderung gehört zu mir, wie die Farbe meiner Haare". So war es kürzlich in einer Reportage der "Magdeburger Volksstimme" über den schwierigen Weg zur Integration von Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen in das gesellschaftliche Leben zu lesen. Und auch dies ist bekannt: Die Erwerbslosigkeit unter Behinderten im Osten Deutschlands ist mit 25 % deutlich größer als im Westen. Eine Möglichkeit, die Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern, stellt zweifellos ein qualifizierter Berufsabschluß dar. Ein Studium mit dem Ziel des Erwerbs wissenschaftlicher Qualifikationen bietet zudem mit einem hohen Anteil geistig-theoretischer Tätigkeit gerade für Menschen mit körperlichen Funktionsstörungen, aber auch allgemein chronisch Erkrankten eine gute Möglichkeit, die eigenen Fähigkeiten im Wettbewerb mit anderen gleichberechtigt zu messen. Wenn ..., ja, wenn es gelingt, die fatale Gleichung "Behinderung = behindertes Studium" aufzubrechen. Und wenn die Universität oder Hochschule ihrer gesetzlichen Verpflichtung nachkommt, die Bedürfnisse der Betroffenen besonders zu berücksichtigen.

Herzlich willkommen

In diesem Sinne möchte ich, der vom Rektor bestellte Behindertenbeauftragte des Senats, insbesondere die Erstsemester an der Universität herzlich willkommen heißen und einige Informationen über Ansprechpartner, Unterstützungsmöglichkeiten und Hilfen für ein erfolgreiches Studium geben.

Erster Ansprechpartner in allen Fragen, die inhaltliche und organisatorische Probleme des Studiums unter dem Blickwinkel des Nachteilsausgleichs betreffen, bin ich, Dr. Gert Dehne, Institut für Werkstofftechnik und Werkstoffprüfung, Gebäude 50, Tel.: 67-14564, Fax: 67-14569, e-mail: gert.dehne@mb.uni-magdeburg.de. Zu erhalten sind Informationen zur Ausrüstung ausgewählter Lehr- und Arbeitsräume mit technischen Hilfsmitteln, zur Schaffung von Nachteilsausgleichsregelungen in den Prüfungsordnungen sowie eine berufsvorbereitende Beratung.

Fachliche Fragen können mit den Studienfachberaterinnen der Fakultäten geklärt werden, deren Namen im Dezernat Studienangelegenheiten erfragt oder dem Personal- und Vorlesungsverzeichnis entnommen werden können.

Für soziale Fragen, wie BAföG-Unterstützung, Wohnen usw. steht die Sozialberatung des Studentenwerks Magdeburg zur Verfügung.

Denjenigen, denen es schwerfällt, solche Unterstützung einzufordern, vielleicht, weil sie sich und anderen beweisen wollen, selbständig alle Aufgaben zu meistern, möchte ich aus eigener Erfahrung raten: konzentrieren Sie Ihre Kräfte auf die Probleme, bei deren Lösung Sie ohnehin auf sich selbst gestellt sind! Nutzen Sie die Unterstützungsangebote zum Nachteilsausgleich, die Ihre Universität Ihnen bietet.

Während der Einführungswoche stehe ich Ihnen am 6. 10. 1999 von 13 bis 15 Uhr im Gebäude 06 für Ihre Fragen zur Verfügung.

Übrigens: auf den Internet-Seiten unserer Universität wurde unter dem Link ôStudium" eine Homepage "Handicapped" geschaffen, die weitere Informationen und Links zu entsprechend thematisierten Webseiten enthält. Bei ihrer Gestaltung fanden Gesichtspunkte einer benutzerfreundlichen Handhabung Beachtung, die durch das WEB ACCESS SYMBOL gekennzeichnet sind.

Dr. Gert Dehne