Von Bier und Windeln

Data Mining zum Durchforsten großer Datenmengen

Was haben Bier und Windeln miteinander zu tun? Wenn man Data-Mining-Spezialisten fragt: eine ganze Menge. Mit Data Mining (zu deutsch grob "Datenbergbau") bezeichnet man Computertechniken, mit deren Hilfe man intelligent und automatisch auch große Datenbestände nach Interessantem durchforsten kann. Zum Beispiel auch die Daten, die an den Scannerkassen eines Supermarktes anfallen. Dabei hat man, einer populären Data-Mining-Anekdote zufolge, in den USA herausgefunden, dass Bier und Windeln auffällig oft zusammen gekauft werden, wohl weil die von ihren Ehefrauen beauftragten Ehemänner beim Gang in den Supermarkt noch eben schnell für flüssige Vorräte sorgen ...

Wenn auch der Wahrheitsgehalt dieser Anekdote zweifelhaft ist, Data-Mining-Techniken werden erfolgreich z.B. zur Sortimentsoptimierung oder Betrugserkennung bei Scheck- und Kreditkarten eingesetzt, aber auch zur Klassifikation von Molekülen oder der Diagnose von Fehlfunktionen.

Der Fachkongress Lernen, Wissensentdeckung, Adaptivität 99 brachte Ende September zu diesen und verwandten Themen ca. 130 Spezialisten nach Magdeburg. Initiator der Tagung Prof. Dr. Stefan Wrobel von der Fakultät für Informatik war sehr erfreut über die große Resonanz. Die Veranstalter tragen sich mit dem Gedanken, den Data-Mining-Kongress als eine ständige Einrichtung zu etablieren.

Die Referate widmeten sich nicht nur neuesten wissenschaftlichen Theorien, sie galten auch aktuellen praktischen Anwendungen und richteten sich an Vertreter des Magdeburger Handels, der Industrie und Verwaltung.

PM/I.P.