Zentrum gegründet

Qualitative Bildungs-, Beratungs- und Sozialforschung

Im restaurierten Viktoria-Saal des Hegel-Gymnasiums wurde im Dezember 98 das Zentrum für Qualitative Bildungs-, Beratungs- und Sozialforschung (ZBBS) mit einem Festakt eröffnet. Mit diesem Zentrum ist in Sachsen-Anhalt eine wichtige Plattform für einen interdisziplinär angelegten sozialwissenschaftlichen Forschungsverbund entstanden. Als Kooperationsprojekt zwischen den beiden Landesuniversitäten versteht sich das Zentrum als integraler Bestandteil der Fakultät für Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften der Magdeburger Universität und des Fachbereichs Erziehungswissenschaften der Hallenser Universität.

Eine Fachzeitschrift

Der Kern des ZBBS ist das Promotionskolleg der Hans-Böckler-Stiftung unter dem Titel Biographische Risiken und neue professionelle Herausforderungen. In den vier Forschungsfeldern
- Pädagogische Professionalität (I),
- neue Problemlagen und Beratungsdiskurse (II),
- Professionsprozesse in der Pflege (III) sowie
-im Bereich des Hochtechnologiesektors Medizin und im Bereich Management (IV)
werden in der ersten Phase acht Doktoranden und zwei Postdoktoranden ihre qualitativ angelegten empirischen Forschungsprojekte durchführen. Der Vorstand des Zentrums, dessen Sprecher Prof. Dr. Winfried Marotzki ist, wird unter anderem begleitende Studienangebote als Bausteine eines Promotionsstudiums entwickeln und mit einem international zusammengesetzten Beirat eine Fachzeitschrift mit dem Titel Zeitschrift für Qualitative Bildungs-, Beratungs- und Sozialforschung herausgeben.

Die Eröffnung des Zentrums erfolgte während des zweiten bundesweiten Workshops zur qualitativen Bildungs- und Sozialforschung in Magdeburg. Das wachsende Interesse an dieser Form der Darstellung und Diskussion qualitativer Forschungsprojekte zeigte sich nicht zuletzt an der stark gestiegenen Zahl der Teilnehmenden, die sich um über zwei Drittel, auf 180, gegenüber dem Vorjahr erhöht hat.

In acht Arbeitsgruppen präsentierten über 30 Teilnehmende Materialien aus ihren laufenden Forschungsvorhaben. Sie zeigten sowohl das Spektrum an (narrativen und teilstrukturierten, einzel- und gruppendiskussionsbezogenen) Interviewverfahren, wie auch ethnographische und dokumentenbezogene Zugänge zum Forschungsfeld auf. Die inhaltliche Bandbreite der Materialien umfaßte schulpädagogische Analysen, den Bereich der Aus- und Weiterbildung, professionsbezogene Berufsfelder, sozialpädagogische Arbeitsfelder sowie unterschiedliche Sozialisationsbereiche und -phasen.

Unterstützt wurden Workshop und Eröffnung des ZBBS von der Landeszentrale für Politische Bildung Sachsen-Anhalt .
Dr. Walter Bauer