Ruf geschädigt

Vollversammlung an der FGSE

Gegen die geplanten drastischen Haushaltskürzungen für 1999 protestierten auf einer Vollversammlung Mitte Dezember 1998 Wissenschaftler und Mitarbeiter sowie Studierende der Fakultät für Geistes-, Sozial- und Erziehungswissenschaften, die mit nahezu 1250 Studierenden eine der größten Fakultäten der Universität ist.

Wie Dekan Prof. Dr. Reinhard Bader informierte, würde gerade jetzt, in der Aufbauphase der Fakultät, eine Kürzung der Haushaltsmittel tiefgreifende Folgen für die weitere Forschungsprofilierung der Fakultät haben. Die Wissenschaftler der Fakultät seien in zahlreiche interdisziplinäre Projekte eingebunden, wie beispielsweise "Umwelttechnik", "Neue Produktionssysteme" und "Gesellschaftliche Transformationsprozesse". Bei einer Beschneidung der Haushaltsmittel könne, so der Dekan, die Forschungsarbeit in der jetzigen Qualität nicht fortgesetzt werden. Er äußerte seine tiefe Besorgnis darüber, daß der wissenschaftliche Ruf der Einrichtung enorm geschädigt werden könnte.

Auch die angekündigte Stellenreduzierung und die Verzögerung bei der Wiederbesetzung von Professorenstellen könnten die Ausbildung gefährden. Insgesamt werden derzeit vier Diplomstudiengänge, Lehramtsstudiengänge und der Magisterstudiengang angeboten. Die Wissenschaftler verwiesen darauf, daß besonders die neu etablierten Studiengänge wie Sport und Technik, Wirtschaftspädagogik und Psychologie, die sich eines großen Zuspruchs durch Studierende erfreuen, betroffen seien. Auswirkungen hätten die finanziellen Einschnitte auch auf berufsbegleitende Studiengänge sowie auf die Lehrerfortbildung.

Mit Rücksicht auf die notwendigen Sparmaßnahmen des Landes hat die Fakultät bereits seit Jahren Sparkonzepte eingeführt. So ist für alle Fächer eine festgelegte Mindestausstattung mit Professorenstellen erreicht worden, so daß die Besetzung der dazugehörigen Stellen wissenschaftlicher Mitarbeiter auf ein Mindestmaß reduziert worden ist. Weitere Einsparungen seien für eine qualitätsgerechte Durchführung von Lehre und Forschung nicht mehr verantwortbar, so Reinhard Bader. Ein Drittel des Fakultätshaushaltes werde bereits über Drittmittel finanziert.

Auch an anderen Fakultäten gab es Vollversammlungen zum Protest gegen den von der Landesregierung vorgelegten Haushaltsplanentwurf 1999.
PM/I.P.