15 Mrd. Euro für Forschung

Rahmenprogramm der EU bestätigt

Nach langem Hin und Her haben Mitte Dezember 1998 das Europäische Parlament und der Ministerrat dem Vorschlag für das fünfte Forschungsrahmenprogramm zugestimmt. Die Europäische Union wird nun in diesem Rahmen bis zum Jahr 2002 rund 15 Mrd. Euro (29 Mrd. DM) für vorwettbewerbliche Forschung, technologische Entwicklung und Demonstrationsvorhaben (FTE) zur Verfügung stellen. Streitpunkt dieses langwierigen Kompromisses war mal wieder das liebe Geld. Im Unterschied zu nationalen Gepflogenheiten forderte das Parlament ursprünglich über 1 Mrd. Euro mehr, als der Ministerrat geben wollte.

Die Struktur des fünften Rahmenprogramms wurde geändert. Aus den 16 thematischen Programmen wurden nun fünf. Die horizontalen Programme blieben weitgehend so erhalten. Neu ist, daß sich Projektpartner aus den Staaten die einen EU-Beitritt anstreben, nach Wirksamwerden ihrer jeweiligen Assoziierungsverträge direkt an Projekten des fünften Rahmenprogramms beteiligen können.

Bilanz

Seitdem 1993 das erste durch unsere Universität beantragte EU-FTE-Projekt gestartet wurde, ist diese Fördermöglichkeit für Insider nicht neu. Das sind die Teams, die seitdem an ca. 30 dieser europäischen Verbundprojekte arbeiteten, sowie die in etwa gleiche Zahl von Wissenschaftlern, deren ebenfalls gute Projektanträge bisher nicht gefördert wurden. Hinzukommen weitere Projekte aus den Stipendien- und den Bildungsprogrammen der EU. Für Projektpartner unserer Universität stellte die EU zwischen 1995 und 1998 ca. 5,4 Mio. DM Fördermittel bereit. Diese Summe beträgt im Durchschnitt nur drei Prozent der eingeworbenen Drittmittel und entspricht in ihrer Größe in etwa den beim Deutschen Akademischen Austauschdienst oder der Arbeitsgemeinschaft Industrieller Forschungsvereinigungen eingeworbenen Fördermitteln. Die beteiligten Wissenschaftler schätzen die Teilnahme an diesen Projekten wegen der europäischen Teamarbeit und des internationalen Stellenwertes jedoch überwiegend als sehr erstrebenswert ein, der ideelle Wert sei größer, als dies in Geld ausdrückbar sei.

Wie nun weiter?

Die ersten Ausschreibung werden voraussichtlich am 15.2.99 für das Programm Benutzerfreundliche Informationsgesellschaft erfolgen, sowie am 15.3.99 in diesem und in weiteren Programmen. Die Deadline für die Projektabgabe ist in der Regel drei Monate danach. Also: Arbeitsprogramme prüfen, Projektskizzen entwerfen, Projektpartner suchen, Antrag vorbereiten.

Wer beklagt, daß Deutschland größter Netto-Zahler der EU ist, sollte sich bemühen, mehr Fördermittel im internationalen Wettbewerb einzuwerben. Bei den Forschungsprogrammen hat Deutschland noch Nachholbedarf.
Harald Wernowsky

Information und Beratung

Übersicht EU-Förderung: http://www.ttz.uni-magdeburg.de/i321.htm

Vom 4. zum 5. Rahmenprogramm: http://www.ttz.uni-magdeburg.de/ttz/foinfo/3211.htm

5. Rahmenprogramm: http://www.ttz.uni-magdeburg.de/ttz/foinfo/32170.htm

EU-News über den Aktiven Informationsdienst der KoWi: http://kowi.de

und den TTZ-Mail-Verteiler: http://www.ttz.uni-magdeburg.de/ttz/mail/42.htm

oder bei: Harald.Wernowsky@ttz.uni-magdeburg.de, Tel. 67-1 85 05

Nationale Einführungskonferenz zum 5. Rahmenprogramm:

25.-26.2. in Essen; http://europa.eu.int/comm/dg12/fp5/conference_de.html

Infotag in Magdeburg: geplant im März 1999 (Aktuelles siehe EU-Förderung)