Leibniz-Preis

Zum 2. Mal ging Preis an die Universität

Prof. Dr. Hans-Christian Pape, Direktor der Instituts für Physiologie der Medizinischen Fakultät, ist einer der zehn Wissenschaftler, die 1999 mit dem Leibniz-Preis der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ausgezeichnet werden. Der Hauptausschuß der DFG hatte Mitte Dezember98 die Preisträger im Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Programm für 1999 bestimmt. Aus gut 180 Vorschlägen, die unter anderem von wissenschaftlichen Hochschulen, von der Max-Planck-Gesellschaft sowie von bisherigen Preisträgern eingegangen sind, wurden die Leibniz-Preisträger 1999 ausgewählt.

Die Auszeichnung, die zum zweiten Mal an unsere Universität geht, stellt natürlich eine hohe Ehrung für die Hochschule dar. Bereits im vergangenen Jahr ist Prof. Dr. Ingo Rehberg, Professor für Experimentalphysik, mit dem Leibniz-Förderpreis ausgezeichnet worden.

Professor Hans-Christian Pape führt Untersuchungen zur Plastizität des visuellen Systems durch, analysiert intrinsische Eigenschaften von Neuronen in Cortex, Thalamus und Mandelkern, befaßt sich mit deren Beeinflussung durch Neuromodulatoren sowie Mechanismen der Rhythmogenese im Nervensystem und mit der Entwicklung bestimmter Epilepsieformen. Seine Arbeiten haben zum Verständnis der zellulären Grundlagen der Rhythmusgeberfunktion des Thalamus während des Schlaf-Wachzyklus beigetragen. Die Forschungen des Preisträgers zeichnen sich dadurch aus, daß sie sowohl konzeptionell als auch methodisch den verschiedenen Organisationsebenen des Gehirns Rechnung tragen.

In der Person von Hans-Christian Pape wird ein Neurophysiologe mit dem Leibniz-Preis ausgezeichnet, dessen wissenschaftliche Konzeption nach Auffassung des Ausschusses wesentliche physiologische und pathophysiologische Erkenntnisse erwarten läßt, die auch zum Verständnis psychiatrischer Erkrankungen beitragen können. Die Forschungsarbeiten des Wissenschaftlers werden mit drei Millionen D-Mark gefördert. 1997 erhielt Professor Pape den Otto-von-Guericke-Forschungspreis.

Ziel des Leibniz-Programms, das 1985 eingerichtet wurde, ist es, die Arbeitsbedingungen herausragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu verbessern, ihre Forschungsmöglichkeiten zu erweitern, sie von administrativem Arbeitsaufwand zu entlasten und ihnen die Beschäftigung besonders qualifizierter jüngerer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu erleichtern.

Die feierliche Verleihung der Preise durch den DFG-Präsidenten Prof. Ernst-Ludwig Winnacker findet in Anwesenheit des Bundespräsidenten im Februar 1999 an der Universität Bonn statt.
PM/I.P.