Ein Anstoß

KIWANIS sichert Beschäftigung einer Schwerbehinderten

Über den Entwurf des Haushaltsplanes 1999 und die darin enthaltenen Gefahren für die Universität ist in den letzten Wochen mehrfach informiert worden. Unter anderem sind davon auch Schwerbehinderte betroffen: So konnten angesichts der auf die Universität im nächsten Jahr zukommenden Belastungen zum Jahresende 1998 befristete Arbeitsverträge nicht verlängert werden. Zwar sind sich alle einig, daß sowohl die Arbeitsaufgaben vorhanden als auch die Betroffenen bestens geeignet sind, diese zu erledigen &endash; aber das Geld dafür fehlt eben. Besonders betroffen macht, daß selbst relativ niedrige Beträge nicht finanziert werden können: In einem Fall handelt es sich um eine geringfügige Beschäftigung, also konkret den Betrag von 520 DM/Monat, im anderen Fall um eine Anstellung nach der Vergütungsgruppe VII des BAT-O. Eine Kollegin muß deshalb zehn Monate vor ihrem Ruhestand nach langen Jahren der Berufstätigkeit &endash; auch für die Universität und damit das Land Sachsen-Anhalt &endash; nun den Gang zum Arbeitsamt antreten.

Für Menschenwürde

Um so erfreulicher, daß es gemeinnützige Verbände gibt, die in dieser Situation den Betroffenen zur Seite stehen: Der KIWANIS-CLUB Magdeburg, dessen Präsident zur Zeit Prof. Dr. Jürgen Dassow, Dekan der Fakultät für Informatik, ist, stellt der Universität 1040 DM zur Verfügung, um wenigstens die geringfügige Beschäftigung für zwei weitere Monate zu sichern. Das Institut, an dem die so geförderte Mitarbeiterin tätig ist, verpflichtete sich daraufhin, auch eine weitere Beschäftigung zu ermöglichen und zu finanzieren.

Der KIWANIS-Club Magdeburg ist einer von ca. 8700 Clubs mit über 300000 Mitgliedern weltweit, in denen sich Menschen aus verschiedensten Berufsgruppen zusammenfinden, um sich freundschaftlich miteinander verbunden im Dienste der Allgemeinheit für Menschenwürde und Menschlichkeit zu engagieren. Ihre goldene Regel lautet: “Verhalte Dich immer so, wie Du erwartest, daß sich Deine Mitmenschen Dir gegenüber verhalten.", ihr Motto “we build" motiviert sie zu gezielten humanitären Aktionen. So unterstützt KIWANIS seit Jahren Behinderte auf unterschiedlichste Weise. Vielleicht motiviert dieses Beispiel im Sinne der goldenen Regel des Clubs KIWANIS auch andere Angehörige der Universität, ihm zu folgen und nicht die Schwachen der Gesellschaft deren Lasten vorrangig tragen zu lassen.
Andreas Dieckmann