Fördermittelbescheid

Startschuß für Experimentelle Fabrik

Kultusminister Dr. Gerd Harms übergab wenige Tage vor Weihnachten an den Vorsitzenden des Wissenschaftlichen Beirates der Betreibergesellschaft der Experimentellen Fabrik, Prof. Dr. Karl-Heinrich Grote, einen Fördermittelbescheid in Höhe von 16,5 Mio. DM für ein Zentrum für Produkt-, Verfahrens- und Prozeßinnovation (ZPVP) GmbH. Damit war der offizielle Starschuß für die Realisierung des Projektes Neue Produktionssysteme/Experimentelle Fabrik an unserer Universität gegeben, für das insgesamt Investitionsmittel in Höhe von 20,6 Mio. DM vorgesehen sind. Das Zentrum soll sich zu einem Forschungs- und Transferzentrum für anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Produkt-, Verfahrens- und Prozeßinnovation für Wirtschaftsunternehmen und dazu notwendiger Einrichtungen in der Nähe des Universitätscampus etablieren. Mit der Grundsteinlegung des Gebäudes wird in diesem Jahr an der Sandtorstraße auf dem Gelände neben dem Fraunhofer-Institut begonnen.

Der Minister hob hervor, daß mit dem Schwerpunktvorhaben Neue Produktionssysteme/Experimentelle Fabrik des Kultusministeriums des Landes Sachsen-Anhalt eine entscheidende Voraussetzung geschaffen worden sei, unter Nutzung vorhandener Forschungskapazitäten für mittelständische Unternehmen eine gezielte innovative Produkt-, Verfahrens- und Organisationsentwicklung zu betreiben, um kurzfristig Marktchancen wahrzunehmen sowie neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Rektor Prof. Dr. Klaus Erich Pollmann brachte seine Freude darüber zum Ausdruck, daß nun ein Zentrum der angewandten Forschung entstehe, in dem Vertreter von Universität und Wirtschaft gemeinsam arbeiten und somit Synergien erreichen, von denen auch die Studierenden profitieren könnten.

Professor Grote als Beiratsvorsitzender der Betreibergesellschaft, deren Gesellschafter die Stadt Magdeburg und die Universität sind, hob hervor, daß er glücklich und stolz sei, Teil der sich immer weiter entwickelnden Forschungslandschaft der Region zu sein.

Die Universität besitzt mit ihren Forschungen zum Thema Neue Produktionssysteme einen auch durch internationale Gutachtergremien anerkannten Forschungsschwerpunkt, durch den bisher mehr als 15Mio. DM an Drittmitteln eingeworben wurden. Dieser Forschungsschwerpunkt soll nun mit der Errichtung des aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung zu finanzierenden Zentrums ausgebaut werden.

Wissenschaftliche Basis der Experimentellen Fabrik ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit von Fakultäten der Universität mit An-Instituten und Forschungseinrichtungen der Region auf besonders innovativen Forschungsfeldern, wie moderne Produktionsentwicklungs- und -entstehungsprozesse, Material- und Prozeßoptimierung, Beschichtungstechniken, der Mikroproduktionstechnik, aber auch auf dem Gebiet der Unternehmensstrategie und -strukturierung.

Durch die unmittelbare Nachbarschaft von Wirtschaftsunternehmen und universitären Forschungseinrichtungen versprechen sich die Betreiber des Zentrums eine schnelle Anwendung modernster Produktentwicklungs- und Produktionsmethoden in Wirtschaftsunternehmen der Region und damit verbunden eine aktive Ansiedlungspolitik mittelständischer Unternehmen in Sachsen-Anhalt. Für viele Unternehmen bietet die Experimentelle Fabrik eine Chance, ohne hohe Investitionskosten ihre Produktpalette zu ergänzen und neue Märkte zu erschließen. Gerade bei limitierten Haushaltsvorgaben sind derartige Investitionen von besonderer Bedeutung, um die regionale Wirtschaft zu beleben.
Ines Perl/PM