April 1999

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Mehr Hochschulautonomie

Kultusminister sprach vor Freunden & Förderern der Universität

Zur jährlichen Mitgliederversammlung traf sich die Gesellschaft der Freunde und Förderer der Otto-von-Guericke-Universität Ende März 1999. Gast war an diesem Abend Sachsen-Anhalts Kultusminister Dr. Gerd Harms. Er nutzte die Gelegenheit, um einige Gedanken zum Hochschulwesen in Sachsen-Anhalt darzulegen.

In der systematischen Stärkung und dem konsequenten Ausbau der Hochschulautonomie sieht Gerd Harms einen entscheidenden Beitrag zur Anpassung an veränderte Rahmenbedingungen. Eine Maßnahme dazu sei die Reform der Hochschulfinanzierung durch die Umstellung der staatlichen Mittelzuweisung auf eine leistungsorientierte Finanzierung. Dies müsse mit dem Übergang zu flexibilisierten Formen der Hochschulhaushalte verbunden sein und setze die Evaluation der Hochschulen durch externe Experten sowie die vertragliche Vereinbarung von Zielen zwischen Hochschule und Staat voraus.

Nach Einschätzung des Ministers ist die Realisierung der Reformziele nur dann möglich, wenn die Hochschulen im Rahmen einer umfassenden Personalreform mehr Einfluß auf eine eigenständige Personalpolitik erhalten. Er sprach sich in diesem Zusammenhang aber auch für zusätzliche Leistungsanreize für Engagement in Lehre, Weiterbildung und Drittmittelforschung aus. Hier sei auch der Bundesgesetzgeber gefordert.

Mit Blick auf das Land forderte Dr. Harms, das Studium in Sachsen-Anhalt noch attraktiver zu machen und warnte: "Bei aller Kritik an unserer Haushaltssituation darf die Wirkung auf Studienanfänger nicht außer Acht gelassen werden. Junge Leute überlegen genau, ob sie zu einer Universität gehen, deren Leistungsfähigkeit Verantwortliche der Hochschulen in öffentlichen Äußerungen in Frage stellen."

Weiterhin sollten Studienmöglichkeiten internationaler gestaltet werden. Dazu gehörten praxisnahe Ausbildung und Forschung sowie die Einrichtung weiterer Studiengänge mit den weltweit dominierenden Bachelor- und Master-Abschlüssen.

Die Mitgliederversammlung nutzte Vorsitzender Ernst-Dieter Mehrtens, um Rechenschaft abzulegen. Die Gesellschaft unterstützte in den zurückliegenden zwei Jahren u.a. den Festakt zu Ehren Otto von Guerickes, Ehrenpromotionen, Otto-von-Guericke-Vorlesungen, den Universitätsball, Immatrikulationsfeiern und stiftete Preise für die besten Absolventen und Promovenden. Sie hat auch dem Doktoranden Pascoal Muibo aus Moçambique einen Reisekostenzuschuß gewährt. Er arbeitet am Institut für Soziologie an seiner Promotion, in der er Privatisierungsprozesse in der mosambiquanischen Gesellschaft unter den Aspekten der spezifisch familiären und kulturellen Situation des afrikanischen Staates untersucht. Vor Ort analysierte er Existenzgründungen und die in den Wurzeln alter familiärer Traditionen liegenden Verpflichtungen, die sich für junge Unternehmer ergeben.

Die Mitglieder der Gesellschaft wählten einen neuen Vorstand.

Ernst-Dieter Mehrtens; 1. Vorsitzender

Prof. Dr. Jürgen Dassow; 2. Vorsitzender

Birgit Greger; Schatzmeisterin

Wolfgang Angenendt; Vorstandsmitglied

Eine Spende kam an diesem Abend von der Universitätsbuchhandlung Coppenrath&Boeser in Höhe von 500 Mark.
PM/Ines Perl