Ein Blick in die Praxis

Künftige Berufsschullehrer informierten sich über Berufsausbildung

Im Juni 98 fuhren wir, Studenten der Wirtschaftspädagogik und des Studienganges Lehramt an berufsbildenden Schulen des Instituts für Berufs- und Betriebspädagogik, auf der Grundlage des Seminars “Schulpraktische Studien" mit Dr. Bärbel Schröder nach Salzwedel, um uns dort die Berufsbildende Schule anzuschauen. Als angehende Berufsschullehrer hatten wir uns dieses Ziel ausgesucht, um unseren späteren Arbeitsort “Berufsschule" näher kennenzulernen.

Zwei Busse des unieigenen Fuhrparks starteten mit 15 Teilnehmern in Richtung Berufsbildende Schule des Altmarkkreises Salzwedel. Dort erwartete uns bereits der Schulleiter, Peter Lahmann, mit Informationen über diese neue Schule. Jedem Studenten wurde die Möglichkeit geboten, an zwei Unterrichtsstunden entsprechend seiner späteren beruflichen Fachrichtung &endash; Wirtschaft und Verwaltung, Metall- und Elektrotechnik sowie Bautechnik &endash; teilzunehmen. Erwartungsvoll und an unsere eigene Schulzeit erinnert, gingen wir in die Klassen; diesmal jedoch nicht als Schüler, sondern als zukünftige Lehrer. Somit verfolgten wir den Unterricht aus einer für uns völlig neuen Perspektive. Nach den zwei Unterrichtsstunden trafen wir uns alle sichtlich beeindruckt wieder &endash; beeindruckt von den Leistungen des Lehrers, die dieser vollbringen mußte, um einen gesicherten Unterrichtsablauf zu gewährleisten. Bei einem abschließenden Gang durch die Berufsschule wurden für uns die Türen zu den Fachkabinetten geöffnet. Diese Fachkabinette sind nach eigenen Vorstellungen und Vorgaben der Schulleitung aufgebaut und ermöglichen durch ihre hohe Ausstattung eine enge Verbindung von Theorie und Praxis im Berufsschulunterricht.

Die nächste Station: “Verein zur Förderung der beruflichen Bildung in der Region Altmark West e.V.". Dieser Verein hat sich der Ausbildung lernbehinderter Jugendlicher angenommen. Das sind vor allem Schüler ohne Abschluß. Jugendliche, die ihre Ausbildung zu Fachgehilfen im Gastgewerbe absolvieren verwöhnten uns mit einem Drei-Gänge-Menü. Der Leiter der Einrichtung, Karlheinz Döge, berichtete uns über die Aufgaben und Ziele des Vereins in der Betreuung sozial benachteiligter Jugendlicher.

Der Nachmittag gehörte dem historischen Salzwedel in Begleitung der Lehrerin und Stadtführerin Beate Döge. Ein Bestandteil dieses Ausfluges in die Geschichte war natürlich die Baumkuchenfabrik. Wir erfuhren, wie diese berühmte Salzwedler Köstlichkeit seit 1842 hergestellt wird.

Reizvolle Fachwerkhäuser, zum Teil restauriert, prägen das Stadtbild von Salzwedel. Von dieser Architektur waren besonders unsere Lehramtsstudenten der Bautechnik begeistert.

Für alle Teilnehmer war es ein schöner, erlebnisreicher und gelungener Tag. Wir, als zukünftige Berufsschullehrer, bekamen einen kurzen, aber aufschlußreichen Einblick in den Tagesablauf an einer Berufsschule. Fazit: Wir wünschen uns, daß sich solche Aktivitäten auch in anderen Seminaren wiederholen würden; trägt doch ein solcher Tag nicht nur zur Vermittlung von praxisbezogenem Wissen, sondern auch zum besseren Kennenlernen der Studierenden untereinander bei.

Die Teilnehmer sind der Organisatorin, den Gastgebern in Salzwedel sowei den Busfahrern für die Ausgestaltung des Exkursionstages dankbar, aber auch den Lehrenden der Universität, die mit einer Freistellung von den Lehrveranstaltungen erst die Teilnahme an der Exkursion ermöglichten.
Jana Krüger