Über Einwanderung

Kanadischer Wissenschaftler besuchte Universität

Unter welchen Kriterien kann man Konzepte interkultureller Bildung in klassischen Einwanderungsländern (z.B. Kanada) und neueren Einwanderungsländern bzw. Ländern, in denen es kontroverse Diskussionen um die Einwanderung gibt (z.B. Deutschland) miteinander vergleichen? Impulse für eine solche Gegenüberstellung und eine kritische Auseinandersetzung mit Problemen und Strategien multikultureller Bildung in nationalen und internationalen Dimensionen gab der kanadische Professor Kas Mazurek (University of Lethbridge, Alberta) bei einem Gastvortrag während seines Aufenthaltes im Sommer am Lehrstuhl für Historische und Vergleichende Erziehungswissenschaft.

Die Hutterer

Im Zentrum seines Vortrages zu historischen und vergleichenden Aspekten multikultureller Erziehung in Kanada standen die Hutterer. Diese deutschstämmigen Kanadier, die sich die Größe und Freiheit Kanadas zunutze machen, findet man in den Provinzen Saskatchewan, Manitoba und Alberta. Es ist eine sektenähnlichen Gruppe, die noch heute in ihrer ursprünglichen Form existiert. Die Geschichte der Hutterer geht bis 1528 zurück. Eine Gruppe von etwa 200 Anabaptisten hatte in Moravien (heute: Tschechien) aufgrund religiöser Verfolgung eine Kommune gegründet. 1918 emigrierte ein großer Teil der Hutterer nach Kanada, wo heute etwa 36000 Mitglieder dieser Gemeinschaft leben.

Ein weiterer Schwerpunkt des Aufenthaltes von Prof. Kas Mazurek war neben dem Gastvortrag die Fortsetzung von Arbeitsgesprächen mit den Lehrstuhlinhabern für Historische und Vergleichende Erziehungswissenschaft, Prof. Reinhard Golz, und für Rehabilitationspädagogik, Prof. Winfried Baudisch, die schon im April dieses Jahres während eines Besuches von Prof. Dr. Margret Winzer (auch Faculty of Education, Universität of Lethbridge) begonnen hatten. Ausgangspunkt dieser lehrstuhlübergreifenden Kooperation war die Beschäftigung mit dem Buch von M. Winzer und K. Mazurek “Special Education in Multicultural Contexts" (1998). Vereinbart wurde eine Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen der Faculty of Education in Lethbridge und den genannten Lehrstühlen der Universität Magdeburg.

Die Verfasserin dieses Berichts, Magisterstudentin am Lehrstuhl Historische und Vergleichende Erziehungswissenschaft, absolviert inzwischen ein Semester an der University of Lethbridge &endash; auch im Interesse ihrer Magisterarbeit auf dem Gebiet der “Multicultural Education".Diese wird von den genannten deutschen und kanadischen Erziehungswissenschaftlern gemeinsam betreut.
Diana Pagel