Angetreten gegen den Terror am Arbeitsplatz

Arbeitsgruppe Mobbing gebildet

Eine Unternehmenskultur, die sich durch ein partnerschaftliches Verhalten am Arbeitsplatz auszeichnet, bildet die Basis für ein positives innerbetriebliches Arbeitsklima und ist damit eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg eines Unternehmens. Obwohl diese Grundregel der Personalführung allgemein bekannt ist, verschärfen der zunehmende Konkurrenzkampf und die höheren Leistungsanforderungen an das Personal derzeit einen Mißstand, für den sich der Begriff „Mobbing“ eingebürgert hat. Wissenschaftseinrichtungen und Krankenhäusern sind von dieser Entwicklung nicht ausgenommen.

Man versteht unter Mobbing den Mißbrauch von Macht durch Vorgesetzte und Kollegen, Drohungen, Erniedrigungen, Verleumdungen, Beschimpfung und andere Formen unwürdiger Behandlung.

Mobbing und die Folgen

Schätzungen von Arbeitswissenschaftlern gehen davon aus, daß etwa sechs Prozent der Angestellten und Arbeiter im Wirtschaftsunternehmen Mobbingopfer sind. Nur wenige wehren sich. Aus Scham und Angst vor weiterer Benachteiligung schalten die Betroffenen eher selten Vorgesetzte oder Personalräte ein. Psychosomatische Beschwerdebilder, die wiederum häufiges Fehlen und langfristige Krankschreibungen verursachen, sind bei den Opfern häufig Folge des alltäglichen Terrors von Vorgesetzten und Kollegen.

Auf Initiative des Rektors wurde nun an der Otto-von-Guericke-Universität eine Arbeitsgruppe Mobbing eingerichtet, die sich zum Ziel gesetzt hat, Konsens darüber herzustellen, wie entsprechenden Phänomenen an unserer Universität zu begegnen sei.

Die Arbeitsgruppe wird geleitet von Prof. Dr. Jörg Frommer, Leiter der Abteilung für Psychosomatische Medizin an der Medizinischen Fakultät. Mitglieder der Gruppe sind zum einen Vertreter der Verwaltung der Universität und des Klinikums, zum anderen Mitglieder des Personalrates. Zu ihrer ersten Sitzung traf sich die Arbeitsgruppe Ende April 1998.

Den Schwerpunkt ihrer Arbeit sieht die Gruppe darin, Übereinstimmung darüber herzustellen, wie den etwaigen Betroffenen geholfen werden kann. Eine wichtige Frage ist, wie durch eine offene Diskussion über die Kommunikationsstrukturen am Arbeitsplatz präventiv das Mobbing verhindert werden kann.
Kornelia Suske