„Luftleerer Raum“

Glasplastik wird Eingangsportal der Uni schmücken

Dem neuen Fakultätsgebäude der Fakultät Elektrotechnik kommt nach dem Willen seiner Erbauer eine besondere Bedeutung zu. Soll es doch, zum Universitätsplatz, zum Theater und zur künftigen Bibliothek der Landeshauptstadt hingewandt, auch symbolisch den von der Stadt zum Universitätscampus führenden Haupteingang bilden. Der besonderen Bedeutung entsprachen auch die Anforderungen, die an die Architektur des Eingangsbereiches gestellt wurden. Zur künstlerischen Ausgestaltung dieses besonderen Raumes hatte das Kultusministerium gemeinsam mit der Universität, dem städtischen Kulturamt und der Assmann Beraten und Planen GmbH einen Landeswettbewerb mit der Aufgabe, das Werk Otto von Guerickes zu versinnbildlichen, ausgeschrieben.

Ab Wintersemester

Den ersten Preis erkannte die Jury dem bekannten Magdeburger Glasgestalter Reginald Richter zu, welcher seinen Entwurf unter das Thema „Luft und luftleerer Raum“ gestellt hatte. Sein Modell wird bis zum Beginn des Wintersemesters Verwirklichung finden.

Der Besucher soll dann unter einer in blauen Farbtönen gehaltenen, vier mal sechs Meter großen, hochgeständerten glasplastisch gestalteten Wand hindurchgehen, welche im Deckenbereich durch Spiegel komplettiert wird. Diese Plastik wird man also ungehindert durchqueren können. Genau dies war nämlich das Problem des eigentlich preisverdächtigen, nun drittplazierten Entwurfes. Der Magdeburger Ulrich Wohlgemuth hatte seinen Entwurf „Luftlast“ genannt. Ein drei mal drei Meter großes Metallelement sollte durch sein scheinbares Gewicht den auf dieser Fläche lastenden Luftdruck veranschaulichen. Die Statikprobleme die das tatsächliche Gewicht eines derartigen Metallblockes mit sich gebracht hätte, wären durch einen Hohlkörper zu umgehen gewesen, allein die Ausmaße, so befand die Jury, würden ein zu großes Hindernis für die hoffentlich nun bald hereinströmenden Besucherscharen bilden.

Den zweiten Preis erhielt der Hallenser Uwe Fährmann für seine Idee, das Ansteigen des Luftdruckes, einer Versuchsreihe ähnlich, durch nebeneinanderliegende, allerdings nicht ganz so voluminöse Metallzylinder mit unterschiedlichem Innendurchmesser zu symbolisieren.

Hält die Firma Assmann ihre anläßlich der Preisverleihung öffentlich abgegebene Zusage ein, kann das neue Fakultätsgebäude schon einige Wochen vor dem offiziellen Fertigstellungstermin am 31. August 1998 in Betrieb genommen werden. Andächtig werden wir dann den „luftleeren Raum“ durchqueren können.
Gerald Christopeit