Rund um den Magen

Großes Interesse am 1. Deutschen Magentag

Erstmals fand im November der “Deutsche Magentag" in mehr als 50 Städten statt. Experten informierten im Rahmen dieser bundesweiten Initiative der Gastro-Liga e.V. und der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten über Probleme “rund um den Magen", so auch in Magdeburg. “Nicht nur die Liebe geht durch den Magen..." war das Motto der Veranstaltung von Ärzten der Universitätsklinik für Gastroenterologie, Infektiologie und Hepatologie für die interessierte Öffentlichkeit im Hörsaal 5 auf dem Campus am Uniplatz. Mehr als 400 Besucher konnten die Veranstalter begrüßen.

In seinem einleitenden Vortrag informierte Klinikdirektor Professor Peter Malfertheiner über die Funktionsweise und mögliche Erkrankungen des Magens sowie aktuelle Untersuchungsmethoden und Therapiestandards. “Den meisten Menschen sind zumindest sporadisch auftretende Magenbeschwerden nicht fremd. Häufig sind diese auch selbstverschuldet und auf unmäßigen oder 'falschen' Nahrungsgenuß zurückzuführen", so Malfertheiner. Wenn allerdings Beschwerden, wie Völlegefühl, stechende, krampfartige Schmerzen oder ein brennendes Gefühl in der Magengegend auftreten oder von Übelkeit bzw. Erbrechen begleitet sind, sei jedoch ein Arzt zu konsultieren.

Helicobacter pylori

“Als wichtigste Ursache einer Magenschleimhautentzündung oder eines Magengeschwürs wird das Bakterium Helicobacter pylori angesehen", informierte der Mediziner. Es gelte zudem als Mitverursacher von Magenkrebs. Das Bakterium besiedelt den Magen unterhalb der schützenden Schleimschicht. Sein Vorkommen ist unerschöpflich, sein Auftreten allerorten: 50 Prozent der Weltbevölkerung gelten als infiziert. Die Häufigkeit in Mitteleuropa beträgt 35 Prozent der erwachsenen Bevölkerung. Das Bakterium läßt sich mit mehreren Verfahren nachweisen. Malfertheiner: “Standard ist immer noch die Magenspiegelung. Hierbei lassen sich nicht nur Gewebeproben für die mikrobiologische Untersuchung entnehmen, es kann zugleich festgestellt werden, ob und in welchem Umfang sich bereits ein Geschwür entwickelt hat." Vor allem jüngeren Patienten kann dieser Eingriff seit einiger Zeit erspart bleiben &endash; mit einem Atemtest, der mit 98prozentiger Sicherheit das Bakterium nachweisen kann. Die Testauswertung erfolgt an der Magdeburger Uniklinik mit Hilfe eines hochmodernen Analysegerätes, das bislang in den neuen Bundesländern nur hier zur Verfügung steht. Etliche Besucher des “1. Deutschen Magentages" nutzten vor Ort gleich die Möglichkeit, einen Atemtest durchführen zu lassen.
Kornelia Suske