Den Werkstoffen auf den Grund gegangen

Nachwuchswissenschaftler auf Junior Euromat 98

Im schweizerischen Lausanne trafen sich in diesem Herbst junge Werkstoffwissenschaftler/innen aus ganz Europa zur Junior Euromat '98. Diese Konferenz findet seit 1992 alle zwei Jahre an der Université de Lausanne (UNIL) statt. Sie wird organisiert von der Deutsche Gesellschaft für Materialkunde e.V. (DGM) und gesponsert von The Federation of European Materials Societies (FEMS). Lausanne, direkt am Genfer See gelegen, bietet als Universitätsstadt mit seiner reizvollen Umgebung ideale Bedingungen für diese Veranstaltung.

An der diesjährigen Junior Euromat nahmen ca. 250 junge Werkstoffwissenschaftler teil, darunter Vertreter aus Frankreich, der Schweiz, Italien, Bulgarien, Polen, Litauen und Rußland, um nur einige zu nennen. Die zahlenmäßig stärksten Fraktionen kamen aus Tschechien, Deutschland und Ungarn. In drei parallel ablaufenden Sitzungen und in einer ständigen Posterausstellung wurden verschiedenartige, in zehn Themengruppen gegliederte Fachbeiträge vorgestellt. Zu den Themenschwerpunkten gehörten z.B. mechanische sowie magnetische Werkstoffeigenschaften, Oberflächenbehandlungsverfahren bzw. Herstellungsprozesse, Glas und Keramik, Polymere und Verbundwerkstoffe, Korrosion und Verschleiß. Die Teilnehmer stellten Ergebnisse aus aktuellen Forschungsprojekten vor. Als Vertreter des Instituts für Werkstofftechnik und Werkstoffprüfung unserer Universität stellte ich ein Poster zum Thema Früherkennung selektiver Korrosion bei hochlegierten Stählen vor.

Die lockere und angenehme Atmosphäre auf dem Universitätsgelände förderte einen regen Gedankenaustausch sowohl über fachliche Fragen als auch über Ausbildungsbedingungen an den Universitäten der Teilnehmerländer. Insbesondere am ersten Tag der Junior Euromat war dies auch Gegenstand des Konferenzprogramms. So wurde z.B. eine Internet-Datenbank mit Informationen über europäische Universitäten vorgestellt, die es dem Nutzer ermöglichen soll, schnell auf Informationen über die Ausbildungsbedingungen ganz speziell für Austauschstudenten zuzugreifen. Es sei aber an dieser Stelle darauf hingewiesen, daß diese Datenbank z.T. noch in ihren Kinderschuhen steckt.

Die Konferenz bot den jungen Werkstoffwissenschaftlern die Möglichkeit, ihre Forschungsergebnisse einem internationalen Fachgremium zu präsentieren, verbunden mit einem angenehmen Rahmenprogramm, wodurch der Kontakt zwischen Teilnehmern verschiedener Nationen und z.B. zu Vertretern der Industrie gefördert wurde.
Kathleen Eick