Ein verhängnisvoller Weg?

Abschaffung der Beamtenbesoldung für Universitätsprofessoren in der Diskussion

Die Hochschulrektorenkonferenz empfahl im November 98, über die Köpfe der Universitätsprofessoren hinweg, die Beseitigung der Beamtenbesoldung für kommende Generationen von Professoren und die Übertragung der Dienstherrenschaft und Tarifhoheit auf die deutschen Hochschulen. Nach Meinung dieser Versammlung sollte ein gesonderter Personalstatus geschaffen werden, der den Professoren ein deutlich niedrigeres Einheitsgrundgehalt als gegenwärtig gewährt, das jedoch durch Leistungs-, Belastungs- und Funktionszulagen individuell aufgebessert werden kann. Diese Zulagen sollen “gegebenenfalls" durch Kommissionen für drei bis sechs Jahre befristet vergeben werden. Dafür entfällt die Vergütung der Berufsjahre, Familienzuschläge sollen individuell ausgehandelt und Bleibezuschüsse befristet ausgegeben werden.

Diese Empfehlungen der Hochschulrektoren enthalten eine Reihe von Gefahren für die zukünftige Hochschulpolitik, von denen nur einige aufgeführt seien:
1. Wie soll die Freiheit von Wissenschaft und Forschung gewährleistet werden, wenn die Hochschulleitung oder irgendwelche Kommissionen durch die Besoldung entscheiden, was förderungswürdig oder uninteressant ist? Die Hochschulleitungen besitzen nicht die fachliche Urteilsbefähigung, über wissenschaftliche Leistungen der Spezialgebiete zu entscheiden und danach Löhne und Gehälter zu verteilen.

2. Wie will man verhindern, daß zukünftig das Streben nach administrativen Funktionen die Forschung und Lehre verdrängen, da solche Posten einfacher auszufüllen sind als Innovationen zu erarbeiten ?

3. Trotz gestiegener Studentenzahlen in der Lehre soll bei den Professoren finanziell gekürzt und bei den Administratoren aufgebessert werden, um Kostenneutralität zu erreichen.

4. Welche Abhängigkeiten könnten sich aus der Beziehung: “Besoldung - wählbarer Dienstherr" zukünftig ergeben?

Das sind nur einige Probleme, die sich aus dem empfohlenen Besoldungsrecht ableiten. Die Gruppe des Deutschen Hochschulverbandes an der Universität spricht ausführlich über die Pläne der Hochschulrektorenkonferenz am 14. Dezember 1998, 16Uhr im Kursraum 013 des Wirtschaftswissenschaftsgebäudes. Interessenten sind herzlich eingeladen.
Prof. Dr. Knut Dietzmann