Geworben für Existenzgründung

Ministerpräsident Höppner und Telekom-Chef Sommer zu Gesprächsrunde an der Universität

Deutschland brauche dringend eine neue Kultur der Selbständigkeit und des ambitionierten Unternehmertums, forderte Telekom-Vorstandsvorsitzender, Dr. Ron Sommer, während einer Diskussionsrunde „Innovative Ideen fördern, Gründer ermutigen“ an der Universität Anfang April 1998, an der auch der Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Reinhard Höppner, teilnahm. Weltweit erfolge ein Wandel von der klassischen Industriegesellschaft hin zur Kommunikationsgesellschaft. Damit sei auch Deutschland gefordert, sich neu zu orientieren. Der Trend ginge hin zu einer ausgeprägten individualisierten Nutzung der Telekommunikation. Dies eröffne Nischen für zukunftsträchtige Unternehmen. In den zurückliegenden Jahren schrieb manch junger Unternehmer dieses Sektors eine faszinierende Erfolgsstory, dennoch erfordere der Schritt in eine erfolgreiche Selbständigkeit harte Arbeit und eine enorme Risikobereitschaft.

Warum ein junger Absolvent, beispielsweise der Wirtschaftsinformatik, der aus bis zu acht Stellenangeboten auswählen könne, dieses Risiko auf sich nehmen solle, ging eine Frage an den Telekom-Chef. Der mußte einräumen, daß es in Deutschland wenig In ist, Unternehmer zu sein. Doch bräuchten nicht gerade Großunternehmen wie die Telekom junge innovative Firmen, die deren Leistungen in Anspruch nehmen. Die Telekom AG fördere junge Existenzgründer.

Im Bereich der Telekommunikation sieht Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Dr. Reinhard Höppner gute Chancen für die Region. Durch ihren Aufbau und ihre Interdisziplinarität habe besonders die Magdeburger Universität gute Voraussetzungen, auf diesem Gebiet Innovationen voranzubringen. In der Landeshauptstadt entstehe ein Telematikdienstleistungshaus. Dies ist nur eins der sieben Projekte der Rahmenvereinbarung „Multimedia@LSA – Zukunftsprojekte für Sachsen-Anhalt“ die vor der Diskussionsrunde zwischen dem Land und der Deutschen Telekom AG in der Staatskanzlei besiegelt wurde. Die Wissenschaftler der Universitätsklinik für Dermatologie und Venerologie arbeiten an einem Projekt mit und die Informatiker bringen sich gemeinsam mit den Kulturhistorischen Museum in ein Projekt zur Visualisierung der Kaiserpfalz ein. Weiterhin wurden eine „Kommunikationsbrücke“ zwischen den beiden Universitäten des Landes, die Verbesserung des O-Line-Angebotes in Bibliotheken, der Ausbau des Netzanschlusses von Schulen sowie ein Projekt zu mehr Bürgernähe in der Verwaltung festgeschrieben.
Ines Perl