Datum:  09.07.1952

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Auf der 2. Parteikonferenz der SED vom 09. bis 12.07.1952wurde u.a. beschlossen in Magdeburg eine Technische Hochschule ins Leben zu rufen.

 

 


 Datum:  1953

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Die neu gegründete Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg wurde zunächst in der Ingenieurschule für Bauwesen mit untergebracht. Am Krökentor 2 erhielt sie einige Räume im Erdgeschoß. Die Studenten wohnten in Privatquartieren in der Stadt.

Bildung des Prorektorats für Studentenangelegenheiten. Den Aufbau und die kommissarische Leitung des Prorektorats wurde Hans Laute übertragen. Ing. Hans Laute wurde vom Ministerium für Hoch- und Fachschulwesen zum 01.09.1953 an die Hochschule versetzt, nach dem er einige Jahre als Direktor der Fachschule für Schwermaschinenbau in Wildau tätig war. Er baute 1954 das Institut für Maschinenkunde mit auf.

Beginn des Aufbaus einer Hochschulbibliothek. Seit dem 15.11.1953 wurde Bibliothekar Emil Heinz mit dem Aufbau und der Leitung der Bibliothek der Hochschule beauftragt. Zum kommissarischen Direktor wurde er am 01.06.1955 ernannt. Seine Tätigkeit an der Hochschule begann am 15.11.1953 und der Aufbau der Bibliothek war im wesentlichen sein persönlicher Verdienst. Er unternahm große Anstrengungen, technische Standardwerke und Zeitschriften, die vor der Gründung der Hochschule erschienen waren und nicht mehr im Buchhandel zu erhalten sind, für die Hochschule zu bekommen. So ist es ihm gelungen, durch persönliche Kontakte mit den Betrieben aus ihren Bibliotheken sehr wertvolle ältere Zeitschriftenjahrgänge zu erhalten.

Aufbau einer Grundeinheit der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische-Freundschaft an der Hochschule. Die Hochschulgruppe vertrat die Belange und Interessen der Deutsch-sowjetischen Freundschaft. Sie sah ihre Aufgabe darin, die Entwicklung der Beziehungen der Freundschaft zur Sowjetunion und ihren Bürgern zu stärken. Die in den ersten Jahren durchgeführten Veranstaltungen waren Vorträge und Reiseberichte von DSF-Mitgliedern über die Entwicklung und Kultur der Sowjetunion. Der Vorstand setzte sich aus Mitarbeitern und Studenten zusammen.

 

 


 Datum:  06.08.1953

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Die Regierung der DDR beschließt die Gründung der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg.

 

 


 Datum:  01.09.1953

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Dr. Heinz Schrader wurde kommissarischer Leiter der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg. Dr. Schrader wurde am 04.05.1910 in Braunschweig geboren. Nach Abschluß der Schule nahm Heinz Schrader in Braunschweig ein Maschinenbaustudium an der Technischen Hochschule auf. Im Frühjahr 1934 legte er die Diplomprüfung erfolgreich ab und begann noch im gleichen Jahr eine Tätigkeit als wissenschaftlicher Aspirant am Lehrstuhl für Strömungsmaschinen an der Hochschule. Zugleich war er an konstruktiven Arbeiten für die Privatindustrie beteiligt. Man schätzte seine Gründlichkeit, Zuverlässigkeit und seine rasche Auffassungsgabe. Bei den Studenten war er beliebt, weil er sie richtig zu behandeln wußte und seine Unterweisungen anregend zu gestalten verstand. Im Frühjahr 1938 promovierte Heinz Schrader mit einer Arbeit über Strömungsvorgänge in Kreiselpumpen und erwarb den Titel eines Dr.-Ing.. Während und nach dem Krieg arbeitete Dr. Schrader bis 1951 in verantwortlichen Positionen in der Industrie, so u.a. in Pumpenwerken in Oschersleben und Halle. 1951 wurde er in das Ministerium für Maschinenbau berufen und dort zunächst mit Sonderaufgaben betraut. Dr. Schrader nahm als Mitarbeiter des Ministeriums schon an der Vorplanung für den Aufbau einer Spezialhochschule für Schwermaschinenbau in Magdeburg teil.

 

 


 Datum:  02.09.1953

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Immatrikulation der ersten 532 Studentinnen und Studenten, für die nach einem 6-monatigen Vorpraktikum am 03.03.1954 der Lehrbetrieb beginnt. Die erste Studentin des ersten Immatrikulationsjahrganges 1953 Barbara Schmidt, geb. Hayden schloß ihr Studium 1958 erfolgreich mit einem Diplom in der Fachrichtung Technische Mechanik ab.

 

 


 Datum:  15.10.1953

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

In einer Besprechung beim Rat der Stadt Magdeburg wird der Standort der Hochschule festgelegt, und zwar nördlich der Walter - Rathenau - Straße - Pfälzer Platz - Garreisstraße.

 

 


 Datum:  03.11.1953

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Die Hochschulleitung stellt beim Rat der Stadt Magdeburg den Antrag, die Gebäude Am Krökentor 1a und 2 in ihre Rechtsträgerschaft zu übernehmen.

 

 


 Datum:  12.11.1953

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Sitzung des Beirates für Architekten beim Rat des Bezirkes Magdeburg zum Thema "Planung der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg".

 

 


 Datum:  31.12.1953

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Ende 1953/Anfang 1954 Zu diesem Zeitpunkt beschäftigt die Hochschule 5 Professoren, davon einen Rektor und zwei Prorektoren, 3 Dozenten, 2 Lektoren, 5 Assistenten, 3 Schreibkräfte für Professoren sowie 10 Verwaltungskräfte.

 

 


 Datum:  1954

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Aufbau der Hochschulverwaltung unter Leitung ihres Direktors Franz Hugk. Franz Hugk wurde am 21.12.1917 in Magdeburg geboren. Er absolvierte 1933-1936 eine kaufmännische Lehre und arbeitete dann als Buchhalter bei Schultze & Schnarrer Magdeburg. In der Zeit von 1945 bis 1948 war er Personalleiter und Statistiker im Polizeipräsidium Magdeburg. Er arbeitete 1949-1954 als Planer und Statistiker, Verwaltungsleiter und Planungsleiter in der Handelsorganisation Magdeburg und 1954 übernahm er die Leitung der Abteilung Arbeit in der Wasserstraßendirektion Magdeburg.

Gründung des Instituts für Mechanische Technologie. Das Institut beginnt seine Arbeit mit einem Institutsdirektor, einem Assistenten und einer Sekretärin. Das Institut wird zu einer wichtigen Forschungs- und Entwicklungsstelle. Seine Aufgabe bestehen aber vorrangig in der Lehre. Arbeitsschwerpunkte des Instituts sind die Technologie der Maschinenbauwerkstoffe (Mecha-nische Technologie), Grundlagen der Fertigungstechnik sowie die spangebende und spanlose Formung. Außerdem wird dem Institut das betriebliche Meßwesen angegliedert. Schon im Gründungsjahr des Instituts beginnen die Vorlesungen für die Unterstufenausbildung für 476 Studierende. Im Herbst 1956 setzt die Oberstufenausbildung ein.

Gründung der Abteilung Sprachunterricht. Die Abteilung besteht anfangs aus 4 Kollegen, deren Hauptaufgabe in der Vermittlung der russischen Sprache besteht. Da es kaum zentrale Anleitungen und Lehrmaterialien gibt, erarbeitet die Abteilung eigene Lehrpläne und stellt die entsprechenden Lehrtexte zusammen.

Einrichtung eines Chemischen Labors an der Hochschule.

Gründung einer Gruppe des Kulturbundes. Sie sieht ihre Aufgaben in der Förderung und Gestaltung des geistig-kulturellen Lebens an der Hochschule. Ihr erster Vorsitzender wird Prof.Dr.phil. Ernst Schiebold.

1954/1955 Bildung des Prorektorats für Forschungsangelegenheiten und Zusammenarbeit mit der Industrie. Prorektor wurde ab 01.04.1955 Prof.Dr.-Ing. Herbert Weinhold. Das Prorektorat war verantwortlich für die Forschungstätigkeit an der Hochschule. Die Hochschule war in der Hauptabteilung Forschung, Entwicklung und Konstruktion des Ministeriums für Schwermaschinenbau die einzige haushaltsgebundene Forschungsstelle. Die dadurch bedingte organisatorische Ausnahmestellung führte zu manchen verwaltungstechnischen Schwierigkeiten. Umsomehr war das Verständnis anzuerkennen, das den Forschungsstellen der Hochschule im allgemeinen vom Ministerium für Schwermaschinenbau entgegengebracht wurde. Fast alle vorgeschlagenen Forschungsthemen wurden angenommen.

1954/1955 Gründung einer Hochschulgruppe der Deutsch-Sowjetischen-Freundschaft (DSF). Mit dem Aubau dieser Hochschulgruppe wurde bereits 1953 begonnen.

Schaffung einer neuen Kinder- und Jugendliteratur durch das Buch "Nikolaus Kopernikus" von Prof.Dr.phil.habil. Adolf Kauffeldt

 

 


 Datum:  Januar 1954

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Die Magdeburger Zeitungen unterstützen in einer breiten Kampagne die Suche nach Quartieren für die Studenten der Hochschule für Schwermaschinenbau.

Bildung des Zirkels für die Intelligenz an der Hochschule

 

 


 Datum:  13.01.1954

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Der Rat der Stadt Magdeburg überträgt der Hochschule das gesamte Gebäude Am Krökentor 2 sowie die 3. Etage im Gebäude Am Krökentor 1a.

 

 


 Datum:  18.01.1954

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Die Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg wird zum erstenmal in der Zeitschrift "Volksstimme Magdeburg" unter dem Titel "Magdeburg wird Hochschulstadt" erwähnt

 

 


 Datum:  15.02.1954

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Gründung des Mathematischen Instituts. Das mit einem Wahrnehmungsprofessor, einem Lehrbeauftragter, 3 Assistenten und einer technischen Kraft besetzte Institut nimmt noch im gleichen Monat den Lehrbetrieb auf. Die kommissarische Leitung wird Dr.rer.techn. Wittig übertragen. Durch seine Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Physikalischen Institut der TU Dresden, bei den Dornier-Werken in Friedrichshafen, bei den Elektromechanischen Werken in Karlhagen und durch seine freie Mitarbeit für die Turbinenfabrik in Dresden besitzt Dr. Wittig Spezialkenntnisse auf dem Gebiet der technischen Mechanik und angewandten Mathematik. Im Laufe der Tätigkeit an der Hochschule entwickelte er Vorlesungen für die Mathematik.

 

 


 Datum:  März 1954

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Gründung einer Hochschulgruppenleitung der FDJ. FDJ war eine Jugendorganisation (ab 14 Jahren) und einziger, der SED eng verbundener Jugendverband in der DDR. Sie stellt sich die Aufgabe, allen Studierenden eine umfassende und wirksame Unterstützung bei der Durchführung des Studiums zu geben und dem Lehrkörper bei der Erziehung der Studierenden behilflich zu sein. Die Arbeit der Hochschulgruppenleitung besteht in der Aufbauphase darin, in den einzelnen Seminargruppen einen aktiven Kern zu schaffen, der die Interessen des Jugendverbandes vertritt und die Studentengruppe in die gesellschaftliche Arbeit einbezieht.

Frühjahr Beginn des Vorlesungsbetriebes am Institut für Werkstoffkunde und Werkstoffprüfung. Der Lehrstuhl für Werkstoffkunde und Werkstoffprüfung war zu dieser Zeit noch unbesetzt. Die Vorlesung auf diesem Fachgebiet hielt im Frühjahrssemester 1954 Dipl.-Ing. G. Krüger, Leiter der Metallprüfstelle 421 des Deutschen Amtes für Material- und Warenprüfung Magdeburg, im Rahmen eines Lehrauftrages. Die dazugehörigen Übungen führte er gemeinsam mit einem Assistenten in Form von Seminaren durch. Mit der Berufung von Prof.Dr.phil. Ernst Schiebold als Professor mit Lehrstuhl für Werkstoffkunde und Werkstoffprüfung und zum Direktor des gleichnamigen Instituts an der Hochschule im Sommer 1954, begann die erfolgreiche Entwicklung des Instituts. Prof. Schiebold wurde am 09.06.1894 in Leipzig geboren. 1913 studierte er an der Universität Leipzig und belegte dort die Fächer Mathematik, Physik, Chemie, Mineralogie und Geologie. Promovierte 1918 zum Dr.phil. Er ist einer der profiliertesten Wissenschaftler, besonders auf den Gebieten der Kristallografie, Metallphysik und Werkstoffprüfung und Pionier auf dem Gebiete der radiologischen Materialprüfung. Er ist Mitbegründer der Deutschen Gesellschaft für technische Röntgenkunde (1929) und Mitinitiator des ersten Hochschulkurses im Herbst 1929 an der TH Berlin über "Die Röntgentechnik in der Materialprüfung". Den Höhepunkt seines Lebens bildete die Berufung an die neu gegründete Hochschule. Seine wissenschaftlichen Leistungen wurden im Jahre 1958 mit der Verleihung des Nationalpreises für Wissenschaft und Technik, II. Klasse geehrt. Zum Ehrensenator der Hochschule wurde er 1962 ernannt. Die Studentenzahlen zu Beginn der Ausbildung 1954 betrugen in der Grundausbildung 250 Studierende pro Jahrgang und in der Fachausbildung 11 Studierende pro Jahrgang. Prof. Schiebold forderte eine Erhöhung der Kapazität der Studierenden in der Fachausbildung Werkstoffkunde und Werkstoffprüfung, da dieses Institut die einzige Ausbildungsstätte in der DDR war, die eine gründliche Ausbildung auf dem Gebiet der zerstörungsfreien Werkstoffprüfung vermittelte. Das Institut für Werkstoffkunde und Werkstoffprüfung war eines der Ersten, die nach der Gründung der Hochschule eingerichtet wurden. Das Institut entwickelte sich zu einem der größten an der Hochschule. Nach Angaben von Prof. Schiebold entstand hier ein Institut, das sein besonderes Gepräge durch die physikalisch fundierte Werkstoffprüfung unter Betonung der zerstörungsfreien Prüfung erhalten hat. Die offizielle Gründung des Instituts für Werkstoffkunde und Werkstoffprüfung ist der 01.09.1954.

Frühjahr Gründung des Instituts für Maschinenkunde dessen kommissarischer Direktor ab 01.06.1954 Ing. Hans Laute war. Im Institut waren die Konstruktionslehre des Maschinenbaues und die Abteilung für Rohrleitungsarmaturen vertreten. Ing. Hans Laute wurde vom Ministerium für Hoch- und Fachschulwesen zum 01.09.1953 an die Hochschule versetzt, nach dem er einige Jahre als Direktor der Fachschule für Schwermaschinenbau in Wildau tätig war. Er baute das Institut für Maschinenkunde auf und gleichzeitig das Prorektorat für Studentische Angelegenheiten, deren Prorektor er wurde.

Frühjahr Gründung der Grundorganisation der Gesellschaft für Sport und Technik von Studenten des 1. Immatrikulationsjahrganges 1953. In den ersten Jahren nach der Gründung ging es vor allem um die Realisierung eines regelmäßigen Schieß- und Geländesporttrainings sowie der systematischen Vorbereitung des Aufbaus von GST-Sektionen, in denen die Studierenden die Möglichkeit erhielten, einer vielseitigen wehrsportlichen Tätigkeit nachzugehen.

 

 


 Datum:  03.03.1954

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Festveranstaltung zur Aufnahme des planmäßigen Lehrbetriebes in den Räumen der ehemaligen Ingenieurschule für Bauwesen (Am Krökentor). 27 Lehrkräfte beginnen mit der Ausbildung von Diplomingenieuren nach einer Konzeption, die ein 3jähriges mathematisch - naturwissenschaftlich - technisches und gesellschaftswissenschaftliches Grundstudium und ein 2 1/2 jähriges Fachstudium vorsieht.

Gründung einer Hochschulparteiorganisation der SED. Ist ein Zusammenschluss von Mitgliedern der SED der Hochschule mit gemeinsamen sozialen Interessen und polit. Vorstellungen über die Gestaltung der staatlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ordnung. Organisation mit regelmäßigen Aktivitäten und Mitgliedsbeiträgen. Ihre Aufgabe bestand darin, die Politik der SED durchzusetzen und zu kontrollieren, und Einfluß nehmen in der massenpolitischen Arbeit.

 

 


 Datum:  25.03.1954

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Gründung einer Betriebsgewerkschaftsleitung des FDGB. Von 1954 bis 1956 gehört die Ge-werkschaft noch zur Industriegewerkschaft Metall, daher die Bezeichnung "Betriebsgewerk-schaftsleitung - IG Metall".

 

 


 Datum:  April 1954

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Eröffnung der Hochschulbibliothek. Den Lesern stehen zunächst zwei Räume Am Krökentor zur Verfügung, einer als Ausleihe und der andere als Lesesaal. Existiert anfangs noch kein großer Buchbestand so stehen doch genügend Haushalts- und Investmittel zur Verfügung, um das wesentliche Schrifttum für Lehre und Forschung anzuschaffen. Es kommt zunächst darauf an, die für die Grundausbildung benötigten Lehrbücher für die Studierenden zu beschaffen und dem Lehrkörper Zeitschriften und Spezialwerke bereitzustellen. Manche Schwierigkeiten in den ersten Jahren wurde mit Hilfe der Magdeburger und anderer größerer Bibliotheken der DDR überwunden. Seit 1954 ist die Hochschulbibliothek dem Deutschen Leihverkehr angeschlossen. Die Mitarbeiterzahl der Hochschulbibliothek steigt von 3 im Jahre 1954 auf 18 im Jahr 1960. Schon im ersten Jahr ihrer Tätigkeit kann die Hochschulbibliothek auf einen Bestand von 326 Bänden zurückgreifen.

 

 


 Datum:  27.04.1954

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Gründung des Physikalischen Instituts, zu dessen Leiter am 01.08.1954 Prof.Dr.-Ing. Gießmann ernannt wird. Das Physikalische Institut ist für die physikalische Grundausbildung der Studierenden verantwortlich. Da noch kein Institut für Elektrotechnik besteht, liegt die Elektrotechnikausbildung der Maschinenbaustudenten vorerst auch beim Physikalischen Institut. Verantwortlich für diese Ausbildung wird der zum Professor mit Lehrauftrag für Grundlagen der praktischen Elektrotechnik und Elektrische Antriebe berufene Dr.-Ing. Ernst Stumpp. Prof. Gießmann ist der erste ordentliche Professor an der Hochschule. Besonderen Wert legt er darauf, den spezifischen Belangen einer technischen Bildungseinrichtung entsprechende physikalische Forschungsrichtungen aufzubauen. Am 09.02.1955 wird er als erster (und damals einziger) Dekan der Fakultät für Grundlagen- und Ergänzungsfächer gewählt. Unter seiner Leitung wird erstmals in der DDR mit der Ausbildung von technischen Physikern mit dem Abschluß "Diplomingenieur für Angewandte Physik“ begonnen.

 

 


 Datum:  04.05.1954

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Erstes technisch - physikalisches Hochschulkolloquium mit Vertretern der Industrie zum Thema "Zur Frage der Festigkeit von Kristallgittern", das gemeinsam vom Physikalischen Institut und dem Institut für Werkstoffkunde und Werkstoffprüfung der Hochschule veranstaltet wird. Referent ist Prof. Tschanyschew aus Tomsk UdSSR. Das Kolloquium wendet sich an alle Hochschulangehörigen, aber auch an Interessenten aus dem Territorium. Mit derartigen Kolloquium, die regelmäßig alle 14 Tage durchgeführt werden, unternimmt die Hochschule einen ersten Schritt, um eine enge Verbindung zwischen Wissenschaft und Produktion herzustellen.

 

 


 Datum:  01.06.1954

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Konstituierende Sitzung der Fakultät für Grundlagen- und Ergänzungsfächern, der ersten Fakultät der Hochschule. Die Fakultät gliedert sich in zwei Abteilungen, die Abteilung für Mathematik und Naturwissenschaften und die Abteilung für Technische Wissenschaften. Erster Dekan der Fakultät wird Prof.Dr.-Ing. Gießmann, erster Prodekan Prof. Schiebold. Die Bezeichnung "Fakultät für Grundlagen- und Ergänzungsfächer" entspricht einer Forderung des Staatssekretariats für Hoch- und Fachschulwesen. Das Staatssekretariat begründet die Namensgebung damit, daß die Aufgaben der Fakultät an der Hochschule nicht die gleichen wären wie die Aufgaben einer mathematisch - naturwissenschaftlichen Fakultät an anderen Hochschulen. Das löst an der Hochschule mehrmonatige Diskussionen aus, da die vom Staatssekretariat für Hoch- und Fachschulwesen geforderte Bezeichnung keinesfalls den tatsächlichen Charakter der Fakultät trifft, deren kennzeichnende Merkmale die Mathematik und Naturwissenschaften sind. In der Sitzung der Fakultät am 09.02.1955 wird bei der Bildung der Fakultät für Maschinenbau an der Hochschule empfohlen die Fakultät für Grundlagen- und Ergänzungsfächer in "Fakultät für Mathematik, Naturwissenschaften" umzubenennen. Im Laufe des Jahres 1955 wird die Fakultät dann in "Fakultät für Mathematik, Naturwissenschaften und Technische Grundwissenschaften" umbenannt.

 

 


 Datum:  05.08.1954

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Herausgabe des Ersten Studienführers der Hochschule für das Studienjahr 1954/1955 und und des ersten Personal- und Vorlesungsverzeichnisses der Hochschule.

 

 


 Datum:  September 1954

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Gründung der Abteilung für studentische Körpererziehung. Mit Wirkung vom 01.09.1956 wurde Erich Mittendorf ihr kommissarischer Leiter. Nach Gründung der Hochschule war Erich Mittendorf der erste Sportlehrer, der die Tätigkeit aufnahm. Zuerst wurde er als verantwortlicher Sportlehrer und nach Einstellung weiterer Mitarbeiter als Leiter der Abteilung für studentische Körpererziehung eingesetzt. In seiner Funktion wirkte er ständig darauf hin, daß die Erziehung und Ausbildung der Studierenden auf sportlich, wehrpolitischen Gebiet ständig verbessert wurde. Er hat großen Anteil an der Verbesserung der inhaltlichen und organisatorischen Gestaltung des Unterrichts und an der ständigen Erweiterung der Sportstätten und Vergrößerung des Bestandes der Sportgeräte und Materialien. In den Anfangsjahren standen für die Ausbildung der Studierenden nur drei Hochschullehrer zur Verfügung. Sportplätze fehlten anfangs noch. Darum schufen die Studierenden der Hochschule gemeinsam mit den Studierenden der Ingenieurschule für Schwermaschinenbau Magdeburg in vielen freiwilligen Aufbaueinsätzen eine Kleinsportanlage.

 

 


 Datum:  27.09.1954

 

 

 

 


 Datum:  29.09.1954

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Gründung einer Hochschulsportgemeinschaft (HSG). In den Anfangsjahren verfügt die HSG zeitweilig über 16 Sektionen und rund 500 Mitglieder. Der Name der HSG wird weit über die Grenzen Magdeburgs hinaus bekannt. Im Volleyball spielt die 1. Männer- und Frauenmannschaft z.B. in der DDR-Liga. Das gleiche trifft auf Basketball zu.

 

 


 Datum:  Dezember 1954

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Gründung des Instituts für Maschinenelemente, das im Frühjahr 1955 mit einer ersten Vorlesungsreihe begann. Zu den Aufgabengebieten des Instituts gehörten neben der Behandlung von Maschinenelementen ebenso die Vertretung des Fachgebietes Antriebselemente in Lehre und Forschung. Kommissarischer Direktor wurde Prof. Dipl.-Ing. O. Wilhelm (Professur 1955). Prof. Dipl.-Ing. O. Wilhelm gehörte zu den markantesten Hochschullehrerpersönlichkeiten der Hochschule. In seiner über 20 Jahre währenden Industrietätigkeit als Konstrukteur und Abteilungsleiter in verschiedenen Nahrungs- und Genußmittelmaschinen Industrie sowie des allgemeinen Maschinenbaues spezialisierte er sich vor allem auf das Gebiet der Konstruktion von Zahnradgetrieben und -kupplungen. Er leitete den Aufbau der Fachrichtung Ausrüstungen für die Metallurgie, hier wurde erstmals ein Lehrstuhl errichtet -neben der Bergakademie Freiberg/Sachsen - dessen große Bedeutung für den Industriezweig Metallurgie bisher noch nicht in dem Maße in der Öffentlichkeit bekannt wurde. Prof. Wilhelm war der Gründer und Vorsitzender der ersten Hochschulsektion der Kammer der Technik an der Hochschule, die 1957 gegründet wurde. Auf Grund seiner hervorragenden Tätigkeit in der Industrie und beim Aufbau der Hochschule wurde er am 01.12.1956 als "Verdienter Techniker des Volkes" und im Oktober 1959 mit dem "Vaterländischen Verdienstorden in Bronze" ausgezeichnet. Aufgrund seiner, für dieses Fachgebiet besonders wichtigen langjährigen Berufspraxis besaßen die Lehrveranstaltungen, die Dipl.-Ing. Wilhelm durchführte, ein hohes Niveau.

 

 


 Datum:  08.12.1954

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Verabschiedung des 1. Statuts der Hochschule. Das Statut ist die Grundordnung für die Arbeit der Organe und Gremien der Hochschule sowie ihrer Mitglieder und Angehörigen.

 

 


 Datum:  31.12.1954

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Bis zur Jahreswende 1954/1955 hatte sich die Hochschulverwaltung stabilisiert. Es existierten vier Abteilungen: - Haushalt - Allgemeine Verwaltung - Beschaffung - umgewandelt 1956/1957 in "Zentrale Einkaufsstelle" - Aufbauleitung..

 

 


 Datum:  1955

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Petition an den Ministerpräsidenten Otto Grothewohl um Unterstützung beim Aufbau der Hochschule

Bildung der Abteilung Chemie am Institut für Werkstoffkunde und Werkstoffprüfung

Bildung der Abteilung Grundlagen der praktischen Elektrotechnik am Physikalischen Institut

Umwandlung der Fakultät für Grundlagen- und Ergänzungsfächern in Fakultät für Mathematik, Naturwissenschaften und Technische Grundwissenschaften Dekan: Prof.Dr.-Ing. Gießmann Prodekan: Prof. Schiebold.

Gründung des Instituts für Elektromotorische Antriebe (vorher war es die elektrotechnische Abteilung des Physikalischen Instituts). Am 01.01.1956 wurde Dr.-Ing. Ernst Stumpp zum kommissarischen Institutsdirektor ernannt, später zum Direktor ernannt. Dr. Stumpp wurde am 25.03.1897 geboren. Nach seinem Studium an der TH Karlsruhe arbeitete er dort als Assistent und promovierte am 12.12.1928 zum Dr.-Ing. Seine 1. Anstellung trat er am 01.03.1927 als Leiter des Prüffeldes der Firma Magnetwerk GmbH, Fabrik für Elektromagnet-Apparate Eisenach an und ging 1931 nach Berlin zur Bamag-Meguin AG, wo er zuletzt als Versuchsingenieur für Groß-Elektrolyseure arbeitete. März 1935 übernahm St. als Oberingenieur die Leitung der Versuchs- und Entwicklungsarbeiten der Berlin-Anhaltischen Maschinenbau AG in Dessau und entwickelte Konstruktionen auf dem Gesamtgebiet der Antriebstechnik. Nach dem Zusammenbruch des Hitler-Regimes verfiel das Werk der Demontage und nach deren Beendigung übernahm St. als Technischer Leiter den Wiederaufbau. Mit dem 01.08.1948 übernahm St. den Auftrag, im Elektromotoren- und Kompressorenwerk Dessau die Produktion von Elektromotoren aufzubauen. 1955 wurde St. an die Hochschule berufen, um das Institut für elektromotorische Antriebe aufzubauen und zu leiten. In selbstverantwortlicher Tätigkeit sind von St. Alle Vorlesungen und Übungen entwickelt worden, die für die Grundstufenausbildung des Schwermaschinenbaues auf dem Gebiet der Elektrotechnik notwendig sind. Seine selbsterstellten Vorlesungen las er Wort für Wort ab. 1959 erhielt er für seine Leistungen den Vaterländischen Verdienstorden in Bronze und 1963 ehrte die TH Magdeburg St. Mit der Ernennung zum Ehrensenator. Im Studienjahr 1955/1956 hielt Prof. Stumpp erstmalig die Vorlesung "Grundlagen der praktischen Elektrotechnik" ab. Ein Elektrotechnisches Praktikum ergänzte diese Grundvorlesung. Ab dem Studienjahr 1957/1958 folgte dann die Vorlesung "Elektromotorische Antriebe" und das Institut begann mit der Oberstufenausbildung. Im Laufe des Jahres 1959 konnte das Institut seine eigenen Laboratorien in Betrieb nehmen. Die Mitarbeiterzahl betrug 1955 fünf und stieg im Laufe der Zeit rasch an. In den Senatssitzungen der Hochschule am 07.09. und 27.11.1957 beschäftigt man sich mit dem Antrag der Fakultät für Mathematik, Naturwissenschaften und Technische Grundwissenschaften die Abteilung Grundlagen der Elektrotechnik im Physikalischen Institut und das Institut für Elektromotorische Antriebe zu einem Institut zu vereinigen und zwar zum "Institut für Elektrotechnik". Der Senat stimmt diesem Antrag zu am 05.02.1958 erteilte das Staatssekretariat für Hoch- und Fachschulwesen seine Genehmigung. Diese Zusammenlegung entsprach der Tatsache, daß die Elektrotechnik einer Hochschule für Schwermaschinenbau als Technische Grundwissenschaft zu werten war.

Gründung des Instituts für Betriebsökonomie. Bis zur Gründung der Fakultät für Technologie des Maschinenbaues am 04.06.1956 gehörte das Institut zur Fakultät für Grundlagen- und Ergänzungsfächer (1955 umbenannt in Fakukltät für Mathematik, Naturwissenschaften und Technische Grundwissenschaften). Am 01.03.1956 wurde es umbenannt in "Institut für Ökonomie des Maschinenbaues". Dr. Liebmann wurde am 01.03.1956 mit der Wahrnehmung einer Professur mit Lehrauftrag für das Fach Ökonomik der Industrie an der Hochschule beauftragt und mit Wirkung vom 01.07.1956 zum kommissarischen Direktor des Instituts ernannt. Dr. Liebmann wurde am 01.08.1900 in Leipzig geboren. Nach seiner Banklehre in Leipzig studierte er an der Universität Leipzig und promovierte im Sommer 1925 zur Dr.rer.pol. Liebmann ergänzte sein Studium durch ein dreisemestriges Studium an der Handelshochschule in Leipzig und erwarb 1927 das Handelslehrerdiplom. Nach seinen Tätigkeiten in Treuen/Sachsen, Grimma und Wildau wurde Liebmann 1956 an der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg berufen. Hier übernahm er zuerst die Leitung und den Aufbau des Instituts für Ökonomie des Maschinenbaues und später der Hauptabteilung Fernstudium. Er war Hauptinitiator für die Einführung, Einreichung und Festigung des Fernstudiums. Die Aufgaben des Instituts war eine ökonomische Ausbildung der Studierenden im Hinblick auf die enge Verbindung von Technik und Wirtschaft. Vom Institut wurde nahezu alle technologischen und konstruktive Fachrichtungen in der Ausbildung erfaßt.

Institut für Maschinenelemente wird umbenannt in "Institut für Maschinen- und Antriebselemente".

Bildung einer Hochschulbildstelle. Ihr Hauptbetätigungsfeld lag auf dem Sektor der Mikroverfilm- und Fotokopierherstellung für Dokumentationszwecke. Erst seit Juni 1962, auf Initiative des Prorektorats für Forschungsangelegenheiten, begann sich der Charakter der Bildstelle zu ändern und sich langsam dem wirklichen Aufgabengebiet zu nähern. Mit der Trennung der Abteilung in die Abteilungen Dokumentation und Film- und Bildstelle erfolgt 1963 der bisher bedeutungsvollste Schritt für die Verbesserung der Arbeit auf dem Gebiete der wissenschaftlichen Fotografie und Kinematografie innerhalb einer zentralen Film- und Bildstelle. Durch diese Maßnahme ist die Hochschulfilm- und -bildstelle nunmehr erstmalig in der Lage, sich auf den Aufbau einer Abteilung zu konzentrieren, die in der Perspektive ihre Aufgabe darin sieht, durch aktive Unterstützung mit den Mitteln der Fotografie und Kinematografie in das Geschehen an der Hochschule in Lehre und Forschung einzugreifen. Mit Wirkung vom 01.03.1961 wir diese in "Hochschulfilm- und -bildstelle" umbenannt. Unterstellung: 1955-1958 dem Prorektorat für Forschungsangelegenheiten mit Wirkung vom 27.09.1958 der Hochschulbibliothek ab Studienjahr 1959/1960 wieder dem Prorektorat für Forschungsangelegenheiten.

Aufnahme der ersten Kontakte mit den späteren Partnerhochschulen im Ausland.

Beginn der Forschungstätigkeit an der Hochschule.

Aufnahme der ersten Grundlagenforschungen am Institut für Fertigungstechnik, am Institut für Werkstoffkunde und Werkstoffprüfung und im Mathematischen Institut.

Aufnahme der ersten Grundlagenforschungen am Physikalischen Institut. Die Forschung erstreckte sich auf die Gebiete Metallphysik und Kurzzeitphysik.

Bildung einer Sektion Turnen innerhalb der Hochschulsportgemeinschaft.

 

 


 Datum:  Januar 1955

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Beginn mit den Projektierungsarbeiten für den ersten Neubau, dem Institut für Werkstoffkunde und Werkstoffprüfung.

 

 


 Datum:  Februar 1955

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Bildung der Abteilung Chemie am Institut für Werkstoffkunde und Werkstoffprüfung unter der Leitung von Dr. R. Leo (mit Wahrnehmung einer Professur beauftragt).

Der 1. Hochschulkarneval, eine seit dem traditionelle kulturelle Veranstaltung an der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg.

 

 


 Datum:  01.02.1955

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Eröffnung des neuen Frühjahrssemesters mit 270 neuen Studenten.

 

 


 Datum:  07.02.1955

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Bildung des Senats der Hochschule - Erste Sitzung. Dr Schrader eröffnete die Sitzung und gab die Zusammensetzung des Senats bekannt. Es wurde beschlossen, über die Zusammenarbeit mit der Fakultät in einer der nächsten Sitzungen eine Abgrenzung vorzunehmen. Grundsätzlich soll die Fakultät soviel Aufgaben wir möglich übernehmen. Der Senat wird dementsprechend in Abständen von 6-8 Wochen zusammentreffen.

 

 


 Datum:  Mai 1955

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Ergebnisse der ersten Haushalts-Revision. Zur Zeit besteht eine Fakultät für Grundlagen- und Ergänzungsfächer mit folgenden Instituten Mathematische Institut Institut für Technische Mechanik Physikalische Institut Institut für Maschinenelemente Institut für Maschinenkunde Institut für Mechanische Technologie Institut für Werkstoffkunde und Werkstoffprüfung. Außerdem bestehen die Abteilung für Gesellschaftswissenschaften, Abteilung für Sprachunterricht und Abteilung für Körpererziehung. Zur Durchführung des Unterrichts stehen zur Zeit an Hochschullehrer, Oberassistenten und Assistenten insgesamt 45 Lehrkräfte zur Verfügung, 1 Hörsaal mit 400 Plätzen und einen mit 300 Plätzen für zur Zeit 740 Studenten. An Seminarräumen sind 14 sowie 1. Physiklabor, 1 Chemielabor und 1 Übungsraum für Werkstoffkunde vorhanden. Im Lesesaal der Bibliothek stehen 30 Plätze zur Verfügung.

 

 


 Datum:  25.05.1955

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Erstes Hochschulsportfest im Stadion "Neue Welt" Magdeburg.

 

 


 Datum:  01.07.1955

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Von der Ingenieurschule am Krökentor wird das Kellergeschoß mit dem Maschinenlabor und Kesselhaus übernommen.

 

 


 Datum:  06.09.1955

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Feierliche Eröffnung des Studienjahres 1955/1956 - Immatrikulation 1955 von 240 Studenten.

Prof.Dr. Heinz Schrader wird offiziell in das Amt des Rektors der Hochschule eingeführt - Ernennung zum Rektor.

 

 


 Datum:  Dezember 1955

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

1955/1956 Bildung der Abteilung Buchhaltung in der Hochschulverwaltung.

1955/1956 Im Prorektorat für Studentenangelegenheiten existierten eine Zentrale Prüfstelle und eine Abteilung Berufspraktikum.

 

 


 Datum:  12.12.1955

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Gründung der Fakultät für Maschinenbau. Dekan: Dr.-Ing. Ernst Stumpp Prodekan: Dipl.-Ing. O. Wilhelm. Die erste Sitzung des Rates der Fakultät fand am 12.12.1955. Dieses Datum muß als Gründungsdatum der Fakultät angesehen werden, da die notwendigen Beratungen zur Vorbereitung dieser Neugründung noch in der Fakultät für Mathematik, Naturwissenschaften und Technische Grundwissenschaften gefaßt wurden. Vor der Gründung der Fakultät für Maschinenbau existierte sie als Gruppe Maschinenbau. In einer Sitzung des Rates der Fakultät für Maschinenbau am 31.05.1956 war Dr. Ernst Stumpp, Direktor des Instituts für Elektromotorische Antriebe, als erster Dekan der Fakultät gewählt. Bis dahin hat Dr. Stumpp als kommissarisch eingesetzter Dekan die Arbeit des Rates der Fakultät geleitet. Nach schwierigen Verhandlungen wurde im Laufe des Frühjahrssemesters 1956 einige Kollegen berufen, die den Aufbau neuer Institute an der Fakultät übernehmen sollten. Als die Hochschule im Herbstsemester 1956 mit der Ausbildung in der Oberstufe begann, existierten folgende Institute in der Fakultät für Maschinenbau: 1. Maschinenkunde (Ing. Hans Laute), 2. Maschinen- und Antriebselemente (Dipl.-Ing. Otto Wilhelm), 3. Getriebelehre (Dr.-Ing. Wolfgang Rößner), 4. Elektromotorische Antriebe (Dr.-Ing. Ernst Stumpp), 5. Strömungslehre (N.N.) , und folgende Fachrichtungen: 1. Wärmetechnik (Prof.Dipl.-Ing. Walter Herrmann), 2. Strömungsmaschinen (Dr.-Ing. Heinz Schrader), 3. Kolbenmaschinen (Dr.-Ing. Wolfgang Hinze), 4. Fördertechnik (N.N.), 5. Stahlbau (Prof.Dr.-Ing. Friedrich Kurth), 6. Chemischer Apparatebau (N.N.), 7. Ausrüstungen der Metallurgie (N.N.). Die Fachrichtungsinstitute begannen ihre Arbeit in der Oberstufenausbildung. Es gab schon die ersten Kontakte mit gleichartigen Industriezweigen. Es gelang schon damals den größten Teil der Studierenden für die Durchführung des Praktikums aber auch für einige Wochen in der vorlesungsfreien Zeit in den Magdeburger Betrieben unterzubringen. Der personelle Aufbau der Institute in der Fakultät war gut vorangeschritten. Im Herbstsemester 1957 waren in 12 Instituten 12 Professoren und Dozenten, 30 wissenschaftliche Assistenten und Mitarbeiter und 54 Fach- und Hilfskräfte tätig. Zu Beginn des Herbstsemesters 1958 übernahm Prof.Dr.-Ing. Friedrich Kurth, Direktor des Instituts für Statik und Stahlbau, das Amt des Dekans der Fakultät für die Amtsperiode 1958-1960. In seiner Amtsperiode ging es vor allem um den Auf- und Ausbau der Oberstufe. Die Fachdisziplinen mußten in enger Verbindung mit der Praxis aufgebaut werden. Bis 1959 wurden in den Instituten der Fakultät allein für Ausrüstungen 1,5 Mill. DM investiert. Die Entwicklung der Institute der Fakultät ermöglichte auch die ersten Erfolge in der Lehre, in der Zusammenarbeit mit der Industrie und bei den Aufgaben der Entwicklung und Forschung im Rahmen der vertretenen Fachgebiete des Maschinenbaues. Im Januar 1960 hatten 12 Institute der Fakultät mit 60 Betrieben, Zentralinstituten bzw. Entwicklungs- und Konstruktionsbüros der Industriezweige ständige Verbindung. Das wirkte sich aus in der Bearbeitung praxisverbundener Aufgaben in großen Belegen und Diplomarbeiten sowie in der Vertragsforschung, der Bearbeitung zentraler Standardisierungsthemen und der Ausarbeitung von Gutachten für die Betriebe. Die eigentliche und wichtigste Aufgaben der Hochschule und somit auch der Fakultät für Maschinenbau bestand darin, den Betrieben der Industrie gut ausgebildete Diplomingenieure zur Verfügung zu stellen; Diplomingenieure, die eine feste Grundlage in der Mathematik und in den Naturwissenschaften haben und die allgemeinen Ingenieurwissenschaften beherrschen. Vor allen Dingen müssen ihnen aber in ihren Fachrichtungen der tatsächliche Stand der Technik und darüber hinaus die Entwicklungseinrichtungen bekannt sein. Im Frühjahr 1959 konnten 174 Absolventen der fünf Fachrichtungen der Fakultät die Hochschule verlassen und im Frühjahr 1960 waren es 118 Absolventen. Diese jungen Diplomingenieure hatten in 117 Großen Belegen und 197 Diplomarbeiten Themen bearbeitet, die im direkten Zusammenhang mit Aufgaben der Industrie standen. Diese studentischen Arbeiten wurden den Betrieben zur Verfügung gestellt und bedeuteten für die Hilfe bei der Rekonstruktion der Betriebe und bei vorliegenden Entwicklungsaufgaben. Bis zum Frühjahr 1960 wurden 8 Forschungsthemen, 6 Vertragsforschungsthemen und 7 Standardisierungsthemen an den Instituten der Fakultät für Maschinenbau bearbeitet und über 40 Gutachten für die Industrie gegeben. Die Mitglieder des Rates der Fakultät wählten zu Beginn des Herbstsemesters 1960 Prof.Dipl.-Ing. Walter Herrmann, Direktor des Instituts für Wärmetechnik, zum Dekan der Fakultät für Maschinenbau. Zu Beginn dieser Amtsperiode gab es zwei wichtige Ereignisse für die Fakultät. Erstens, ab Herbstsemester 1960 wurden die Studenten der Hochschule nach Fachrichtungen immatrikuliert, und zweitens die größere Bedeutung war die Verleihung des Promotions- und Habilitationsrechtes an die Fakultät für Maschinenbau am 08.12.1960, denn damit fand die bisher geleistete wissenschaftliche Tätigkeit der Fakultät ihre Anerkennung. 1960 wurde an der Fakultät das Wissenschaftsgebiet "Baumaschinen" gebildet. Damit war die Hochschule die erste Lehr- und Forschungsstätte im Hochschulwesen der damaligen DDR auf dem speziellen Zweig des Maschinenbaues.

 

 


 Datum:  1956

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Gründung des Instituts für Strömungslehre. kommissarischer Direktor: Dr. Irrgang Ausbildungsbeginn am 01.09.1956. Dr. Irrgang wurde am 02.04.1908 geboren. Nach seinem Abitur 1927 studierte er an den Universitäten Breslau und Greifswald sowie an der TH Breslau Mathematik, Physik, Erdkunde und Philosophie und promovierte am 1933 in Breslau zum Dr.phil. mit einer mathematischen Arbeit über ein Variationsproblem und legte 1934 die pädagogische Staatsprüfung ab. Des weiteren nahm er an Segelflugschulen an einem Lehrgang für Flugphysik und Luftfahrttechnik in der Zeit zwischen 1934 und 1936 teil. Nach seiner Tätigkeit an verschiedenen Gymnasien und Realgymnasien als Studienassessor war I. von 1939 bis 1945 Aerodynamiker bei den Heinckel-Flugzeug-Werken Rostock und Wien. In dieser Zeit fertigte er eine Reihe wissenschaftlicher Arbeiten über Widerstandmessungen an Flugzeugrümpfen, Hochauftriebsmessungen an Tragflügeln mit Fowler- und Spatklappen, Profilmessungen an Flügeln u.a.m. an. Nach 1945 war I. Fachlehrer an der Großen Stadtschule Rostock und 1949 bis 1952 Dozent an der Arbeiter- und Bauernfakultät Rostock. 1953 wurde er an der Universität Rostock mit der Wahrnehmung einer Dozentur beauftragt. Nach Übergang der Technischen Fakultät für Luftfahrtwesen der Universität Rostock als Fakultät für Luftfahrtwesen an die TH Dresden wurde I. mit Wirkung vom 01.01.1954 als Dozent für das Fachgebiet Aerodynamik an der TH Dresden bestätigt. 1956 war I. Lehrbeauftragter für Strömungslehre an der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg und 1957 wurde er mit der Wahrnehmung einer Professur mit Lehrauftrag und der kommissarischen Leitung des Instituts für Strömungslehre beauftragt. I. promovierte 1966 zum Dr.-Ing. an der TU Dresden. In Ergänzung seiner Lehrtätigkeit erarbeitete I. die Abschnitte der Strömungsmechanik im Lehrbuch der chemischen Verfahrenstechnik (1. und 2. Auflage), die den Studenten eine sichere Grundlage für das Fachgebiet bieten. In einem Verfasserkollektiv beteiligt er sich an der Ausarbeitung praktischer Rechenaufgaben für Verfahrenstechniker. Hervorzuheben ist sein großer Einsatz für das Zustandekommen des Sommerkurses "Strömungslehre" im Jahre 1969.

Gründung des Instituts für Strömungsmaschinen. Zum Institutsdirektor wird Dr.-Ing. Heinz Schrader. Am 01.09.1956 wird eine Fachrichtung Strömungsmaschinen unter der Leitung von Dr. Schrader gebildet. Das Institut ist eines der ersten Neubauten der Hochschule, die errichtet wurden. Der Neubau wird im Herbst 1957 bezogen, der Einbau aller Einrichtungen war etwa 1958 abgeschlossen, womit für die systematische wissenschaftliche Arbeit die äußeren Voraussetzungen gegeben waren. Das 1. Ausrüstungsstück des Instituts ist eine Kreiselpumpe, ein Geschenk des damaligen Staatspräsidenten der DDR, Wilhelm Pieck im April 1956. Diese Kreiselpumpe stammt aus der Pumpenfabrik Odesse in Oschersleben, in dem Dr. Schrader selbst mehrere Jahre gearbeitet hatte. /Volksstimme MD 30.04.1954/ Der Ausbildungsbeginn war am 01.09.1956. Der Ausbildungsplan der Fachrichtung Strömungsmaschinen berücksichtigte, daß die Industrie Ingenieure benötigt, welche eine breite theoretische Grundausbildung sowie gute thermodynamische, strömungstechnische, konstruktive und meßtechnische Kenntnisse auf dem gewählten Spezialgebiet besitzen müssen. Diesem Ziel dienten die Lehrveranstaltungen des Instituts, die Fachvorlesungen, Seminare, Meßtechnische Praktika und konstruktive Übungen umfaßten. Durch den Aufbau des Instituts 1956 war die Ausbildung der Studierenden in den Grundlagen gesichert. Durch Lehraufträge hervorragender Praktiker wurde eine praxisverbundene Ausbildung erreicht. Der Schwerpunkt der Forschungs- und Entwicklungsarbeit lag im Institut auf den Gebieten der Kreiselpumpen, Kreiselverdichter und Föttinger-Organe. Das Institut hatte in Zusammenarbeit mit der Industrie Forschungsarbeiten durchgeführt. So wurde z.B. eine Lüfterreihe für den Schiffbau konstruiert und in Versuchsmustern erprobt. Ferner wurde das Institut für gutachterliche Tätigkeiten durch Industriebetriebe, Vertragsgericht und Patentamt herangezogen. Der engeren Verbindung zur Praxis diente eine Vortragsreihe über spezielle Probleme und Arbeitsergebnisse des Industriezweiges durch Fachkollegen aus der Industrie. Das Institut arbeitete mit der Forschungs- und Versuchsanstalt für Strömungsmaschinen in Dresden und mit dem Pumpen und Verdichter Halle-Leipzig eng zusammen. Darüber hinaus arbeitete es mit einer reihe von Betrieben durch Vermittlung von Absolventen, Überlassung von Diplomthemen, Mitarbeit an TGL-Vorschlägen, Begutachtung von Patentanmeldungen, u.s.w. zusammen.

Gründung des Instituts für Schweißtechnik. Zum gleichen Zeitpunkt wurde auch die Fachrichtung Schweißtechnik gebildet. Mit Wirkung vom 01.07.1956 wurde Prof.Dr.-Ing. Hans Neese zum Institutsdirektor und mit Wirkung vom 01.09.1956 zum Fachrichtungsleiter ernannt. Prof. Neese wurde am 15.12.1891 geboren. N. studierte Maschinenbau 1910-1916 an der TH Braunschweig sowie Chemie und Hüttenkunde an der TH Breslau, und kurze Assistentenzeit an der TH Breslau. 1921 promovierte N. an der TH Aachen, eine der ersten Promotionen auf dem Gebiet der Schweißtechnik. Als selbständiger schweißtechnischer Berater arbeitete er von 1924-1926. N. wurde 1926 Direktor in dem neugegründeten Institut für Schweißtechnik der TH Braunschweig. Durch die Berufung des Obersten Volkswirtschaftsrates der Sowjetunion war N. 1929-1933 als Berater für Schweißtechnik in Moskau tätig und hat großen Anteil am Aufbau der wissenschaftlichen Schweißtechnik in der Sowjetunion. 1930 wird er Professor für Schweißtechnik in Nishni-Nowogorod (Gorki). In der Zeit von 1933-1951 war N. in Deutschland bzw. der DDR als selbständiger schweißtechnischer Berater tätig und veröffentlichte umfangreiche schweißtechnische Literatur. 1951-1956 nahm er eine Tätigkeit im VEB Schwermaschinenbau Kirowwerk Leipzig an und arbeitete mit an der Einführung automatischer Schweißverfahren. 1956 wurde er an der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg berufen. Für seine Verdienste erhielt er einige Auszeichnungen: 1958 Verleihung der Otto-von-Guericke-Plakette; 06.12.1958 Verdienter Techniker des Volkes; 09.01.1959 Goldene Ehrennadel der Kammer der Technik und Ehrenmitgliedschaft; 13.02.1959 Goldene Ehrennadel der Gesellschaft zur Verbreitung wissenschaftlicher Kenntnisse und 16.12.1959 Ehrensenator der TH Otto von Guericke Magdeburg. N. ist der Altmeister der Schweißtechnik - weil er mit seiner Doktordissertation "Versuche über elektrische Lichtbogenschweißungen von Fußeisen und Grauguß" an der TH Aachen am 19.10.1922 die erste wissenschaftliche Arbeit auf diesem damals noch völlig neuen Fachgebiet geleistet hat. Vor allem trug er wesentlich dazu bei, daß die Schweißtechnik überhaupt erst in den Rang einer Wissenschaft erhoben und als solche recht bald allseitig anerkannt wurde. z.B. durch seine Elektrodenentwicklung oder auch mit der Entwicklung von neuen automatischen Schweißverfahren - dem Neese-Verfahren -. Die Hauptaufgaben des Instituts waren die Ausbildung von Diplomingenieuren der Fachrichtung Schweißtechnik und die Vermittlung schweißtechnischer Kenntnisse an Studierende anderer Fachrichtungen entsprechend den vorliegenden Bedürfnissen sowie die Lösung von Forschungsaufgaben im Zusammenhang mit der Lehre. Es war zuerst für eine ausreichende personelle Besetzung des Instituts zu sorgen. Die neuen Mitarbeiter mußten zudem die schwierige Aufgabe der Schaffung von Ausbildungsgrundlagen für ein völlig neues, an keiner deutschen Hochschule bisher praktiziertes Studium bewältigen. 1957 wurde im Institut eine Abteilung Fernstudium errichtet. Zwei Jahre später wurde das Institut in 3 Abteilungen aufgegliedert: 1. Schweißtechnische Konstruktion und Gestaltung (Leiter: Doz.Dipl.-Ing. Roland Müller), 2. Schweißtechnologie-Metallurgie (Leiter: Prof. Neese , 3. Plaste und Metallklebetechnik. Im Herbst 1956 wurde die Oberstufenausbildung mit 40 Studierenden aufgen

 

 


 Datum:  Januar 1956

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Gründung des Chemischen Instituts. Zum kommissarischen Direktor wurde am 01.07.1956 Dr.rer.nat. Horst Müller ernannt und am 01.01.1958 zum Direktor des Chemischen Instituts. Prof. Müller wurde am 20.12.1921 geboren. Der profilierte Wissenschaftler hatte in Jena studiert und kam am 01.01.1956 als Dozent an die Hochschule Magdeburg und mit dem Aufbau der Fachrichtung Chemisches Apparatewesen und Verfahrenstechnik und der Erarbeitung der ersten Fachstudienpläne beauftragt. Am 01.07.1956 wurde er zum Direktor des Chemischen Instituts ernannt. Zum Prorektor für wissenschaftliche Aspirantur wurde er am 01.11.1956 ernannt. Am 01.03.1957 wurde er zum Professor mit Lehrauftrag für das Fachgebiet Organische Chemie berufen.. M. ist beteiligt an der Erarbeitung und Einführung von 4 Varianten des Rahmenstudienplanes der Fachrichtung Chemie. In den ersten Jahren nach der Gründung der Hochschule wurde lediglich eine Vorlesung über Grundlagen der Chemie von einem Lehrbeauftragten gehalten. Als der erste Jahrgang Studierender seine Ausbildung in der Unterstufe fast abgeschlossen hatte, tauchte zum erstenmal die Absicht auf, für einige Fachrichtungen, besonders die für Chemischen Apparatebau und Verfahrenstechnik, eine umfassendere Ausbildung in Chemie durchzuführen. Daraufhin wurde am 01.01.1956 das Chemische Institut gegründet. Prof. Müller war Beauftragter des Rektors, zum Aufbau einer Fachrichtung Chemischen Apparatewesen und Verfahrenstechnik und zur Erarbeitung der ersten Fachstudienpläne. Er arbeitete an allen Studienplänen des Grundstudiums der ingenieurtechnischen Fachrichtungen mit. 1959 war er beteiligt an der Erarbeitung und Einführung von 4 Varianten des Rahmenstudienplanes der Fachrichtung Chemie unter besonderer Betonung ingenieurtechnischer Lehrveranstaltungen. Die personelle, räumliche und materielle Situation des Chemischen Instituts zu Beginn des Jahres 1956 war sehr bescheiden, da außer dem Institutsdirektor kein Fachpersonal, keine Räume und keinerlei chemische Ausrüstung vorhanden waren. Diese Lage verbesserte sich noch im gleichen Jahr. Ende 1956 nahmen 3 Assistenten, 1 Chemieingenieur, 2 Fachkräfte und 1. Sekretärin am Lehrbetrieb und dem materiellen Aufbau teil. Untergebracht war es im Institut für Werkstoffkunde. Die materielle Ausrüstung mit Chemikalien, Glasgeräten und einfachen Laborgeräten war bereits Mitte 1956 so weit gediehen, daß wissenschaftliche Untersuchungen und Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der präparativen organischen Chemie aufgenommen werden konnten. Die ersten Aufgaben des Chemischen Instituts waren, dem Ingenieur die notwendigen Kenntnisse für die Arbeit in der Chemischen Industrie zu vermitteln. Bereits im Frühjahrssemester 1956 übernahm das Chemische Institut die chemische Grundausbildung aller Ingenieure. Die Grundausbildung der Ingenieure in Chemie, die zunächst nur aus der Einführungsvorlesung bestand, wurde auf dringen einiger Fachrichtungen 1961 ergänzt. Der 1959 unternommene Versuch, ein im Studienplan vorgesehenes kurzes Chemisches Praktikum für alle Ingenieurstudenten durchzuführen, scheiterte aus Mangel an Laboratorien. Nach einem Fakultätsbeschluß vom 10.04.1959 stimmte das Staatssekretariat für Hoch- und Fachschulwesen der Gründung einer Fachrichtung Chemie zu. Zum kommissarischen Fachrichtungsleiter wurde am 01.09.1959 Prof. Müller ernannt und am 20.02.1960 zum Fachrichtungsleiter. Im Studienjahr 1959/1960 wurden daraufhin zunächst 10, ab 1961 25 Chemiestudenten immatrikuliert. Im Juli 1960 trat an das Chemische Institut die Frage heran, ob es im Rahmen der vorklinischen Ausbildung erforderliche Unterrichtung der Studierenden der Medizinischen Akademie Magdeburg im Fach Chemie zusätzlich übernehmen könnte (ab Sommersemester 1962 durchgeführt). 1959 wurde das Institut zur Abgrenzung des Lehrbetriebes für die Grundausbildung gegenüber dem für die Fachrichtungen in zwei Abteilungen geteilt: 1. Abteilung für anorganische und analytische Chemie (Leiter ab 01.01.1960: Dr.rer.nat. Karl-Heinz Thiele) 2. Abteilung für organische und organisch-technische Chemie (Leiter: Prof. Horst Müller). Diese Teilung wurde schon auf der Senatssitzung der Hochschule am 31.10.1956 bestätigt und am 10.01.1957 vom Staatssekretariat für Hoch- und Fachschulwesen genehmigt./C 361/ Am 26.04.1961 kam noch die Abteilung für physikalische Chemie (Leiter: Dr.rer.nat. Helmut Schuhmann) hinzu. Das Chemische Institut unterrichtete im Semester 1956 in 4 bis 5 Lehrveranstaltungen nur 250 Studierende in der Grundausbildung und etwa 45 Studierende der Fachrichtungen. Im Juni 1956 begann das Chemische Institut mit der Forschungstätigkeit. Dem Chemischen Institut wurden zu Anfang zwei Forschungsaufträge erteilt, die am 31.12.1957 abgeschlossen werden konnten. Das Chemische Institut bearbeitete bis 1961 dann noch mehrere Aufträge. Am 23.02.1961 wurde eine Forschungsgemeinschaft gegründet, die aus dem Chemischen Institut und dem Dederonbetrieb des Chemiefaserwerkes Premnitz bestand. Seit 1961 bildete das Chemische Institut auch einige Laborlehrlinge aus. Prof. Müller übernahm 1960 die fachliche Beratung und war verantwortlich für die Korrektur des Abschnittes "Chemie 2" im Buch "Grundwissen des Ingenieurs" und 1960 schrieb er das Drehbuch zum Lehrfilm "Substitutionsreaktionen am quartären Kohlenstoffatom".

 

 


 Datum:  27.01.1956

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Gründung der Arbeitsgemeinschaft "Geschichte der Technik" Magdeburg. Prof.Dr.phil.habil. Kauffeldt arbeitet in der Arbeitsgemeinschaft mit.

 

 


 Datum:  02.02.1956

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Gründung des Instituts für Getriebelehre. Direktor ist Dr.-Ing. Rößner.

 

 


 Datum:  09.02.1956

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Gründung des Frauenausschusses an der Hochschule. Erste Sitzung fand am 10.02.1956 statt.

 

 


 Datum:  März 1956

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Das neugegründete Studenten-Hochschulorchester tritt anläßlich der FDJ-Delegiertenkonferenz unter der Leitung von Kapellmeister R. Brink im Jugendclubhaus "Karl Liebknecht" Magdeburg erstmalig auf.

Das Gebäude des Instituts für Werkstoffkunde und Werkstoffprüfung in der Großen Steinernen-Tischstraße, in dem zunächst auch andere Institute untergebracht wurden, ist errichtet und konnte bezogen werden.

Frühjahrssemester 1956 Chemische Institut übernahm die chemische Grundausbildung aller Ingenieure. Die Grundausbildung der Ingenieure in Chemie, die zunächst nur aus der Einführungsvorlesung bestand, wurde auf dringen einiger Fachrichtungen 1961 ergänzt. Das Chemische Institut unterrichtete im Semester 1956 in 4 bis 5 Lehrveranstaltungen nur 250 Studierende in der Grundausbildung und etwa 45 Studierende der Fachrichtungen.

 

 


 Datum:  01.03.1956

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Die Hochschule übernimmt das Gebäude in der Falkenbergstraße 11. Es entstehen dort 4 Zeichenräume, außerdem werden das Institut für Maschinenelemente und die Aufbauleitung dort untergebracht.

Umbenennung des Instituts für Betriebsökonomie in "Institut für Ökonomie des Maschinenbaues". Kommissarischer Direktor wird mit Wirkung vom 01.07.1956 Dr. Liebmann.

 

 


 Datum:  21.04.1956

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Erste Ausrüstungsstück des Instituts für Strömungsmaschinen ist eine "Kreiselpumpe". Ein Geschenk des Staatspräsidenten Wilhelm Pieck an die Hochschule anläßlich des 10. Jahrestages der SED.

 

 


 Datum:  02.05.1956

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Das Staatssekretariat für Hoch- und Fachschulwesen erteilt der Hochschule im Einzelfall das Recht zur Durchführung von Promotionen.

 

 


 Datum:  16.05.1956

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Grundsteinlegung für den Neubau der Hochschule durch den Minister für Schwermaschinenbau H. Grosse auf einem 24 ha großen Gelände des Magdeburger Stadtzentrums. Umfangreiche Enttrümmerungsarbeiten zur Beseitigung der am 16.01.1945 bei einem Angriff von 371 Flugzeugen der britischen Royal Air Force entstandenen Kriegszerstörungen begleiten das Aufbaugeschehen. Es entstehen die ersten Gebäude für die Institute Strömungsmaschinen, Kolbenmaschinen, Schweißtechnik, Elektrotechnik, Technische Mechanik, Statik, Wärmetechnik, Getriebelehre, u.a.

Baubeginn des Institutsgebäudes für Strömungsmaschinen und Kolbenmaschinen.

 

 


 Datum:  23.05.1956

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

2. Hochschulsportfest an der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg.

 

 


 Datum:  26.05.1956

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Um eine ständige ärztliche Betreuung der Studenten und Mitarbeiter zu sichern, beantragt der Rektor, Dr. Schrader, mit dem Schreiben vom 26.05.1956 an den Oberbürgermeister der Stadt Magdeburg, die Einrichtung einer Schwestern-Sanitätsstube sowie eine Teilstelle für die Betreuung eines Arztes.

 

 


 Datum:  Juni 1956

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Beginn der Forschungstätigkeit am Chemischen Institut. Dem Chemischen Institut wurden zwei staatliche Forschungsaufträge erteilt und zur Bearbeitung übernommen. Abgeschlossen am 31.12.1957.

 

 


 Datum:  01.06.1956

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Gründung des Instituts für Festigkeits- und Schwingungslehre. Direktor: Prof.Dr.-Ing. Göcke (Professur 1957). 1957 Gründung der Fachrichtung Angewandte Mechanik. Prof. Göcke wurde am 26.12.1912 geboren. Nach seinem Studium 1936 an der Universität Berlin und an der TH Berlin-Charlottenburg arbeitete er für kurze Zeit als Honorarassistent in Berlin. Anschließend war er als Lehrer für Mathematik und Physik an der Heeres-Feuerwerker-Schule in Berlin tätig. Später nahm er eine Tätigkeit in der Industrie auf. Nach 1945 arbeitete G. im Bereich der Volksbildung und war u.a. Direktor der Abend-Oberschule Rostock. Im Jan. 1953 wurde er als Wahrnehmungsdozent an die Luftfahrt-Fakultät nach Rostock berufen und nach deren Verlegung nach Dresden mit der Wahrnehmung einer Professur für die Fachrichtung Schwingungstechnik beauftragt. Seit 1955 war G. Lehrbeauftragter an der Hochschule Magdeburg. Im Dez. 1956 promovierte G. an der TH Dresden zum Dr.-Ing. 1957 wurde G. an die Hochschule Magdeburg als Professor mit Lehrauftrag für Festigkeits- und Schwingungslehre berufen. Hier wurde er zum Direktor des Instituts für Festigkeits- und Schwingungslehre ernannt. Er verwendete viel Mühe auf die Entwicklung der Grundlagen- und Spezialvorlesungen. Sein pädagogisches Geschick ließ ihn bei den Studenten Einklang finden. G. erwarb sich hohe Verdienste bei der unmittelbaren Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die industrielle Praxis. Er war Initiator der Gründung der Fachrichtung Angewandte Mechanik (erstmalige Gründung dieser Fachrichtung an einer Hochschule der damaligen DDR).

Mitte 1956 Bau einer Kurzwellen-Station Y 39 ZG durch die Grundorganisation der Gesellschaft für Sport und Technik der Hochschule. Diese Station wurde am 26.11.1956 durch die Deutsche Post abgenommen.

 

 


 Datum:  04.06.1956

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Gründung der Fakultät für Technologie des Maschinenbaues. Dekan: Prof.Dr.phil. Ernst Schiebold Prodekan: Prof. Liebmann. Der stetige Ausbau der Hochschule führte dazu, diese Fakultät zu gründen, besonders im Hinblick auf die rasch wachsende Zahl der Lehrkörper sowie in Angleichung an die Struktur der TH Dresden. Die konstituierende Sitzung der Fakultät für Technologie des Maschinenbaues fand am 04.06.1956 statt. Folgende Institute gingen in diese Fakultät über: - Werkstoffkunde und Werkstoffprüfung - Ökonomie des Maschinenbaus - Fertigungstechnik und betriebliches Meßwesen - Schweißtechnik - Chemischer Apparatebau - Verfahrenstechnik.

 

 


 Datum:  Juli 1956

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Sommer 1956 Gründung der Fachrichtung Wärmetechnik

Sommer 1956 Durchführung des ersten Ökonomischen Praktikums der Hochschule Es diente dazu, den Studierenden nach einer kurzen Einführung in die Ökonomie des Maschinenbaues Kenntnisse von den praktischen Wirtschaftsaufgaben der Betriebe zu vermitteln.

 

 


 Datum:  01.07.1956

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Gründung des Instituts für Wärmetechnik. Direktor: Prof. Dipl.-Ing. Herrmann. Prof. Herrmann wurde am 20.09.1910 geboren. 1930 nahm H. das Studium des Maschinenbaus an der TH Dresden auf, welches er im Febr. 1937 abschloss. Nach mehrjähriger Tätigkeit als Versuchsingenieur im Kraftwerk Böhlen wurde H. ab Jan. 1939 in die Hauptverwaltung der AG Sächsische Werke nach Dresden versetzt. Auf Grund seiner guten Kenntnisse auf allen wärme- und versuchstechnischen Gebieten des Kraftwerkes war H. beim Aufbau des Kraftwerkes Espenhain beteiligt. Nach Zerschlagung des Faschismus setzte H. seine ganze Kraft für den Wiederaufbau der Energieversorgung des Landes ein. Dez. 1945 erhielt er von der SMAD den Auftrag, die Rekonstruktion von Kesselanlagen durchzuführen. Im Mai 1953 beginnt H. eine Tätigkeit im Zentralen Konstruktionsbüro Dampferzeuger Berlin. Als einen der profiliertesten Fachleute des Dampferzeugerbaus der DDR übertrug man H. 1954/1955 die Leitung des Aufbaus und der Inbetriebnahme des Kraftwerkes Berente in Ungarn. Auf Grund seiner Verdienste und seiner langjährigen Berufserfahrungen auf kraftwerkstechnischen Gebiet wurde H. im Juli 1956 an die Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg berufen und mit dem Aufbau des Instituts für Wärmetechnik beauftragt. 1962 setzte man H. als Leiter der Expertengruppe zur Stabilisierung des Grosskraftwerkes Lübbenau ein. H. war Initiator der 1964 erstmals durchgeführten wärmetechnischen Kolloquien. 1968 wurde er 1. Direktor der Sektion Apparate- und Anlagenbau der THMD. Eine besonders hohe Auszeichnung seines wissenschaftlichen Lebenswerkes erfuhr H. durch die Verleihung der Ehrendoktorwürde der TU Dresden am 16.01.1976.

 

 


 Datum:  02.07.1956

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Prof. Schiebold, Direktor des Instituts für Werkstoffkunde und Werkstoffprüfung beantragt die Bildung einer Fachrichtung Werkstoffkunde; die Zustimmung des Senats erfolgt am 31.10.1956.

 

 


 Datum:  19.08.1956

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Arbeitstagung der Seminargruppenfunktionäre der Hochschule und der Hochschule Karl - Marx - Stadt in der Fachschule Wildau vom 19. bis 25.08.1956.

 

 


 Datum:  30.08.1956

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Prof.Dr.-Ing. Hans Neese wird zum Mitglied des Arbeitskreises Schweißtechnik durch das Ministerium für Schwermaschinenbau berufen.

 

 


 Datum:  September 1956

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Gründung der Fachrichtung Chemie am Chemischen Institut. Leiter: Prof. Horst Müller.

Gründung des Instituts für Verfahrenstechnik und Chemischer Apparatebau. Direktor: Prof.Dipl.-Ing. Heckmann (Professur 1957). 08.10.1956 Erste Vorlesung am Institut. Herbst 1956 Gründung der Fachrichtung Chemischer Apparatebau und Verfahrenstechnik. 01.09.1958 Institut wird in zwei selbständige Institute geteilt: - Institut für Chemischer Apparatebau - Institut für Verfahrenstechnik. Am 24.05.1902 wurde Carl Justus Heckmann in einer Familie geboren, die seit 1610 in 5 Generationen 15 Kupferschmiedemeister hervorbrachte. Nach seinem Studium an der TH Stuttgart und TH Breslau weilte H. in Frankreich, London, in den Vereinigten Staaten und in Kanada, um seine Sprachkenntnisse zu vertiefen. Ab Okt. 1928 war er in dem Heckmann-Betrieb für chemischen Apparatebau tätig und zwar zunächst im Konstruktionsbüro Berlin. Dort spezialisierte er sich zunächst noch in Apparatekonstruktion und Anlagen. 1933 siedelte H. zum Hauptwerk und Fertigungsstätte Breslau über, wo er nacheinander in Konstruktionsabwicklung, Projektierung und technischer Entwicklung tätig war. Nach der Aussiedlung des Betriebes nach Pirna, baute H. 1945 die Firma in Nerchau bei Grimma wieder auf. 1951 siedelte H. mit dem Projektierungsbüro und Entwicklungslabor nach Leipzig über, wo er als maßgebender und leitender Projektierungsingenieur und gleichzeitig Mitinhaber und Geschäftsführer der Firma tätig war. 1956 kam er an die Hochschule Magdeburg und baute das Institut für Chemischen Apparatebau und Verfahrenstechnik auf. Er erarbeitete sein eigens Profil der Lehrveranstaltungen, da ihm besonders daran lag, neben der verfahrenstechnischen auch die ingenieurtechnisch-konstruktive Ausbildung zu fördern und die Profilierung von kompletten Anlagen mit einzubeziehen. H. arbeitete in der Expertengruppe des Forschungsrates der DDR mit. H. ist ein international anerkannter Fachmann, der durch seine langjährige Tätigkeit auf dem Gebiet des Chemischen Apparatewesens und durch zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen in der Fachwelt ein hohes Ansehen genießt. Für seine Verdienste wurde H. 1962 als "Verdienter Techniker des Volkes" und 1971 mit der Ehrendoktorwürde der TU Budapest ausgezeichnet.

Gründung der Fachrichtung Fertigungstechnik am Institut für Fertigungstechnik und betriebliches Meßwesen.

 

 


 Datum:  01.09.1956

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Bildung der Fachrichtung Strömungsmaschinen unter der Leitung von Dr. Schrader.

Ausbildungsbeginn am Institut für Strömungsmaschinen.

Ausbildungsbeginn am Institut für Strömungslehre.

Gründung des Instituts für Fördertechnik. Der Lehrbetrieb war im Herbstsemester 1956 durch einen Oberassistenten und einen Assistenten aufgenommen. Der Mangel an Diplomingenieuren war auf diesem Fachgebiet besonders groß. Ein Hochschulinstitut für die gesamte Fördertechnik war neben der TH Dresden nur noch an der Hochschule in Magdeburg vorhanden. Neben der Lehrtätigkeit war am Institut an wissenschaftlichen und technischen Problemen für die Industrie und an Publikationen gearbeitet. Im Jahr 1957 kam Prof.Dr.-Ing. Jiri Pajer (Prag) als Gastprofessor an die Hochschule. Prof. Pajer wurde am 24.04.1907 geboren. 1924 bis 1929 studierte er an der TH Prag das Fachgebiet Maschinenbau. Im Jahre 1935 schloss er seine Promotion und 1938 seine Habilitation an der TU Prag ab, wo er auch als Gastdozent wirkte. Nach seinem Studium 1929 bis 1952 war er in der Maschinenfabrik CKD Prag als Konstrukteur und später als Chefkonstrukteur im Konstruktionsbüro für Krane, Bagger und Förderanlagen tätig. Juni 1952-Okt. 1959 arbeitete Pajer als Hauptkonstrukteur auf der VVB des Ministeriums für Schwermaschinenbau in Prag. In dieser Funktion sorgte er für die technische Entwicklung auf dem Gebiet der Fördertechnik in der CSR. 1957 wurde er an die Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg berufen. Pajer gehörte auf dem Gebiet der Fördertechnik zu den wenigen Fachleuten, die das gesamte Gebiet hinsichtlich des mechanischen Teiles und des Einsatzes der Geräte wissenschaftlich beherrschen. Pajer war der erste Ordinarius für Fördertechnik in Magdeburg (Inhaber eines ordentlichen Lehrstuhls).Seit 1932 hat Pajer eine Reihe wissenschaftlicher Arbeiten in den tschechischen und deutschen Zeitschriften (z.B. Wasserkraft und –wirtschaft, Zeitschrift für angewandte Mathematik und Mechanik) veröffentlicht. Große Verdienste hat er sich als maßgeblicher Autor der Buchreihe "Fördertechnik" erworben, die er noch bis in die 90er Jahre betreut hat. Prof. Pajer gehört auf dem Gebiet der Fördertechnik zu den wenigen Fachleuten, die das gesamte Gebiet hinsichtlich des mechanischen Teiles und hinsichtlich des Einsatzes der Geräte wissenschaftlich beherrschten. Zusammen mit dem Doz.Dipl.-Ing. Heinrich-Hermann von der Ohe und den Assistenten sowie mit anderen Mitarbeitern des Instituts war mit Unterstützung von Prof.Dr.-Ing. Friedrich Kurth der Auf- und Ausbau des Instituts für Fördertechnik vorgenommen. Die ersten Jahre müssen als Entwicklungsstufe und Aufbauzeit bezeichnet werden. Das Institut widmet sich zu Anfang ganz der pädagogischen Tätigkeit, wie Durcharbeitung des Vorlesungsstoffes, Vorbereitung der Aufgaben für die Seminarübungen, Herausgabe der Vorlesungstexte und der Beschaffung von Lehrmitteln. Die Fördertechnik stellte ein außerordentlich breites und mannigfaltiges Fachgebiet dar. Anfang 1957 ist die Fachrichtung Fördertechnik gebildet und am 01.06.1956 Prof. Kurth zum Fachrichtungsleiter ernannt wurden. Sie bestand auch aus den Instituten für Statik und Stahlbau und für Baumaschinen. Die Fachrichtung entsprach den neuen Forderungen nach einer nicht zu engen Spezialisierung. Die Studierenden lösten bei der Konstruktion von Fördergeräten zahlreiche Aufgaben, die eine praktische Anwendung der Technischen Grundwissenschaften bedeuteten. Das Ziel der Ausbildung bestand darin, die Studierenden zum Erkennen technischer Probleme zu führen und ihnen Wege zu einer selbständigen Lösung zu zeigen. Die Absolventen konnten sich daher in den Betrieben auch auf verwandte Fachgebiete spezialisieren. Dieser Fachrichtung gehörten folgende Institute an: Institut für Fördertechnik, Institut für Statik und Stahlbau und Institut für Baumaschinen. Die Studierenden konnten in folgenden Ausbildungsrichtungen ausgebildet werden: Förderwesen, Stahlbau in der Fördertechnik und im Industriebau, Maschinenwesen für Tagebaugeräte und Schachtfördermaschinen, Baumaschinen. Die Lehrveranstaltungen des Instituts befaßten sich mit der Gesamtordnung der Fördergeräte, mit ihrem Einsatz, Bau und Betrieb und ausführlich mit der Konstruktion und Theorie ihres mechanischen Teiles. Im Jahre 1959 waren es 37 Studierende, die am Institut ihre Diplomarbeit abgeschlossen haben. Viele Anfragen aus der Industrie führten zu Aufgabenstellungen für Große Belege oder Diplomarbeiten. Von einigen Studierenden der Fachrichtung Fördertechnik wurden im Rahmen des Großen Beleges Forschungsthemen der Industrie bearbeitet. Hierdurch konnte oft den Betrieben eine Hilfe gegeben werden, die selbst keine Ingenieure auf diesem Gebiet hatten. Die Forschungstätigkeit des Instituts wurde vorwiegend auf theoretische Aufgaben beschränkt, weil noch kein Laboratorium vorhanden war. Trotzdem wurden schon mit der vorhandenen Meßapparatur Messungen für die Betriebe und Messungen an kleinen Modellen durchgeführt. Mit der Messung und mit den Versuchen an Krane und Hebzeugen wurde Anfang des Studienjahres 1958/1959 begonnen. Auf dem Gebiete der theoretischen Forschung wurde in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut der Lenin-Werke in der CSFR der Vorschlag auf ein einheitliches Verfahren zur Bestimmung der Schnittwiderstände an Schaufelräder bearbeitet. Am 19.03.1958 ernannte der Senat der Hochschule Dr.-Ing.e.h. Otto Zimmermann in Würdigung seiner Verdienste um die Entwicklung der Tagebau-Großgeräte zum Ehrensenator der Hochschule. Um den Mangel an Lehrbüchern abzuhelfen, bereitete das Institut 1958 die Herausgabe einer Vorlesungsnachschrift in Form von Umdruckblättern für das Fachgebiet "Seilbahnen, Tagebaugeräte und Stetigförderer" vor. 1960 begonnen Prof. Pajer, Prof. Kurth und Doz.Dipl.-Ing. von der Ohe ein umfangreiches wissenschaftliches Lehrbuch der Fördertechnik zu erarbeiten. Dieses Lehrbuch sollte die wichtigsten Forschungsergebnisse und die neuesten Konstruktionen des ganzen breiten Fachgebietes enthalten und für den Bedarf der Praxis dienen (erschienen ca 1962/1963).

 

 


 Datum:  18.09.1956

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Rektoratsübergabe an Prof.Dr.habil. Ernst-Joachim Gießmann. Prof. Gießmann wurde am 12.02.1919 geboren. Er studierte an der Humboldt-Universität Berlin die Fächer Mathematik und Physik mit Ergänzung Maschinenbau. Promovierte später zum Dr.-Ing. Nach dem Krieg begann er in Oranienburg mit der Ausbildung von Neulehrern für die Fächer Physik und Mathematik. Weitere Etappen von G.: Lehrer und Direktor der Oberschule Oranienburg; Direktor der Oberschule Frankfurt/Oder; im Ministerium für Volksbildung des Landes Brandenburg verantwortlich für die Entwicklung der Volkshochschulen; Abteilungsleiter für Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen beim gleichen Ministerium; im Ministerium für Schwerindustrie in Berlin verantwortlich für die metallurgische Forschung in der DDR; Oberassistent, Dozent und später Prorektor für Studienangelegenheiten an der Pädagogischen Hochschule Potsdam; Direktor des Physikalischen Instituts und Dekan der Naturwissenschaftlichen Fakultät an der Hochschule Magdeburg.

Immatrikulation von 287 Studierende.

 

 


 Datum:  Oktober 1956

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Nach dem Grundstudium beginnen 10 Studenten und eine Studentin das Hauptstudium in der Fachrichtung Werkstoffkunde und Werkstoffprüfung, das sie nach 6jähriger Studienzeit im Sommer 1959 erfolgreich abschließen.

Herbst 1956 Gründung des Instituts für Stahlbau. kommissarischer Direktor: Dr.-Ing. Friedrich Kurth. 01.09.1956 Ausbildungsbeginn am Institut für Stahlbau. Prof. Kurth wurde am 04.05.1911 geboren. Er studierte an der TH Dresden und 1938 erfolgte seine Promotion an der TH Dresden. Nach Ablegung seiner Diplomprüfung war er ca 15 Jahre als Statiker in der Projektierung, Berechnung, Konstruktion und Montage von Stahlbauten mit Erfolg beschäftigt und hat sich umfangreiches Wissen sowie Erfahrungen der Praxis angeeignet. 1950 begann K. seine Arbeit als Dozent für Statik und Stahlkonstruktion an der Fachschule für Schwermaschinenbau in Rosswein. Neben seiner Lehrtätigkeit verfasste er in dieser Zeit Lehrbriefe für das Fernstudium der Ingenieurschule und verfaßte 1955 das erste Stahlbau-Lehrbuch der DDR. 1955 begann K. an der Hochschule Magdeburg seine Tätigkeit zunächst mit der Übernahme der kommissarischen Leitung des Instituts für Technische Mechanik. 1956 wurde K. mit dem Aufbau des Instituts für Statik und Stahlbau beauftragt. Zum besonderen Verdienst gehört auch seine Initiative zur Schaffung des Instituts für Baumaschinen, wodurch er an der Hochschule die wissenschaftlichen Voraussetzungen in Lehre und Forschung für die Entwicklung der Mechanisierung und Automatisierung der Bauindustrie geschaffen hat. In Anerkennung seiner wissenschaftlichen Verdienste wurde K. im Dez. 1959 der Ehrentitel "Verdienter Techniker des Volkes verliehen und am 07.10.1964 erhielt er den "Vaterländischen Verdienstorden in Bronze". 1958 wurde das Institut umbenannt in "Institut für Statik und Stahlbau".

Herbst 1956 Gründung der Fachrichtung Werkstoffkunde am Institut für Werkstoffkunde und Werkstoffprüfung.

Herbst 1956 Am Institut für Werkstoffkunde und Werkstoffprüfung bestehen folgende Abteilungen: - Metallphysik, Leiter: Prof. Schiebold, Dr. G. Freyer - Mechanische Werkstoffprüfung - Metallographische Werkstoffprüfung - Zerstörungsfreie Werkstoffprüfung, Leiter: Dr. G. Freyer.

Herbst 1956 Gründung der Fachrichtung Chemischer Apparatebau und Verfahrenstechnik am Institut für Chemischer Apparatebau und Verfahrenstechnik. Leiter: Prof. Heckmann

Herbst 1956 Beginn der Ausbildung in der Fachrichtung "Theoretische und Angewandte Mechanik" am Institut für Technische Mechanik

Herbst 1956 Beginn der Spezialausbildung der Studenten des 1. Matrikels (1953)

Herbst 1956 Aufnahme der Oberstufenausbildung am Institut für Schweißtechnik mit 40 Studierenden.

Herbstsemester 1956 Als die Hochschule im Studienjahr 1956/1957 erstmalig mit der Ausbildung in der Unter- und Oberstufe begann, existierten folgende Institute in der Fakultät für Maschinenbau: 1. Maschinenkunde (Ing. Hans Laute), 2. Maschinen- und Antriebselemente (Dipl.-Ing. Otto Wilhelm), 3. Getriebelehre (Dr.-Ing. Wolfgang Rößner), 4. Elektromotorische Antriebe (Dr.-Ing. Ernst Stumpp), 5. Strömungslehre (N.N.) , und folgende Fachrichtungen: 1. Wärmetechnik (Prof.Dipl.-Ing. Walter Herrmann), 2. Strömungsmaschinen (Dr.-Ing. Heinz Schrader), 3. Kolbenmaschinen (Dr.-Ing. Wolfgang Hinze), 4. Fördertechnik (N.N.), 5. Stahlbau (Prof.Dr.-Ing. Friedrich Kurth), 6. Chemischer Apparatebau (N.N.), 7. Ausrüstungen der Metallurgie (N.N.).

Herbstsemester 1956 Erste fachspezifische Lehrveranstaltungen der Fachrichtungen Chemischer Apparatebau und Wärmetechnik (Oberstufenausbildung).

Herbstsemester 1956 Beginn der Oberstufenausbildung am Institut für Fertigungstechnik und betriebliches Meßwesen.

Studienjahr 1956/1957 Prorektorat für Forschungsangelegenheiten und Zusammenarbeit wird umbenannt in "Prorektorat für Forschungsangelegenheiten".

Studienjahr 1956/1957 Immatrikulation der ersten ausländischen Studenten.

 

 


 Datum:  08.10.1956

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Erste Vorlesung am Institut für Verfahrenstechnik und Chemischer Apparatebau.

 

 


 Datum:  01.11.1956

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Prof. Otto Wilhlem erhält für seine Verdienste die Auszeichnung "Verdienter Techniker des Volkes".

 

 


 Datum:  07.11.1956

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Erste Kolloquium des Mathematischen Instituts über "Probleme der statistischen Qualitätskontrolle".

Erste Industrietagung der Hochschule. Veranstaltet von der Fakultät für Maschinenbau.

 

 


 Datum:  01.12.1956

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Vertrag über Zusammenarbeit zwischen der Fachrichtung Wärmetechnik der Hochschule und der Abteilung Kesselbau des Schwermaschinenbau "Karl Liebknecht" Magdeburg.

 

 


 Datum:  05.12.1956

 

 

 Aus der Geschichte der Hochschule für Schwermaschinenbau Magdeburg

Die Senatssitzung befaßte sich in ihrer Sitzung u.a. mit: Stand des Aufbaus und der Entwicklung der Hochschulen im Bereich des Ministeriums für Schwermaschinenbau.