Datum:  01.04.1951

 

 

Berlin erhält in finanzieller Hinsicht den Status eines Bundeslandes. Einnahmen aus Zöllen und Steuern sowie Ausgaben für Sozialleistungen und Besatzungslasten werden im gleichen Maß wie auch für andere Länder vom Bund übernommen. (25, S. 62)

 

Nach heftigen Debatten tritt in Schleswig-Holstein als erstem Bundesland ein endgültiges »Entnazifizierungsabschlußgesetz« in Kraft. (25, S. 62)

 

Die Deutsche Journalisten-Union in der IG Druck und Papier wird in Düsseldorf gegründet. (25, S. 62)

 

9 492 657 Rundfunkteilnehmer, d. h. Gebührenzahler, werden im Bundesgebiet registriert. Die Zahl ist damit in einem Jahr um 1 766 052 gestiegen. (25, S. 62)

 

Gustav Heinemann, 1949 bis 1950 Bundesinnenminister, eröffnet in Hamburg die dritte Synode der evangelischen Kirche in Deutschland. Heinemann ist Präses der Synode. (25, S. 62)

 


Datum:  02.04.1951

 

 

15 jugendliche Demonstranten verschanzen sich auf Helgoland in einem Flakturm, um erneut gegen die Bombardierung der Insel zu Übungszwecken zu protestieren. Britische und deutsche Polizisten nehmen die Jugendlichen fest. (25, S. 62)

 

Der Deutsche Frauenring wird auf der Dreijahreskonferenz des International Council of Women (ICW) in Athen als vollberechtigtes Mitglied in den ICW aufgenommen. (25, S. 62)

 


Datum:  03.04.1951

 

 

Die drei westlichen Hochkommissare unterzeichnen ein Abkommen über die »Aufhebung gewisser Beschränkungen für die deutsche Industrie«. Die darin vorgesehenen Produktionserleichterungen betreffen vor allem den Schiffbau, synthetische Treibstoffe, synthetisches Ammoniak, Chlor und Styrol. Darüber hinaus wird eine zusätzliche Stahlerzeugung gestattet. (25, S. 62)

 

6000 Fischer und Besatzungsmitglieder von 1600 Kuttern an der Nord- und Ostseeküste Schleswig-Holsteins treten in einen Streik. Sie protestieren dagegen, daß nach dem Wegfall der Vorzugspreise für Fischerei und Landwirtschaft der Treibstoff um rund 100% teurer geworden ist. (25, S. 62)

 


Datum:  04.04.1951

 

 

Die diplomatischen Vertreter des Vatikans, der Schweiz, Luxemburgs, Schwedens, Indiens, der Niederlande und Portugals überreichen Bundespräsident Theodor Heuss in der Bonner Villa Hammerschmidt ihre Beglaubigungsschreiben. (25, S. 62)

 

»Gegen die Remilitarisierung« demonstrieren 500 bis 700 Frauen vor dem Bundeshaus in Bonn. Im Verlauf der Protestkundgebung kommt es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei, die die Personalien einiger Frauen feststellt. (25, S. 62)

 


Datum:  05.04.1951

 

 

Der Vertrag über eine vierwöchige Amerikareise der Fußballmannschaft von Eintracht Frankfurt ist perfekt. Neben Vergleichswettkämpfen sollen die bundesdeutschen Kicker Land und Leute kennenlernen. Allerdings nicht zu intensiv: Eine Vertragsklausel verbietet den Fußballern ausdrücklich während ihrer USA-Reise die Heirat mit Amerikanerinnen. (25, S. 62)

 


Datum:  08.04.1951

 

 

Kruppdirektor Dr. Hardach kündigt an, daß die Kruppwerke als »ausgesprochener Friedensbetrieb« aufgebaut werden. An Rüstungsaufträgen bestünde kein Interesse. (25, S. 62)

 

Die Landeszentralbank von Bayern setzt neue 2-DM-Münzen in Umlauf. Die Geldstücke haben einen Durchmesser von 25,5 mm und wiegen 7 g. Die Wertseite zeigt die Ziffer Zwei, eingerahmt von je einer Weintraube mit Blatt und zwei Ähren, die Rückseite den Bundesadler. Die Münze, die von der Bevölkerung wegen ihrer Ähnlichkeit mit der 1-DM-Münze kritisiert wird, setzt sich nicht durch. (25, S. 62)

 

Im Ludwigshafener Rheinstadion siegt die deutsche Handball-Mannschaft in ihrem ersten Länderspiel nach Kriegsende mit 12:5 gegen Frankreich. (25, S. 62)

 


Datum:  09.04.1951

 

 

Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard (CDU) verzichtet auf sein Rabattsparsystem, nachdem sich die deutsche Wirtschaft verpflichtet hat, die dringend benötigten Investitionsmittel für die Grundstoffindustrie selbst aufzubringen. (25, S. 62)

 

 

Die Thüringer »Abendpost«, die letzte unabhängige und parteilose Zeitung in der DDR, muß ihr Erscheinen einstellen. Statt dessen wird den Abonnenten »Das Volk«, die Zeitung der Sozialistischen Einheitspartei, geliefert. (25, S. 62)

 


Datum:  10.04.1951

 

 

Der Bundestag verabschiedet mit den Stimmen von CDU, SPD und Zentrum das Gesetz über die Montanmitbestimmung. (25, S. 62)

 

In dritter Lesung verabschiedet der Bundestag das Gesetz zur Regelung der Rechtsverhältnisse von Personen, die unter den Artikel 131 des Grundgesetzes fallen. (25, S. 62)

 

 

Die DDR und die Volksrepublik Bulgarien schließen ein Kulturabkommen. (25, S. 62)

 


Datum:  11.04.1951

 

 

Zu seiner ersten offiziellen Auslandsreise als Außenminister trifft Bundeskanzler Konrad Adenauer auf dem Pariser Flughafen Orly ein. Er nimmt an den Verhandlungen über die Montanunion teil. (25, S. 62)

 

Die Bundesregierung verabschiedet ein neues Wirtschaftsprogramm. (25, S. 62)


Datum:  12.04.1951

 

 

Wilhelm Herz stellt auf einem 500-ccm NSU-Motorrad mit 289,796 km/h einen Geschwindigkeits-Weltrekord für Zweiräder auf. (25, S. 62)


Datum:  14.04.1951

 

 

Der saarländische Ministerpräsident Johannes Hoffmann stellt dem Landtag sein neues Kabinett vor. Erstmals seit 1945 gehören keine Sozialdemokraten der Regierung an, sondern ausschließlich Mitglieder der Christlichen Volkspartei. (25, S. 62)

 


Datum:  15.04.1951

 

 

Das Bundeskabinett entscheidet sich für Wiesbaden als Sitz des Bundeskriminalamtes. Der Mitbewerber Hamburg scheidet wegen dezentraler geographischer Lage aus. (25, S. 64)

 

Die deutsche Fußballmannschaft gewinnt ihr erstes Auslandsspiel nach Kriegsende – gleichzeitig das 200. Länderspiel einer DFB-Auswahl – in Zürich mit 3:2 gegen die Schweiz. (25, S. 64)

 


Datum:  16.04.1951

 

 

In Bad Wörishofen wird die Kindler Verlag GmbH gegründet. Bereits seit 1946 bringt Helmut Kindler u.a. Autobiographien und Biographien auf den Markt. (25, S. 64)

 


Datum:  18.04.1951

 

 

Die Mehrheit des Bundestages stimmt dem Gesetzentwurf der Regierungsparteien zu, den Sitz des Bundesverfassungsgerichts nach Karlsruhe zu verlegen. Der Vorschlag der SPD, das Verfassungsgericht in Berlin anzusiedeln, scheitert. (25, S. 64)

 


Datum:  19.04.1951

 

 

In Frankfurt am Main eröffnet Bundespräsident Theodor Heuss die erste Internationale Automobilausstellung. (25, S. 64)

 

Im Nordwestdeutschen Rundfunk schockiert Günter Eichs Hörspiel »Träume« die Hörer: Die provozierenden, irrealen Szenen entsprechen nicht den Hörgewohnheiten des Publikums. (25, S. 64)

 


Datum:  20.04.1951

 

 

In Köln findet zum ersten Mal die Photokina statt. (25, S. 64)

 

Der Bremer Schiffahrtssachverständige Franz Eggers erklärt vor dem Rhein-Ruhr-Klub in Essen, daß der Wiederaufbau der deutschen Handelsflotte rund 5 Mrd. DM kosten werde. (25, S. 64)

 


Datum:  21.04.1951

 

Nach siebenmonatiger Dauer endet die internationale Zollkonferenz im britischen Torquay. 38 Staaten treffen 147 zweiseitige Abkommen. Allein die Bundesrepublik, die erstmals an einer internationalen Zolltagung teilnimmt, schließt 21 bilaterale Zollverträge ab. (25, S. 64)

 

In Kairo wird ein deutsch-ägyptischer Handelsvertrag unterzeichnet, der für das Vertragsjahr 1951/52 Ein- und Ausfuhren von je 54 Mio. DM vorsieht. Ägypten liefert vor allem Baumwolle an die Bundesrepublik. (25, S. 64)

 

Bundesfinanzminister Fritz Schäffer (CSU) ernennt den früheren Staatssekretär im bayerischen Finanzministerium Hans Müller zum Präsidenten des Bundesfinanzhofes. (25, S. 64)

 


Datum:  22.04.1951

 

 

Bei den deutschen Waldlaufmeisterschaften in Uelzen siegt überraschend Walter Müller vom TSV 1860 München. Für die rund 7,5 km lange Strecke braucht er 23:55,2 min. Sein Verein gewinnt auch die Mannschaftswertung. (25, S. 64)

 

 

Gründung des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) im Roten Rathaus in Berlin, Präsident wird Leichtathlet Kurt Edel, Generalsekretär Heinz Dose. (35, S. 34)

 


Datum:  24.04.1951

 

 

Das Bundeskabinett verabschiedet einen Gesetzentwurf zur Hebung der Verkehrssicherheit. Danach sind Doppelanhänger verboten und Fahrtenschreiber für schwere Fahrzeuge obligatorisch. Eine gebührenpflichtige Verwarnung kostet 2 DM. (25, S. 64)

 

Der DGB-Bundesvorstand veröffentlicht eine Statistik über die Lohnsituation der Arbeitnehmer in der Bundesrepublik. Der durchschnittliche Wochenlohn männlicher Arbeitskräfte sei zwar von 48,25 DM (1948) auf 71,81 DM (Dez. 1950) gestiegen, die Situation der Arbeiter habe sich aufgrund der Preissteigerungen jedoch verschlechtert. Andererseits gebe es 200 neue Millionäre, so der DGB. (25, S. 64)

 


Datum:  25.04.1951

 

 

Der Bundestag beschließt die Neuordnung der Länder (Süd-)Baden, Württemberg-Baden und Württemberg-Hohenzollern. (25, S. 64)

 

Das Politbüro des ZK der SED beschließt Maßnahmen zur Verbesserung der Lage der Intelligenz. (40, S. 22)

 


Datum:  26.04.1951

 

 

Die Bundesregierung beschließt ein Verbot aller Organisationen, die eine Volksbefragung gegen die Remilitarisierung der Bundesrepublik vorbereiten. Die Umfrage wolle die verfassungsmäßige Ordnung zerstören. (25, S. 64)

 

 

Der Ministerrat der DDR überträgt die Leitung und Kontrolle der Sozialversicherung dem Freien Deutschen Gewerkschaftsbund (FDGB). Die Sozi­alversicherungsanstalten der Länder werden aufgelöst. (35, S. 34)

 


Datum:  27.04.1951

 

 

»Deutsches Sportecho« kürt nach Umfrage die Fußballer Fritz Gödicke und Werner Oberländer zu den »populärsten Sportlern«. (35, S. 34)

 


Datum:  28.04.1951

 

 

28. - 29. 4. 1951
Kongress junger Künstler in Berlin berät Vorbereitung der III. Weltfestspiele der Jugend und Studenten (15. bis 19. August). Brief Erich Honeckers an den Kongress "Für eine wahre, humanistische, neue demokratische Kultur" (10. April). Entschließung „Unsere Kunst dient dem Frieden" angenommen. (40, S. 22)

 


Datum:  29.04.1951

 

 

In Hannover eröffnet Bundespräsident Theodor Heuss die »Technische Messe«. (25, S. 64)

Die FDP verbucht bei der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz einen Erfolg und erringt 19 Sitze (vorher 11). (25, S. 64)

 

Elly Heuss-Knapp, die Frau des Bundespräsidenten, eröffnet in Hannover die erste Bundesgartenschau. (25, S. 64)


Datum:  30.04.1951

 

 

Das schleswig-holsteinische Innenministerium schickt ein Polizeikommando nach Helgoland, um die erwartete Landung von 1500 Mitgliedern der Kommunistischen Partei und der Freien Deutschen Jugend auf der Insel, die von den Engländern als Bombenziel verwandt wird, zu verhindern. (25, S. 64)

 

Die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft spricht sich für einen vergnügungssteuerfreien »Filmgroschen« aus. Die Abgaben sollen zu je 40% der Filmproduktion und den Filmtheatern und zu 15% den Filmverleihern zufließen. Der Rest der Gelder soll für Werbung genutzt werden. (25, S. 64)