Der Verein für Geschichte und Altertumskunde des Herzogtums und Erzstiftes Magdeburg

Mit dem Aufstieg des Bürgertum in der Mitte des 19. Jahrhunderts zur beherrschenden gesellschaftlichen Kraft entwickelte sich bei den Menschen der Wunsch, mehr über die Geschichte des eigenen Landes bzw. Gemeinwesens zu erfahren. Ausdruck fand dieser Bestreben u.a. in der Bildung von Vereinen zur Erforschung der heimatlichen Geschichte. In Magdeburg, mit seiner bedeutenden Geschichte, hatte sich ein Kreis gleichgesinnter Männer um den Direktor des Domgymnasiums Samuel Friedrich Heinrich Wiggert (1791-1871) gebildet, aus dem im Dezember 1865 der „Verein für Geschichte und Altertumskunde des Herzogtums und Erzstiftes Magdeburg“ entstand. Am 6. Januar 1866 wurde das Statut unterzeichnet und ein Vorstand gewählt. Der Verein hatte bei seiner Gründung 57 Mitglieder, die hauptsächlich aus Berufsgruppen, wie Lehrer, Pfarrer oder Archivare kamen. Daneben wurden Ehrenmitglieder ernannt, wie der Magdeburger Bürgermeister Hasselbach oder der Graf von Stolberg-Wernigerode. Damit sicherte sich der Verein das Wohlwollen politischer Organe, was sich in einem jährlichen finanziellen Zuschuss aus der Kämmereikasse positiv auswirkte.
Vorzugsweise stand die Erforschung der Geschichte der Stadt Magdeburg und der umliegenden Kreise Wolmirstedt, Neuhaldensleben, Wanzleben, Calbe sowie Jerichow I und II auf dem Programm. Schwerpunktthemen waren die Erforschung der Kirchengeschichte, der Geschichte einzelner Landesteile und Ortschaften sowie der Kultur- und Kunstgeschichte. Der Verein veranstaltete monatlich eine Zusammenkunft, auf der neue Fundstücke, neue Bücher oder Geschenke an den Verein vorgestellt und Vorträge gehalten wurden. Mit anderen Geschichtsvereinen fand ein reger Austausch statt. Die Ergebnisse der Forschungen wurden in der Vereinsschrift „Geschichtsblätter für Stadt und Land Magdeburg“ veröffentlicht. Der Verein wirkte erfolgreich 75 Jahre bei der Erforschung und Propagierung der regionalen Geschichte mit. Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Verein nicht wieder belebt. Die Neugründung eines „Geschichtsvereins für Magdeburg und Umland“ fand 2001 statt.

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