Am 5./6. Februar fand im Hamburg das fünfte Educamp statt. Ich war (aus terminlichen Gründen leider nur am zweiten Tag) dabei, bin vom Format recht begeistert und möchte hier einige Nachgedanken äußern – insbesondere hinsichtlich einer Podiumsdiskussion zum Thema “Das Internet – ein Bildungsraum?”, zu der ich eingeladen war (hier mein Statement zum Thema), und die von den Teilnehmenden recht gemischt beurteilt wurde.
Zur Idee eines BarcampsDas “Educamp” ist ein an Bildungsthemen orientiertes Barcamp, also eine relativ neue und sehr spannende Konferenzform – oder besser gesagt, Unkonferenzform. Die Grundidee eines Barcamps liegt m.E. in seiner hohen Effizienz im Sinne einer hohen Relevanz der Themen für die Teilnehmenden: Es gibt keine vorgegebenen Themen und Referenten; vielmehr bringt jedeR ein Sessionthema mit und schlägt es vor. Die Teilnehmenden entscheiden durch ihr Teilnahmeinteresse, welche der vorgeschlagenen Sessions abgehalten werden und welche nicht. Auf diese Weise wird gewährleistet, dass nur solche Themen verhandelt werden, die auf konkretes Interesse der Unkonferenzteilnehmer stoßen – und zwar unabhängig vom formalen (z.B. akademischen) Status der Sprecher. Wer Ideen, Themen, gute Fragen welcher Art auch immer hat, kann sie vorschlagen.
Barcamp plus Podiumsdiskussion – war das hilfreich?Das Hamburger Educamp hat dieses Format an einer Stelle verändert. 90 Minuten der Veranstaltungszeit wurden für ein relativ klassisches Konferenzelement reserviert, nämlich eine Podiumsdiskussion mit vier eingeladenen Teilnehmern (Petra Grell, Lisa Rosa, Rolf Schulmeister und meine Wenigkeit) plus einem freien Platz, der wechselnen Diskutanden aus dem Publikum zur Verfügung stand, plus einer Twitterwall, die allerdings ungünstig platziert war und vom Podium von den Sofas aus nicht gut gesehen werden konnte (eine ziemlich gute Kurzzusammenfassung der Standpunkte ist bei den Bildungsreportern zu finden). Diese Podiumsdiskussion hat (erwartbare) Kritik hervorgerufen, wobei ich drei Kritikmuster ausmachen kann:
Hat es was gebracht? Klares “Jein”
Der Sinn einer Podiumsdiskussion liegt aus meiner Sicht vor allem darin, auf relativ fokussierte Weise – denn Glanz und Elend von Podiumsdiskussionen liegt im Zwang zum pointierten Statement – eine Bandbreite von Positionen darzubieten, die den Zuhörern eine bessere Selbstverortung ermöglichen. In diesem Fall geht es um Fragen wie folgende:
Themen wie diese kamen kontrovers zur Verhandlung (wobei natürlich vieles Wichtige nicht gesagt, vieles Diskussionswürdige nicht ausdiskutiert und einiges von den mitdiskutierenden TeilnehmerInnen wunderbar Performte nicht hinreichend aufgegriffen wurde). Insofern kam es mir so vor, als wäre das so gesteckte Ziel durchaus erreicht worden.
Die Kommentare auf der Twitterwall (Screen/Mobile) legen jedoch nahe, dass meine positive Einschätzung teilweise eine trügerische Innensicht darstellt. Es ist enorm interessant und lehrreich, dank Twitter die eigene Perspektive mit einer “generalisierten Außenperspekive” kontrastieren zu können. Ergebnis: Zum einen scheint es so, dass (so weit ich die Twitterer zuordnen kann) tendenziell, wenn auch zum Glück nicht ausschließlich, eher Uni-Leute vom Podium profitierten , während negative Anmerkungen von praktizierenden AkademikerInnen kaum zu finden sind. Zum anderen ist nur an relativ wenigen Tweets festzustellen, dass wirklich eine hilfreiche konzeptionelle Klärung bei den Twitterern angekommen ist. Ich habe entsprechend auch bisher keinen Blogpost gefunden, dem Gegenteiliges zu entnehmen wäre. Insofern also: nein, Ziel nicht erreicht. Denn es ist für die Maßstäbe eines Barcamps m.E. nicht ausreichend, wenn eine Session nur 50% der Teilnehmer etwas bringt.
Lesson learned: Diversität akzeptierenAuch wenn die angedachte Funktion, durch begriffliche Klärungen und theoretische Rahmungen einer Podiumsdiskussion mehr Klarheit und Verbindlichkeit in die Sessions zu bringen, sehr nachvollziehbar ist (vgl. Mandy Schiefners Eindruck, dass mangels Begriffsklärung nur ein Scheinverständnis erzeugt wird), so kann man diese Einsicht nicht erzwingen. Zur Diversität von Barcamps gehört offenbar auch die Akzeptanz der unterschiedlichen Bereitschaft, sich auf der Basis klarer Begriffe und Modelle zu verständigen, bzw. eine Akzeptanz der unterschiedlichen Bereitschaft, sich von Leuten, die den größten Teil ihrer Zeit an solchen Themen arbeiten, beraten zu lassen. Dazu passt, dass der Erkenntnismodus der Barcamp-Sessions ja gar nicht nur kognitiv sein muss. Offenbar liegt für viele Teilnehmer ein Gewinn auch stark auf sozialer und emotionaler Ebene, was ja völlig in Ordnung ist. Diese Möglichkeit sollte mit bedacht werden.
Fazit: Alternativen?Ich denke, man sollte nicht aufhören, nach Art der Hamburger Organisatoren (und es war wirklich ein großartig organisiertes Barcamp!) mit dem Format zu experimentieren. Entscheidend ist, was es den Teilnehmern bringt – basta. Wer fundamentalistisch argumentiert, hat die Idee des Barcamps schon verfehlt. Denn das kreative Potenzial dieses Formats wird abgetötet, wenn man meint, schon vorher zu wissen, was geht und was nicht. Man muss halt ausprobieren. (Und, liebe PraktikerInnen: Unter dem Titel “Tentativität” spielt so etwas eine zentrale Rolle in der angeblich abstrakten Bildungstheorie, die so viel mehr mit der Lebenspraxis der Menschen zu tun hat, als man es ihr auf den ersten Blick ansieht.)
Insofern glaube ich, dass man den Gedanken nicht aufgeben sollte, durch ausgewählte Einzelne (ob sie nun Titel tragen oder nicht spielt dafür überhaupt keine Rolle) so etwas wie verdichtete Impulse, systematische Irritationen, kontroverse Inputs in ein Barcamp hineinzutragen. Und ich finde es auch folgerichtig, so etwas nicht in Konkurrenz zu anderen Sessionsslots zu platzieren. Folgendes fände ich z.B. spannend:
Diese Liste lässt sich sicher kreativ erweitern. In jedem Fall bin ich der Meinung, dass das Educamp eine unbedingt unterstützenswerte Form ist. Es kann (und will) die klassische akademische Konferenz nicht ersetzen (und diese wird ihre Bedeutung für “uns” Uni-Menschen sicher nicht verlieren). Das Barcamp ist aber eine aufregende Form, Menschen entlang relevanter Themen, und nicht entlang eingefahrener Berufs- und Statusgrenzen zusammenzubringen. Sein außerordentlicher Wert liegt in dieser Kraft, unser Denken und Handeln in der Begegnung mit der enormen Vielfalt anderer Perspektiven zu erweitern.
p.s.: Eine Sammlung von Blog-Kommentaren zum ec10hh ist im Educamp-Wiki zu finden.
Im VS-Verlag ist vor einigen Tagen unser neuer Einführungsband “Schlüsselwerke der Identitätsforschung” erschienen. Diese Herausgabe ist meine zweite größere Kooperation mit Jörg Zirfas nach unserem gemeinsamen Buch “Phänomenologien der Identität” (2007) (und meine dritte Buchpublikation zum Thema; Nr. 1 war meine im Jahr 2000 publizierte Magisterarbeit “Identität und Selbst” (pdf-Volltext).
Schon lange fehlte es in der Lehrbuchlandschaft an einem solchen Übersichtsband, der die Behandlung des eher monströs ausgreifenden Identitätsbegriffs (nach Odo Marquards klassischer Formulierung eine “Problemwolke mit Nebelbildung”) in Lehrveranstaltungen erleichtern soll.
Die Grundidee des Sammelbandes, der sich v.a. an Studierende (und interessierte Laien) richtet, ist es, klassische Positionen der Identitätstheorie (des 20. Jahrhunderts) in verständlich abgefassten, jeweils ca. 15-seitigen Kapiteln darzustellen. Wo möglich, wurde dabei ein zentrales Werk herangezogen. Jedes Kapitel bietet eine kurze biographische Rahmung, berücksichtigt Aspekte der Werk- und Wirkungsgeschichte und gibt eine Einschätzung der aktuellen Relevanz des betreffenden Werkes.
Mit dem Ergebnis sind wir beide recht zufrieden. Die Texte sind – soweit ich das als Akademiker noch beurteilen kann ;-) - ganz überwiegend gut lesbar, und dennoch nicht zu vereinfachend, geraten. Kleiner Wermutstropfen ist die unvermeidbare Frage der Auswahl behandelter AutorInnen: “your mileage may vary”.
Über Rückmeldungen, Kommentare und Fragen zum Band freuen wir uns natürlich sehr (bitte die Kommentarfunktion dieses Blogs verwenden).
Benjamin Jörissen, Jörg Zirfas (Hrsg.):
Schlüsselwerke der Identitätsforschung.
Wiesbaden: VS-Verlag, 2010.
ISBN 978-3531158068
SpringerLink (Onlinetext aus manchen Uni-Netzen)
Amazon-Link
Gute Idee – die Magdeburger Medienbildung regt seit vielen Jahren Internetprojekte und Videoprojekte an – dieses Format wäre eine interessante Ergänzung.
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Von April 2009 bis September 2009 März 2010 vertrete ich die Professur für Erziehungswissenschaft – Angewandte Medienwissenschaft an der Universität der Bundeswehr München.
Das wird eine spannende Erfahrung, auf die ich mich sehr freue; nicht nur – aber auch – weil dort eine erstklassige technische Ausstattung gegeben ist. Mit drei Screens (1 * Beamer, 2* Plasmabildschirm) und 15 vernetzten, individuell aufschaltbaren Notebooks im Seminarraum des Lehrstuhls steht hochschuldidaktischen Experimenten im Sinne eines “Networked-Computing-Supported Face-to-Face Collaborative Learning” à la CoFFEE (bzw. dem, was so ein System in Web 2-Zeiten sein sollte) nichts mehr im Weg. Diese Variante des CSCL (Computer-supported collaborative learning) interessiert mich schon seit längerem, weil sie hybride Lernräume ermöglicht und damit das Beste aus beiden Lernwelten (off-/online) vereint. Nur ein zusätzlicher Satz iPhones böte hier noch eine Steigerungsmöglichkeit ;-)
Die von mir als Erstbetreuer übernommenen laufenden bzw. startenden BA-Arbeiten an der Uni Magdeburg werde ich weiter betreuen. Als Vertreter in der Zeit meiner Abwesenheit konnten wir Dr. Stefan Iske gewinnen, der u.a. bereits mit Werner Sesink und Norbert Meder zusammengearbeitet hat und mit Hans-Uwe Otto e.a. zum Problem der Digitalen Ungleichheit gearbeitet und publiziert hat. Für das Seminar Soziale Netzwerke: Implementierung, Management, Optimierung freuen uns, als Lehrbeauftragten jemanden gefunden zu haben, mit dem wir bereits seit längerem kooperieren, und der sich mit allen Aspekten sozialer Netzwerke hervorragend auskennt: Dr. Thomas Kreye, Geschäftsführender Vorstand und Mitbegründer von OpenNetworx.org (vormals bekannt als kaioo). Weitere Informationen im Wiki.
Twitter scheint hierzulande gerade so richtig in zu werden. Abzuwarten ist, ob es nur der nächste Hype oder nicht doch der Beginn eines tiefgreifenderen Trends zu ultraschlanken, überall verfügbaren Netzwerken ist. (Deutlich ist allerdings, dass Twitter über die Tweets seiner Benutzer inzwischen ein massives Wissensuniversum aufbaut. Man hat dort kürzlich 500 Mill.$ von Facebook abgelehnt weil man offenbar den Wert der Datenbank als Basis einer Echtzeit-Suchmaschine höher einschätzt). Wer also Twitter nicht aktiv ausprobieren möchte, kann zumindest durch die Suchfunktion http://search.twitter.com ausprobieren.
Wer es doch mal ausprobieren will (hier ein “Kickstart-Guide“) steht vor dem Problem, wem man folgen könnte/sollte. Im Web existieren bereits unzählige “best-of” und “most influential”-Listen. Auch eine gezielte, themenorientierte Suche kann sich lohnen.
Nachfolgend, nach Kategorien geordnet, einige meiner “Tweeple” (Twitter People, denen ich folge bzw. die ich empfehlen kann). Wer diesen armen, halbverwaisten Blog immer noch in seiner Blogroll hat, findet von der Interessenlage her sicherlich einige interessante Twitterer.
Übrigens: ich habe in keinem Sozialen Netzwerk derartig viele Kontakte (und schon gar nicht derartig lebendige). (ps. Sollte ich vergessen haben jemanden zuzuordnen, bitte kurze Rückmeldung!)
MedienforscherInnen, MedienpädagogInnen bzw. entsprechende Projekte:
(OK, der Hase “bin” ich. Er heißt “Harry” und ist in Wirklichkeit ein Känguru, Maskottchen des Magdeburger Studiengangs Medienbildung)
Twitter-Superstars (“muss man kennen”):
IT- Web2-Social Web-Tweets:
(Ex-) Studierende (Medienbildung Magdeburg und andere):
Tweeple, denen ich besonders gerne followe:
Der unsortierte, für meine Twitter-Erfahrung nicht weniger wichtige Rest kann hier leider aus geheimnisvollen technischen Gründen nicht aufgeführt werden. Mein Wordpress zeigt nur eine leere Seite, wenn ich die ganze Liste einblende. Die vollständige “Friends-Liste”: hier.
Diese schöne Avatarsammlung wurde automatisch generiert: Get your twitter mosaic here.
Nach leichten Startschwierigkeiten bei Amazon und Co. ist unser Band “Medienbildung – Eine Einführung. Theorie – Methoden – Analysen” nun überall erhältlich.
Über das Medienbildungs-Wiki habe ich ja bereits gebloggt (es entwickelt sich für die Lehre ganz prächtig). Zusammen mit der “Website zum Buch“, die nun auch komplett gelauncht ist und eine ziemliche Menge an zusätzlichen Informationen bietet (neben Glossar, Personenverzeichnis und Linkliste auch laufend eingestreamte aktuelle Informationen etc.), wird der Band mithin von gleich zwei Webseiten flankiert. Das dürfte wohl bisher einzigartig sein – und Winfried Marotzki und ich sind zugegebenermaßen stolz drauf. ;-)
Nun hoffen wir natürlich, dass das Angebot von den LeserInnen – im Sinne des Medienbildungs-Gedankens – auch entsprechend genutzt wird. Lassen wir uns überraschen, ob es nach dem Wiki gelingt, Leben in die “Website zum Buch” zu bringen. Wir freuen uns, wie im Web 2 so üblich, über jede einzelne Rückmeldung!
p.s. – Auf der Seite strukturale-medienbildung.de ist auch ein “Charity-Link” zu finden. Man spendet über diesen Link kostenlos (d.h. Amazon führt einige % an Studieren ohne Grenzen ab).
Üblicherweise blogge ich nicht über Vorträge und Konferenzen, weil es zumeist Fachveranstaltungen sind und m.W. Kollegen aus der Bildungs- und Erziehungswissenschaft hier nicht mitlesen. Diese Veranstaltung aber war mal etwas anderes. Am 10. Oktober fand der erste Social Learning Summit statt, auf dem ich die Ehre hatte, die erste von zwei Keynotes zu halten. Die Veranstaltung wurde von der BerlinMediaProfessionalSchool (gehört zur FU Berlin) gemeinsam mit scoyo ausgerichtet. Letzteres ist ein Bertelsmann-Unternehmen, das derzeit mit (sehr) hohem finanziellen Aufwand ein kommerzielles Online-eLearningsystem herstellt, welches in wenigen Wochen gelauncht wird. Ziel der Veranstaltung war die Exploration und Diskussion zukunftsorientierter Lern- und Bildungssettings; mehr dazu im Folgenden.
Update: Auf Slideshare ist der Vortrag nun als Slidecast eingestellt (Vortragsaudio mit Präsentationsfolien synchronisiert).
„Game Floor”Als sehr gelungen empfand ich das in „Game Floor“, „Brain Floor“ und „Community Floor“ unterteilte Programm. Der „Game Floor“ am Vormittag bot Gelegenheit, die scoyo-Software (zumindest einige der über 3000 Lernmodule) in Aktion zu sehen. Eine muntere Horde ca. 10-12-Jähriger war eingeladen, so dass man die Software direkt im Erstkontakt mit ihrer Zielgruppe kennenlernen konnte. – Das ist mutig, immerhin ist nicht vorhersehbar, ob die Kids mit dem System zurechtkommen (allerdings arbeitet scoyo, wie ich erfahren konnte, bei der Entwicklung des Systems sinnvollerweise in engem Kontakt mit Kindern; insofern waren Usability-Probleme nicht mehr zu erwarten).
(Alle Fotos aus scoyos flickr-Stream)
„Brain Floor“Der „Brain Floor“ am Nachmittag bestand aus zwei Panels; das Publikum setzte sich aus Fachleuten aus Forschung, Praxis (Lehrer) und erfreulicherweise auch Politik (zumindest Brandenburger waren da; Berliner habe ich nicht gesehen) zusammen.
Das erste Panel zum breit angelegten Thema „Zukunft Bildung in der digitalen Erlebnisgesellschaft“ hatte die Funktion, eine bildungswissenschaftlich fundierte Zeitdiagnose (und darauf basierend einen “educated guess” hinsichtlich zukünftiger Entwicklungen) vorzunehmen. Dass dabei offenbar unser Magdeburger Ansatz der Medienbildung gefragt war, ist außerordentlich erfreulich; er passt allerdings auch sehr gut zum Thema des Panels: Einerseits arbeiten wir in einem recht breiten, zeitdiagnostisch orientierten (kultur- und sozialwissenschaftlichen) Theorierahmen, andererseits bringt unsere Fokussierung auf Potenziale neuer Medien per se einen Zukunftsbezug mit sich. [1] Die Folien und ein erweitertes Handout dazu sind hier zu finden.
„Brain Floor“ II bot eine schwungvoll, aber vollkommen theoriefrei gehaltene Keynote zum Thema „Learning by Gaming“ von Marc Prensky. Prensky listete unendlich viele Beispiele für den Einsatz von Computerspielen im Lernsettings auf; dabei käme es auf die Komplexität der Spiele an, so Prensky. Das ist aus unserer Perspektive sehr gut nachvollziehbar; allerdings verzichtete Prensky darauf zu erklären, wie er sich eine solche Komplexität vorstellt (eher auf der narrativen oder auf der ludischen Ebene, oder beides?), wie ein angemessenes Maß an Komplexität erkennbar sein soll etc. Dennoch ein schöner Vortrag, insgesamt, der v.a. von einer lebendigeren Panel-Diskussion abgerundet wurde als meine Keynote. Deren Diskussionsbeiträge nämlich waren zwar überwiegend ausgesprochen gehaltvoll, mit teilweise bis zu (gefühlten) 10 Minuten Monologlänge jedoch nicht wirklich an einer Diskussion interessiert (s. auch das Resümee u.a. zur SLS08 auf media-ocean.de). So blieb (mir jedenfalls) keine Gelegenheit, wichtige aufgeworfene Fragen zu klären.
Hier ein Interview mit Prensky von der SLS08. Prenskys steile These: “The Classroom is dead“. Naja, die Sache mit dem Kind und dem Bade …
“Community Floor”Der “Community Floor” war von einem exzellenten Catering, guter Musik und einer sehr angenehmen und auch angeregten Atmosphäre geprägt – gerade die richtige Umgebung zum “Networking”. Dass die Social Learning Summit ein sehr spannendes Publikum angezogen hat, wurde schon bei den ersten ausgetauschten Visitenkarten deutlich. – Es dürften sich noch einige interessante Kooperationen daraus entwickeln. Die ganze Veranstaltung war wirklich perfekt choreographiert und durchgeführt. Vorbildlich professionell, was nicht nur an den reichlich vorhandenen finanziellen Ressourcen, sondern v.a. am Geschick der Veranstalter und des Orga-Teams lag, denen an dieser Stelle noch einmal nachdrücklich und herzlich für die Einladung gedankt sei. Man darf gespannt sein, denn es geht im nächsten Jahr mit dem Social Learning Summit 09 weiter.
Ich benutze seit einigen Jahren bereits Moodle, primär als Lehrverwaltungsplattform. Obwohl Moodle interaktiv und modular ist und auch innovative Funktionen bietet (Wiki), war ich nie so recht zufrieden damit (freilich, gegen das unsäglich sperrige Stud.IP ist es immer noch großartig). Einerseits bietet Moodle keine vernünftige (personenzentrierte) Zensurenverwaltung. Andererseits führt das Konzept, alle Informationen in einzelnen Lehrveranstaltungen zu separieren, also der zumindest visuelle “walled garden”-Charakter von Moodle dazu, dass die Partizipation auf der Plattform sich letztlich auf das Nötigste beschränkt. – Verständlich, denn wer macht sich schon gerne die Arbeit, wenn das Ergebnis hinterher irgendwo in einem LMS verschwindet und somit praktisch wirkungslos bleibt?
Was mich außerdem stört ist, dass Moodle wirklich grottenhässlich ist. Mit dem Umzug auf das zentrale Moodle der Uni Magdeburg ist das nicht besser geworden (hier mein altes, etwas hübscheres Moodle).
Daher kam ich auf die Idee, ein (überwiegend) freies Medienbildungs-Wiki einzurichten und dieses nach und nach so anzupassen, dass es gleichzeitig als Kommunikationsplattform für Seminare und als kollaborativer Wissensraum dient.
Insofern wir inzwischen öfter Seminararbeiten in Form von Wikis hatten (z.B. dieses Avatar-Wikia-Wiki), ist damit eine Plattform für studentische Arbeiten (beschränkt auf Themen der Medienbildung) gegeben. Meine Idee ist dabei, nach und nach einen Themenpool (aus den besten Beiträgen und auch eigenen Inputs der laufenden Forschungsarbeit) aufzubauen. Seminare und studentische Wiki-Arbeiten werden innerhalb des Wikis in einem eigenen Bereich existieren (einem sog. “Namespace”, praktisch ein Ordner); je nachdem werden Teile daraus in den allgemeinen Bereich übernommen. Der allgemeine Bereich wird vorerst frei editierbar sein (bis die Spammer ihn entdecken …); die Seminarbereiche werden teilweise nur für angemeldete User lesbar sein (Namenslisten etc.).
Die von mir ausgewählte DokuWiki-Plattform bietet unzählige Erweiterungen; u.a. eine private Annotationsfunktion, die ggf. als Annotations- und Notenverwaltung dienen könnte, sowie multimediale Plugins (Videos, SVG-Grafiken …).
Das Wiki ist sowohl unter meiner Domain (wiki.joerissen.name) wie auch unter der Domain unserer “Website zum Buch” (wiki.strukturale-medienbildung.de) zu erreichen. Für Kommentare, Anregungen und weitere Hinweise zur Nutzung (vielleicht gibt es ja sowas bereits als Lehrlern/Lernmanagementplattform) bin ich wie immer dankbar.
Sehr sehenswert: ein informativer und sehr unterhaltsamer 55-minütiger Vortrag von Michael Wesch (Assistant Prof. f. Anthropologie an der Kansas State Univ.). Wesch, dessen Video “The Machine is Us/ing us” vor einiger Zeit auf Youtube weltweite Aufmerksamkeit fand, führt seitdem Kurse in digitaler Ethnographie durch.
Das Video präsentiert den bisherigen Stand der Teilnehmenden Beobachtungen seines Ethnographie-Kurses auf Youtube. An vielen Beispielen zeigt Wesch, dass Youtube für viele (zumindest für US-amerikanische) User neue audiovisuelle Möglichkeiten der selbstreflexiven Artikulation und auch der Vergemeinschaftung bereit stellt.
via http://friendfeed.com/akshayjavaVor etwas über einem Jahr habe ich etwas über Lifelogging-Trends gepostet; damals waren Twitter, Jaiku und andere Microblogging-Dienste noch eine ziemlich unbekannte Angelegenheit. Wie mit allen Web 2.0-Anwendungen kann man sie erst einschätzen, wenn eine kritische Masse an Usern sie benutzt. Ich habe den Eindruck, das ist auch hierzulande so langsam der Fall. Auf Twittervision laufen die Tweets aus Deutschland so schnell ab, dass man Mühe hat, mitzulesen.
Während ich also damals den Eindruck hatte, Twitter (ab hier stellvertretend für Jaiku, Tumblr, Pownce und was es noch so alles geben mag) sei hauptsächlich etwas für Gegenden, in denen entweder
- also eher etwas für US-amerikanischen Nutzer -, sehe ich inzwischen andere Nutzungsmöglichkeiten. Eine Besonderheit an den maximal 140 Zeichen langen „Tweets“ ist der Umstand, dass sie im Gegensatz zum Weblog im Netz – abgesehen von der Twitter.com-Seite – keinen richtigen „Ort“ haben. Unter Aspekten der Medienbildung wird man Microblogging wohl am ehesten in Abgrenzung zum Weblog diskutieren.
Weblogs: reflexive ArtikulationIch betrachte Weblogs als sozusagen eine erheblich „personalisiertere“ Angelegenheit: Zwar kann man Blogs genauso wie Microblogs verwenden, z.B. im Sinne der ursprünglichen Idee eine Websurf-Logbuchs, in welches v.a. interessante Links eingestellt werden (vgl. etwa dies hier). Doch geht es in der Blogosphere doch sehr häufig – neben der Präsentation von Neuigkeiten und der Weitergabe zumeist detaillierterer Informationen – um artikulierte und einigermaßen elaborierte Äußerungen. Sie gehen mit einem gewissen Zwang einher, die Blogbeiträge „repräsentativ“ in Bezug auf die eigene Persönlichkeit (bzw. das, was man jeweils davon präsentieren möchte), zu gestalten – letztlich ist es eine Form der Selbstbeobachtung aus der Perspektive eines unsichtbaren Publikums, welche die Blogbeiträge zu performativen Selbstinszenierungen werden lässt (und ich glaube, das trifft für die meisten von Personen geführten Blogs, auch die professionellen, zu). Kurz: Weblogs sind in aller Regel reflexive Artikulationen. Reflexive Äußerungen nehmen zu einem Thema oder einem Sachverhalt Stellung, und sie verhalten sich in dieser Stellungnahme immer, wenn auch zumeist implizit, zu sich selbst. Sie werden dann auch als reflexive Äußerungen aufgefasst, was die ausgedehnte Kommentierungskultur in der Blogosphere erklärt.
Twitter & Co.: “vernakuläre” Artikulationen im sozialen RaumDiese Form ist erheblich niederschwelliger. Es gibt eben (außer der Twitter-Website) keinen genuinen Ort, an dem diese Tweets meine Persönlichkeit wie auf einem Tableau (re-) präsentieren würden. Meine “Tweets” (http://twitter.com/joeriben) werden vermischt mit den Tweets derjenigen anderen Personen, denen “meine” Leser (die “Follower” heißen), ebenfalls folgen. Sie gehen als individuelle Äußerungen – jedenfalls beihnahe – unter. Der “Reflexivitätsdruck” ist daher aufgrund der hier ganz anderen sozialen Anerkennungsstruktur erheblich geringer. Mit max. 140 Zeichen Umfang erlauben sie zudem praktisch keine komplexeren reflexiven Artikulationen. Sie deswegen pauschal für trivial zu halten, ist m.E. nicht gerechtfertigt (derselbe Vorwurf traf ja bereits die Blogosphere). Als Ausdrucksform lässt sich das Microblogging einer für viele Artikulationspraxen im Web 2.0 typischen Tendenz zuordnen, die man als Veralltäglichung von Artikulation bezeichnen könnte (vgl. z.B. den Begriff der „vernacular creativity“, Burgess 2007). [1]
Um die Praxis des Microbloggens zu verstehen, muss man den Community-Aspekt gleichermaßen beachten: der Kern des „Twitterns“ als sozialer Praxis liegt gerade nicht nur darin, selbst Beiträge zu verfassen, sondern wesentlich auch darin, andere Twitter-AutorInnen als Freunde zu markieren und damit ihre „Twitter-Streams“ zu abonnieren. Diese tauchen dann auf den jeweiligen Endgeräten bzw. als eingeblendete Nachrichten am unteren Bildschirmrand in dem Augenblick auf, indem sie abgesendet werden. Es entsteht auf diese Weise im „Flow“ der kurzen Beiträge letztlich ein Gesamtbild der Aktivitäten anderer, in das die eigenen Beiträge eingebettet sind (s. Abb.).
Kollaboratives WissensmanagementInsofern die Twitterer (zumindest die deutschsprachigen) eher aus dem weiteren Umkreis der IT-Branche zu stammen scheinen (oder zumindest IT-affin sind), gehören zur alltäglichen Artikulation auch Informationen und Kommentare zu Neuigkeiten im Netz/Web 2.0. Daher stellt das Microblogging auch eine neue Form des kollaborativen Wissensmanagements dar. Entsprechend der kurzen und kurzlebigen Form des Twitter-Streams geht es hier – analog dem oben Gesagten – nicht um elaborierte Kommentare und Reflexionen, sondern um die spontane und instantane Weitergabe von Informationen in Form von Links oder Kommentaren. Zumindest im “Twitterverse” haben sich zur Organisation von Informationen und Kommunikationen Workarounds etabliert. Für Internetforscher ist so etwas immer besonders interessant, weil es die eigentlichen mit einer Technologie verbundenen Nutzungsinteressen sichtbar macht. Im Fall von Twitter sind dies die so genannten “Hashtags” (geposted in der Form #dasisteinhashtag), die dann auf der Seite hashtag.org automatisiert gesammelt und durchsuchbar gemacht werden. Ein zweiter, etwas aufwändigerer Workaround ist die Auslagerung von Hyperlinks auf externe Services wie z.B. twurl.cc oder tweetburner, die eingestellte Links nicht nur abkürzen (eine Notwendigkeit aufgrund der Beschränkung auf 140 Zeichen), sondern auch eine Statistik über die Häufigkeit der Aufrufe. Der Aspekt des kollektiven Wissensmanagements lässt sich natürlich auch gezielt einsetzen – insofern liegt es nahe, über praktische Anwendungsmodelle für Microblogging-Technologien nachzudenken. Ein Beispiel hierfür ist die Möglichkeit, einen Twitter-Stream als oder beliebigen anderen Verstaltungen (z.B. Demonstrationen)zu verwenden. Da man auch per SMS twittern kann, stellt dies eine sehr niederschwellige kollektive Partizipationsmöglichkeit dar. (Eine Google-Suche bringt inzwischen unzählige “ways to use twitter”-Listen zutage). [2]
FazitOb Microblogging sich auf breiterer Basis (hierzulande) durchsetzen wird, ist weiterhin nicht absehbar. Da die flächenmäßige Ausstattung mit preiswerten mobilen Datenflatrates (hierzulande) immer noch auf sich warten lässt. [3]
Zusammenfassend kann man (in Bezug auf die Perspektive der Medienbildung) sagen, dass Microblogging-Technologien sich nicht (wie Weblogs) zu narrativen Selbstentwürfen eignen. Sie folgen vielmehr einer eher fragmentarischen Logik des niederschwelligen Bewusstmachens und Artikulierens alltäglicher Abläufe und Handlungen. Häufig geht dies mit einer Ästhetisierung des Alltäglichen einher: viele Twitterer verfassen ihre Beiträge als Miniaturen des Alltags (der Name Jaiku.com erinnert ja nicht umsonst an das japanische Haiku). Ein reflexives Moment kommt dabei vor allem durch die verbreitete Praxis des Kommentierens und Gegenkommentierens ins Spiel; ein anderer interessanter (mikrobiographischer) Aspekt liegt in dem schnell anwachsenden Protokoll über eigene alltägliche Aktivitäten. Insgesamt eröffnet sich hier ein interessantes und innovatives Feld, das sein Potenzial erst mit zunehmender “Mobilisierung” des Internetzugangs auf breiter Basis entfalten wird. Ich für meinen Teil werde die Entwicklungen im Bereich des Mikrobloggings jedenfalls weiter im Blick behalten.
Meine del.icio.us-Links zum Thema: twitter / microblogging
Siehe auch http://twitter.pbwiki.com/AcademicResearch
Ich fand es eigentlich sehr “webzweinullig”, keinen Ort i.S.v. “Homepage” mehr zu besetzen; statt dessen das “Netvibes-Universe” als Knotenpunkt zu sehen, in dem verschiedene Streams (von mir und anderen) zusammenlaufen, um sich danach wieder zu zerstreuen – digitale Nomaden. Es gibt jedoch damit erhebliche Usability-Probleme (wer kein JavaScript aktiviert hat, sieht nichts, und die winzige Schriftgröße lässt sich auch nicht ändern) – besonders schlecht für Besucher, die keine große Ahnung von Webtechnologien haben.
Jedenfalls besitze ich nun einen eigenen php-fähigen Webspace (auf campusspeicher.de und habe endlich wieder die Kontrolle über meine Seite. Mein Netvibes-Universe wird weiterhin aktiv bleiben, und zwar als englische Web-Repräsentanz.
Zu hoffen ist nur, dass ich mal mehr Zeit zum Bloggen finde. Mal sehen, in einigen Wochen wird ja ein gewisses Buchprojekt zur Medienbildung abgeschlossen sein …
Und ich muss wirklich sagen: ein “selbst”-gehostetes Wordpress rockt!
p.s.: Die RSS-Feeds bleiben wie immer dieselben (feeds.feedburner.com/joerissen…)
Ein kurzer Bericht von der Potsdamer Konferenz „The Philosophy of Computer Games“, die heute ihren letzten Veranstaltungstag hatte. Tatsächlich eine „Philosophie des Computerspiels“ im Singular zu erwarten, wäre wohl angesichts der Heterogenität des jungen Forschungsfelds der game studies zuviel verlangt (und ohnehin wäre eine solche Vereinheitlichung der Sicht auf Computerspiele “von oben herab” wohl auch kaum zu wünschen). Eher ging es, und das ist interessant genug, auf der dreitätigen, international besetzten Konferenz um die Reflexion theoretischer Zugänge zum Phänomen der Computerspiele und um einzelne philosophische Fragen wie die nach Wahrnehmung, Handlung, Raum, Information, Immersion, Realität/Virtualität etc.
Leider konnte ich nur am letzten Tag, und auch nur an der Vormittagssitzung teilnehmen, die allerdings drei spannende Vorträge bot (Programm: hier). Die ersten beiden davon (Jesper Juul/New York und Bernard Perron/Montreal) arbeiteten sich am Konzept des „Magic Circle“ ab, also an einer klassischen These der Ludologie (Huizinga), die besagt, dass das Spiel seine spezifische Kraft, analog dem Ritual, durch Abgrenzung gegen die Alltagswelt erlangt. Die Statik dieser Vorstellung ist für die Digital Game Studies offenbar problematisch: Spiele bilden zunehmend einen integrierten Teil des Alltags vieler Menschen – die Frage stellt sich, auf welche Weise sich das Spiel (dennoch) als etwas Abgrenzbares und Besonderes (also auch als Forschungsobjekt) in Anspruch nehmen lässt. Von Juuls Keynote-Lecture berichte ich unten ausführlich; zunächst also kurze Anmerkungen zu den anderen beiden Vorträgen (meine eigenen Anmerkungen und Thesen habe ich durch [eckige Klammern] gekennzeichnet):
Bernard Perron (Montreal) stellte in seinem Vortrag “The Magic Circle(s) of Gameplay” ein modifiziertes Modell des Magic Circles vor, das im Wesentlichen auf der Idee basiert, den (statischen) “circle” als (dynamischen) “cycle” zu denken, genauer: als Spirale, also verzeitlichte Kreisbewegung. Im Hintergrund steht dabei das Modell der hermeneutischen Zirkels von Gadamer – damit ist ein interessanter bildungstheoretischer Bezug gegeben, der sich diskutieren ließe. Perron sieht dabei 3 ineinander verschachtelte Spiralen (visualisiert als 3 ineinandergesteckte Kegel unterschiedlicher Größe):
Die erste Spirale setzt mit dem Start der Software ein; je nach Vorkenntnissen sind hier bereits Erfahrungen vorhanden, doch grundsätzlich gibt es ein Dazulernen über das Gameplay im heuristischen Zirkel. Nächste Stufe (je nach Spiel unterschiedlich ausgeprägt) ist das hineingeraten in eine Narration, die sich während des Spielens zunehmend auf der Verständnisebene (heuristisch) erschließt. Die hermeneutische Spirale bezieht sich auf das Erschließen von Bedeutungen, gemeint (wenn ich Perron richtig verstanden habe) als sukzessiver Aufbau oder Konstruktion der Spielbedeutung (imaginäre Konstruktion einer Perspektive auf das Spiel). Perron differenzierte verschiedene Spieltypen anhand verschiedener ineinandergeschobener Kegel (Spiele mit geringer Narration vs. großem Narrationskegel, etc.). [Man kann sich fragen, was solche Visualisierungen letztlich aussagen sollen, aber möglicherweise hat das Modell selbst auch einen eher heuristischen Wert. Der Originalitätswert der Präsentation scheint mir eher darin zu liegen.]
Der dritte Vortrag des Vormittags, gehalten von John Richard Sageng (Oslo) stellte – aus philosophisch-ontologischer Perspektive – die Frage, ob Avatare [„real“] handeln können. Die ontologische Frageform ist allerdings eher ein alter und abgelegter Hut (schade; der Vortragstitel klang spannend), aber es kann vielleicht nicht schaden, wenn man einen weiteren philosophischen Nachweis dafür hat, dass Handeln in Virtuellen Umgebungen nicht “virtuelles Handeln”, sondern ein ggf. andersartiges “reales” Handeln ist. Man merkt hier bereits: eine solche Argumentation braucht man ausschließlich für die Auseinandersetzung mit ontologischen Realisten alten Schlages (die noch zu wissen meinen, was “Realität” ist); wer bereits in der Postmoderne angekommen ist, benötigt Sagengs Hilfe eigentlich nicht mehr.
In diesem Sinne weist Sageng auf die üblich umständliche Art analytischer Philosophen nach, dass Handlungen in virtuellen Welten nicht nach einem bildorientierten oder virtualitätszentrierten Verständnis zu erschließen sind, sondern unter einem “reference shift account” verstanden werden müssen – d.h., sie sind nicht nur Abbildungen und Simulationen von Handlungen, sondern Handlungen, die mit einer anderen Objektsorte zu tun haben. Diese Sorte Handlungen nennt Sageng “c-happenings”; “virtuelles” Schießen ist also ein “c-shooting”. Er differenziert dann drei Arten von c-Happenings: solche, die nur in virtuellen Umgebungen existieren (z.B. “”strafing”, seitliches Gehen), solche, die vorgeben, Handlungen zu sein (“Gehen”), und schließlich solche, die unmittelbar Handlungen wie im “real life” sind, so z.B. Diebstahl, Sprechakte (Beleidigungen). [Gerade der letzt Punkt zeigt, dass der Vortragstitel trügt, denn es ist wohl nicht der Avatar, der stiehlt und Sprechakte vollzieht.] Damit zum Vortrag von
Jesper Juul: „Who Made the Magic Circle? Seeking the Solvable Part of the Game-Player-Problem“ (Keynote)
Der „Magic Cirlce“ ist eine Vorstellung, die sich aus der Parallelisierung von Ritual und Spiel im Anschluss an Huizinga ergibt, und die in Bereichen wie Gamedesign und Gamestudies bis heute zentralen Stellenwert innehat. Nichtsdestotrotz wird die Vorstellung, dass das Spiel einen klar gegen den Alltag abgegrenzten Inklusionsbereich mit gänzlich eigenen Regeln eigener „performativen Magie“, zunehmend als problematisch empfunden. – Nachvollziehbar, wenn das Spielen zunehmend zu einer alltagskulturellen eingebetteten Praxis und auch „Mikropraxis“ (Casualgames wie Mobile Games, Flashgames, Facebook Games) wird.
Juuls Titel stellt die Frage, wer eigentlich diesen „magischen Zirkel“ erschaffen hat – die Spieler, oder die Spieltheoretiker? Er beantwortet sie mit einem Kommentar eines Spielers: die kategorische Trennung der Spiele von anderen Aspekten des sozialen Lebens sei ein „sick approach“. Vielfach, so Juul, würden Spieler selbst die Grenzen des Spiels aushandeln – das Spiel erscheint aus dieser Perspektive folglich stark sozial kontextualisiert.
Um diese Kontextualisierung in den Blick zu nehmen, schlägt Juul vor, die „Circle“-Metapher gegen die Vorstellung eines Puzzles zu ersetzen: Das digitale Spiel als Puzzlestück, welches von den Spielern jeweils passend zu einem sozialen oder Handlungskontext ausgewählt wird (bspw. nach Maßgabe der zur Verfügung stehenden Zeit).
Andere Aspekte bilden also andere Stücke eines Puzzles. Dazu gehören einerseits ganz pragmatische Aspekte:
räumliche Anforderungen,
zeitliche Bedingungen,
Hardware-Voraussetzungen,
aber auch motivationale Voraussetzungen:
Wunsch (desire), zu gewinnen,
Wunsch, nach einer „Spiel-Balance“(die wichtiger sein kann als der Wunsch zu gewinnen; bspw. bewerten Spieler Spiele, in denen sie auch verlieren, positiver als solche, in denen sie nur gewinnen),
Wunsch nach Einbettung in den sozialen Kontext (der Wunsch zu gewinnen kann sich je nach Mit-/Gegenspieler unterschiedlich auswirken, z.B. beim Spiel gegen Kinder; die Bedeutung des Spiels geht über dieses hinaus, da bzw. insofern eine soziale Einbettung „out-of-the-game“ besteht),
sowie soziale Aspekte:
Anschluss an soziale Bedeutungswelten („attaching social meaning“) – ein Spiel kann viele Anschlussstellen („interfaces“) zu Spielern und Kontexten aufweisen, so z.B. die Nintendo Wii (Juuls bringt hier eine interessante Grafik, welche die Verschränkung des fiktionalen Spielraums hinter dem Bildschirm und des „Player Space“ vor dem Bildschirm mittelt des „Screen Space“ [der damit als Medium der strukturellen Kopplung fungiert], visualisiert),
Aspekte der Geschmackswahl [Habitus], sowie schließlich
ein Wissen um Konventionen.
Die Spieler, so Juul, wählen jeweils ein Spiel, das in diese komplexen Kontextbedingungen hineinpasst (daher die Puzzle-Metapher), oder aber sie modifizieren ein Spiel entsprechend. Einige Spiele (z.B. Casual Games) lassen sich leichter einpassen als andere (WoW). Einige Spieler/Kontexte sind flexibler als andere (nicht jeder hat Zeit für aufwändige Spiele).
Klassische Fragen der Gamestudies erscheinen von diesem Modell ausgehend in neuer Perspektive:
Juuls Schlussfolgerungen:
Es muss eine integrierte Perspektive auf Spiele und Spieler angewandt werden
Die Perspektive einer uniformen Sichtweise („magic circle“) auf Spiele sollte durch die Perspektive eines „detailed interface“ (die „puzzle pieces“) zwischen dem Spiel und seinem Kontext ersetzt werden.
Zur Frage des „Solvable Part of the Game-Player-Problem“ (Untertitel des Vortrags):
nicht lösbare Fragen:
Determiniert das Spiel oder die Spieler wie ein Spiel gespielt wird?
Wie durchlässig ist der „magic circle“?
lösbare Fragen:
How does a game interface with contexts? [„interface“ als Verb nicht gut übersetzbar]
How does a specific context interface with games?
[Meine Gedanken dazu:
Der starke Kontextualismus des von Juuls propagierten Ansatzes mit der Dekonstruktion des „Magic circle“ zielt letztlich wohl auf einen veränderten Begriff des Spiels als Forschungsobjekt (der Game Studies). Nach Juuls müssten wohl die verschiedenen „Kontexte“ immer mit untersucht werden; wenn nicht explizit (z.B. ethnographisch), dann zumindest als Interpretationshorizont von Spielanalysen (also als Leitfaden für heuristische oder strukturale Spielanalysen) – das wäre eine logische Konsequenz aus der Tatsache, dass Spiele keine i.S. des „magic circles“ abgegrenzten geschlossenen Systeme darstellen.
Interessant ist dies sicher insofern, als man auf einer solchen Basis für verschiedene Strukturaspekte oder -ebenen von Spielen (Visualität, Interface, Navigation, Narration, Interaktion etc.) zu differenzierenden Aussagen im Hinblick auf die von Juuls reklamierten Kontexte gelangen kann.
Fußnote: Dass die Entgrenzung von Spielen in den sozialen Raum hinein in der klassischen Ludologie nicht im Vordergrund stand, lag nicht zuletzt an einer starken Parallelisierung des Spiels mit dem Ritual, das ja traditionell auch immer als klar abgegrenzt (Liminalität) galt. Im Kontext der neuen Ritualforschung aber zeigte sich bereits eine Erosion dieser klaren Grenzziehung. In unseren Forschungen zu LAN-Parties, also einem Schnittfeld von Spiel-Event und sozialem Ritual, stellte es einen zentralen Befund dar, dass diese Form sozialer Rituale nur sehr schwache Grenzmarkierungen aufweist. Es mag also sein, dass auch soziale Rituale sich zunehmend nicht mehr so deutlich vom „Alltag“ trennen lassen, weil diese stärker integriert werden und dabei einen säkularisierten, „casual“-Charakter annehmen (und analog der Puzzle-Metapher ebenfalls nach „Passung“ ausgewählt und in den Alltag integriert werden).]
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Ich möchte Studierende und die werten KollegInnen auf den Service Yovisto.com (”formerly known as Osotis”) aufmerksam machen, der ausschließlich für akademische Präsentationen und Vorlesungen gedacht ist. Das Konzept erscheint mir sehr gut; die Seite ist bis auf einige Kleinigkeiten gut umgesetzt und bietet folgendes:
Yovisto bietet sehr spannendes Material (hauptsächlich, aber nicht nur aus dem IT-Bereich). Es ist damit für Studierende hochinteressant, aber auch für Unis, die bereits über ein audiovisuelles Videoarchiv verfügen. Insbesondere die Möglichkeit, auf Uniservern liegende Videos zu verlinken und global auffindbar zu machen, ist hochinteressant, denn hierbei ist das Risiko gering, falls Yovisto (eine GbR der Informatiker Harald Sack und Jörg Waitelonis, beide Uni Jena) sich langfristig nicht am Markt halten sollte. Die besondere Chance für die Unis liegt in der Reichweite und Außenwirkung, die der Service entfalten könnte, sollte er sich etablieren; im Konkurrenzkampf um die besten Studierenden könnte ein solches Angebot, insbes. im IT- und Medienbereich, eine gewisse Rolle spielen.
Gut wäre es natürlich, wenn das Einstellen per Link von öffentlich verfügbaren Uni-Videos allen, nicht nur den Besitzern, erlaubt wäre, so dass Studierende ihre Lieblingsvorlesung dort anderen empfehlen können. Erfahrungsgemäß wird es eher nicht so sein, dass die Unis selbst ihr Material dort auf breiter Basis einstellen (denn das kostet Personalressourcen, also Geld). Möglicherweise könnten Universitäten das über die Nutzungsbedingungen der von ihnen gehosteten Videos regeln. Soweit ich darüber Näheres weiß, werde ich es an dieser Stelle bekanntgeben.
Soweit ich sehe, lassen sich die Videos nicht in externe Seiten einbetten – was bei Youtube & Co. Standard ist, wäre hier vielleicht zuviel verlangt, denn so ein Nischenangebot braucht mittelfristig ein tragfähiges Geschäftsmodell. Was wirklich fehlt, ist eine Kommentierungsmöglichkeit (bisher ist nur ein Sterne-Bewertungssystem implementiert). Auf jeden Fall wünsche ich Yovisto aka Osotis V. 2.0 einen guten Start und viel Erfolg!
Derzeit in den dt. a-Blogs zu finden ist ein 35-minütiger Film über Web 2.0, der von Studierenden der Hochschule der Medien Stuttgart erstellt wurde. Der Film ist durchaus sehenswert, wenn man auch nicht erwarten sollte, dass das Phänomen Web 2.0 umfassend abgehandelt würde. Sehr schön ist der Einstieg mit einem Barcamp, eine Form der sog. Unconference, die hierzulande immer noch zu wenig bekannt ist (ich würde damit gern mal im Kontext des Studiengangs Medienbildung experimentieren, also falls jemand sich dafür ebenfalls interessiert, bitte melden …).
Inhaltlich bietet der Film Folgendes: Web 2.0-Barcamp (5 min), Blogging/Blogosphere (5 min), Web 2-Startups (10 min; Interviews u.a. mit Spreadshirt-Gründer Gadowski), Web 2.0, Perspektiven und Tendenzen (Interview mit O’Reilly und anderen im Kontext der Web 2.0-Expo (2007?), Aussichten zu Web 2.0 im Kontext mobilen Web-Zugriffs).
Man sieht, ein thematischer “mixed bag”, der das komplexe Phänomen Web 2 erst gar nicht in den Griff zu bekommen versucht (insofern ist der Titel etwas irreführend), der jedoch durch die vielen Interviews mit bekannten Figuren der Web 2-Szene einige Einblicke vermittelt: Klar wird dabei, dass “Web 2.0″ etwas ist, das gemeinsam “gemacht werden muss”, eine Angelegenheit im Schnittfeld von Sozialität und Ökonomie.
Seit einigen Monaten versuchte ich, Hans-Josef Wagner zu erreichen, um diesen ausgewiesenen G.H. Mead-Experten für einen Beitrag in einem Sammelband zu Klassikern der Identitätsfoschung zu gewinnen. Ein zurückgekommener Brief, ein offenbar nicht abgehörter Anrufbeantworter, ausbleibende Reaktionen auf Mails – Wagner schien extrem schwer erreichbar, was für einen Privatdozenten recht ungewöhnlich ist. Auch Kollegen und Verlage konnten mir nicht weiterhelfen.
Auf der gestrigen Mitgliederversammlung des DGfE-Kongresses fanden wir schließlich zu unserer großen Betroffenheit seinen Namen auf der Liste der im letzten Jahr verstorbenen Mitglieder. Hans-Josef Wagner ist im Alter von 57 Jahren verstorben. Ich möchte an dieser Stelle einen ersten Beitrag zum Gedenken an unseren Kollegen leisten, zudem aber auch in dieser medialen Form dafür sorgen, dass andere, die etwa wie ich im Web nach PD Dr. Hans-Josef Wagner suchen, hier von seinem Ableben erfahren.
Ich kannte Wagner nicht persönlich, war jedoch von seinen Arbeiten zu George Herbert Mead – so etwa seine Habilitation „Strukturen des Subjekts“ – in hohem Maße beeindruckt. Seine (zunehmend) der Objektiven Hermeneutik verpflichteten Arbeiten zeichnen sich durch theoretischen Bezugsreichtum, durch Tiefe und gedankliche Gründlichkeit aus – Eigenschaften, die im schnellebigen Publikationsbetrieb heutiger Tage eher selten geworden sind.
Wagners Anliegen war es, eine „neue systematische Theorie der Sozialisations- bzw. Bildungsprozesse des Subjekts zu entwerfen “ (so schreibt er im zweiten Band seines Entwurfs einer „Strukturalen Sozialisationstheorie“). Statt einer Diskussion mit dem Autor wird es uns nun überlassen sein, sein theoretisches Vermächtnis zu sichten und zu würdigen.
Wo doch gerade alles über OpenAccess redet … meine Dissertation Bild - Medium - Realität. Die Wirklichkeit des Sozialen und die Neuen Medien (Freie Universität Berlin, 2004) ist jetzt als Volltext downloadbar: Link. Ich muss zugeben bzw. warnen, dass der Text doch ziemlich viele Tippfehler etc. enthält, da die Diss. damals in Windeseile fertig gestellt werden musste (aufgrund des Wechsels zur OvGU Magdeburg).
Ich hatte dieses Typoskript vorläufig als Mikrofiche veröffentlicht. Eine verbesserte und überarbeitete Fassung (die in ihrer Gesamtstruktur deutlich lesbarer ist), ist im letzten Jahr im transcript-Verlag erschienen (Link). Der Band wurde im letzten November von keinem Geringerem als Siegfried J. Schmidt in der ZS “Publizistik” recht wohlwollend rezensiert, worüber ich mich natürlich maßlos gefreut habe … hier der SpringerLink (nix OpenAccess = erfordert ein Abo, ist aus Uni-Netzen aber zumeist erreichbar).
First Monday is a peer reviewed online-journal (since 1996), dedicated to internet studies. Here’s the TOC of the newest issue (13/3):
Preface: Critical Perspectives on Web 2.0 HTML Michael Zimmer Market Ideology and the Myths of Web 2.0 Abstract HTML Trebor Scholz Web 2.0: An argument against convergence Abstract HTML Matthew Allen Interactivity is Evil! A critical investigation of Web 2.0 Abstract HTML Kylie Jarrett Loser Generated Content: From Participation to Exploitation Abstract HTML Søren Mørk Petersen The Externalities of Search 2.0: The Emerging Privacy Threats when the Drive for the Perfect Search Engine meets Web 2.0 Abstract HTML Michael Zimmer Online Social Networking as Participatory Surveillance Abstract HTML Anders Albrechtslund History, Hype, and Hope: An Afterward HTML David SilverThemes seem to be the ‘usual suspects’ (crowdsourcing, cybercapitalism, privacy, surveillance); anyway, it’s always important to keep a critical view and the contributors are great, so I’m excited to read this issue. I’m especially curious why interactivity should be “evil” . . .
Ein kurzer Bericht über den interaktiven Gastvortrag, den Michael Lange heute in Second Life gehalten hat: Nach den üblichen technischen Schwierigkeiten (einige Zuhörer waren zum ersten Mal im Second Life, sodass die Voicechat-Funktion bei vielen zuerst nicht aktiviert war) konnten wir mit leichte Verzögerung beginnen. Herr Lange gab zunächst eine Einführung in die vielfältigen Möglichkeiten der Avatar-Gestaltung in Second Life; anschließend bekamen die TeilnehmerInnen die Gelegenheit, Schritt für Schritt die Optionen der Avatar-Gestaltung in der Praxis anzuwenden, was, erwartungsgemäß, mit sichtlichem Vergnügen verbunden war. Dass in den zwei Stunden gerade einmal grundlegende Aspekte behandelt werden konnten, komplexere Themen wie die Steuerung von Gesten oder gar die Applikation neuer Gesten nicht zur Sprache kommen konnten, belegt ein weiteres Mal die bereits im Seminar Avatare gemachte Erfahrung, dass man es hier mit einer hoch komplexen visuellen und interaktiven Technologie zu tun hat.
In jedem Fall war es eine sehr interessante Erfahrung, einmal eine seminarähnliche Situation in Second Life mitzuerleben. Würden nicht die technischen Zugangshürden bestehen, so wäre es durchaus vorstellbar, diese virtuelle Welt öfter zu Lehr- und Präsentationszwecken zu verwenden.
Der Vortrag wurde aufgezeichnet und wird in Kürze an dieser Stelle zur Verfügung gestellt. An dieser Stelle noch einmal einen herzlichen Dank an Michael Lange für seinen schönen Vortrag.
Am Donnerstag, dem 13.3.2008, 10-12 Uhr wird der (meines Wissens) erste öffentliche Gastvortrag der Otto-von-Guericke-Universität in Second Life stattfinden. Der Gastvortrag findet im Rahmen meines „Avatare“-Seminars vom letzten Wintersemester statt. Michael Lange vom Portal „Bildung in Second Life“ wird über die Möglichkeiten der Avatargestaltung in dieser virtuellen Welt berichten. Es wird anschließend Gelegenheit geben, sich über Avatare und über andere Themen rund um Second Life auszutauschen.
Alle Interessierten (nicht nur die TeilnehmerInnen des Seminars) sind herzlich eingeladen, daran teilzunehmen. Es ist dazu natürlich nötig, vorher einen (kostenlosen) Second Life-Account zu eröffnen und die Software zu installieren. Neulinge sollten sich auf jeden Fall vorher 20 min. Zeit nehmen und sich zunächst auf dem “Orientation Island” umschauen (man landet dort automatisch nach dem ersten Einloggen).
Wir treffen uns am Donnerstag um kurz vor 10 Uhr in der Sandbox der „European University II“. Der Ort ist über folgende Second Life-URL (SLurl) erreichbar: http://slurl.com/secondlife/European%20University%20II/230/30/25.
The IJIS is a promising new open access journal. Here’s the TOC of the recent (second) issue:
Volume 2, Issue 1 (2007)
Ulf-Dietrich Reips & Uwe Matzat:
Web 2.0, Internet 2.1? (Editorial)
Articles
Ursula Szillis & Dagmar Stahlberg:
The Face-ism Effect in the Internet: Differences in Facial Prominence of Women and Men
Marion Wittchen, Daniel Schlereth & Guido Hertel:
Social Indispensability in Spite of Temporal and Spatial Separation: Motivation Gains in a Sequential Task During Anonymous Cooperation on the Internet
Eulàlia Puig-i-Abril & Hernando Rojas:
Being Early on the Curve: Online Practices and Expressive Political Participation
Sabina B. Gesell, Maxwell Drain, Paul A. Clark & Michael P. Sullivan:
Test of a Web and Paper Employee Satisfaction Survey: Comparison of Respondents and Non-Respondents
Tse-Hua Shih & Xitao Fan:
Response Rates and Mode Preferences in Web-Mail Mixed-Mode Surveys: A Meta-Analysis
Book Review
Mark D. Griffiths:
Internet Psychology, a Very Personal Reflection: The Oxford Handbook of Internet Psychology
In case you missed it, you may also want to take notice of the recent issue of the JCMC on social network sites: http://jcmc.indiana.edu/vol13/issue1/.