Schlagzeilen

Technologietransfer im Maisfeld

22.05.2017 -

Ingenieure der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg forschen an einem Elektrofahrzeug, das den Landwirten die Schädlingsbekämpfung erleichtert. Jun.-Prof. Stephan Schmidt vom Institut für Mobile Systeme entwickelte zusammen mit seinem Team einen sogenannten Leichtstelzenschlepper, eine Art Hebebühne auf Stelzen und Rädern. Damit können die Maisbauern über die meterhohen Maispflanzen hinwegfahren und das biologische Schädlingsbekämpfungsmittel aufbringen.

Der Landwirt könne auf diese Weise eine Fläche von bis zu 24 Hektar pro Stunde bearbeiten, erklärt Schmidt. „Der Leichtstelzenschlepper ist darüber hinaus kostengünstiger und – wie der Name schon sagt – sehr leicht. Dadurch kann er sogar auf einem PKW-Anhänger von Feld zu Feld transportiert werden“, so der Maschinenbauer weiter. Zudem laufe die Erfindung über einen reinen Elektroantrieb; das spare zusätzliche Kosten und schone die Umwelt.

Bild vom Stelzenschlepper bei Einfahrt ins Maisfeld (c) Biocare GmbH
Der Stelzenschlepper bei der Einfahrt ins Maisfeld.

Forschungsarbeit für die Wirtschaft

Die Ausbringung von Schädlingsbekämpfungsmitteln, sogenannten Trichogramma, in Maisfeldern sei ein „Knochenjob“: „Der Landwirt kämpft sich durch das 1,80 Meter hohe Feld und hängt alle fünf Meter ein Kärtchen an die Pflanzen, ähnlich einem Türanhänger für Hotelzimmer“, erläutert Jun.-Prof. Schmidt. „Etwas leichter geht es mit einem pneumatischer Kugelstreuer, intern auch „Wespenkanone“ genannt. Dieser schießt per Luftdruck kleine Kügelchen mit den Trichogramma in das Feld. Das Gerät muss aber noch immer über den Acker transportiert werden.“ An diesem Punkt haben die Wissenschaftler angesetzt und ein Fahrzeug zur Ausbringung entwickelt.

Finanziert wurde das Projekt durch die Firma Biocare, einem Hersteller für biologische Pflanzenschutzmittel, die die Universität Magdeburg als Partner dieses Technologietransfers mit der Entwicklung beauftragt hat.

„Nach 10 Monaten Forschung haben wir einen ersten Prototyp entwickelt, der bei den Landwirten bereits auf großes Interesse stieß“, so Schmidt. Serienreif sei die Entwicklung indes noch nicht. „Wir arbeiten intensiv an den Schwachstellen. So muss der Aufbau des Leichtstelzenschleppers künftig noch schneller gehen und er muss durch automatische Fahrfunktionen anwendungsfreundlicher werden“, erklärt der Wissenschaftler. Dazu arbeiten er und sein Team der Universität Magdeburg mit Partnern der regionalen Industrie, wie der F-A-G Fahrzeugwerk Aschersleben GmbH und dem Automatisierungsunternehmen Ematik GmbH aus Magdeburg, zusammen.

 

Bilder zum Download:

Bild 1 // Quelle: Biocare GmbH // Bildunterschrift: Der Stelzenschlepper bei der Einfahrt ins Maisfeld.

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Das war der Super-Samstag 2017

22.05.2017 -

Alumni-Wochenende, campusdateLIVE, Lange Nacht der Wissenschaft und Radiokonzert - am Samstag, dem 20. Mai, war nicht nur in ganz Magdeburg reichlich los, sondern auch an der Universität. Vier Veranstaltungen lockten mehrere Tausend Besucher und Besucherinnen aus Magdeburg und Umgebung auf den Campus - angefangen vom Treffen ehemaliger Studierender, die ihre silbernen und goldenen Diplome in Empfang nahmen über Studieninteressierte, die sich beim campusdateLIVE über die Uni schlau machten bis hin zu wissbegierigen Familien, die bei der Langen Nacht der Wissenschaft hinter die Türen der Forschungslabore schauten. Zum Abschluss des Super-Samstags kamen dann auch noch Musikbegeisterte beim GuerickeFM-Radiokonzert mit der Band You&Me auf ihre Kosten.

 

Alumni-Wochenende der Universität Magdeburg

Alumni-Wochenende an der Universität Magdeburg

Alumni-Wochenende an der Universität Magdeburg 2

 

campusdateLIVE - Studieninfotag der Universität Magdeburg

CampusdateLIVE Studieninfotag an der Uni Magdeburg

CampusdateLIVE Studieninfotag an der Uni Magdeburg 3

CampusdateLIVE Studieninfotag an der Uni Magdeburg 2 

Lange Nacht der Wissenschaft Magdeburg

Lange Nacht der Wissenschaft

Lange Nacht der Wissenschaft 2

Lange Nacht der Wissenschaft 3

 

GuerickeFM-Radiokonzert an der Universität Magdeburg

GuerickeFM Radiokonzert auf dem Campus der Universität Magdeburg

GuerickeFM Radiokonzert auf dem Campus der Universität Magdeburg 2 

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1 Studiengang, 2 Länder und 2 Abschlüsse

17.05.2017 -

Wirtschaftsingenieurstudierende der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg können nach erfolgreich absolvierten Masterprüfungen künftig auch das Zeugnis der Freien Universität Bozen/Italien erhalten, Bozener Studierende im Gegenzug auch das der Magdeburger Alma Mater.

Dazu haben die Rektoren beider Einrichtungen Anfang dieser Woche in Bozen eine Kooperation vereinbart. Diese sieht für Studierende jeweils mindestens ein Semester an der Partneruniversität vor, wofür nach Studienende ein Doppelabschluss, ein sogenanntes Double Degree, verliehen wird. Ihre Masterarbeit können die Studierenden, je nach Wunsch, in Magdeburg oder in Bozen anfertigen. Diese wird von jeweils einem Professor oder einer Professorin jeder der Universitäten betreut. Es wird erwartet, dass etwa 20 Studierende beider Länder dieses Angebot ab Beginn des kommenden Wintersemesters nutzen. Grundlage der Zusammenarbeit sind die englischsprachigen Masterstudienangebote beider Maschinenbaufakultäten.

Rektoren der Universitäten Bozen und MagdeburgDie Rektoren der Universität Bozen, Prof. Paolo Lugli (li.) und Magdeburg, Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan

„Für die Otto-von-Guericke-Universität gehört die internationale Vernetzung zu einem wesentlichen strategischen Ziel“, so ihr Rektor, Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan, im Anschluss an die Vertragsunterzeichnung. „Es freut mich deshalb besonders, dass wir neben unseren Kontakten nach Osteuropa, Asien oder Übersee durch die Kooperation mit der Freien Universität Bozen auch unsere europäischen Kontakte intensivieren.“

Der Rektor der Freien Universität Bozen, Prof. Paolo Lugli, ergänzte: „Dieser internationale Studiengang stellt eine exzellente Möglichkeit dar, unser Studienangebot zu erweitern, denn für Südtirol ist der Bedarf an Absolventen in den Ingenieurwissenschaften ungebrochen hoch.“

Weitere Kooperationen möglich

Die Vertragsunterzeichnung fand am Montag, den 15. Mai 2017, in der Freien Universität Bozen statt. Der Magdeburger Rektor, Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan, wurde vom Studiengangsverantwortlichen der Fakultät für Maschinenbau, Prof. Dr.-Ing. Hartmut Zadek, und vom Dekan der Fakultät für Maschinenbau, Prof. Dr. rer. nat. Michael Scheffler, begleitet. Als Dekan und Mitverantwortlicher für etwa 2.000 Studierende an der Universität sieht er großes Potenzial für weitere Kooperationen mit den Südtiroler Kollegen: „Angeregt durch dieses Double-Degree-Abkommen auf dem Gebiet der Logistik werden wir Gespräche führen und ausloten, inwieweit ein solches Abkommen auch für den Studiengang Maschinenbau möglich ist. Wir sehen darüber hinaus hervorragende Möglichkeiten, neben der Lehre auch in der Forschung mit unseren Südtiroler Kollegen zusammenzuarbeiten.“

 

 

Der Studiengangsverantwortliche, Prof. Dr.-Ing. Hartmut Zadek, hob die mit der Kooperation verbundenen Möglichkeiten für die Studierenden hervor. „Das Double-Degree-Abkommen für den Studiengang Wirtschaftsingenieur Logistik ist für die Studierenden beider Universitäten eine klare Bereicherung und bringt interkulturelle Erfahrungen.“

Zukünftig soll die Kooperation der Logistik-Lehrstühle beider Universitäten über die Lehre hinaus auch zu gemeinsamen Forschungsvorhaben auf EU-Ebene führen.

 

Bilder zum Download:

Bild 1 // Quelle: Isabella Voltolini, Universität Bozen // Bildunterschrift: Die Rektoren der Universität Bozen, Prof. Paolo Lugli (li.) und Magdeburg, Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan

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FAKE NEWS - kann man lernen, damit umzugehen?

16.05.2017 -

Fake News, also bewusst lancierte Falschmeldungen in den klassischen Medien und sozialen Netzwerken, stehen am 31. Mai 2017 im Mittelpunkt der streitBAR der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg.

Bild Fake News (c) Panchenko Vladimir_shutterstockFoto von Panchenko Vladimir / shutterstock

Neben den laufenden gesellschaftlichen Debatten zum Thema ist ein studentisches Projekt der Medienwerkstatt der Universität Magdeburg Anlass für die Veranstaltung. Die Aktion #FindetFinja hat in den vergangenen vier Wochen durchaus kontroverse Diskussionen in Gang gesetzt und die Gemüter bewegt: Eine Gruppe zukünftiger Medienbildnerinnen und Medienbildner hat bewusst mit der Verbreitung von Fake News gearbeitet, um herauszufinden, wie Menschen reagieren, wenn sie zum Ziel einer Falschmeldung werden. Die Ergebnisse des Experiments sind vielschichtig und sollen nun öffentlich diskutiert werden.

Im Podium der streitBAR sitzen:

  • Johannes Fromme, Professor für Erziehungswissenschaftliche Medienforschung und Medienbildung
  • Stefan Iske, Professor für Pädagogik und Medienbildung
  • Karim Sadrieh, Professor für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere E-Business
  • Jana Richter, Leiterin der Medienwerkstatt der Universität

 

WAS: Fake News – Kann man lernen damit umzugehen?; Öffentliche Diskussion in der streitBAR der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
WANN: 31. Mai 2017, 19:00 bis 21:00 Uhr
WO: Campus Service Center der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Gebäude 1, Universitätsplatz 2, 39106 Magdeburg

 

Die interessierte Öffentlichkeit ist herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Die streitBAR ist ein Veranstaltungsformat der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Unterschiedliche Themen aufgreifend, gibt die streitBAR Raum für den öffentlichen Diskus und unterstreicht die Bedeutung der Universität Magdeburg als Ort des freien Meinungsaustausches. Die Veranstaltung wird für das Universitätsradio Guericke FM aufgezeichnet.

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Wie Luther auch Geschlechtergeschichte schrieb

12.05.2017 -

Hat Martin Luther durch seine Ehelehren die Rollen von Männern und Frauen, Müttern und Vätern und die Vorstellungen von deren Zusammenleben neu definiert und bis in die Gegenwart geprägt? Begann mit dem Thesenanschlag auch eine Gender-Reformation?

Diese zentralen Fragen stehen im Mittelpunkt einer internationalen Tagung, die vom 29. Juni bis 1. Juli 2017 an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und als deren Beitrag zum Reformationsjubiläum stattfindet. Unter dem Titel „Glaube und Geschlecht – Gender Reformation“ setzen sich renommierte Experten und Expertinnen aus Kirchen- und Rechtsgeschichte, Geschichtswissenschaft, den Sozial- und Islamwissenschaften, Philosophie und des Kirchenrechts mit diesem wenig beachteten und doch prägenden Aspekt der Reformationsgeschichte auseinander. Zu den Vorträgen werden über 100 Gäste aus Deutschland, der Schweiz, England und Österreich auf dem Campus erwartet.

 

WAS: „Glaube und Geschlecht - Gender Reformation“, Internationale Tagung der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg zum Reformationsjubiläum
WANN: 29. Juni bis 1. Juli 2017
WO:

29. Juni 2017, 17.00 bis 19.00 Uhr Kaiser-Otto-Saal, Kulturhistorisches Museum, Otto-von-Guericke-Straße 68 - 73, 39104 Magdeburg

30. Juni und 1. Juli 2017, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Senatssaal, Gebäude 05, Raum 205, Universitätsplatz 2, 39106 Magdeburg

 

Die Bedeutung der Reformation für die heutige Zeit

Die Tagung setzt sich intensiv mit den bis heute wirkenden Wechselbeziehungen zwischen Glaube und Geschlecht auseinander und hinterfragt die durch Religion begründeten und zugewiesenen Rollen von Männern und Frauen, ihre gesellschaftlichen Aufgaben und Lebenswege.

„Aus unterschiedlicher Perspektive werden wir - ausgehend vom protestantischen Frauen- und Männerbild - auch intensiv über die Wechselwirkungen von Glaube und Geschlecht in anderen Religionen wie dem Hinduismus, Buddhismus, Judentum und Islam diskutieren“, so die wissenschaftliche Leiterin und Organisatorin der Tagung, Prof. Eva Labouvie. „Die Diskussion über Möglichkeiten und Grenzen der Vereinbarkeit vor allem nichtchristlicher mit den Gesellschafts- und Geschlechterordnungen christlich geprägter europäischer Länder dürfte vor dem Hintergrund der jüngsten Migrationsbewegungen zu den aktuellsten Fragen der Gegenwart zählen und erlaubt zudem möglicherweise Einsichten zur Förderung eines toleranteren und respektvolleren Miteinanders verschiedener Religionen.“

Die Magdeburger Tagung leiste einen wichtigen Beitrag zum Reformationsjubiläum, so Labouvie weiter, indem sie die Frage nach der Bedeutung der Reformation für eine noch heute gültige Geschlechterordnung fokussiere. „Die Reformation wurde durch das religiöse Engagement der Laien getragen. Ein Aufbruch, der Frauen völlig neue Handlungsmöglichkeiten eröffnete und die Geschlechterordnung in den europäischen Ländern nachhaltig veränderte. Bei der Frage nach ‚Glaube und Geschlecht‘ handelt es sich um eine sehr grundlegende Perspektive, ohne die die Agenda des Reformationsjubiläums nicht vollständig wäre.“

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Studiengänge BWL, VWL und Wirtschaftsinformatik gehören zu den Besten

09.05.2017 -

Die Studienfächer Betriebswirtschaftslehre BWL, Volkswirtschaftslehre VWL und Wirtschaftsinformatik der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg gehören zu den Besten Deutschlands. Das bescheinigen Spitzenplätze im soeben erschienen Hochschulranking des Centrums für Hochschulentwicklung CHE.

Das Fach BWL platziert sich in den Kategorien „wissenschaftliche Veröffentlichungen“, „Abschluss in angemessener Zeit“ und „Unterstützung am Studienanfang“ in der Spitzengruppe. In den beiden letztgenannten Kategorien überzeugte auch das Fach VWL und gelangte im bundesweiten Vergleich auf eine Spitzenposition. Bestnoten gab es darüber hinaus für die „Internationale Ausrichtung“ des englischsprachigen Studienangebots der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft. In einer ersten Stellungnahme zeigte sich Prof. Karl-Heinz Paqué, Dekan der FWW, mit den Ergebnissen mehr als zufrieden. „Die jüngste CHE-Erhebung belegt einmal mehr, dass wirtschaftswissenschaftliche Forschung und Lehre in Magdeburg auf höchstem Niveau betrieben werden.“

Für das Studienfach Wirtschaftsinformatik der Universität Magdeburg gab es sogar Spitzenbewertungen in drei Kategorien: „wissenschaftliche Veröffentlichungen“, „Kontakt zur Berufspraxis“ und „Internationale Ausrichtung“.

Das CHE-Ranking ist das umfassendste und detaillierteste Studienranking im deutschsprachigen Raum. Jedes Jahr wird ein Drittel der Fächer neu bewertet. 2017 sind das BWL, Jura, Soziale Arbeit, VWL, Wirtschaftsinformatik, Wirtschaftsingenieurwesen, Wirtschaftsrecht und Wirtschaftswissenschaften. Mehr als 300 Universitäten und Fachhochschulen wurden dafür untersucht. Neben Fakten zu Studium, Lehre und Forschung umfasst das Ranking Urteile von Studierenden über die Studienbedingungen an ihrer Hochschule.

Die Ergebnisse des CHE-Hochschulrankings erscheinen heute, am 9. Mai 2017, im neuen ZEIT Studienführer 2017/18. Das vollständige Ranking ist darüber hinaus unter www.zeit.de/che-ranking abrufbar.

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Elektronische Helfer für mehr Sicherheit im Straßenverkehr

05.05.2017 -

Ein Forscherteam der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg arbeitet derzeit zusammen mit Kollegen aus ganz Europa daran, die Kommunikation zwischen dem Fahrer und dem Fahrer-Assistenzsystem effektiver und sicherer zu gestalten. Elektronische Helfer sollen künftig gefährliche Verkehrssituationen entschärfen oder gar vermeiden. Der Schlüssel dazu liegt in einer maßgeschneiderten automatisierten Interaktion zwischen Mensch und Maschine. Warn- und Interventionsstrategien basieren dann sowohl auf dem individuellen Zustand des Fahrers als auch auf Witterungs- und Straßenbedingungen sowie der aktuellen Gefahrenlage.

Zur Überwachung des Fahrerzustands wird ein Team um Prof. Dr. Andreas Wendemuth vom Institut für Informations- und Kommunikationstechnik der Universität Magdeburg den emotionalen Inhalt von akustischen Äußerungen, wie Sprache, Atemgeräusche, Stöhnen oder Gähnen im PKW und LKW analysieren, die dann – zusammen mit weiteren Informationen zum Fahrerzustand – unterstützende bis hin zu autonomen Reaktionen des Fahrer-Assistenzsystems zur Folge haben.

Bild zum Forschungsprojekt ADASandME

Nachdem Probanden im Fahrsimulator in verschiedene Gemütszustände versetzt wurden, beispielsweise durch stressige Verkehrssituationen, Ablenkungen im Fahrzeuginnern, Schlafmangel oder aggressives Fahrverhalten anderer Verkehrsteilnehmer werden ihre Geräusche durch hochempfindliche Richtmikrophone aufgenommen. Mittels Computermodellen werden diese Geräusche aus dem Fahrzeuginnenraum emotionalen Zuständen, wie müde, aggressiv oder aufgekratzt, zugeordnet.

Es folgen Realversuche auf extrem eintönigen LKW-Fahrten in Schweden sowie in sehr stressigen Fahrsituationen für PKW in Mitteleuropa. Aus den Daten werden Geräusche, Mimik, Körperhaltung und Bewegungen analysiert und damit Fahrerzustandsparameter errechnet. Die Daten selbst werden gelöscht und personenbezogene Informationen sind damit nicht vorhanden.

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Nach dem Abgleich aller erfassten Informationen soll dann das Fahrer-Assistenzsystem der neuen Generation physische oder psychische Beeinträchtigungen des Fahrers rechtzeitig erkennen und nicht nur davor warnen, sondern auch autonom reagieren können: Von der Aufforderung an den Fahrer, auf eine bestimmte Frage zu antworten bis hin zur Entscheidung, das Fahrzeug am Straßenrand anzuhalten.

„Diese autonome Reaktionsfähigkeit der Fahrer-Zustandsüberwachungssysteme kennzeichnet die neue Qualitätsstufe gegenüber bereits existierenden Assistenzsystemen“, so Prof. Andreas Wendemuth. „Im Ergebnis unserer Forschungen sollen adaptierte leistungsfähige Fahrer-Assistenzsysteme entwickelt werden, die Fahrerzustand, Situations- und Umweltkontext sowie adaptive Interaktion beinhalten, um automatisch den Grad der Kontrolle zwischen Fahrzeug und Fahrer einzustellen und somit eine sicherere und effizientere Straßenbenutzung zu gewährleisten.“

Das Forschungsprojekt wird von einem multidisziplinären europäischen Konsortium mit 30 Partnern in 11 verschiedenen Ländern durchgeführt und mit 9 Millionen Euro von der Europäischen Union gefördert.

 

EU-Emblem

Das Projekt wird gefördert durch das EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation Horizont 2020 (Grant Agreement Nr. 688900).

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Sachsen-Anhalts Unternehmen fit machen für Industrie 4.0

05.05.2017 -

Im Magdeburger Wissenschaftshafen wurde heute, am 3. Mai 2017, ein neues Wissenschaftszentrum eröffnet. Der REFA-Landesverband Sachsen-Anhalt e.V. gründet in Kooperation mit dem Fraunhofer IFF und der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg das »LiA – Leistungszentrum für intelligente Arbeitssysteme«.

Der Wissenschaftshafen der Landeshauptstadt erhält mit dem industrienahen Forschungs-, Entwicklungs- und Beratungszentrum weiteren kompetenten Zuwachs. Das LiA-Leistungszentrum für intelligente Arbeitssysteme soll Sachsen-Anhalts Unternehmen auf ihrem Weg in die digitalisierte Zukunft unterstützen. Es wird insbesondere arbeitsorganisatorische Lösungen aus einer Hand sowie ganzheitliche Serviceleistungen für Unternehmen, Dienstleistungen und Verwaltungen anbieten.

Hintergrund ist die voranschreitende Digitalisierung der Wirtschaft und die steigende Bedeutung von Industrie-4.0-Technologien. Viele kleine und mittlere Unternehmen in Sachsen-Anhalt stehen deshalb vor wachsenden technischen, personellen und planerischen Herausforderungen. Das neue Leistungszentrum für intelligente Arbeitssysteme »LiA« soll Unternehmen in Mitteldeutschland bei den notwendigen Anpassungsprozessen unterstützen und gemeinsam mit ihnen anwendungsbereite, individuell angepasste betriebliche Lösungen auswählen, deren Einführung vorbereiten und begleiten. Der Schwerpunkt liegt auf neuen Verfahren, Technologien und Methoden für intelligente Arbeitssysteme. Das betrifft beispielsweise die Integration digitaler Technologien in Ausbildungs-, Produktions- oder Logistikprozesse oder die Einbindung intelligenter automatisierter Assistenzsysteme zur Unterstützung der Mitarbeiter.

Zur vollständigen Pressemitteilung.

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Letzte Änderung: 25.04.2017 - Ansprechpartner:

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