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Erst 1993 gegründet, sucht die Fakultät neue Wege vor allem in der interdisziplinären Forschung zu beschreiten, ohne dabei die klassischen Fragen der Geistes- Sozial- und Erziehungswissenschaften zu vernachlässigen. So umspannen die hier betriebenen Forschungsprojekte den weiten Bogen von der Antikenrezeption Winckelmanns oder dem römischen Zollwesen bis hin zu aktuellen Problemen der Medientechnologie und den Möglichkeiten einer virtuellen Universität.
Besonderes Augenmerk verdienen interdisziplinäre Projekte, die zum Teil auch Einrichtungen anderer Fakultäten einschließen. Dies gilt insbesondere für den Forschungsschwerpunkt "Gesellschaftliche Transformation als Epochenbruch", der sich mit den Umwälzungen in den osteuropäischen Ländern nach 1989 befaßt. Beteiligt sind daher neben insgesamt acht Instituten der FGSE auch Einrichtungen der medizinischen und wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät.
Weitere Beispiele interdisziplinärer Zusammenarbeit bilden das "Zentrum für qualitative Bildungs-, Beratungs- und Sozialforschung" sowie ein von Psychologen und Politikwissenschaftlern betriebenes Projekt zum Thema "Jugendgewalt als Folge sozialer Desintegration". Für die nähere Zukunft bestehen zudem konkrete Pläne, die bereits existierende Zusammenarbeit vor allem des Instituts für Philosophie mit den Neurowissenschaften weiter auszubauen.
In der Lehre legen die Institute der FGSE besonderen Wert auf intensive Betreuung sowie einen direkten Kontakt zwischen Lehrenden und Studierenden. Bestätigt wurden diese Bemühungen vor kurzem in einem SPIEGEL-Ranking, in dem die Otto-von-Guericke-Universität bei einer Umfrage unter 12.000 Studenten an 81 deutschen Hochschulen einen hervorragenden vierten Platz erreichte.
Auch in er Lehre spielt überdies die Interdisziplinarität eine besondere Rolle. Fächerübergreifende Studiengänge sind dabei weder Konzession an den Zeitgeist noch Selbstzweck, sondern bereiten die Studierenden mit innovativen Lehrangeboten auf die gegenwärtigen und zukünftigen Anforderungen des Arbeitsmarktes vor.
So wurde etwa zusätzlich zu den bereits vorhandenen Angeboten zum Wintersemester 2001/02 der Studiengang "European Studies" von der FGSE zusammen mit der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät eingerichtet. Die Studierenden erwerben hier grundlegende Kenntnisse über die Kulturen, die Staats- und Sozialsysteme und nicht zuletzt auch über die Wirtschaft Europas und qualifizieren sich damit als "Europa-Manager" sowohl für den öffentlichen wie für den privaten Bereich. Ebenfalls im Wintersemester 2001/02 beginnt die Arbeit im Bachelor-Studiengang "Kultur, Wissen und Management", der von der Otto-von-Guericke-Universität zusammen mit der Universität Münster eingerichtet wurde.
Innovativ ist dieser Studiengang, der von der Bund-Länder-Kommission als Modellvorhaben gefördert wird, nicht nur durch seinen interdisziplinären Aufbau mit den Kernfächern Kulturwissenschaft, Wissensmanagement und Logistik, innovativ ist auch die hochschuldidaktische Konzeption, die den klassischen Universitätsunterricht mit Selbstlernphasen auf der Basis intelligenter elektronischer Medien verbindet.