Forschung an der Fakultät für Humanwissenschaften

Die fachliche Vielfalt und die thematische Vielfalt der zehn Institute der Fakultät für Humanwissenschaften spiegeln sich im Bereich der Forschung wider: Traditionell sind die Forschungsaktivitäten an den Lehrstühlen angesiedelt, sowohl als grundfinanzierte wie auch durch Drittmittel geförderte Projekte; zudem bestehen thematisch fokussierte, interdisziplinäre Kooperationen zwischen den Instituten (Forschungsbericht). Parallel dazu haben sich zwei Forschungsverbünde herausgebildet: Das Zentrum für Sozialweltforschung und Methodenentwicklung (ZSM) und das Zentrum für Transformationsforschung (ZTF). Beide Einrichtungen verstehen sich als Plattform für den Austausch von Forschungsergebnissen und die Vernetzung vorhandener Projekte sowie für die Entwicklung neuer, interdisziplinärer Vorhaben. Besonderer Wert wird auf die Nachwuchsförderung gelegt. Zudem werden Beratung und Dienstleistungen, etwa im Methodenbereich oder in Bezug auf die internationale Kooperationen für alle Interessierten angeboten und Kolloquien durchgeführt. Sowohl das ZSM als auch das ZTF haben eine lange, von einzelnen Hochschullehrern entwickelte und getragene Tradition, die bis in die 1990er Jahre zurückreicht. 2011 ist es gelungen, diese Einrichtungen als eigenständige Institutionen der Fakultät zu etablieren, die auch als Trägerin von Forschungsprojekten in Erscheinung tritt.

Zentrum für Sozialweltforschung und Methodenentwicklung (ZSM)

Das Zentrum für Sozialweltforschung und Methodenentwicklung (ZSM) ist eine interdisziplinäre und durch Einbeziehung der Medizin fakultätsübergreifende Einrichtung. Der forscherische Fokus gilt der Genese sozialen Handelns, der Sozialisation, Bildung und Professionalisierung, den Selbst- und Fremdidentitäten sowie den biografischen Verläufen. Im Vordergrund steht zudem die Methodenentwicklung, insbesondere im qualitativen Bereich, aber auch an der Schnittstelle von qualitativen und quantitativen Ansätzen. Diese Ziele werden konkretisiert in folgenden, dauerhaft angelegten Aktivitäten: Jährlich finden bundesweite Methodenworkshops und Tagungen für NachwuchsforscherInnen statt. Sie erfreuen sich einer überaus hohen Nachfrage. Das Graduiertenzentrum bietet zwei Promotionsstudiengänge an - Qualitative Bildungs- und Sozialforschung sowie Berufsbildung und Personalentwicklung. Auch hier ist die Beteiligung ausgeprägt. Das ZSM gibt zwei Buchreihen heraus (Studien zur qualitativen Bildungs-, Beratungs- und Sozialforschung; Medienbildung und Gesellschaft) sowie die Zeitschrift für qualitative Sozialforschung. Beispielhaft für die laufenden empirischen Studien sei auf das DFG-Projekt „Ärztliche Vermittlungs- und Beratungsmuster im Kontext lebensbedrohlicher Erkrankungen …“ verwiesen (http://www.forschung-sachsen-anhalt.de). Homepage des ZSM

Zentrum für Transformationsforschung (ZTF) 

Das Zentrum für Transformationsforschung (ZTF) untersucht die historischen und gegenwärtigen Transformationsprozesse in europäischen Gesellschaften. Das aus dem Universitätsschwerpunkten „Transformation als Epochenbruch“ hervorgegangene ZTF war ursprünglich rein auf den postsozialistischen Raum ausgerichtet, dann wurde der USP auf die Perspektive der „Transformationsgesellschaften in Europäisierungs- und Globalisierungsprozessen“ erweitert. Die internationale Ausrichtung manifestiert sich in drittmittelfinanzierten Projekten in Kooperation mit ausländischen Partnern. Zu nennen sind hier exemplarisch das derzeitige von der Volkswagen-Stiftung finanzierte soziologische Forschungsprojekt zu „(Über)Lebensstrategien privater Haushalte in Zentralasien“ und zahlreiche bereits abgeschlossene Projekte zur städtischen und ländlichen Lebensführung in Russland und Osteuropa oder zur Genese von Kleinunternehmen (alle Institut für Soziologie). Regelmäßige Aufenthalte von GastwissenschaftlerInnen und Promovierenden aus dem Ausland, beispielsweise aus Osteuropa, Russland, Zentralasien und Indien, dokumentieren die internationale Verankerung des ZTF. In jüngster Zeit hat sich die inhaltliche Perspektive auf die westeuropäische Region erweitert, und es werden zudem auch historische Transformationsaspekte untersucht. Entstanden ist hierzu ein interdisziplinärer Verbundantrag zum Thema „Macht und Herrschaft“ unter Beteiligung der Fächer Geschichte, Soziologie und Politikwissenschaft, der bei der DFG eingereicht wurde. Die kürzlich vollzogene Etablierung des ZTF als eigenständige Einheit der Fakultät für Humanwissenschaften soll genutzt werden, um eine bereits existierende „Research School“ in ein interdiszplinäres Graduiertenkolleg weiter zu entwickeln. Mitglieder des ZTF geben die Buchreihe „Gesellschaftliche Transformationen – Societal Transformations“ (LIT) heraus. Homepage des ZTF