Jugendsprache – Sprachverfall oder
Sprachwandel?
3 Warum gibt es überhaupt
Jugendsprache?
4 Jugendsprache – Sprachverfall oder
Sprachwandel?
6.1 Relevanz der Jugendsprache in den
Rahmenrichtlinien
6.3.1 kleine Wortkunde zur
Jugendsprache
6.3.3 Szenenausschnitt aus dem Film
„Die Halbstarken“ (1956)
6.3.4 Denglisch in Germany oder:
Lessing bleibt deutsch
Die Jugendsprache ist der Jargon der Jugend, der sich überall
auf der Welt beobachten lässt. Als wesentliche Motive erscheinen Abgrenzung und
Selbstdefinition bzw. Identitätsfindung. Jugendsprache wird meistens nur unter
Gleichaltrigen verwendet, in den so genannten Peer Groups,
da sich dort neues Vokabular besonders schnell verbreitet.
(Vgl.: http://de.wikipedia.org/wiki/jugendsprache. (02.04.2007))
Eine traditionelle Definition entwarf Helmut Henne, welche wie folgt lautet: „Jugendsprache bezeichnet spezifische Sprech- und Schreibweisen, mit denen Jugendliche u. a. ihre Sprachprofilierung und damit ein Stück Identitätsfindung betreiben.“
(Henne, Helmut: Jugendsprache und Jugendgespräche, in: Dialogforschung, hrsg. v. Peter Schröder u. Hugo Steger, (= Jahrbuch des Instituts für Deutsche Sprache; 1980/ Sprache der Gegenwart, Bd. 54), Düsseldorf 1981, S. 373.)
Heute wird
Jugendsprache von Sprachwissenschaftlern als komplexes sprachliches Register
angesehen. (Vgl.: Schlobinski, Peter; Kohl, Gabi; Ludewigt,
Irmgard: Jugendsprache. Fiktion und Wirklichkeit, Opladen
1993, S. 12.)
In diesem
Zusammenhang stellte in jüngerer Zeit Hermann Ehmann
folgende Thesen auf:
1) Es gibt nicht die eine Jugendsprache, weil es die Jugendsprache, weil es die Jugend als homogene Gruppe nicht gibt. Vielmehr existieren mehrere Jugendsprachenvarietäten nebeneinander, die sich wiederum gegenseitig inspirieren (Szene – Sprache, Musikerjargon, Schüler- bzw. Studentensprache …); sie sind auch stets ein seismographischer Reflex des jeweiligen gesellschaftlichen Umfeldes.
2) Es gibt nicht die Jugendsprache an sich, wohl aber jugendspezifische Besonderheiten, die sich in sprachlicher, grammatischer, lautlicher und wortbildungsspezifischer Hinsicht deutlich von der Standardsprache abheben.
3) Es gibt nicht die Jugendsprache als mehr oder weniger komplettes Sprachsystem, sondern lediglich das schnelllebige, sich nicht zu einer festen Struktur verdichtende Sprechen von Jugendlichen.
(Ehmann, Hermann: Oberaffengeil. Neues Lexikon der Jugendsprache, (= Beck`sche Reihe, Bd. 1170), München 1996, S. 23.)
Die wichtigsten Merkmale der gegenwärtigen Jugendsprache auf einen Blick:
Bedeutungsverschiebungen bzw. –veränderungen (= semantische Variation)
Beispiele: - fundamental = allgemeiner Superlativ für Dinge, Überzeugungen und
Einstellungen im Sinne von „super, klasse, prima“
- Bonsai = kleingewachsener Junge
- Melone = Kopf
- Eisbeutel = abwertend für gefühlskalter Mensch
Bedeutungserweiterungen (= semantische Addition)
Beispiele: - fett =super, sehr, gut/ schön, voll in Ordnung
- hämmern =hart arbeiten
- Message = konkrete Aussage, spezielles Anliegen
Bedeutungsverengungen
Beispiele: - Looser = Verlierer, Versager, erfolglose Person
- Lotter = Spaßvogel, Witzbold
- tricky = durchtrieben, trickreiche Person
Bedeutungsumkehrungen (= semantische Paradoxa)
Beispiele: - Massage =heftige Abreibung, Schlägerei
- Korkenknaller = müder Witz, schlappe Unterhaltung
- Trällerfisch = abwertend für Person die viel redet; bewundernd für weibliche
Person, die gut singt
Wortveränderungen (lexikalische Mutation)
Beispiel: - bläken = schreien, jähzornig brüllen
- Gripsräver = schneller Denker; Person, die geistig außerordentlich flexibel ist
- muddeln = langsam, ohne bestimmtes Ziel bzw. vorhersehbares Resultat vor
sich hinarbeiten
- Randalo = Schlägertyp; Person, die auf Randale aus ist
Wortneuschöpfungen (= Neologismen)
Beispiele: - alken, picheln, Kolben zwitschern = sich hemmungslos betrinken
- Fossilscheibe = Oldie, alte Schallplatte
- Heizkeks = Person, die auf Partys die Stimmung anheizt
- Sumpfziege = hässliche Person weiblichen Geschlechts
Vereinfachungen (= Ökonomisierung)
Beispiele: - aso = ach so
- schlafn = schlafen
- Poli = abwertend für Polizei
- Proggi =Programm (= Anleihe aus dem Internet)
Superlativierungen (= Steigerung von Begriffen, indem man „super“, „mega“, „hammer“, „extra“, „urest“ davor setzt)
Beispiele: - superlustig
- Superbirne = Person mit hoher/ wenig Denkintelligenz
-
Das war ein mega
spitzen klasse Konzert.
Klangliche Eindeutschungen (= phonologische Germanisierung)
Beispiele: - abcoolen = das Gemüt beruhigen
- händeln = etwas gut handhaben, ,rasch erledigen, sicher beherrschen
- Workmän = hart arbeitende männliche Person
Verbalisierungen von Substantiven
Beispiele: - müllen = quatschen, dummes Zeug daherreden
- zoffen = streiten, sich ausgiebig zanken
Kreative Wortspiele
Beispiele: - labundig =lebendig, quirlig, lebenslustig
- hoppeldihopp = flink, schnell, geschwind, flott
- doppeldidoch = Verstärkung von „doch“, „ja“
Fremdsprachliche Anleihen (= Internationalismen)
Beispiele: - Supporter = Eltern
- Mattsche = „Blackout“, kurzzeitige Schwächephase, plötzlicher Aussetzer
- beachen = am Strand liegen, baden gehen
(Vgl.: Ehmann, Herrmann: voll konkret. Das neueste Lexikon der
Jugendsprache, (= Beck`sche Reihe, Bd. 1406), München
2001, S. 8 – 9.)
Bleibt noch zu klären – warum gibt es überhaupt eine Jugendsprache? Eine Zusammenstellung der vielen Gründe Jugendlicher sich sprachlich abzugrenzen, listet Hermann Ehmann auf:
1) Der Protestaspekt
Fast immer steht Protest im Vordergrund, wenn jugendliche sich in ihrer Sprechweise von der Alltagssprache der Erwachsenen bewusst abgrenzen. Sie verstehen „ihre“ Sprache in erster Linie als Instrument gegen die – aus ihrer Sicht – zur Sprache gebrachte Sprachlosigkeit der Erwachsenenwelt und als Gegenpol zu bestehenden sprachlichen und gesellschaftlichen Normen bzw. Konventionen, die antiquierte Relikte aus vorangegangenen Zeiten darstellen. Schlagendes Beispiel hierfür ist Dinos als Synonym für „Eltern“.
2) Der Abgrenzungsaspekt
Viele Erwachsene versuchen, sich sprachlich anzubiedern, um so vermeintlich Zugang zur Welt der jugendlichen zu bekommen und leichter von diesen akzeptiert zu werden. Dieser Versuch misslingt fast immer, da der Erwachsene nicht mehr authentisch wirkt und sich wie ein Elefant im verbalen Porzellanladen benimmt. Solche Anbiederei wird von seiten der Jugendlichen eher als Eindringen in eine Intimsphäre angesehen, in der man altersmäßig unter sich bleiben möchte. Jugendsprache ist somit immer auch ein Stück bewusster Abgrenzung.
3) Der Aspekt der Credibility
„Echt“ bzw. authentisch sein, Originalität ausdrücken, Glaubwürdigkeit rüberbringen – so lassen sich die Ideale der meisten heutigen Jugendlichen umrisshaft definieren: Diese Art von Credibility zeigt sich auch deutlich im sprachlichen Verhalten. Anders gesagt: Im Trend liegt, was nicht unbedingt im Trend liegt, aber nicht etwa nur deshalb, weil es nicht im Trend liegt, sondern vor allem deshalb, weil das, was im Trend liegt, logischerweise nicht allzu originell sein kann! – Nicht verstanden? Kein Problem; merken sie sich einfach dies: Entscheidend für die heutigen Jugendlichen ist, dass die Sprache authentisch klingen und zur jeweiligen Person bzw. zu deren Einstellung passen soll. Was auch immer das dann im Detail heißen mag.
4) Der Spiel- und Innovationsaspekt
Der Wunsch, etwas Neues, Eigenes, ganz Persönliches und Authentisches zu schaffen, ist bekanntlich tief in der menschlichen Natur verwurzelt. Ganz besonders gilt dies für die Sprache, mit der ein junger Mensch vorzugsweise „spielt“: aus Lust am Absurden, am Witz durch Umgreifen eingeführter Begriffe (z. B. Breitbandnudel, Denkzwerg, Bodenturner, Dusseltier, Fahrlappen, Frischling).
5) Der affektiv – emotionale Aspekt
Aufgestaute Aggressionen werden am sinnvollsten durch konkrete Handlungen oder verbal abgebaut. Hunde, die bellen, beißen nicht. Also: Die Jugendsprache kann als ein Stück „kanalisierter Emotionsabfuhr“ mit therapeutischem Effekt gedeutet werden: Wer sich sprachlich abreagiert, begeht keinen Vatermord und braucht keine Therapeuten. Da sich Jugendliche während der Pubertät mit ziemlich vielen Konflikten auseinandersetzen müssen, die sie allesamt nicht lösen können, drängen ihre aufgestauten Affekte und Emotionen in die Sprache.
6) Der kommunikativ – ökonomische Aspekt
Wie schon erwähnt, zeichnet sich die Jugendsprache gegenüber der Hoch- bzw. Standardsprache durch eindeutige kommunikative Vorteile aus. Sie ist konkreter und farbiger als die überwiegend an Abstraktion und Deskription orientierte Standardsprache.
- Sie ist ökonomischer und bequemer als die vielfach langatmige, verschnörkelte Standardsprache.
- Sie drückt subjektive Gefühle und Stimmungen besser aus als die um Objektivität und Sachlichkeit bemühte Standardsprache.
- Sie entkrampft die jeweilige Gesprächsatmosphäre und ist durch ihre weitgehende Regellosigkeit wesentlich flexibler als die steifere Standardsprache.
(Vgl.:
Ehmann, Hermann: Oberaffengeil.
Neues Lexikon der Jugendsprache, (= Beck`sche Reihe,
Bd. 1170), München 1996, S. 20 - 22.)
Bereits Hermann Ehmann
wies darauf hin, dass die Meinungen über Jugendsprache seit eh und je – quer
durch alle Altersschichten – sehr stark differieren. (Vgl. Ehmann, Hermann: oberaffengeil.
Neues Lexikon der Jugendsprache, (= Beck´sche Reihe;
Bd. 1170). München 1996, S. 13.) Diese Tatsache lässt auf den hohen Stellenwert schließen, den die
Jugendsprache im aktuellen Sprachgebrauch einnimmt. Für die einen hat die Ansicht,
dass Jugendliche den Sprachverfall befördern Tradition. (Vgl. Schlobinski, Peter:
Jugendsprache und Jugendkultur, in: Politik und Zeitgeschichte, Jg. 5 (2002),
S. 16.) So kann heute kaum geleugnet werden,
dass sich innerhalb der verschiedenen deutschen Jugendsprachen in den
vergangenen Jahren einige unschöne Tendenzen verbreitet haben, die missfallen
können, weil sie keine Weiterentwicklung der Sprache, sondern eher einen
Rückschritt bzw. Rückfall in längst überwunden geglaubte Sprach- und Denkmuster
darstellen. (Vgl. Ehmann, Hermann: oberaffengeil. Neues Lexikon der
Jugendsprache, (= Beck´sche Reihe; Bd. 1170). München
1996, S. 13.)
Andere hingegen
sehen in ihr eine mehr oder weniger kreative experimentelle Sprachvariante, die
den soziokulturellen Wandel unserer Gesellschaft in sprachdynamischer Form
widerspiegelt oder gar das absolute
Mega-Nonplusultra, die heutzutage einzig denkbare sprachliche
Ausdrucksform. (Vgl. Ehmann, Hermann: oberaffengeil. Neues Lexikon der Jugendsprache,
(= Beck´sche Reihe; Bd. 1170). München 1996, S. 12.)
Trotz berechtigter Bedenken kann die Jugendsprache nicht für den vielzitierten Niedergang der deutschen Sprachkultur verantwortlich gemacht werden, da dies hieße Ursache und Wirkung zu vertauschen. Zusammenfassend weist Ehmann darauf hin, dass die Jugendsprache zunächst einmal eine Reaktion auf gesellschaftliche Gegebenheiten und Zustände ist. Sie halte damit der modernen Medienlandschaft sowie dem ganzen sozialen Umfeld lediglich den Spiegel vor. (Vgl. Ehmann, Hermann: oberaffengeil. Neues Lexikon der Jugendsprache, (= Beck´sche Reihe; Bd. 1170). München 1996, S. 13.)
Jugendsprache - Sprachverfall oder Sprachwandel?
Bilden Sie sich Ihre eigene Meinung!
Androutsopoulus, Jannis K.: Deutsche Jugendsprache. Untersuchungen zu ihren Strukturen und Funktionen. Frankfurt/M. 1998.
Androutsopoulus, Jannis K.: Forschungsperspektiven auf Jugendsprache. Ein integrativer Überblick, in: Jugendsprache – Langue des jeunes – Youth language. Linguistische und soziologische Perspektiven, hrsg. v. Jannis K. Androutsopoulus/ Arno Scholz, Frankfurt/M. 1998, S. 1-35.
Bachofer, Wolfgang: Charakteristika der deutschen Jugendsprache(n) – Charakteristika der gesprochenen deutschen Umgangssprache, in: Jugendsprachen – Spiegel der Zeit. Internationale Fachkonferenz 2001 an der Bergischen Universität Wuppertal, hrsg. v. Eva Neuland, Frankfurt u.a. 2003, S. 61-76.
Ehrmann, Hermann: Jugendsprache und Dialekt. Regionalismen im Sprachgebrauch von Jugendlichen, Wiesbaden 1992.
Henne, Helmut: Jugendsprache und Jugendgespräche, in: Dialogforschung. Jahrbuch des Instituts für deutsche Sprache, hrsg. v. Peter Schröder/ Hugo Steger, Düsseldorf 1981, S. 370-385.
Henne, Helmut: Jugend und ihre Sprache. Darstellung – Materialien – Kritik, Berlin/ New York 1986.
Neuland, Eva (Hrsg.): Jugendsprache – Jugendliteratur – Jugendkultur. Interdisziplinäre Beiträge zu sprachkulturellen Ausdrucksformen Jugendlicher, Frankfurt/M. u.a. 2003.
Neuland, Eva: Jugendsprache, (= Studienbibliographie, H. 29), Heidelberg 1999.
Neuland, Eva: Jugendsprache und Standardsprache. Zum Wechselverhältnis von Stilwandel und Sprachwandel, in: Zeitschrift für Germanistik, Jg. 1 (1994), S. 78-98.
Neuland, Eva/ Martin, Stephan/ Watzlawik, Sonja: Sprachgebrauch und Spracheinstellungen Jugendlicher in Deutschland. Forschungskonzept – Datengrundlage – Auswertungsperspektiven, in: Jugendsprachen – Spiegel der Zeit. Internationale Fachkonferenz 2001 an der Bergischen Universität Wuppertal, hrsg. v. Eva Neuland, Frankfurt u.a. 2003, S. 43-60.
Pörksen, Uwe/ Weber, Heinz: Spricht die Jugend eine andere Sprache? Antworten auf die Preisfrage der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung vom Jahr 1982, Heidelberg 1984.
Schlobinski, Peter: Lexikographie und Lexikologie in der Jugendsprachforschung, in: Jugendsprachen – Spiegel der Zeit. Internationale Fachkonferenz 2001 an der Bergischen Universität Wuppertal, hrsg. v. Eva Neuland, Frankfurt u.a. 2003, S. 233-238.
Schlobinski, Peter; Kohl, Gabi; Ludewigt, Irmgard: Jugendsprache. Fiktion und Wirklichkeit,
Opladen 1993
Schlobinski, Peter: Jugendsprache und Jugendkultur, in: Politik und Zeitgeschichte, Jg. 5 (2002), S. 14-19.
Schwitalla, Johannes: Die vielen Sprachen von Jugendlichen, in: Kann man Kommunikation lehren? Konzepte mündlicher Kommunikation und ihrer Vermittlung, hrsg. v. Norbert Gutenberg, Frankfurt/M. 1988, S. 167-176.
Wörterbücher zur Jugend- und Szenensprache
Ehmann, Hermann: affengeil. Ein Lexikon der Jugendsprache, München 1992.
Ehmann, Hermann: oberaffengeil. Neues Lexikon der Jugendsprache, (= Beck´sche Reihe; Bd. 1170). München 1996.
Ehmann, Hermann: Voll konkret. Das neueste Lexikon der Jugendsprache, (= Beck´sche Reihe; Bd. 1406), München 2001.
Heinemann, Margot: Kleines Wörterbuch der Jugendsprache, Leipzig1989.
Heinemann, Margot: Kleines Wörterbuch der Jugendsprache. Wörter, Wendungen, Texte, 2., unveränd. Aufl., Leipzig 1990.
Hoppe, Ulrich: Von Anmache bis Zoff. Ein Wörterbuch der Szene-Sprache, München 1984.
Müller-Thurau, Claus-Peter: Laß uns mal´ ne Schnecke angraben. Sprache und Sprüche der Jugendszene, Düsseldorf 1984.
Die Rahmenrichtlinien für Sekundarschulen des Landes Sachsen Anhalt (Stand 15.10.2004) sehen das Thema Jugendsprache in den Klassen neuen und zehn vor.
Das Thema Jugendsprache fällt unter den Sachbereich Reflexion über Sprache und Sprachgebrauch.
In den Erscheinungs- und
Verwendungsformen von Sprache tritt die Jugendsprache als Sondersprache des
gesprochenen und geschriebenen Deutsch auf.
Die Schüler sollen in diesem Rahmen „über Sprache und Sprachgebrauch nachdenken, um das komplexe Erscheinungsbild sprachlichen Handelns- des eigenen und des fremden- und die Bedingungen, unter denen es zustande kommt bzw. aufgenommen wird, zu verstehen und für eigenes Sprachhandeln zu nutzen“. (Rahmenrichtlinien: www.rahmenrichtlinien.bildung-lsa.de (09.12.2006).)
Folgende Lernziele sollen eine Vorschlagsammlung sein und schöpfen die Möglichkeiten der Lernzielformulierung mit Sicherheit nicht aus.
Bei den Unterrichtsvorschlägen handelt es sich keinesfalls um komplette Unterrichtsstunden, sondern um verschiedene Anregungen in Form von Übungen und Aufgaben zur Jugendsprache.
Die Unterrichtsstunde ist für die neunte Klasse einer Realschule konzipiert. Die Phasen der Stunde sind aber natürlich frei zu variieren, so dass man auch schnell eine Unterrichtseinheit für eine höhere oder niedrigere Klassenstufe konzipieren kann. Die angestrebten Lernziele sind bereits oben genannt.
Stundenthema: Jugendsprache und deutsche Hochsprache
|
Zeit |
Unterrichtsphase/ Methode |
Lehreraktivität |
Schüleraktivität |
Medien/ Merkhilfen |
Bemerkungen |
|
10 Min. |
Einstieg; Hinführung |
L legt OH- Folie auf, in der Sprachebenen vertauscht sind (siehe Folie1) |
S sollen im Einstiegsgespräch erkennen, dass Personen ähnliches sagen wollen, jedoch nicht über angebrachten Wortschatz verfügen |
OH-Projektor Folie Tafel |
Begriffe „Jugendsprache“ und „deutsche Hochsprache“ werden an der Tafel notiert |
|
20 Min. |
Erarbeitungsphase |
L gibt Anweisung; S setzen sich in Gruppen; L teilt AB aus (AB 1) |
S sollen sich 5 Beispielsätze ausdenken und je in
Hochdeutsch und Jugendsprache „übersetzen“ |
AB |
S sollen kreativ werden und sich in der Sozialform „Gruppenarbeit“ gegenseitig anregen |
|
10 Min |
Festigungsphase |
L bittet Gruppen ihre Ergebnisse teilweise vorzustellen |
S stellen dem Rest der Klasse ihre Sätze vor; teilweise werden Ergebnisse an der Tafel notiert |
AB Tafel |
|
|
5 Min |
Ergebnissicherung |
L fragt die S nach dem Unterschied der beiden Sprachformen, Definition von beidem wird an der Tafel notiert |
S leiten aus den erarbeiten Beispielen mit Hilfe des Lehrers eine Definition für „Jugendsprache“ und „Deutsche Hochsprache ab“ |
Tafel |
S sollen in der Lage sein, die beiden Sprachebenen voneinander zu differenzieren |
Folie 1.)



Das ist doch verständlich, oder?
Arbeitsblatt 1.)
v Setzt euch in fünfer Gruppen zusammen. Denkt euch in der Gruppe je 5 Beispielsätze in Jugendsprache aus und übersetzt diese dann in deutsche Hochsprache.
v Stellt der Klasse eure Sätze vor.
v Beispiel:
Jugendsprache:
„Nur ein Spacko steht direkt vor der Schule und quarzt da.“
Deutsche Hochsprache:
„Nur ein Idiot steht direkt vor der Schule und raucht da.“
Platz für Notizen:
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Literaturnachweis:
v Henne, Helmut: Jugend und ihre Sprache. Darstellung, Materialien, Kritik. Berlin: 1986.
v Heinemann, Margot: „Zur Varietät Jugendsprache“. Praxis Deutsch :1991(11).
v • Jürgens, Dr. Frank: „Heiße News sorgen für Fun. Ist die Sprache der Jugendzeitschriften Jugendsprache?“ In: Deutschunterricht: 1999 (1).
v • Linke, Angelika/Voigt, Gerhard: „Sprachen in der Sprache: Soziolinguistik heute: Varietäten und Register.“ In: Praxis Deutsch: 1991 (11).
v www.teachsam.de eingesehen am 7.1.06 um 18:28 Uhr
Die Stunde ist für die 10. Klasse Realschule konzipiert.
Stundenthema: Jugendsprache und deutsche Hochsprache
|
Zeit |
Unterrichtsphase/ Methode |
Lehreraktivität |
Schüleraktivität |
Medien/ Merkhilfen |
Bemerkungen |
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10 Min. |
Einstieg; Motivation |
Der L legt eine OH- Folie auf (Folie 2) und deckt die rechte Seite ab |
Die S sollen sich melden und die Ausdrücke der Jugendsprache in einen hochdeutschen Ausdruck übersetzen |
OH- Folie |
Die Folie weckt das Interesse der Schüler und motiviert sie für den weiteren Unterrichtsverlauf |
|
20 Min 15 Min |
Erarbeitungsphase Festigungsphase |
Der L teilt die S in Gruppen und verteilt ein AB (Arbeitsblatt 2) Der L übernimmt moderierende Tätigkeit |
Die S bearbeiten in der Gruppe je einen Abschnitt des Textes „Romeo und Julia- in Jugendsprache.“ Sie übersetzen den Text in Hochdeutsch Die S stellen ihre Ergebnisse in Gruppen der Klasse auf Folie vor |
AB Text „Romeo und Julia- Jugendsprache“ Folie |
In der Sozialform „Gruppenarbeit“ bearbeiten die Schüler Abschnitte des Textes |
Folie 2)
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am Start sein: |
etwas Neues, Trendiges haben |
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angepißt sein: |
verärgert sein |
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auf Naß sein: |
schnorren |
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auf Pumpe sein: |
Junkie sein, Heroin spritzen |
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auf sure (sprich: schur): |
mit Sicherheit, auf jeden Fall |
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Bazongklamotten: |
geschmacklose Mode |
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chillen (sprich: dschillen): |
entspannen |
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Club-Hopping: |
von Disco zu Disco ziehen |
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da geht der Groove (sprich: gruf) ab: |
da ist was los |
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das ist fett: |
das ist toll |
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der Laden ist gepackt: |
die Disco ist brechend voll |
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down low (sprich: daun lo): |
deprimiert sein |
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einen Rap (sprich: repp) bringen: |
ununterbrochen reden |
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einen Schuh machen: |
abhauen |
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Fake (sprich: fejk): |
falsch, unecht |
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für lau (= auf duty): |
kostet nix |
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gasgeben: |
loslegen, eine Sache anpacken |
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geh bei Grün: |
bleib entspannt |
|
glattgekämmt sein: |
sehr heruntergekommen |
|
getunter Typ: |
Angeber, Aufschneider |
|
grottenschlecht: |
voll daneben |
Arbeitsblatt
2.)
Beispiel
Gruppe A
v
Setzt euch in Gruppen zusammen. Lest euch den Text
„Shakespeare- voll geil“ durch.
v
Übersetzt die Zeilen 1- 30 von Jugendsprache in
Hochdeutsch. Schreibt den übersetzten Text auf Folie.
v
Alle Gruppen lesen ihren Abschnitt auf Hochdeutsch
vor, so dass der Text nun auch auf Hochdeutsch vorhanden ist. Wie
gefällt er euch besser?
Platz für
Notizen:
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Arbeitsblatt
3.)
(Zeilenangaben
hinzufügen)
Shakespeare - voll geil
Also, das ist ein voll trauriges Stück über diesen Typen,
den Romeo und seine Flamme, die Julia.
Die heißen so komisch, weil das alles vor ewig langer
Zeit spielt, noch bevor es das Internet und Handys gab und so. Deshalb
hatten die alle noch nicht so Namen wie Sascha oder Micky, sondern hießen Benvolio und Tybalt und Mercutio.
Na ja, jedenfalls sind da so zwei Familien, die Montagues und die Capulets, die
sind voll auf Hass. Kaum dass sie sich auf der Straße treffen, fangen sie an
rumzustressen und machen Terror. So geht die Geschichte nämlich gleich los.
Zwei Diener der Familien treffen sich auf dem
Marktplatz und der eine sagt: ,,Hast du Probleme?" Da antwortet der
andere: ,,Willst du Ärger?" und da geht die Streiterei auch gleich voll ab
und sie dappen sich. Aber bevor es einen voll
erwischt, machen sie Schluss, denn da kommt so' n Prinz, so was wie der
Obermacker von Verona und schreit: ,,He ihr, das nächste Mal mach ich euch so
alle, dass glaubt, ihr seid im falschen Film.
Und dann will der Alte von der Julia so ne Art Party
geben. Aber für die Einladungen muss er seinen Diener losschicken, um es allen
zu sagen, weil die damals weder ´n Fax noch email
hatten. Der Diener hat allerdings ´n Schuss und er labert irgendeinen Typen
auf der Straße an, damit er ihm die Liste vorliest und das ist ausgerechnet
Romeo. Der schaut sich die Liste an und da sieht er alle die Namen von den
ganzen Freaks und Schickis drauf - auch der von Rosalinde. Er findet die Tussi
echt scharf und will deshalb auch auf die Party. An sich ist das auch kein
Problem, denn auf der Party maskieren sich alle.
In der Zwischenzeit will Julias Mutter sie unbedingt
mit diesem Paris verkuppeln. Ein echt beknackter Name, oder? Ich finde schon
Gisbert oder Almut voll daneben. Aber Paris!
Romeo geht also auf diese Party, obwohl er eigentlich
richtig down ist. Er steht ja auf Rosalinde und glaubt, sie nicht auf ihn. Aber
Romeos Kumpel Mercutio sagt zu ihm: „Geh hin und
zieh' s durch bis zum Abwinken. Da sind doch bestimmt noch ein paar andere
scharfe Tussis da." - Romeo kommt also hin und sichtet die Mädels. Er
sieht Julia und grübelt: ,,Wer ist denn die da?" Darauf sagt sie: ,,Was
ist denn das für einer?" Und als sie es später erfahren, sind sie erst
mal platt. Aber dann ist es eh zu spät. - Aber das kratzt sie nicht lange.
Romeo baggert sie also an, sie halten eine Zeitlang Händchen und er küsst sie
sogar. Das haut sie beinah um. Aber dann kommt Julias Kindermädchen und holt
sie weg. denn früher hatte man Schiss, beim Knutschen erwischt zu werden.
Als Julias Vetter Tybalt
checkt, dass Romeo versucht sich an Julia ranzumachen, da sagt er zu seinem
Diener: ,,He, lass mal schnell einen Degen rüberwachsen!"
Aber da bremst ihn Julias Vater: ,,Bleib cool, Mann!"
Dann ist so was wie Sperrstunde, denn alle müssen
gehen. Aber als Romeo mit seinen Kumpeln auf dem Weg zu seiner Bude ist, sagt er:
„Das wär's dann, Kumpels, ich steig aus!" Er macht ´nen
Satz über die Mauer in Julias Garten, kriecht durchs Geäst, peilt nach oben zu
Julias Schlafzimmer und fragt: ,,Wer hat das Licht angelassen?“ oder so
ähnlich. Und dann Julia: „Wer bist du, der du, von der Nacht beschirmt, dich
drängst in meines Herzens Rat?" So ein blindes Huhn, denn er steht ja
direkt unter ihrem Balkon. Aber vielleicht hat sie zum Pennen schon ihre
Kontaktlinsen rausgenommen.
Darauf sagt er: ,,Willst du
mich heiraten?" Und sie: ,,Ja." Das tun sie auch, aber heimlich.
Aber gleich danach taucht
der Assi, dieser Tybalt auf
und macht Romeo voll an. Er weiß nicht, dass die beiden schon verheiratet sind,
weil er ja keine Einladung oder so was bekommen hat. Eigentlich ist das ja ein
Glück für ihn, weil er kein Geschenk für das Brautpaar kaufen muss, ´nen elektrischen Dosenöffner oder so ´n Zeug. Er will Romeo
umbringen, aber der hat keinen Bock mit ihm zu kämpfen. Also geht er auf Mercutio los, die beiden dreschen aufeinander ein und Mercutio kommt dabei um. Jetzt rastet Romeo aus und macht Tybalt alle.
Eigentlich ziemlich
beknackt, weil es jetzt endgültig aus ist mit den Hochzeitsgeschenken. Zur
Strafe schickt der Prinz Romeo ins Exil - so ´ne Art Hausarrest, aber in einem
anderen Land oder so ähnlich.
Julia flennt: ,,0 denkst du, dass wir je uns wiedersehen?" -Das fragt sie
ihn nicht ohne Grund, denn du weißt ja, wie die Jungs sind! Die tun in der
Schule so, als ob sie ganz verrückt nach dir sind und dann rufen sie später
nicht mal an. Du weißt schon.
Romeo macht also ´nen Abgang, und Julia ist total down, weil ihr Papa will,
dass sie den Paris heiratet. Beknackt! Sie ist ja schon verheiratet. Aber ihre
Alten bestehen auf der Hochzeit und es sieht ganz danach aus, als würde sie
doch noch zu ihrem elektrischen Dosenöffner kommen oder vielleicht sogar zu
einem Mikrowellenherd.
Aber dann gibt der Mönch,
der sie getraut hat, Julia so ´n Zeug zu trinken, das wirkt, als wäre sie tot,
bis Romeo aus dem Exil zurückkommt. Das Zeug haut aber so rein, dass alle
glauben sie sei wirklich tot und sie legen sie in so ´ne Gruft, du weißt schon.
Als Romeo das erfährt,
macht er in Mantua die Fliege und reitet nach Verona. Unterwegs verpasst er
aber den Mönch mit dem Brief, in dem steht: ,,Julia ist nicht tot, sie pennt
nur!"
In der Gruft sieht er sie
liegen und meint: „Liebe Julia, warum bist du noch so schön?" Da schiebt
er voll die Krise und er trinkt eine ganze Flache Gift. Was jetzt kommt, das
errätst du nie! Sie wacht auf, sieht, dass Romeo hinüber ist und ruft: ,,0
willkommener Dolch!" - Und ersticht sich!!!
Voll krass! - Ist doch total brutal. Ich finde, die ticken doch nicht mehr richtig, oder?"
Literaturnachweis:
v Henne, Helmut: Jugend und ihre Sprache. Darstellung, Materialien, Kritik. Berlin: 1986.
v Heinemann, Margot: „Zur Varietät Jugendsprache“. Praxis Deutsch :1991(11).
v • Jürgens, Dr. Frank: „Heiße News sorgen für Fun. Ist die Sprache der Jugendzeitschriften Jugendsprache?“ In: Deutschunterricht: 1999 (1).
v • Linke, Angelika/Voigt, Gerhard: „Sprachen in der Sprache: Soziolinguistik heute: Varietäten und Register.“ In: Praxis Deutsch: 1991 (11).
v www.teachsam.de eingesehen am 7.1.06 um 18:28 Uhr
|
Bodenturner |
abwertend: begriffsstutzige Person, „Blitzmerker“ (Vgl. Denkzwerg, Dünnbrettbohrer, Flachkopf) |
|
Dinos |
Eltern (Vgl. Hausdrachen, Geldgeber, Ordnungskomitee) |
|
Fressleiste |
Mund, speziell Zähne |
|
Giftspritze |
für eine streitsüchtige, unangenehme weibliche Person |
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Gummilutscher |
Kondom, Präservativ |
|
klaufen |
stehlen |
|
Knüppeltherapie |
Schlägerei |
|
Krawattendjango |
abwertend: Büroangestellte, Politiker, Funktionäre |
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Lernfossil |
Lehrer oder Direktor |
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Löwenkäfig |
Lehrerzimmer (Vgl. Wespennest, Parteibüro, Mafiatreff) |
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Mc-Job |
Aushilfsjob mit schlechter Prestige |
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Nuckelpinne |
kleines Auto, Kleinwagen |
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Schlürfbude |
Fast-Food-Restaurant |
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Spucktüte |
Saxophon, Klarinette, Flöte |
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Strampelanzug |
Trainingsanzug |
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Stressbude |
Schule (Vgl. Streberkaserne, Kotzhütte, Leerinstitut) |
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Tanzbärenschritt |
Zeitlupentanz; Oma/Opa-Tanzschritt |
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Trachtengruppe |
(Verkehrs-)Polizei (Vgl. Streifenhörnchen, Gartenzwerge, Mainzelmännchen, Tangobrüder) |
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Verbal-Onanierer |
stark abwertend: Dauerredner, Quatschkopf |
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Zoni |
(dümmlicher/ahnungsloser) Ostdeutscher |
[entnommen
aus Hermann Ehmann: oberaffengeil. Neues Lexikon der Jugendsprache, (= Beck´sche Reihe; Bd. 1170), München 1996.]
Als ich neulich mit Peter in die City drückte, macht der mich unheimlich an auf Tilbury. Na, schon bohren wir dahin, obwohl ich eigentlich aufs Lollipop stand. Ich Chaot hatte keine Matte mit, weil ich meinen Kaftan vergessen hatte, und sagte zu Peter, er solle mal ausklinken. In dem Schuppen zogen ein paar People schon eine heiße Show ab. Wir machten eine kurze Fleischbeschauung, und Peter machte sich sofort daran, eine riesige Tussi anzugraben. Die war echt einsam, aber ich hatte einfach keinen Schlag bei ihr. Peter schafft sich da also mächtig rein und wollte wahrscheinlich ´nen kleinen Wuschermann machen, blickt aber nicht durch, dass die Tussy einen Typ hat. Der hing zu dem Zeitpunkt allerdings schon völlig durch. Vielleicht zog er auch, jedenfalls konnte die Tussi darauf nicht. Aber als Peter so ordentlich aufs Blech haut und mächtig mit seinem Busch wedelt, spannt der beknackte Gent seinen Glimmer, was läuft, und sagt Peter einen Satz heiße Ohren an. „Ich glaub´, mich streift ein Bus“, tönt Peter daraufhin, „pass lieber auf, dass du hier keine Taucherbrille erbst.“ Na, ich hatte keinerlei Bock auf Terror, vor allem, weil der halbe Laden inzwischen zu war, weil jeder schon ein paar Wutschis und Lämmis drin hatte, und ich sagte zu Peter: „Lass uns die Fliege machen.“ Das konnte Peter nicht recht ab, logo, die Schnecke hat ihn voll angeturnt. Also hob ich leicht angesäuert allein ab und rief Heimat ab, denn draußen war´s mächtig schattig, obwohl der Planet den ganzen Tag gestochen hatte wie irr.
[Aus:
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 4.1.1979; Zitiert, in: Jugendsprache. Fiktion
und Wirklichkeit, hrsg. v. Peter Schlobinski/ Gaby
Kohl/ Irmgard Ludewigt, Opladen
1993, S. 15.]
Freddy: Na los, Mister Prego! Fahr mal das Rülpswasser an.
Garezzo: Bitte?
Freddy: Na, ne Splitte! Gluck, gluck! Durscht! Heh?!
Garezzo: Haha! Gluck, gluck! Bene!
Freddy: Ja für uns beede! Mmh.
Freunde: Was denn?! Geht wohl schon los! Ach, nur ne kleine Vorfeier. Ach, hier gibt’s Sekt.
Freddy: Komm, dass trinkt Vater.
Garezzo: Gute Marke! Prima, was?!
Freddy: Nun lass
uns mal n bisschen allein. Väterchen.
Hopp!
Garezzo: Hoho, si si. Hab sowieso in Küche zu tun. Pardon.
Freddy: Hey, ihr Pinsel! Schwingt die Keulen! Die Miezen wollen bewegt werden.
Sissy: Hey:
Günther: Hey, was isn los?!
Freddy: Hat wohl ne Mattscheibe, oder was.
Günther: Nich nur n bisschen, du.
Freddy: Na, du guter Junge.
Klaus: Ausgeschlossen! Ich komm heute abend nicht weg. Da lässt er einfach nicht mit sich reden.
Günther: Was heißt reden?
Freddy: Vom Reden wird nichts, du Flaschenkopp! Hart sein musste. Tough.
Klaus: Und wenns schief geht?
Günther: Ha, schief gehen.
Freddy: Ach Quatsch! Bei mir geht nichts schief. Bei mir geht alles mit Köpfchen. Musste langsam gemerkt haben. Übrigens, hab jetzt ´n Verbindungsmann da sitzen, mmh!
Klaus: Wo?
Freddy: Erfährste alles heute abend.
Günther: Gläser putzen!
Freddy: Hey! Also ein für allemal: Entweder du bist heute abend da, oder du kannst dir deine Knochen nummerieren lassen.
Klaus: Au!
Günther: Falls du noch ´n Doktor findest, der sich die Mühe macht, Pfeife!
[Szene
aus dem Film „Die Halbstarken“ (1956), zitiert nach: Peter Schlobinski:
Jugendsprache und Jugendkultur, in: Politik und Zeitgeschichte, Jg. 5 (2002),
S. 15.]
Ranking? Na, prima, schon
wieder ein englisches Wort mit –ing am Ende. Als
nunmehr papststellende Nation sollten wir
selbstbewusster mit unserer Sprache umgehen.
Viele dieser Begriffe finde ich
schon im Duden, da ich das Handling beherrsche.
So Camping, Caravaning und Trekking,
Aquaplaning und Telebanking, selbst Petting und Coming
– out werden erläutert.
Blättere ich im Standardwerk der
deutschen Rechtschreibung, betreibe ich nebenbei etwas Gehirnjogging, sicher
wichtiger als Bodybuilding, zumal Letztes oft mit Doping verbunden ist.
Na, prima! Doch mein Controlling
ergab, dass längst nicht alle Ing – Begriffe im Duden
stehen.
Beispiel Powernapping:
Anfangs dachte ich an kräftig überhöhte Preise. Ist es aber nicht. Powernapping ist das Nickerchen ( nap = schlafen ) am Arbeitsplatz. Man kann es lernen
und so das Working bis zum Feierabend besser
durchhalten. Eine These, die ich nach etlichen Selbstversuchen nur bestätigen
kann.
Aber nicht immer hilft der
Wortstamm weiter. Wenn in der Wohnung urplötzlich Wände, Decken und Möbel mit
einem rußähnlichen Schmierfilm überzogen werden,
spricht der Fachmann von Fogging ( fog = Nebel ).
Schwarzer Nebel? Da bin ich
ratlos. Ob eine Consulting –
Firma helfen kann? Egal, zum Glück bin ich ja nicht betroffen.
Das ist bei Lockpicking
ganz anders. Gestern muss sich ein Lockpicker an
meinem Fahrrad vergriffen haben. Diese Sportsfreunde, es gibt tatsächlich
Wettkämpfe auf diesem Gebiet, öffnen mit etwas Training die teuersten Schlösser
– locker in Sekunden.
Jetzt bin ich nicht nur ratlos,
sondern auch radlos!
Vielleicht sollte meine
Heimatzeitung zum Thema „Denglisch“ einmal ein
zweitägiges Meeting, Brainstorming mit anschließendem Hearing, organisieren.
Übrigens: Lessing ist immer noch
ein deutscher Dichter und den Hering kann man essen oder in die Erde schlagen.
Na, prima!
Ihr Bernd Biedermann
(entnommen
aus: Burger Volksstimme. Nr. 101. ( 03.05.2005 ) S. 1.)
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voll korreckt |
gut, in Ordnung |
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krass |
sehr gut, toll |
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isch schwör |
am Satzende zur Verstärkung der Aussage |
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obern korreckt |
ausgezeichnet, spitze |
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ohn scheiß |
ungelogen, wirklich wahr |
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Tuss(i) |
die junge Frau, Freundin |
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verchecken |
verkaufen |
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Alda/ Alder |
gebräuchliche Anrede |
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Ich hol mein Brudhern. |
Jetzt pass mal auf! |
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Mein Handy is krassern wie dein. |
Mein Mobiltelefon ist teuer als deines. |
[entnommen aus: http://www.detlev-mahnert.de/Jugendsprache.html.
(02.04.2007)]
Es war ma ein krass geile alte Tuss, dem hatte Stiefkind. Dem alte Tuss hat immern in sein Spiegeln geguckt un den angelabert: „Spiegeln, Spiegeln an scheissdreck Wand, wem is dem geilste Tuss in Land?“ „Du selber, isch schwör!“ hat dem Spiegeln gesagt. Un weil dem Spiegeln geschwört hat, hat dem dem geglaubt. Abern an eim Tag hat dem scheissndreck Spiegeln gesagt, dass dem Stieftochthern geilern is. Dem alte Tuss hat eim Typ angelabert un hat gesagt: „Fahr mit dem Arschnloch-Balg in Wald un stesch dem ab, Alder!“ Dem Typ hat dem net gemacht, sondern hat dem Balg nur aus Auto geschmeisst. Dann is dem Balg losgelatscht un hat eim susse Haus gesehn un is rein un hat da gepennt. An abends in dem siebn krasse Swerge gekommmen, wo dem Haus gehört un ham gesagt: „Geil, Alder, was für oberngeile Tuss, kuck ma wie geil dem aussieht.“ Dem hat am nächstem Morgen dem Tuss gesagt, dass dem da bleiben kann, weil dem obernkrass geil aussieht! Dann sin auf Arbeit gefahrt. Da kam alte Tuss an Haus vorbei un hat dem Balg einem krass genmanipulierte Apfeln gegeben. Dem hat dem gegessen uni s tot umgefallt, isch schwör! Als dem Swergen von Arbeit gekommen sin, ham die dem Balg in 3ern Cabrio geschmeisst uns in Klinik gefahrt. Weil dem Swergen geheizt sin wie Arschlöchern, is dem Balg krass schlecht geworden un hat korreckt auf Ledersitze gekotzt, Alder! Un isch schwör, dem hat wieder gelebt.
[Aus dem Sprachführer
„Kanakisch-Deutsch“, zitiert nach: http://www.detlev-mahnert.de/Jugendsprache.html.
(02.04.2007)]
Murat und Aische
gehen dursch Wald, auf Suche nach korrekte
Feuerholz.
Aische fragt Murat:
"Hast Du Kettensäge, Murat?"
Murat: "Normal! Hab isch
in meine Tasche, oder was!?"
Auf der Suche nach korrekte Baum, verirren sie sisch krass in de Wald.
Murat: "Ey scheissse, oder was!? Hast du konkrete Plan, wo wir sind,
oder was!?"
Aische: "Ne scheissse,
aber isch riesche
Dönerbude!"
Murat: "Ja faaaatt!"
Aische: "Normal, da vorn an den Ecke!"
So fanden schliesslich dursch Aisches korrekte siebte Döner-Such-Sinn den
Dönerbude. Sie probierten von jede Döner.
Plotzlich kamm voll den
krasse Frau und fragt: "Was geht, warum beisst
ihr in meine Haus?"
Als Strafe sperrte den Hexe
Murat in krass stabilen Käfig.
Zu Aische sagte sie: "Du Frau, du kochen für
misch! und verkaufen die Döner an den Theke."
Murat wurde gemastet bis
korrekt fett fur Essen.
Doch ein Tag hatte Aische einen
fixe Idee. Sie fragte:
"Wie geht den mit den Dönerbrotofen?"
Hexe: “Was geht? Bist du scheissse im Kopf , oder was?”
Aische: “Normal, isch hab
kein Plan, zeigen mal, wie geht!”
Hexe: “Machen das! Komm her und mach den Augen auf!”
Aische: “Korrreckt!”
Dem Hexe bückte sisch,
um den Dönerofen anzuschmeissen. In den Augenblick Aische kickte mit korrekten Kick-Box-Kick
in die fette Arsch.
Dem Hexe sagte: “AAAhh, scheissse,
was geht? Isch fall direkt in die Scheisendreckofen.
Oder was! Aah isch hab
krasse
Schmerzen!”
Aische
freute sisch und sagte:
“Korrekt, den Alte ist konkret tot!”
Murat: “Ey, Aische, krasse Idee! Hol misch aus die scheisss
Kafig, Alde!”
Aische: “Normal, oder was!?”
(http://www.mahnert-online.de/Jugendsprache.html)
Fitzner, Sabrina
Laufer, Rebecca
Lippert, Jasmin
Meißner, Regina
Rohrbeck, Nicol