Cultural Engineering Bachelor

 

Curriculum


Das Curriculum von kwl][cultural engineering besteht aus Studienmodulen zu den Kerndisziplinen des Studiengangs (Kulturwissenschaft, Wissensmanagement, Logistik) und zu den Satelliten (Ökonomische Bildung, Wirtschaftsinformatik, Rechtswissenschaften) sowie aus Projekt- und Trainingsmodulen. In Hinsicht auf diese – eine Fach- und Fachbereichssozialisationen überschreitende – Breite soll für Studierende und Lehrende der Blick auf sonst fremd bleibende Perspektiven zur Normalität werden.

 Kerndisziplinen     Die Kerndisziplinen von kwl][cultural engineering bieten eine bisher einmalige Qualifikation in der Kombination von wirtschafts-, kultur- und sozialwissenschaftlichem mit logistischem Wissen und Können.

Kulturwissenschaft verbindet die Beschreibung, Analyse und Deutung von kulturellen Zeichensystemen – "selbstgesponnenen Bedeutungsgeweben" (Clifford Geertz) – mit der Erfassung und Auswertung von Daten aus der qualitativen Sozialforschung. In der Kombination verschiedener Methoden, der Akzeptanz pluraler Quellen und der Berücksichtigung der Paradoxien einer modernisierten Kultur und Gesellschaft werden kulturelle Handlungs- und Symbolfelder erforscht und kontextualisiert sowie Muster kultureller Orientierung erschlossen. Wichtig sind die Transferprozesse von theoretischem und methodischem Wissen in Handlungs- und Entscheidungskompetenzen zur Planung, Durchführung und Leitung von Projekten in den verschiedensten kulturellen, sozialen und ökonomischen Feldern.

Wissensmanagement ist nicht nur eine Managementtheorie und eine moderne Art und Weise, Unternehmen auf ihre wichtigste Ressource, das intellektuelle Kapital, hin zu strukturieren, sondern betrifft als Wissens- und Lernmanagement alle Belange des Personalwesens, der Moderation zwischen Schnittstellen innerhalb einer Organisation oder zwischen Organisationen. Prozesse der Kommunikation, des Lernens, der Situationsklärung, der Strategieentwicklung und -evaluation sind ebenfalls Aufgaben des Wissensmanagements.

Logistische Prozesse treten in allen Bereichen der Wirtschaft und der Dienstleistungen auf. Die Logistik bewältigt die Vorbereitung, Planung, Führung, Steuerung und Abrechnung der Leistungsprozesse und entwickelt dazu komplexe Handlungs- und Entscheidungsfelder, die sowohl die strategischen Konzepte, die Organisation und die Kooperation der Dienstleister sowie den Einsatz von Verfahrensweisen, Personal, technischen Betriebsmitteln und finanziellen Ressourcen betreffen.

Nebenmodule Die Kerndisziplinen werden ergänzt durch Nebenmodule aus der Ökonomischen Bildung, der Wirtschaftsinformatik sowie den Grundlagen des Rechts. Diese Satelliten versetzen den Cultural Engineer in die Lage, die in Arbeitsfeldern Wirtschaft, Kultur und Verwaltungen relevanten ökonomischen und rechtlichen Diskurse, Haltungen und Begriffe einzuschätzen, um in diesen Arbeitskontexten komplexe Schnittstellenmanagementaufgaben bearbeiten und lösen zu können.

Das Modul Ökonomische Bildung dient der Entwicklung grundlegender Kompetenzen im Umgang mit mikro- wie makroökonomischen Fragestellungen im gesamtgesellschaftlichen Kontext. Die Studierenden lernen Aspekte der Unternehmensführung und Perspektiven zur Unternehmensgestaltung kennen. Das Modul Wirtschaftsinformatik widmet sich den wesentlichen Technologien und Architekturen für die Gestaltung komplexer integrierter betrieblicher Anwendungssysteme. Anhand von Fallstudien aus der betrieblichen Praxis werden praktische Schritte in der integrierten Informationsverarbeitung durchgeführt und ihre Anwendungen in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Vertrieb, Einkauf und Logistik erprobt. Das Modul Recht hat das Ziel, bei den Studierenden ein Rechtsverständnis zu entwickeln, rechtswissenschaftliches Grundwissen zu vermitteln und beides an Praxisfällen zu erproben.

Projektmodule Im Studiengang gibt es zudem vom 2. bis zum 6. Semester jeweils transdisziplinäre Projektmodule, die sich in der Regel realen komplexen Aufgaben in Kooperation mit außeruniversitären Partnern z.B. in Wirtschaft und Verwaltung zuwenden. Das Angebot der Projektmodule nimmt Bezug auf reale Problemlagen und widmet sich deren – in großen Teilen – selbständiger Bearbeitung durch die Studierenden, die sich in Präsenzterminen wechselseitig unterstützen und von den Lehrenden ebenfalls orientierend und unterstützend begleitet werden. Die Projektarbeit wird in Projektmappen dokumentiert und ihre Ergebnisse in öffentlichen Präsentationen vorgestellt.
 Trainingsmodule Wesentlich im Studienangebot sind Lehrangebote und Trainingsmodule zur Entwicklung personaler Kompetenz. Diesen kommt die Aufgabe zu, Studium, Berufsentwicklung und Persönlichkeitsbildung aufeinander zu beziehen und dabei auftretende Fragen individualisierend beantworten zu können. Die Trainingsmodule vom 1. bis zum 5. Semester dienen der Selbsterprobung, der Entwicklung praktischen Könnens, der Unterstützung der Berufsentwicklung bei gleichzeitiger Reflexion der damit einhergehenden Persönlichkeitsentwicklung. Die Trainingsmodule beinhalten Trainings- und Reflexionsaufgaben, die aktiv bearbeitet werden. Die Bearbeitung und die Reflexion sind Voraussetzung für das Absolvieren der Module.
Famulaturmodul Das Famulaturmodul unterstützt den Einstieg in ein konkretes Handlungsfeld mit seinen Problemlagen und Forschungsfragen. Es ist wünschenswert und wird angestrebt, dass Studierende aus der Reflexion über ihre Praxiserfahrung im Rahmen der Famulatur eine Fragestellung für die Abschlussarbeit entwickeln. Die Famulatur wird in Absprache mit den verantwortlich Lehrenden gestaltet. Die hier gemachten Erfahrungen und Arbeiten gehen in einen umfassenden Famulaturbericht ein, der Grundlage der Leistungszuerkennung ist.
Wahlpflichtbereich Das Studium in den Kern- und Nebenmodulen wird begleitet durch einen Wahlpflichtbereich. Es handelt sich dabei um Veranstaltungen, die einen interdisziplinären und/ oder anwendungsorientierten Charakter haben oder theoretisches und/oder methodisches Basiswissen vermitteln. Eine relative Nähe zu den Studienmodulen von kwl][cultural engineering (Kulturwissenschaft, Wissensmanagement, Logistik, Ökonomische Bildung und Wirtschaftsinformatik) wird bei der Wahl berücksichtigt.

 Innerhalb der oben genannten Studiengebiete sind verbindliche Modulelemente mit jeweils ausgewiesenen Leistungspunkten – Credits – verbunden. Der Studienumfang beträgt insgesamt nach bisheriger Studien- und Prüfungsordnung 210 CP, nach der ab Wintersemester 2005/06 gültigen Ordnung 240 CP auf der Grundlage des European Credit Transfer System (ECTS) [vgl. _prüfungen].
In der Regel sind pro Semester 30 Credits zu erbringen, die aufgrund erbrachter Studienleistungen nach Maßgabe der Studienordnung von den Lehrenden vergeben werden. Dabei erfolgt die Leistungserhebung im Studiengang immer in Abstimmung mit der jeweiligen Aufgabe: Modulbegleitend legen die Studierenden Portfolios an, die ebenso Gegenstand der Leistungsbewertung sein können wie Lösungspräsentationen und deren theoretische Darlegung und Reflexion, Praktikumsdokumentationen, aber auch wissenschaftliche Hausarbeiten, Essays, Einzelaufgaben, Lerntagebücher, Klausuren, Referate, Konzeptpapiere und Protokolle. Zusätzlich führen Studierende von kwl][cultural engineering ein Logbuch über die von ihnen bearbeiteten bzw. noch zu bearbeitenden Aufgaben.