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Biosystemtechnik

Die Biosystemtechnik ist ein relativ junges Wissenschaftsfeld und verkörpert das spannende Zusammenwirken der lebendigen Naturwissenschaften. Mitarbeit in der Forschung, interdisziplinäres Arbeiten und gute Karrierechancen sind sehr gute Gründe, sich für den Studiengang Biosystemtechnik in Magdeburg zu entscheiden. Studienfachberater Dirk Benndorf nennt in unserem Fragebogen zum Studiengang viele weitere Argumente, erläutert den Aufbau des Studiums und nimmt Studieninteressierten die Angst vor einer Bewerbung.

Stellen Sie sich doch bitte kurz vor!

Mein Name ist Dirk Benndorf, ich habe Biochemie studiert und bin seit neun Jahren Studienfachberater für den Studiengang Biosystemtechnik in Magdeburg. Mich begeistert besonders die Kombination von Biologie, Verfahrenstechnik und Systemwissenschaften, insbesondere wie man komplexe biologische Prozesse mit Hilfe von mathematischen Werkzeugen analysieren kann.

Worum geht es im Studiengang Biosystemtechnik?

Die Biosystemtechnik befasst sich mit der Erforschung und der biotechnologischen Nutzung biologischer Systeme. Neben modernen molekularbiologischen Methoden werden dazu zunehmend system- und ingenieurswissenschaftliche Werkzeuge, insbesondere die mathematische Modellierung, zur Analyse komplexer Phänomene wie der Regulation von Stoffwechselwegen oder der Funktionsweise von Signaltransduktionsvorgängen eingesetzt. Die gewonnenen Erkenntnisse eröffnen neue Möglichkeiten in den Bereichen der modernen Medizin und der biotechnologischen Produktion von Lebensmitteln, Chemikalien und Medikamenten, der Behandlung von Abwasser, der Gewinnung von Energie aus Biomasse oder der Entwicklung verbesserter medizinischer Behandlungskonzepte.

Fachstudienberater Dr. Dirk Benndorf vom Studiengang Biosystemtechnik beim Kultivieren von Mikroorganismen

Dr. Dirk Benndorf bei der Kultivierung von Mikroorganismen unter anaeroben (sauerstoffreien) Bedingungen. Anaerobe Mikroorganismen sind für die Bildung von Biogas essentiell.

Was muss ich für das Studienfach mitbringen?

Voraussetzungen sind solide Schulkenntnisse in den Naturwissenschaften, insbesondere der Mathematik und Biologie. Ein technisches Grundverständnis, Interesse und Spaß an der Lösung biologischer und technisch-ingenieurwissenschaftlicher Fragestellungen und an der Umsetzung der Ergebnisse in die Praxis sind ebenso erwünscht.

Welche Einstiegsvoraussetzungen bestehen für den Studiengang? Gibt es einen NC?

Als Voraussetzung benötigt man die Allgemeine Hochschulreife (z.B. Abitur an einem Gymnasium). Häufig fragen Interessenten, ob es problematisch ist, dass sie während des Abiturs ein oder mehrere relevante Fächer nur im Grundkurs oder gar nicht belegt haben. Aber das ist absolut kein Hindernis für eine Bewerbung. Jedoch sollte man sich bewusst sein, dass man eventuell auftretende Wissenslücken eigenverantwortlich schließen muss. Der Studiengang unterliegt einem lokalen NC. Allerdings haben in den letzten Jahren alle Bewerber eine Zulassung erhalten.

Warum sollte ich Ihren Studiengang an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg wählen?

Die Biosystemtechnik an der Uni Magdeburg ist von Beginn an ein interdisziplinärer Studiengang. Die Breite der Ausbildung und die Fähigkeit der Absolventen, biologische und technische Fragestellungen mit systemwissenschaftlichen Methoden zu analysieren und zu lösen, sind Stärken, die den Studiengang von anderen biologischen und biotechnologischen Studiengängen unterscheidet.

Wie ist das Studium aufgebaut? Welche Vertiefungsmöglichkeiten besitze ich?

Im Bachelorstudiengang werden die Grundlagen in relevanten biologischen, naturwissenschaftlichen, systemwissenschaftlichen und ingenieurwissenschaftlichen Fächern über einen hohen Anteil an Pflichtveranstaltungen vermittelt. Besonderheit im Vergleich zu anderen systembiologisch ausgerichteten Studiengängen ist der hohe Anteil an ingenieurwissenschaftlichen und theoretischen Fächern. Unser obligatorisches Industriepraktikum ermöglicht den Studenten erste Erfahrungen in der Berufspraxis zu sammeln. Im Masterstudiengang stellen sich die Studenten aus einem umfangreichen Wahlpflichtkatalog mit zwei Themenbereichen (biologisch/medizinische und technisch/theoretische Wahlpflichtfächer) eigenverantwortlich die Lehrveranstaltungen zusammen. Entsprechend der Auswahl der Wahlpflichtfächer ist es außerdem möglich, verschiedene inhaltliche Themenschwerpunkte zu setzen: Zum Beispiel ein bioprozesstechnisches, ein medizinisches oder ein systembiologisch-theoretisches Profil. In der Abschlussarbeit bearbeiten die Absolventen selbständig ein anspruchsvolles Forschungsprojekt.

Fachstudienberater Dr. Dirk Benndorf vom Studiengang Biosystemtechnik im Gespräch mit Studentinnen

Dr. Dirk Benndorf im Gespräch mit Studentinnen, die aktuell ihre Bachelorarbeit anfertigen.

Welche Berufsfelder ergeben sich aus dem Studiengang?

Den Absolventen stehen vielfältige Tätigkeitsfelder in Forschungseinrichtungen, Industrieunternehmen und Fachbehörden offen. Konkrete Tätigkeiten bisheriger Absolventen sind: biologische Grundlagenforschung, angewandte Forschung und Produktion in Unternehmen der pharmazeutischen Industrie, Entwicklung von Software zur Analyse und Steuerung biologischer/technischer Prozesse oder auch die Laborleitung in einer großen Abwasserkläranlage.

Wie erfolgt der Einstieg in das Berufsleben und welche Verdienstmöglichkeiten besitze ich?

Viele Absolventen wechseln direkt nach dem Studium in Unternehmen. Oft werden sie nach Industriepraktika oder nach externen Abschlussarbeiten von den Unternehmen übernommen. Leistungsstarke Master-Absolventen schließen an das Studium eine Promotion an einer Universität oder in einer Forschungseinrichtung an. Danach wechseln sie meist in Unternehmen und übernehmen häufig Führungspositionen. Mit einem Abschluss als Ingenieur hat man vergleichsweise sehr gute Verdienst- und Arbeitsmarktchancen.

Wird ein Auslandssemester angeboten und wie wird es speziell gefördert?

Es gibt kein obligatorisches Auslandssemester für Biosystemtechnik an der Uni Magdeburg. Der Studienplan des Masterstudiums ist aber sehr flexibel. Deshalb werden die Studenten insbesondere während des Masterstudiums ermutigt ins Ausland zu gehen. Alternativ nutzen Studenten aber auch die Zeiten der Industriepraktika oder der Abschlussarbeiten für Auslandsaufenthalte. Das Lehrpersonal steht für die Betreuung von Abschlussarbeiten im Ausland gern zur Verfügung.

Finanzielle Unterstützung erhalten Interessierte über verschiedene Förderprogramme, wie Erasmus-Stipendien für Auslandssemester oder Auslandspraktika. Das Leonardo-Programm ist eine weitere Alternative.

Wie lässt sich der Studiengang am besten in einem Satz zusammenfassen?

Die Biosystemtechnik betrachtet ein biologisches System (z. B. eine Zelle) wie ein komplexes technisches System (z.B. einen Bioreaktor) und versucht es mithilfe von ingenieurwissenschaftlichen Methoden zu analysieren und zu nutzen.

Letzte Änderung: 16.02.2017 - Ansprechpartner:

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