Themenangebote* für Forschungsbelege /
Diplomarbeiten
Abteilung Nichtlineare Phänomene
2 Smektische Schäume
(FB) Betr.: Prof.
R. Stannarius
Inhalt
der Arbeit ist die Untersuchung des Schaltens von ferroelektrischen
und dielektrischen flüssigkristallinen Phasen in elektrischen Feldern. Die dazu
angewandten Methoden sind die Aufnahme von Strom-Spannungs-Kennlinien in dünnen
Zellen sowie polarisationsmikroskopische Untersuchungen dünner smektischer Filme.
(Diplom) Betr.: Prof.
R. Stannarius
Inhalt
der Arbeit ist die Untersuchung des elektro-optischen Verhaltens von dünnen
freitragenden Filmen flüssigkristalliner Materialien. Ziel ist die
Charakterisierung der ferroelektrischen bzw. antiferroelektrischen Eigenschaften bestimmter Mesophasen und die Untersuchung der Beziehungen zwischen
Molekülsymmetrie, Phasensymmetrie und spontaner makroskopischer
Symmetriebrechung.
(FB) Betr.: Prof.
R. Stannarius, Dr. A. Eremin
Während Schäume auf der Basis von Wasser-Tensid-Mischungen
recht gut untersucht sind und vielfältige Anwendung gefunden haben, sind smektische Schäume, die eine viel höhere Stabilität
aufweisen, bisher kaum bekannt. Im Experiment sollen solche Schäume präpariert
und ihre Zerfallsdynamik charakterisiert werden.
(Diplom) Betr.: Prof.
R. Stannarius, Dr. A. Eremin
Es
sollen solche Schäume hergestellt und strukturell sowie dynamisch charakterisiert
werden. Vorbereitungen für Experimente unter Mikrogravitation sollen realisiert
werden.
3 Faraday-Instabilität
(FB
+ Diplom) Betr.: Dr. Thomas John, Prof. R. Stannarius
Die Faraday-Instabilität findet man in Flüssigkeiten, die einer vertikalen
Vibration ausgesetzt werden. Auf der Oberfläche einer solchen Flüssigkeiten
bilden sich Streifen- Rechteck- oder Hexagonmuster. Es soll eine vorhandene Apparatur zur
Untersuchung dieser Instabilität modifiziert
werden und Strukturphasendiagramme aufgestellt
werden. Ziel ist die Untersuchung des Einflusses der Anregungsfunktion. In der Literatur ist
bisher ausschliesslich die harmonische Anregung untersucht worden.
4 Spontane Entmischung von
Granulaten
(FB + Diplom) Betr.: Prof. R. Stannarius
Granulate zeigen unter bestimmten experimentellen Bedingungen
flüssigkeitsähnliche Eigenschaften, andererseits findet man einzigartige
dynamische Effekte wie z.B. die spontane Entmischung granularer Mixturen unter kontinuierlicher Energiezufuhr
(Schütteln, Rotieren). Mit Hilfe von mechanisch-optischen Experimenten sowie
NMR-Tomographie und Röntgentomographie sollen die Entmischungsprozesse unter
verschiedenen geometrischen Bedingungen studiert und quantitativ
charakterisiert werden.
5 Anisotrope colloidale Suspensionen von makroskopischen Partikeln
Farbstoffnadeln in der Größe
von einhundert Nanometern, die in bestimmten Flüssigkeiten dispergiert werden, können
wie flüssige Kristalle eine spontane anisotrope Ausrichtung ausbilden. Diese lassen sich mit elektrischen
Feldern schalten, sie zeigen elektro-optische und magneto-optische Effekte. Diese erst kürzlich gefundenen
Materialien solen mit Hilfe von Polarisationsmikroskopie, Elektronenmikroskopie und Röntgenkleinwinkelstreuung charakterisiert werden.
6 Elektrisch getriebene dissipative Strukturen in Flüssigkristallen
(FB + Diplom) Betr.: Prof. R. Stannarius
Elektrisch
getriebene dissipative Muster in komplexen Flüssigkeiten sind seit langem
bekannt und untersucht. In einer neuen Substanzklasse (bent-core-Mesogenen) sind neue
Typen dieser Strukturen unlängst erstmals beschrieben worden. Sie sollen
experimentell untersucht und charakterisiert werden.
7 Wechselwirkungen anisotroper
2D-Kolloide
(FB
+ Diplom) Betr.: Prof. R. Stannarius
Suspensionen
mikroskopischer Tropfen einer isotropen Flüssigkeit
in dünnen freitragenden smektischen Filmen können als
zweidimensionale Kolloide angesehen werden. Sie können miteinander wechselwirken, organisieren sich spontan zu makroskopischen Strukturen und lassen sich durch äußere Felder beeinflussen.
Spontan gebildete Strukturen sollen experimentell charakterisiert werden und
Modellrechnungen zu den Wechselwirkungsmechanismen durchgeführt werden.
8 Hydrodynamische Instabilitäten in Ferrofluiden
(FB
+ Diplom) Betr.: Dr. Thomas John, Prof. R. Stannarius
Ferrofluide zeigen unter der Einwirkung eines
äußeren magnetischen Feldes eine Reihe von musterbildender
Instabilitäten, unter anderem die Herausbildung von Labyrinthstrukturen, Stacheln und Fingern. Inhalt der Arbeit ist die Charakterisierung der Saffmann-Taylor-Instabilität dünnen Zellen. Diese bildet
sich aus, wenn ein niederviskoses gegen ein höherviskoses Fluid
gedrückt wird. Theoretische Untersuchungen zu dieser Instabilität sind bekannt, aber es existieren bisher keine entsprechenden
Experimente. Eine Messapparatur ist aufzubauen, Experimente sind durchzuführen
und auszuwerten.
9 Lehmann-Effekt: Molekulare Motoren in chiralen
Flüssigkeiten?
(FB
+ Diplom) Betr.: Prof. R. Stannarius
Lehmann-Effekte
beschreiben die durch Gradienten einer physikalischen Größe hervorgerufene
makroskopische Rotation eines Systems. Ein Beispiel dafür ist die durch
Diffusion von Wassermolekülen durch einen dünnen flüssigkristallinen Film
hervorgerufene Drehung der Orientierung. Dieser bisher experimentell kaum
untersuchte Effekt soll quantitativ charakterisiert werden. Dazu ist eine
Messapparatur zu konstruieren, mit der das Drehmoment auf einen frei stehenden
Film als Funktion der hindurch diffundierenden Stoffmenge und Stoffart bestimmt
werden kann.
Das Wechselspiel zwischen den internen
Phasensymmetrien und geometrischen Einschränkungen und/oder externen Feldern
resultiert oft in ‚Frustration’ und der Ausbildung von periodischen Mustern. In
diesem Projekt schlagen wir die Untersuchung von Labyrinth- sowie
Twist-Bend-Instabilitäten in chiralen ferroelektrischen flüssigkristallinen
Filmen vor.
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Raumzeitliche Dynamik von Protonenbändern bei der Grünalge Chara australis /
Bestimmung von
lokalen Instabilitäten der Plasmaströmung in der Grünalge Chara australis
Betreuer: Dr. A. Eremin
Wissenschaftlicher
Hintergrund:
Oszillatorische
und räumlich modulierte Prozesse in biologischen Systemen spielen eine wichtige
Rolle bei der biologischen Informationsverarbeitung. Grundlage für die
Musterbildung ist die Kopplung von autokatalytischen Reaktionen des
Stoffwechsels mit Transportprozessen. Diese Art der Strukturbildung basiert
auf den allgemeinen Prinzipien von Selbstorganisation in
Nichtgleichgewichtssystemen und ist Gegenstand aktueller Forschungsarbeiten aus
der Biophysik und nichtlinearen Dynamik.
Die Grünalge Chara australis eignet sich besonderes gut für Experimente
zur Strukturbildung in biologischen Systemen, da sie einfach experimentell zu
untersuchen ist (Länge von 10 cm!) und die Muster externer Kontrolle durch Licht
zugänglich sind (Photosynthese). Während des Wachstums bilden die Zellen
alternierende sauere und alkalische Banden aus, die als ein Maß für das
Längenwachstum der Alge angesehen werden. Die Bildung der Banden wird durch
Photosynthese initiiert, wobei vornehmlich der Transport von Protonen und
Carbonat-Ionen über die Plasmamembran der Zellen an der Bandenbildung beteiligt
ist.
Aufgabenstellung:
Gegenstand des Forschungsbelegs ist die Untersuchung der Mechanismen, die an der Musterbildung beteiligt sind. Es sollen theoretische Vorhersagen über Instabilitäten der intrazellulären Plasmaströmung als ein möglicher Faktor für die Festlegung der Bandenlage experimentell überprüft werden. Hierzu soll die Strömung mittels räumlich und zeitlich aufgelöster Kernspintomographie erfasst werden. Durch Lichtpulse können lokale Änderungen der Photosyntheseaktivität induziert werden um deren Effekt auf die Strömung zu bestimmen. Des Weiteren sollen auch fluoreszenzmikroskopische Untersuchungen durchgeführt werden, um die raumzeitliche Dynamik der Protonengradienten und elektrochemischen Potentialdifferenzen über der Plasmamembran zu untersuchen.
* offen / belegt