(FB+Diplom)
Betr.: Dr. A. Eremin, Prof.
R. Stannarius
Nachdem seit mehreren Jahrzehnten nach ihnen vergeblich gesucht wurde,
ist vor
kurzem offenbar der Nachweis gelungen, dass es optisch biaxiale
thermotrope
nematische Flüssigkeiten gibt. Diese können unter anderem
eine
spontane elektrische Polarisation besitzen. Die flexoelektrische (durch
Verbiegung erzeugte)
Polarisation neuer Materialien prädestiniert sie für
Anwendungen in mechanischen
Sensoren. Ziel der Arbeit ist eine
experimentelle Untersuchung des elektro-optischen Schaltens biaxialer
nematischer Materialien in dünnen Zellen.
Literatur:
M.-G. Tamba et al., Eur. Phys. J. E, 22 85 (2007).
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Abb: Inversionswände in einer dünnen nematischen Zelle bei unterschiedlichen elektrischen Feldstärken, beobachtet unter gekreuzten Polarisatoren im optischen Mikroskop. Die beobachteten Brochard-Wände für das Direktorfeld haben Ähnlichkeit mit Bloch- bzw. Neel-Wänden in Ferromagneten. |
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(FB+Diplom)
Betr.: Prof. R. Stannarius,
DP Frank Rietz
Granulate zeigen unter bestimmten experimentellen Bedingungen
flüssigkeitsähnliche Eigenschaften, andererseits findet man
einzigartige dynamische Effekte wie z. B. die spontane Entmischung
granularer
Mixturen unter kontinuierlicher Energiezufuhr (Schütteln,
Rotieren). Mit
Hilfe von mechanisch-optischen Experimenten sowie NMR-Tomographie
sollen diese
Entmischungsprozesse unter verschiedenen geometrischen Bedingungen
studiert und
quantitativ charakterisiert werden.
Literatur: F. Rietz, R. Stannarius, Phys. Rev. Lett.
100,078002, (2008)
http://ecommons.library.cornell.edu/bitstream/1813/14105/2/Rietz_high_quality_mpeg2.mpg
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| Abb: Segregations- und Konvektionsmuster einer Granulatmischung in einer dünnen Zelle, die um ihre horizontale Achse gedreht wird, Zellgröße ca. 50 cm x 8 cm x 1 mm. Es haben sich neun Konvektionsrollen ausgebildet. Helle und dunkle Bereiche entsprechen Gebieten, in denen die kleinere bzw. größere Komponente der Mischung angereichert ist. |
(FB+Diplom) Betr.: Prof. R. Stannarius
(Kollaboration mit Dr. T. Börzsönyi, KFKI Budapest)
Schert man Granulate, dann entstehen sogenannte Scherzonen. Die durch
diese Zonen
getrennten Bereiche eines Granulatbettes gleiten aufeinander ab. Man
kennt solche Phänomene
zum Beispiel von Bergrutschen (vgl. Nachterstedt am 19. Juli 2009). Mit
Experimenten sollen
solche Scherzonen an Modellsystemen untersucht werden. Neben invasiven
Charakterisierungstechniken sollen tomographische Methoden für 'in
vivo'-Untersuchungen angewandt werden.
Literatur
http://arxiv.org/PS_cache/arxiv/pdf/0906/0906.2090v1.pdf
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Abb: Brechung und Beugung einer Scherzone, die durch eine Grenzfläche zwischen zwei Granulaten mit unterschiedlichen Reibungskoeffizienten verläuft (Illustration von T. Börzsönyi und T. Unger) |
(FB+Diplom) Betr.: Dr. A. Eremin, Prof. R. Stannarius
(Kollaboration mit Dr. S. Klein, HP Bristol)
Suspensionen stäbchenförmiger Kristallite in organischen
Lösungsmitteln können nematische Phasen bilden. Sie zeigen
Doppelbrechung,
orientieren sich an Grenzflächen und lassen sich mit Hilfe von
elektrischen Feldern schalten. Sie sind potentielle Kandidaten für
eine Anwendung als elektronisches Papier.
Im Projekt werden die Struktureigenschaften und die Dynamik dieser
Phasen untersucht.
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Abb: Transmissions-Mikroskopiebild einer nematischen Suspension von Kristalliten eines roten Farbstoffes in Dodekan. Um Lufteinschlüsse in der Probenzelle orientiert sich das Material und zeigt eine typische doppelbrechende Textur. |
(FB+Diplom) Betr.: Prof. R. Stannarius
Dünne flüssige Filamente sind einzigartige Strukturen, die
nur von einigen wenigen flüssigkristallinen Phasen gebildet
werden. Diese Objekte haben Durchmesser einiger Mikrometer und
Längen von einigen Millimetern. Im Gegensatz zu gewöhnlichen
Fluiden , in denen die Rayleigh-Plateau-Instabilität zum Zerfall
in einzelne Tropfen führt, tritt diese Instabilität bei ihnen
nicht auf. Die elektrischen und mechanischen Eigenschaften dieser
Filamente sind weitgehend unerforscht. Ihre experimentelle Untersuchung
mittels akustischer und elektrischer Anregung ist Aufgabe des
Projektes.
Literatur: J. Petzold et al., Soft Matter 5 3120 (2009)
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Abb: Filamente aus einem smektischen (bent-core-)Mesogen. |
(FB+Diplom) Betr.: Prof. R. Stannarius
Ferrofluide (superparamagnetische Flüssigkeiten) zeigen unter der
Einwirkung eines äußeren magnetischen Feldes eine Reihe von
musterbildender Instabilitäten. Inhalt der Arbeit ist die
Charakterisierung der Saffmann-Taylor-Instabilität dünner
Zellen. Diese
bildet sich aus, wenn ein niederviskoses gegen ein höherviskoses
Fluid
gedrückt wird. Theoretische Vorhersagen zu dieser
Instabilität im
angegebenen Experiment sind bekannt, aber es existiert bisher keine
experimentelle Bestätigung. Eine Messapparatur ist aufzubauen,
Experimente sind
durchzuführen und auszuwerten.
(FB+Diplom)
Betr.: Prof. R. Stannarius
Lehmann-Effekte beschreiben die durch Gradienten einer physikalischen
Größe hervorgerufene makroskopische Rotation eines Systems.
Ein
Beispiel dafür ist die durch Diffusion von Wassermolekülen
durch
einen dünnen flüssigkristallinen Film hervorgerufene Drehung
der
Orientierung. Dieser bisher experimentell kaum untersuchte Effekt soll
quantitativ charakterisiert werden. Dazu ist eine Messapparatur zu
konstruieren, mit der das Drehmoment auf einen frei stehenden Film als
Funktion
der hindurch diffundierenden Stoffmenge und Stoffart bestimmt werden
kann.
Literatur: Y. Tabe and H. Yokoyama, Nature Materials 2 806
(2003).
(FB+Diplom)
Betr.: Dr. Thomas John, Prof. R. Stannarius
Die Faraday-Instabilität findet man in Flüssigkeiten, die
einer
vertikalen Vibration ausgesetzt werden. Auf der Oberfläche einer
solchen
Flüssigkeiten bilden sich Streifen-, Rechteck- oder Hexagonmuster.
Es soll
eine Apparatur zur Untersuchung dieser Instabilität (Einfluss der
Anregungsfunktion)
aufgebaut werden und Experimente zur Aufstellung der
Strukturphasendiagramme
durchgeführt werden. Gegenüber bisherigen Untersuchungen neu
ist die
Untersuchung von komplexen Anregungsformen wie Überlagerungen von
harmonischen
Funktionen, insbesondere unter Berücksichtigung der zeitlichen
Symmetrie dieser
Anregungsformen. Der Einfluss der Zeitsymmetrie von Anregungsformen auf
die Dynamik parametrisch
getriebener
Systeme ist eine grundlegende Fragestellung der nichtlinearen Physik.
Literatur: R. Stannarius, Am. J. Phys. 77 164 (2009)
(FB+Diplom) Betr.: Dr. A. Eremin, Prof. R. Stannarius.
Oszillatorische und räumlich
modulierte Prozesse spielen eine wichtige Rolle bei
der biologischen Informationsverarbeitung. Grundlage für die
Musterbildung
ist die Kopplung von autokatalytischen Reaktionen des Stoffwechsels mit
Transportprozessen.
Die Grünalge Chara australis eignet sich besonders gut
für
Experimente zur Strukturbildung in biologischen Systemen, da sie
einfach
experimentell zu untersuchen ist (Länge von 10 cm!) und die Muster
durch Licht beeinflussbar sind (Photosynthese).
Die Zellen bilden durch Photosynthese alternierende sauere und
alkalische Banden aus, wobei vornehmlich der Transport von Protonen und
Carbonat-Ionen
über die Plasmamembran der Zellen an der Bandenbildung beteiligt
ist.
Gegenstand des Forschungsbelegs ist die Untersuchung
der Mechanismen, die an der Musterbildung beteiligt sind. Hierzu soll
die
Strömung mittels räumlich und zeitlich aufgelöster
Kernspintomographie erfasst werden. Durch Lichtpulse können lokale
Änderungen der Photosyntheseaktivität induziert werden, um
deren
Effekt auf die Strömung zu bestimmen. Mit
fluoreszenzmikroskopischen Untersuchungen soll die
raumzeitliche Dynamik der Protonengradienten und elektrochemischen
Potentialdifferenzen über der Plasmamembran bestimmt werden.
Literatur: A. Eremin et al., Photochem. Photobiol. Sci., 6,
103-109 (2007)
(FB+Diplom) Betr.: Prof. R. Stannarius
Schäume auf der Basis von Wasser-Tensid-Mischungen recht gut
untersucht sind
und vielfältige Anwendung gefunden haben, sind smektische
Schäume, die eine viel höhere Stabilität aufweisen,
bisher kaum
bekannt. Im Experiment sollen solche Schäume präpariert und
ihre
Zerfallsdynamik charakterisiert werden. Es
sollen solche Schäume hergestellt und strukturell sowie dynamisch
charakterisiert werden. Vorbereitungen für Experimente unter
Mikrogravitation sollen realisiert werden.
Literatur: T. Trittel, Diplomarbeit, Magdeburg 2009
(FB+Diplom) Betr.: Prof. R. Stannarius
Um einen stromdurchflossenen Draht kann sich ein stabiler Zylinder
eines Ferrofluids
ausbilden, wenn die magnetische Feldstärke groß genug ist,
um die
Rayleigh-Plateau-Instabilität zu unterdrücken. Letztere
führt in Flüssigkeiten
dazu, dass freie zylindrische Formen zu einzelnen Tropfen zerfallen.
Es existieren bisher keine entsprechenden Experimente, die dieses
Phänomen quantitativ
untersuchen. Eine Messapparatur ist aufzubauen, Experimente sind
durchzuführen und auszuwerten.
Literatur: D. Rannacher, New J. Phys. 8 108 (2006)
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Abb: Zwei Solitonen auf einem Filament aus einem Ferrofluidzylinder mit einem eingeschlossenen stromdurchflossenen Draht (aus oben zitierter Arbeit). |