Datenschutz an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Studentenrat und Universitätsleitung der Otto-von-Guericke-Universität erhielten am Sonntag, 18.05.2008, einen Hinweis aus der Studierendenschaft, dass eine Datenbank mit persönlichen Daten von 43.861 Studenten im Internet veröffentlicht wurde.
Am Montag, 19.05.2008, wurden die Daten daraufhin von dem öffentlich zugänglichen Server gelöscht und bis 14:00 aus dem Google-Cache entfernt. Da sie bereits am 09.05.2008 veröffentlicht wurden und über Suchmaschinen auffindbar waren, ist jedoch ungeklärt, wie viele Personen sich die Daten in diesem Zeitraum von zehn Tagen angeeignet haben.
Das Rektorat benachrichtigte die Studierendenschaft am Freitag, 23. Mai 2008, per E-Mail über diesen Vorfall. Der Studentenrat möchte diese Nachricht um die folgenden, dem Rektorat zu jenem Zeitpunkt noch nicht vorliegenden Detailinformationen ergänzen, um die Studierendenschaft als Geschädigte umfassend zu informieren:
Es handelt sich um Datensätze aller aktiven und zahlreicher ehemaliger Studenten.
Die veröffentlichen Daten enthalten die folgenden sensiblen Informationen:
Nach bisherigem Kenntnisstand sind Noten der Studierenden nicht betroffen. Weitere Daten sind eher verwaltungstechnisch relevant, z.B. die Gebietskörperschaft des Kfz-Kennzeichnens im Falle eines Parkausweises.
Zu dem Vorfall kam es durch den Fehler eines Mitarbeiters der Universitätsverwaltung. Es handelt sich nicht um einen Angriff auf Informationsstrukturen der Universität durch Externe.
Die Veröffentlichung der genannten Daten verstößt gravierend gegen das Recht auf informationelle Selbstbestimmung der Betroffenen. Aus Sicht des Studentenrates sind die folgenden Schritte daher unbedingt notwendig:
Der Studentenrat ist sicher, dass in diesen Punkten Konsens mit der Universitätsleitung besteht, und wird die Studierendenschaft über die weiteren Entwicklungen informieren.
Aus gegebenem Anlass fordert er eine offene Diskussion zum Thema Datenschutz an der Universität Magdeburg und ruft alle Studierenden und Mitarbeiter dazu auf, sich an der Diskussion zu beteiligen! Bei Rückfragen steht der Studentenrat unter kontakt@studentenrat.org zu Verfügung.