Stadtzentrum meets Kultur

29.11.2018 -  

Magdeburgs Innenstadt verzaubert nicht auf den ersten Blick, aber sie birgt eine Menge Potenzial. Das finden auch die Studierenden des Studiengangs Cultural Engineering und haben deshalb das Projekt in:takt ins Leben gerufen.

Es ist Mittwoch-Nachmittag und hinter den sonst eher dunklen Schaufenstern des Breiten Weg 28, zwischen Katharinenturm und Alten Markt, tut sich was. Der Raum riecht nach frischer Farbe, die Wände sind mit Mindmaps und Ideenskizzen beklebt und Studierende des Studiengangs Cultural Engineering  haben auf Palettenmöbeln Platz genommen. In dieser etwas untypischen Atmosphäre findet seit dem Wintersemester 2018/19 das Seminar MD:innen von Dipl.-Ing. Hendrik Weiner statt. Die Idee? Dem Leerstand in der Magdeburger Innenstadt entgegenzuwirken. „Ich glaube es ist wichtig, dass wir in die Stadt hineinwirken und zeigen, was man auf dem Breiten Weg noch machen kann, außer wieder irgendwo einen Einzelhandel reinzuknallen“, sagt Cultural Engineering-Studentin Franziska. Unter dem Namen in:takt entsteht im Breiten Weg 28 ein offener Raum für Kulturelles, ein Ort an dem Magdeburger und Magdeburgerinnen zusammenkommen können. Dem leerstehenden Raum soll so neues Leben eingehaucht werden.

Beitragsbild intakt ovguMit dem Projekt in:takt wollen Cultural Engineering Studierende einen leerstehenden Laden im Breiten Weg beleben und zeigen, dass die Innenstadt von Magdeburger viel Potenzial bietet. Studierende, Magdeburgerinnen und Magdeburger sollen dabei eine wichtige Rolle spielen. (Foto: privat)

Hendrik Weiner ist Architekt, Dozent und Leiter von in:takt und unterstützt die Studierenden bei der Umsetzung des Projekts. Klassischer Frontalunterricht ist hier jedoch Fehlanzeige. Die Studierenden haben das Konzept zum Großteil selbst erarbeitet und sind gleichermaßen verantwortlich für die organisatorischen, finanziellen und rechtlichen Belange. Alle Entscheidungen werden demokratisch getroffen, ob es nun um die Namensgebung des Projekts oder die Gestaltung des Schaufensters geht. „Es ist ein recht anspruchsvoller Kurs, in den viel Zeit investiert werden muss. Der Kurs erfüllt so gesehen eine Doppelfunktion, weil die Studierenden einerseits die theoretischen Ideen entwickeln, aber auch gleichzeitig praktisch an der Umsetzung arbeiten“ erzählt Hendrik Weiner vor Ort. In dem leerstehendem Laden werden die letzten Arbeiten an den Räumlichkeiten beendet, denn schon bald dürfen nicht nur Studierende einen Blick hinein wagen.

Austausch über die Zukunft der Magdeburger Innenstadt

Ab dem 2. Dezember öffnen sich die Türen des Breiten Weg 28 dreimal wöchentlich. Neugierige können dann erstmalig einen Blick in die Räumlichkeiten werfen und mit den Studierenden ins Gespräch kommen. Die Schöpfer von in:takt sprudeln vor Ideen und werkeln fleißig, damit ihr Herzensprojekt an Größe gewinnt. Feste Installationen, wie ein Büchertauschregal, eine Brettspielecke und eine kleine Bar warten auf alle BesucherInnen, ebenso wie temporäre Foto- und Kunstausstellungen, Konzerte oder Lesungen. Der Raum soll als eine Art kulturelles Zentrum im Herzen der Stadt dienen und keinesfalls nur ein studentischer Ort sein. Die Studierenden wünschen sich einen generationsübergreifenden, interkulturellen Austausch über Magdeburg und seine Innenstadt, Wünsche und Ideen zur Zentrumsgestaltung oder Lieblingsplätze in der Umgebung. Denn in:takt soll zeigen, dass Magdeburgs Stadtmitte mehr zu bieten hat, als Einzelhandel und Straßenbahnhaltstellen. Wer neue Ideen, Beiträge oder Anregungen hat, ist äußerst willkommen, sich bei in:takt einzubringen. Das Team ist per Mail erreichbar und auch bei Facebook aktiv.

Anne Wihan

Letzte Änderung: 13.12.2018 - Ansprechpartner: Webmaster