Forschung & Transfer

Architektur G25

Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg setzt sich mit der Vielfalt sowohl nationaler, aber auch globaler gesellschaftlicher Herausforderungen auseinander. Das betrifft technische, gesundheitliche und ökologische Fragestellungen; aber auch ethische, kulturelle, soziale und ökonomische Probleme sind  Gegenstand wissenschaftlich-methodischer Betrachtung, Kontextuierung, Konzeptionierung und Reflexion.

Als Vorreiter technologischer Entwicklung wird die Universität Magdeburg mehr und mehr zur Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Sie versteht sich als eine Leitfigur beim Ausbau der wirtschaftlichen Entwicklung der Region. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg beraten und unterstützen mit ihrer Expertise wichtige und zukunftsweisende Vorhaben der Stadt, des Landes oder regionaler Unternehmen. Sie sind als Ingenieure, Wirtschaftswissenschaftler, Soziologen, Mediziner oder Informatiker mit ihrem Wissen unverzichtbare Partner in regionalen und überregionalen Netzwerken und so an der gedeihlichen Entwicklung der Landeshauptstadt maßgeblich beteiligt.

Durch die gezielte Anwerbung unternehmerisch begabter Studienanfängerinnen und -anfänger aus ganz Deutschland und dem Ausland und ein entsprechendes Lehrangebot werden Studierende auch zu Unternehmerinnen und Unternehmern herangebildet, die im Anschluss an ihr Studium sowohl in Wissenschaft, Wirtschaft und der Kultur neue Impulse setzen.

Das Profil ist geprägt durch Exzellenzschwerpunkte, Sonderforschungsbereiche, Graduiertenkollegs und Forschergruppen. Externe Kooperationen bestehen mit angegliederten Zentren, An-Instituten und außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Als Impulsgeber und Entwicklungsmotor auch weit über die Landesgrenzen hinaus, verfolgt die Universität Magdeburg Innovationsstrategien zur Stärkung des Technologie- und Wissenstransfers in regionale und überregionale Unternehmen.

 

Aktuelle Meldungen aus Forschung & Transfer:


Exellenz für nachfolgende Generationen

Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg wird anlässlich des 415. Geburtstages ihres Namenspatrons auf dem Akademischen Festakt, der wichtigsten Veranstaltung der Alma Mater im akademischen Jahr, wieder exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auszeichnen.

Im Beisein des Ministers für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Armin Willingmann, und weiterer Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur des Landes Sachsen-Anhalt werden der „Otto-von-Guericke-Forschungspreis“, der „Otto-von-Guericke-Lehrpreis“, der „Klaus-Erich-Pollmann-Forschungsförderpreis“, das „Eike-von-Repgow-Stipendium“ sowie der „Dissertationspreis“ vergeben.

 

WAS: Akademischer Festakt der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
WANN: 23. November 2017, 18:30 bis 21:00 Uhr
WO: Johanniskirche Magdeburg, Johannisbergstraße 1, 39104 Magdeburg

 

Den Festvortrag hält Dr. Stefan Rhein, Direktor der Luthergedenkstätten zum Thema „Zum Gespräch geboren. Das Politikverständnis Philipp Melanchtons“.

Wie in den vergangenen Jahren, werden die Gäste der Veranstaltung wieder die Ersten sein, denen die druckfrische Ausgabe des Forschungsmagazins der Universität Magdeburg, GUERICKE`17, überreicht wird. Auf über 100 Seiten berichtet die Universität von aktuellen Forschungsprojekten und stellt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor.

Die Veranstaltung wird von der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Universität Magdeburg unterstützt und von Mitgliedern der musikalischen Ensembles der Universität begleitet.

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Medizintechniker der Universität Magdeburg gründet europäische Forschungsplattform für medizinischen Strahlenschutz

Prof. Dr. rer. nat. Christoph Hoeschen vom Lehrstuhl Medizintechnische Systeme der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg ist Gründungspräsident der ersten europäischen Plattform zur Erforschung des medizinischen Strahlenschutzes. Der Medizintechniker wird künftig maßgeblich daran beteiligt sein, medizinische Diagnose- und Therapieverfahren zu individualisieren, Patienten, aber auch Mediziner vor übermäßiger Strahlenbelastung zu schützen und einheitliche europäische Standards für die Nuklearmedizin durchzusetzen.

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Wie viel Strahlenbelastung verträgt der Mensch?

Prof. Dr. rer. nat. Christoph Hoeschen vom Lehrstuhl Medizintechnische Systeme der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg ist Gründungspräsident der ersten europäischen Plattform zur Erforschung des medizinischen Strahlenschutzes. Der Medizintechniker wird künftig maßgeblich daran beteiligt sein, medizinische Diagnose- und Therapieverfahren zu individualisieren, Patienten, aber auch Mediziner vor übermäßiger Strahlenbelastung zu schützen und einheitliche europäische Standards für die Nuklearmedizin durchzusetzen.

Im Rahmen eines mit 10 Millionen Euro geförderten EU-Verbundprojekts MEDIRAD - Implications of Medical Low Dose Radiation Exposure entwickelt Professor Hoeschen bereits passgenaue und personalisierte Therapien und Diagnoseverfahren. Gemeinsam mit Prof. Dr. med. Maciej Pech von der Magdeburger Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin geht er vor allem der Frage nach, wie künftig die röntgenstrahlenbasierte Diagnostik verbessert werden kann, persönliche Bedürfnisse von Patienten berücksichtigt und Risiken minimiert werden können.

Am Lehrstuhl von Professor Hoeschen werden modernste Technologien für eine verbesserte Bildgebung mit Röntgenstrahlen sowie für die Bildgebung während medizinischer Eingriffe entwickelt. Dazu gehören ein spezieller Computertomograph (CT) für dreidimensionale Röntgenbilder der weiblichen Brust oder ein robotergestützter CT zur besseren Diagnostik von Veränderungen im Bereich der Wirbelsäule. Darüber hinaus interessieren die Forscher neue Röntgenverfahren, die Informationen über Zellfunktionen im lebenden Menschen ermöglichen und die Fragen, wie und mit welchen Effekten sich radioaktive Substanzen im Körper verteilen.

„Bisher ist es in Deutschland so, dass die medizinische Strahlenexposition pro Kopf genauso groß ist, wie die aller natürlichen, aus dem Boden, der Atmosphäre oder unserer Nahrung abgegeben Strahlung zusammen“, so der Medizintechniker Prof. Hoeschen. „Wir wissen, dass nicht jeder Patient die gleiche Menge Strahlung benötigt, bisher gibt es aber noch viel zu wenig Verfahren, diese Individualisierung der medizinischen Anwendung ionisierender Strahlung zu ermöglichen. Zudem fehlen europäische Standards, die an Kliniken europaweit die gleichen Therapie- und Diagnoseverfahren anbieten.“

Portrait_Hoeschen, Christoph (c) Harald Krieg 2Prof. Dr. rer. nat. Christoph Hoeschen (Foto: Harald Krieg/Universität Magdeburg) 

Bis 2020 wollen die 32 europäischen Projektpartner die gesundheitlichen Folgen schon von geringen Mengen ionisierender Strahlung durch diagnostische und therapeutische Verfahren in der Medizin erforschen und damit die wissenschaftlichen Grundlagen schaffen, klinische Anwendungen künftig mehr und mehr individualisieren zu können und auf die konkreten Bedarfe der Patientinnen und Patienten zuzuschneiden.

„Wir werden durch eine verbesserte Einschätzung von Effekten medizinischer Strahlung künftig die Dosis optimieren und für den einzelnen Patienten personalisieren können“, so Hoeschen. „Wenn wir verstehen, welche Auswirkung eine bestimmte Strahlendosierung auf Gefäße oder unser Herz-Kreislauf-System und andere Organe haben, wird es möglich sein, die bei jedem Patienten besonders gefährdeten Regionen besser zu schützen.“

Zum Ende des auf vier Jahre angelegten Forschungsprojektes sollen wissenschaftlich basierte Empfehlungen und Richtlinien entwickelt werden, um künftig die Patienten und Mediziner gleichermaßen besser zu schützen.

 

Bilder zum Download:

Bild 1 // Quelle: Harald Krieg/Universität Magdeburg // Bildunterschrift: Portrait Prof. Dr. rer. nat. Christoph Hoeschen

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Luxus oder Daseinsfürsorge für Sachsen-Anhalt?

Anlässlich des 10-jährigen Bestehens des Exzellenzforschungszentrums Centre for Behavioral Brain Sciences CBBS an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg wollen die Forscherinnen und Forscher einen gesellschaftlichen Diskurs zur Rolle der neurowissenschaftlichen Grundlagenforschung für das Land Sachsen-Anhalt beginnen. Gemeinsam mit Landespolitikerinnen und -politikern sowie Gästen aus Wirtschaft und Wissenschaft soll auf einem Parlamentarischen Abend zum einen Bilanz gezogen werden, zum anderen aber auch ein Austausch darüber begonnen werden, wie neurowissenschaftliche Grundlagenforschung in Sachsen-Anhalt künftig gestaltet werden kann und welche konkreten Erwartungen sowohl die Politik als auch die Neurowissenschaften haben.

„Die Neurowissenschaften sind eine Schlüsseldisziplin der Forschung im 21. Jahrhundert“, so Prof. Dr. med. Hans Jochen Heinze, Sprecher des CBBS. „In den vergangenen Jahren ist am Standort Magdeburg ein neurowissenschaftlicher Forschungsschwerpunkt mit großer nationaler und internationaler Ausstrahlung herangewachsen, der sich ein Renommee weit über die Landesgrenzen hinaus erarbeitet hat. Wir müssen nun aber in den Austausch darüber treten, welche Rahmenbedingungen moderne Forschung angesichts großer internationaler Konkurrenz braucht und hinterfragen, welche Forderungen die Landespolitik an die Neuroforschung stellt.“

 

WAS: Parlamentarischer Abend des Landesforschungszentrums
„10 Jahre Center for Behavioral Brain Sciences CBBS“
WANN: 22. November 2017, Einlass ab 17:30 Uhr, Beginn 18:00 Uhr, Ende ca. 21:00 Uhr
WO: Kulturhistorisches Museum Magdeburg, Kaiser-Otto-Saal, Otto-von-Guericke-Str. 68-73, 39104 Magdeburg

 

Nach der Begrüßung durch den Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff, und die Präsidentin des Landtages Sachsen-Anhalt, Gabriele Brakebusch, werden der Rektor der Universität Magdeburg, Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan, der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, Prof. Dr. Matthias Kleiner, das Mitglied des CBBS-Beirats, Prof. Dr. Thomas Münte, und der CBBS-Forscher Jun.-Prof. Dr. Michael Hanke ihre Standpunkte und Sichtweisen zum Thema präsentieren.

Daran schließt sich unter dem Motto "Wie kann das Land vom CBBS profitieren? Ist Grundlagenforschung Luxus oder Daseinsfürsorge für die Entwicklung des Landes?" eine Diskussion zum Thema an. Die Magdeburger CBBS-Forscherin, Prof. Dr. Daniela Dieterich, und der Sprecher des CBBS, Prof. Hans-Jochen Heinze, werden dazu mit Parlamentariern und dem Präsidenten des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle, Prof. Dr. Reint Gropp, diskutieren.

Ein Empfang mit musikalischer Begleitung bietet danach Raum für weiterführende Gespräche und Interviews.

Das Centre for Behavioral Brain Sciences CBBS

2007 wurde das Center for Behavioral Brain Sciences, kurz CBBS, als Dachstruktur neurowissenschaftlicher Forschung in Magdeburg gegründet. Mit dem CBBS wurde eine Struktur geschaffen, um exzellente Nachwuchswissenschaftler innerhalb des Forschungsschwerpunktes weiter zu fördern und durch Bündelung vielfältiger Herangehensweisen, Methodiken und Themen Synergien zu schaffen und Kompetenzen zu bündeln. Als zentrale Einrichtung der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg wird sie wissenschaftlich gemeinsam von der Universität Magdeburg und dem Leibniz-Institut für Neurobiologie LIN getragen. Das CBBS vereint gegenwärtig 100 Neurowissenschaftlerinnen und –wissenschaftler aus sechs Fakultäten der Universität Magdeburg, aus dem Leibniz-Institut für Neurobiologie sowie dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE). Aus CBBS-Verbünden sind inzwischen zwei von der Deutschen Forschungsgemeinschaft DFG geförderte Sonderforschungsbereiche (TRR-SFB 62 und SFB 779) hervorgegangen. Das CBBS wird gefördert aus Mitteln des Landes Sachsen-Anhalt und des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

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„University Club“ soll Forschungssynergien an der Universität stärken

Die Prorektorin für Forschung, Technologietransfer und Chancengleichheit der Universität Magdeburg, Prof. Dr. rer. nat. Monika Brunner-Weinzierl, im Gespräch mit der Universitätssprecherin, Katharina Vorwerk, zu neuen Formaten für einen forschungsstrategischen Dialog zwischen den Fakultäten der Universität.

Portrait Fr. Brunner-Weinzierl

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Frau Prof. Brunner-Weinzierl, über 62 Millionen Euro Drittmittel sind insgesamt von der Universität Magdeburg 2016 verausgabt worden. Wo steht die OVGU aktuell im Vergleich mittelgroßer Universitäten?

Laut Hochschulrektorenkonferenz 2015 verfügten die 121 deutschen Universitäten, inklusive der Universitätsklinika, durchschnittlich über rund 51 Millionen Euro Drittmittel. Die OVGU lag damals mit rund 58 Millionen Euro verausgabten Drittmitteln bereits über diesem Durchschnitt und hat im vergangenen Jahr noch einmal zugelegt und ist jetzt bei einer Summe von rund 63 Millionen Euro. Wichtig ist bei der Betrachtung von Drittmittelzahlen aber auch, dass sie im Kontext der Gesamtuniversität bewertet werden. Und das ausschließliche Ziel, Drittmitteleinkünfte zu erhöhen, kann zu Lasten anderer Universitätsleistungen gehen, zum Beispiel der Lehre oder der sogenannten „Third Mission“, also den Leistungen der Universität für die Gesellschaft und die Region.

Um hier die richtige Balance zu halten und dabei tatsächlich Forschungsleistung zu steigern, bedarf es einer Forschungsstrategie, die sinnvoll und zukunftsorientiert in eine ganzheitliche Universitätsstrategie eingebettet ist und die auf die verschiedenen Charakteristika der Fakultäten eingeht. Es kommt hier darauf an, OVGU-spezifische Standortvorteile zu erkennen und dort die Schwerpunkte zu legen. Hierzu wollen wir nun verstärkt den wissenschaftlichen Dialog fördern und dafür müssen wir Plattformen schaffen. Eine davon wird der sogenannte University Club sein.

 

Was sind die Ziele des University Clubs und gibt es Vorbilder?

Unser Ziel ist es, ein fakultätsübergreifendes Forum anzubieten, um einen forschungsstrategischen Diskurs zu etablieren. Wir müssen künftig gemeinsam den Standortvorteil ausnutzen, den unsere Fächerkombinationen und Schwerpunkte bieten. So schaffen wir den forschungsstrategischen Dialog zwischen den Fakultäten und unterschiedlichen Fächern und innovative Techniken oder Denkansätze aus einem Fach können in ein anderes Fach übertragen werden. Es werden neue Schnittstellen für Forschungskooperationen identifiziert und Methoden, Instrumente oder Expertise mehrfach genutzt.

Ein Vorbild in diesem Sinn gibt es nicht. Inspiriert wurde ich eher aus meiner eigenen Sicht als Forscherin, wo ich wichtigen Input aus anderen Bereichen oder neuester Technik als großen Vorteil erfahren habe. Und unsere Forscherinnen und Forscher sind doch prädestiniert für so eine Form des Austausches. Ich hatte zum Beispiel so den Zugang zu einer ausgesprochen sensitiven Färbemethode über magnetische Fettkügelchen zur Analyse von einer sehr effektiven, aber kleinen Zellpopulation. Ich konnte sehr viele Erkenntnisse damit generieren. Mit Ausnutzung solch eines Standortvorteils kann man in seinem Fach leicht ein paar Nasenlängen voraus sein. Diesen innovativen Input möchte ich mit dem Unversity Club sozusagen institutionalisieren.

 

Wie wird ein University Club ablaufen?

In unregelmäßigen Abständen übernimmt jeweils eine Fakultät die Rolle des „Gastgebers“ und präsentiert aktuelle forschungsstrategische Entwicklungen, neueste Techniken und Maßnahmen der Fakultät. Diskussionsimpulse können Kooperationsvorhaben oder auch interdisziplinäre Forschungsprojekte sein. Anschließend gibt es Diskussionsrunden im informellen Rahmen, auch ein Science Dating ist denkbar. Unterschiedliche Veranstaltungsformate können und sollen ausprobiert werden – die gastgebende Fakultät entscheidet.

 

Wer gehört zur Zielgruppe des University Clubs?

Das sind zu allererst Entscheidungsträger und kooperationsinteressierte Forscherinnen und Forscher aus den neun Fakultäten der Universität Magdeburg. Alle sollen einbezogen werden, gleichzeitig soll in überschaubarer Gruppegröße intensiv und effizient diskutiert werden. Deshalb wird jede Fakultät gebeten, bis maximal zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu benennen, die sich in den Erfahrungsaustausch einbringen und im Anschluss die Ergebnisse in die Fakultäten tragen. Wir legen außerdem Wert darauf, außeruniversitäre Institute einzubeziehen.

 

Wann findet der erste University Club statt?

Die erste Veranstaltung wollen wir am 22. November 2017 durchführen. Dabei wird die Fakultät für Informatik den Anfang machen. Geplant ist zunächst ein Impulsvortrag des Dekans, in dem er darstellen wird, welche Art von fakultätsübergreifender Zusammenarbeit sich Informatiker wünschen – in Kombination mit der Präsentation eines aktuellen Beispielprojekts für eine solche Kooperation. Es folgen Kurzvorstellungen der verschiedenen Lehrstühle und der Forschungsbereiche der Fakultät. Im Anschluss ist dann Zeit für individuelle Gespräche zu den Forschungsschwerpunkten der drei Institute.

Die Informatik hat ja bereits ihr Profil geschärft, indem Sie die Schwerpunkte Bild, Wissen und Interaktion definiert hat. Von den dabei gemachten Erfahrungen können vielleicht auch die anderen Fakultäten profitieren. Wir freuen uns sehr auf die Veranstaltung und sind gespannt, wie viele Kooperationen sich anbahnen und welche Nachhaltigkeit daraus entsteht.

 

Prof. Brunner-Weinzierl, herzlichen Dank für das Gespräch!

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Optisches Chaos zur Kontrolle von Licht

Physiker der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg haben gemeinsam mit Kollegen aus China und den USA erstmals eine Methode entwickelt, bei der Licht so kontrolliert gesteuert wird, dass es breitbandig und schnell in einen Lichtspeicher, einen sogenannten Mikroresonator, eingespeist und wieder entnommen werden kann. Dieses Verfahren könnte künftig die bisher auf der Mobilität von Elektronen basierende Weiterleitung digitaler Informationen durch kontrolliert gelenkte Lichtwellen ersetzen. Im Gegensatz zu den sich relativ langsam und mit Reibungsverlust bewegenden Elektronen wäre Licht wesentlich schneller unterwegs.

Die Wissenschaftler um Prof. Jan Wiersig haben zusammen mit den Gruppen von Prof. Yun-Feng Xiao (Peking University, China), Prof. Marko Loncar (Harvard University, USA) und Prof. Lan Yang (Washington University, USA) ihre Forschungsergebnisse soeben in dem renommierten internationalen Fachjournal Science veröffentlicht.

Extrem kompakte optische Schaltkreise, in denen Licht statt Elektronen zur Datenübertragung verwendet wird, könnten künftig die Kommunikation und Datenverarbeitung revolutionieren. Aber die Kontrolle von Licht stellt eine große Herausforderung dar,“ so Prof. Jan Wiersig. „Das Hauptproblem dabei ist, dass das Licht in den verschiedenen Bestandteilen des Schaltkreises, z. B. im Lichtspeicher oder auch im Wellenleiter, was dem Draht in einem elektrischen Schaltkreis entspricht, unterschiedliche Geschwindigkeiten hat. Das bedeutet, dass es nicht effizient und kontrolliert von einem Bestandteil des Schaltkreises zum nächsten wechseln kann.“

Wellenleiter und Lichtspeicher 1 Wellenleiter und Lichtspeicher 2

Illustration des Kopplungsprozesses zwischen einem geraden Wellenleiter und einem Lichtspeicher. Der Fahrradfahrer versucht, dem schnell fahrenden Auto Lichtpakete zu übergeben. Bild 1: Ohne Chaos ist die Kopplung ineffizient. Bild 2: Mittels Chaos können die Lichtpakete effizient übergeben werden. (Bilder: Zeichnungen von Yin Feng und Xuejun Huang)

Um die unterschiedlichen Geschwindigkeiten des Lichts in dem Wellenleiter und in einem angrenzenden ringförmigen Lichtspeicher aneinander anzugleichen und somit eine schnelle Übergabe von Lichtpaketen in den Speicher zu ermöglichen, benutzten die Wissenschaftler erstmals ein besonderes Verfahren: Sie verformten die ringförmige Struktur des Lichtspeichers leicht und erzeugten damit ein sogenanntes optisches Chaos. Das äußert sich darin, dass es zu schnellen Schwankungen der Geschwindigkeit des Lichts im Lichtspeicher kommt. Diese schnellen Schwankungen haben zur Folge, dass die unterschiedlichen Geschwindigkeiten im Wellenleiter und Lichtspeicher für einen sehr kurzen Moment gleich und synchronisiert sind. Diese extrem kurze Zeitspanne reicht aus, um Licht sehr schnell aus dem Wellenleiter in den Lichtspeicher einzuspeisen oder auch wieder zu entnehmen. Mit diesem Verfahren könnten künftig Licht statt Elektronen genutzt werden, um sehr große Datenmengen breitbandig in optischen Schaltkreisen zu verarbeiten.

 

Grafiken zum Download:

Bild 1 // Bild 2 // Quelle: Zeichnungen von Yin Feng und Xuejun Huang // Bildunterschrift: Illustration des Kopplungsprozesses zwischen einem geraden Wellenleiter und einem Lichtspeicher. Der Fahrradfahrer versucht, dem schnell fahrenden Auto Lichtpakete zu übergeben. Bild 1: Ohne Chaos ist die Kopplung ineffizient. Bild 2: Mittels Chaos können die Lichtpakete effizient übergeben werden.

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Tanzen für die Autonomie im Alter

Etwa 1,3 Millionen Menschen in Deutschland leiden an Demenz. Bis 2050 werden es doppelt so viele Senioren sein. Ein interdisziplinäres Forscherteam aus Magdeburg hat einen neuen Weg gefunden, die Krankheit aufzuhalten und wurde dafür ausgezeichnet.

Arbeitsgruppen um die Sportwissenschaftlerin Prof. Dr. Anita Hökelmann und den Neurowissenschaftler Prof. Dr. Notger Müller haben in einer 18-monatigen Studie herausgefunden, dass Männer und Frauen, die drei Mal die Woche ein spezielles Tanzprogramm absolvieren, langsamer altern, ihren Gleichgewichtssinn entscheidend verbessern sowie schwere Komplikationen bei Stürzen verringern.

Dafür haben sie nun den mit 20.000 Euro dotierten „Theo und Friedl Schöller Preis für Alternsforschung“ erhalten. Mit dem Preis werden herausragende, wissenschaftliche Arbeiten ausgezeichnet, die sich besonders mit den Belangen multimorbider, hochaltriger Menschen befassen und somit neue Aspekte in Forschung und Lehre eröffnen.

Das interdisziplinäre Projektteam aus Neuro- und Sportwissenschaftlern hat die Auswirkungen eines speziell entwickelten Tanztrainings im Vergleich zu einem klassischen Gesundheitssporttraining auf die Gleichgewichtsfähigkeit, die kognitive Leistungsfähigkeit, die Kondition und die Gehirnstruktur bei gesunden Senioren im Alter von 63 bis 80 Jahren untersucht. „Im Kontext des demographischen Wandels gewinnen Konzepte für ein gesundes und erfolgreiches Altern zunehmend an Bedeutung. Zwei zentrale Aspekte zur Autonomie im Alter sind hierbei, speziell aus medizinischer Perspektive, die Demenzprävention durch Bewegung und die Sturzprophylaxe“, führt die Sportwissenschaftlerin Prof. Anita Hökelmann aus.

Studie belegt: Tanzen hält jung

In der Tanzgruppe zeigten sich mittels Kernspinaufnahmen des Kopfes Volumenzunahmen der grauen Hirnsubstanz in prämotorischen und parahippocampalen Regionen, Bereiche des Gehirns, die für die Bewegungskoordination und die Merkfähigkeit, also das Gedächtnis, verantwortlich sind. „Die Volumenzunahmen gingen mit einem signifikanten Anstieg des Proteins BDNF im Blutplasma einher. Diesem Protein wird ein Einfluss auf das Nervenwachstum zugeschrieben“, erläutert die Sportwissenschaftlerin. Gleichzeitig konnte auch eine Steigerung der funktionellen Plastizität erreicht werden. Des Weiteren verbesserte sich in der Gruppe der Tänzerinnen und Tänzer deutlich die Gleichgewichtsfähigkeit.

„Tanzen ist eine Sportart, die konditionelle, koordinative und kognitive Leistungen erfordert und soziale Interaktionen fördert. Wir gehen nach unseren Untersuchungen davon aus, dass diese komplexe Anforderungs- und Leistungsstruktur, welche zusätzlich mit positiven Emotionen einhergeht, einen wesentlichen Beitrag zur Autonomie im Alter leisten kann,“ schätzt Professorin Hökelmann ein.

Damit sich auch Personen mit körperlichen oder mentalen Einschränkungen intensiver bewegen und sogar tanzen können, hat das Forscherteam um Anita Hökelmann gemeinsam mit Industriepartnern in Sachsen- Anhalt eine Konzeption für einen Sport-und Tanzrollator entwickelt. Wenn das Gerät ausgereift ist und zur Verfügung steht, wird es bei Demenzpatienten zur gezielten Bewegungsförderung eingesetzt. Erste Studien ergaben, dass durch Üben mit dem Rollator die Bewegungsgeschwindigkeit und die Raumorientierung verbessert werden können.

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„Brutkasten" für Existenzgründungen zur menschlichen Leistungsfähigkeit

Mit der Eröffnung des Performance Lab an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg steht Gründungsinteressierten ab sofort eine weitere, hochmoderne technologische und organisatorische Infrastruktur zur Verfügung; ausgestattet mit Diagnostik- und Trainingsgeräten für Aufmerksamkeits-, Intelligenz- und Wahrnehmungstests, aber auch zur Messung der Ausdauerleistung und anderer gesundheitlicher Parameter wie Herzratenvariabilität, Wirbelsäulenvermessung, Koordinationsfähigkeit, Feinmotorik oder Bewegungsanalysen.

Gründungsinteressierte Sportstudierende, Gesundheits-, Freizeit- oder Hochleistungssportlerinnen und –sportler, aber auch Interessierte aus der Gesundheitswissenschaft, der Medizin, Neurowissenschaft, Pädagogik oder Psychologie haben hier die Möglichkeit, ihre Geschäftsideen rund um das Thema Beeinflussung und Steigerung des menschlichen Leistungsvermögens praktisch auszuprobieren.

„Wie in einem Brutkasten, einem Inkubator, können unter fachlicher und organisatorischer Betreuung Gründungsideen von allen Studierenden oder Mitarbeitern, die sich im engeren oder weiteren Sinne mit dem menschlichen Leistungsvermögen beschäftigen, heranwachsen“, erläutert Prof. Dr. Elke Knisel vom Lehrstuhl Sportpädagogik und Sportsoziologie, die gemeinsam mit Prof. Dr. Jürgen Edelmann-Nusser vom Lehrstuhl Sport und Technik der Universität Magdeburg das Projekt leitet.

 

WAS: Kickoff ego.-Inkubator „Performance Lab“ an der Fakultät für Humanwissenschaft der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Präsentation der Infrastruktur und Vorstellung erster Projekte
WANN: 2. November 2017, 13:45 Uhr bis 18:00 Uhr
WO: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Sporthalle 2, Zschokkestraße 32, 39104 Magdeburg

 

Das Performance Lab ist der inzwischen 12. sogenannte ego.-Inkubator an der Universität Magdeburg und soll unternehmerisches Denken fördern, neue Lösungsansätze erforschen und akademische Unternehmensgründung erleichtern.

Das Labor entstand in Zusammenarbeit mit


Es wurde von der Investitionsbank Sachsen-Anhalt (IB) mit ca. 700 Tausend Euro aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) der Europäischen Union gefördert.

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Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan mit Gruson-Ehrenplakette des VDI ausgezeichnet

Herr Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan erhält die GRUSON-EHRENPLAKETTE DES VDI mit Dank und in Anerkennung für sein außerordentliches Engagement bei der Stärkung der Ingenieur- und Naturwissenschaften, der Gewinnung des ingenieurtechnischen Nachwuchses sowie der Verknüpfung der Grundlagenforschung an der Otto-von-Guericke-Universität mit Innovationen der regionalen Wirtschaft.

Portrait Prof. Strackeljan

Neben dem Einsatz zur Begeisterung von Schülern für ein technisches Studium und der Nachwuchswerbung für den VDI ist Prof. Dr.-Ing. Strackeljan langjähriger Vorsitzender des Magdeburger Maschinenbau e.V., der in beispielhafter Weise Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zusammenführt. Durch die erfolgreiche, enge Verknüpfung der medizinischen Forschung und der Ingenieurwissenschaften konnten durch sein Engagement wesentliche Impulse für die Medizintechnikunternehmen der Region mit positiven Auswirkungen auf hochwertige Arbeitsplätze gegeben werden. Herr Prof. Dr.-Ing. Strackeljan leistet durch seine Arbeit einen wesentlichen Beitrag für den VDI und das Ingenieurwesen in Sachsen-Anhalt. Die Ehrung wurde durch den Vorsitzenden des Landesverbandes des VDI Hon.-Prof. Dr.-Ing. Mirko Peglow und den Staatssekretär des Ministeriums für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung Herrn Dr. Jürgen Ude vorgenommen.

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Innovative und nachhaltige Fördertechnik im Fokus

Ende September trafen sich in Magdeburg Fachleute aus Industrie und Wissenschaft, um unter dem Motto „Schüttgutfördertechnik: (Markt-)Platz für Innovationen“ Neues aus Forschung und Praxis zu erfahren. Zudem tauschten sie sich über den ressourcenschonenden und gleichzeitig effizienten Betrieb von Anlagen aus.

Die mittlerweile 22. Ausgabe der renommierten Fachtagung bot neben dem Vortragsprogramm und der begleitenden Fachausstellung an beiden Veranstaltungstagen auch ausreichend Gelegenheit zum Netzwerken. Insbesondere die Abendveranstaltung in der Johanniskirche wurde ausgiebig genutzt.

Prof. Katterfeld, Leiter des Lehrstuhls Förder- und Materialflusstechnik, konnte ca. 180 Teilnehmer aus Deutschland, Chin, der Schweiz, Österreich und den Niederlanden begrüßen. Der Teilnehmerkreis repräsentierte die gesamte einschlägige Universitätslandschaft Deutschlands sowie sämtliche, den Markt in dieser Branche bestimmende Unternehmen.

Das Highlight der Veranstaltung war die Präsentation eines komplett neuartigen Förderprinzips, mit dessen Einsatz vielfältige Problemlösungen, insbesondere im Agrar- und Nahrungsmittelbereich geschaffen werden können. Das Fördersystem „TUBO“ der renommierten BÜHLER AG aus der Schweiz wurde speziell für den Materialtransport in Brauereien und Destillerien entwickelt und setzt hier neue Maßstäbe. Dank dreidimensionaler Anlagenlayouts gestaltet sich die Anlagenplanung erheblich flexibler als bei bisherigen Systemen. Mit Hilfe des TUBO lassen sich höchste Hygienestandards verwirklichen.

Der „TUBO“ ermöglicht mit den losen Schubelementen – den TUBIT’s:

  • flexible Linienführungen,
  • reduziert die Anzahl notwendiger Übergabestellen,
  • ermöglicht variable Anlagenlayouts bei erheblicher Einsparung von Bauraum und
  • reduziert dadurch die Investitionen am Gebäude werden.

Im Vergleich zu konventionellen Transportsystemen entsteht zudem während des Förderprozesses weniger Systemreibung, so dass ein geringerer Energieverbrauch zu verzeichnen ist – auch das ein Beispiel für Entwicklung und Einsatz nachhaltiger Fördertechnik. Darüber hinaus werden durch den bei vergleichsweise niedrigen Geschwindigkeiten durchgeführten Transport im geschlossenen Rohr sowohl die zu handelnden Güter als auch die Umwelt geschont: Die Guteigenschaften bleiben erhalten und es gelangen keine Emissionen in die Arbeitsumgebung.

An der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg wurde das Berechnungsmodell für den TUBO mitentwickelt und ein TUBO-Versuchsstand aufgebaut, an dem sich interessierte Tagungsteilnehmer einen unmittelbaren Eindruck von dieser Innovation verschaffen konnten.

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