Oktober

Tanzen für die Autonomie im Alter

26.10.2017 -

Etwa 1,3 Millionen Menschen in Deutschland leiden an Demenz. Bis 2050 werden es doppelt so viele Senioren sein. Ein interdisziplinäres Forscherteam aus Magdeburg hat einen neuen Weg gefunden, die Krankheit aufzuhalten und wurde dafür ausgezeichnet.

Arbeitsgruppen um die Sportwissenschaftlerin Prof. Dr. Anita Hökelmann und den Neurowissenschaftler Prof. Dr. Notger Müller haben in einer 18-monatigen Studie herausgefunden, dass Männer und Frauen, die drei Mal die Woche ein spezielles Tanzprogramm absolvieren, langsamer altern, ihren Gleichgewichtssinn entscheidend verbessern sowie schwere Komplikationen bei Stürzen verringern.

Dafür haben sie nun den mit 20.000 Euro dotierten „Theo und Friedl Schöller Preis für Alternsforschung“ erhalten. Mit dem Preis werden herausragende, wissenschaftliche Arbeiten ausgezeichnet, die sich besonders mit den Belangen multimorbider, hochaltriger Menschen befassen und somit neue Aspekte in Forschung und Lehre eröffnen.

Das interdisziplinäre Projektteam aus Neuro- und Sportwissenschaftlern hat die Auswirkungen eines speziell entwickelten Tanztrainings im Vergleich zu einem klassischen Gesundheitssporttraining auf die Gleichgewichtsfähigkeit, die kognitive Leistungsfähigkeit, die Kondition und die Gehirnstruktur bei gesunden Senioren im Alter von 63 bis 80 Jahren untersucht. „Im Kontext des demographischen Wandels gewinnen Konzepte für ein gesundes und erfolgreiches Altern zunehmend an Bedeutung. Zwei zentrale Aspekte zur Autonomie im Alter sind hierbei, speziell aus medizinischer Perspektive, die Demenzprävention durch Bewegung und die Sturzprophylaxe“, führt die Sportwissenschaftlerin Prof. Anita Hökelmann aus.

Studie belegt: Tanzen hält jung

In der Tanzgruppe zeigten sich mittels Kernspinaufnahmen des Kopfes Volumenzunahmen der grauen Hirnsubstanz in prämotorischen und parahippocampalen Regionen, Bereiche des Gehirns, die für die Bewegungskoordination und die Merkfähigkeit, also das Gedächtnis, verantwortlich sind. „Die Volumenzunahmen gingen mit einem signifikanten Anstieg des Proteins BDNF im Blutplasma einher. Diesem Protein wird ein Einfluss auf das Nervenwachstum zugeschrieben“, erläutert die Sportwissenschaftlerin. Gleichzeitig konnte auch eine Steigerung der funktionellen Plastizität erreicht werden. Des Weiteren verbesserte sich in der Gruppe der Tänzerinnen und Tänzer deutlich die Gleichgewichtsfähigkeit.

„Tanzen ist eine Sportart, die konditionelle, koordinative und kognitive Leistungen erfordert und soziale Interaktionen fördert. Wir gehen nach unseren Untersuchungen davon aus, dass diese komplexe Anforderungs- und Leistungsstruktur, welche zusätzlich mit positiven Emotionen einhergeht, einen wesentlichen Beitrag zur Autonomie im Alter leisten kann,“ schätzt Professorin Hökelmann ein.

Damit sich auch Personen mit körperlichen oder mentalen Einschränkungen intensiver bewegen und sogar tanzen können, hat das Forscherteam um Anita Hökelmann gemeinsam mit Industriepartnern in Sachsen- Anhalt eine Konzeption für einen Sport-und Tanzrollator entwickelt. Wenn das Gerät ausgereift ist und zur Verfügung steht, wird es bei Demenzpatienten zur gezielten Bewegungsförderung eingesetzt. Erste Studien ergaben, dass durch Üben mit dem Rollator die Bewegungsgeschwindigkeit und die Raumorientierung verbessert werden können.

mehr ...

„Brutkasten" für Existenzgründungen zur menschlichen Leistungsfähigkeit

26.10.2017 -

Mit der Eröffnung des Performance Lab an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg steht Gründungsinteressierten ab sofort eine weitere, hochmoderne technologische und organisatorische Infrastruktur zur Verfügung; ausgestattet mit Diagnostik- und Trainingsgeräten für Aufmerksamkeits-, Intelligenz- und Wahrnehmungstests, aber auch zur Messung der Ausdauerleistung und anderer gesundheitlicher Parameter wie Herzratenvariabilität, Wirbelsäulenvermessung, Koordinationsfähigkeit, Feinmotorik oder Bewegungsanalysen.

Gründungsinteressierte Sportstudierende, Gesundheits-, Freizeit- oder Hochleistungssportlerinnen und –sportler, aber auch Interessierte aus der Gesundheitswissenschaft, der Medizin, Neurowissenschaft, Pädagogik oder Psychologie haben hier die Möglichkeit, ihre Geschäftsideen rund um das Thema Beeinflussung und Steigerung des menschlichen Leistungsvermögens praktisch auszuprobieren.

„Wie in einem Brutkasten, einem Inkubator, können unter fachlicher und organisatorischer Betreuung Gründungsideen von allen Studierenden oder Mitarbeitern, die sich im engeren oder weiteren Sinne mit dem menschlichen Leistungsvermögen beschäftigen, heranwachsen“, erläutert Prof. Dr. Elke Knisel vom Lehrstuhl Sportpädagogik und Sportsoziologie, die gemeinsam mit Prof. Dr. Jürgen Edelmann-Nusser vom Lehrstuhl Sport und Technik der Universität Magdeburg das Projekt leitet.

 

WAS: Kickoff ego.-Inkubator „Performance Lab“ an der Fakultät für Humanwissenschaft der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Präsentation der Infrastruktur und Vorstellung erster Projekte
WANN: 2. November 2017, 13:45 Uhr bis 18:00 Uhr
WO: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Sporthalle 2, Zschokkestraße 32, 39104 Magdeburg

 

Das Performance Lab ist der inzwischen 12. sogenannte ego.-Inkubator an der Universität Magdeburg und soll unternehmerisches Denken fördern, neue Lösungsansätze erforschen und akademische Unternehmensgründung erleichtern.

Das Labor entstand in Zusammenarbeit mit


Es wurde von der Investitionsbank Sachsen-Anhalt (IB) mit ca. 700 Tausend Euro aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) der Europäischen Union gefördert.

mehr ...

Universität und Wirtschaft vergeben erstmals Unternehmensstipendium

20.10.2017 -

Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg hat in Kooperation mit der regionalen Wirtschaft ein neues Stipendienmodell zur Förderung von Studierenden entwickelt und erstmals das Unternehmensstipendium der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg vergeben. Auf dem Netzwerktreffen der Kooperationspartner der Universität am 19. Oktober 2017 in der regiocom GmbH, wurden die ersten beiden Stipendien vom Rektor der Universität, Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan, und den Unternehmensvertretern feierlich überreicht.

Die Stipendiaten werden über den Zeitraum von mindestens einem Jahr mit einem Betrag von 300 Euro im Monat finanziell unterstützt. Über die Vergabe der Stipendien entscheiden Universität und Unternehmen gemeinsam. Neben der finanziellen Förderung sind Angebote wie Praktika, die Teilnahme an firmeninternen Veranstaltungen und Weiterbildungsmaßnahmen, die Begleitung von Haus- und Abschlussarbeiten oder die Aufnahme einer Werkstudententätigkeit Bestandteil der Förderung.

Unternehmensstipendien (c) Harald KriegDr. Markus Pfänder, Vorstand der K-UTEC AG Salt Technologies, die Stipendiaten Axel Schultheis und Hannes Schreiber sowie Prof. Dr. Johann Hinken, Geschäftsführer der Fi Test- und Messtechnik GmbH (v.l.n.r.) (Foto: Harald Krieg)

„Wir schaffen mit diesem Angebot für die regionale Wirtschaft eine Möglichkeit der frühzeitigen Fachkräftegewinnung und eine Win-win-Situation für alle Beteiligten“, so der Rektor der Universität Magdeburg, Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan, bei der Stipendienübergabe. „Die ideelle und finanzielle Förderung bietet Unternehmen eine hervorragende Gelegenheit, persönliche Kontakte aufzubauen und hochqualifizierte Absolventen schon zu einem relativ frühen Zeitpunkt für ihre Firma zu begeistern. Die Studierenden wiederum können sich schon während der Studienzeit in der Unternehmenswelt vernetzen und wertvolle Erfahrungen sammeln, die die Ausbildung an der Universität sinnvoll unterstützen und verstärken.“ Die Universität Magdeburg werde das neue Fördermodell in den nächsten Jahren aktiv ausbauen und rechne dann mit einer zweistelligen Anzahl zu vergebender Stipendien.

20 Deutschlandstipendien vergeben

Darüber hinaus wurden am Abend auch wieder Deutschlandstipendien an 20 leistungsstarke und außergewöhnlich engagierte Studierende vergeben. Die Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg kooperiert im Rahmen dieser Fördermöglichkeit mit über 80 Unternehmen, Stiftungen, Vereinen und Privatpersonen sowie dem Bund und konnte bereits 285 junge Männer und Frauen mit einem Deutschlandstipendium unterstützen. Zu den Unternehmen, mit denen die Universität seit Jahren erfolgreich kooperiert, gehören unter anderen

Mit der IDT Biologika hat die Universität einen weiteren regionalen Partner für das Deutschlandstipendium-Programm gewonnen. Das inzwischen weltweit agierende mittelständische Unternehmen stellt seit mehr als 95 Jahren am Standort Dessau-Roßlau biotechnologisch Impfstoffe und Pharmazeutika für den nationalen und internationalen Markt her.

Zum zweiten Mal wurde darüber hinaus ein Stipendium verliehen, das Alumni der Universität für die nachfolgenden Generationen stiften: das „2. Deutschlandstipendium der Alumni-Jubiläumsjahrgänge 2016 und 2017“.

Deutschlandstipendien (c) Harald KriegDie neuen Deutschlandstipendiaten und –stipendiatinnen sowie Unternehmensstipendiaten an der Otto-von-Guericke-Universität. (Foto: Harald Krieg/Universität Magdeburg)

Das Deutschlandstipendium wird zur einen Hälfte vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zur anderen Hälfte von Unternehmen, Stiftungen oder Privatpersonen finanziert. Die Studierenden werden an der Otto-von-Guericke-Universität für mindestens zwei Semester und bis maximal zum Ende ihrer Regelstudienzeit mit 300 Euro monatlich einkommensunabhängig unterstützt.

mehr ...

Zwischen Labor, Ehrenamt und Bienenhotels

19.10.2017 -

Nicole Andrea Parks, Absolventin im Masterstudiengang Chemieingenieurwesen: Molekulare und Strukturelle Produktgestaltung an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, erhält den diesjährigen Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) für besondere akademische Leistungen und herausragendes soziales Engagement. Die gebürtige US-Amerikanerin studierte von Oktober 2014 bis Juli 2017 an der Fakultät für Verfahrens- und Systemtechnik und schloss trotz anfänglicher Hürden mit „Auszeichnung“ ab.

„Es war nicht leicht, mich zurechtzufinden. Beim Bachelor in den Staaten bekommt man so ziemlich alles in die Hand gedrückt. Das deutsche Studium fordert mehr Selbstständigkeit, zum Beispiel hat man keine festen Lehrbücher und keine festen Hausaufgaben, die jede Woche eingereicht werden müssen. Mündliche Prüfungen waren auch etwas Neues, was zusätzlich mit der Sprachumstellung schon eine Herausforderung war - aber nach der ersten ging das auch.“

Portrait Nicole Andrea Parks (c) Harald Krieg 2Uni-Absolventin Nicole Andrea Parks erhält den diesjährigen Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) für besondere akademische Leistungen und herausragendes soziales Engagement.

Schon während des Masterstudiums machte sich Nicole Parks im „Verein für Strömungssimulationen“ für die Förderung von Wissenschaft und Forschung stark, übernahm die Betreuung einer DAAD-Austauschstudentin aus Montana/USA und arbeitete in der Berufungskommission am Lehrstuhl Mechanische Verfahrenstechnik.

Doch nicht nur in akademischer Forschung und Lehre engagiert sich das Ausnahmetalent, sondern blickt auch über den Tellerrand - den Universitätscampus - hinaus. Als Gründungsmitglied im Verein Bienenweide e. V. setzt sie sich für Umweltschutz und Naturpflege ein, organisiert Netzwerktreffen oder leitet Workshops zur Herstellung von Bienenhotels.

Stammtische, Kultur und Sport - Nicole Andrea Parks engagiert sich vielseitig

In ihrer Freizeit ist Nicole Parks zudem beim Englisch-Stammtisch anzutreffen, einem Begegnungsort von Menschen aller Altersklassen und Nationalitäten. Mit unzähligen Neuzugezogenen aus aller Welt hat sie Kontakte geknüpft und ihnen so den Start in der Landeshauptstadt erleichtert. Da war es nur ein kleiner Schritt zum Deutsch-Stammtisch, an dem sie regelmäßig ausländischen Mitbürgern zur Seite steht und ihnen hilft, sicherer im Umgang mit der deutschen Sprache zu werden.

Auch die Kunst- und Kulturszene Magdeburgs liegt ihr am Herzen. So war sie aktiv am Erfolg des „Vakuum-Festivals“ beteiligt, einem vom Studierendenrat der Universität unter dem Leitgedanken der Nachhaltigkeit geplanten und durchgeführtem Projekt in der Landeshauptstadt.

Last but not least gibt es noch eine Leidenschaft: den Sport. So übernahm Nicole Parks beim Nijmegen-4-Daagse-Marsch, Europas größtem Sport-Event mit 50.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, ehrenamtlich die Verpflegung, belegte Hunderte Brötchen und versorgte die Wanderer mit Getränken und Regenschutz.

Ich wollte mich eigentlich immer schon engagieren und Positives bewirken, jedoch hat mir oft die Zeit gefehlt oder ich wusste einfach nicht, wo ich anfangen soll. Hier in Magdeburg haben sich ständig Gelegenheiten geboten. Es war auch eine gute Möglichkeit, Menschen kennenzulernen. Es hilft natürlich auch, Menschen in seiner Umgebung zu haben, die nach dem Motto ‚Nicht meckern, machen!’ leben. Das motiviert mich!“

Der mit 1.000 Euro pro Hochschule dotierte DAAD-Preis für hervorragende Leistungen ausländischer Studierender an den deutschen Hochschulen wird seit mehr als zehn Jahren vergeben. Die Studierenden, die über ihre jeweilige Gasthochschule einen solchen Preis erhalten haben, stehen für ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen aus der ganzen Welt. 

mehr ...

Probanden für Studie zu Strategien gegen Leistungsabfall im Alter gesucht

17.10.2017 -

Laut Demenzreport 2011 sind in Deutschland etwa 1,3 Millionen Menschen an Demenz erkrankt und bis zum Jahr 2050 wird sich diese Zahl voraussichtlich mehr als verdoppeln. Im Rahmen eines gemeinsamen Forschungsprojekts der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen DZNE wollen Sport- und Neurowissenschaftler nun untersuchen, welche Übungsprogramme den größten Effekt auf die körperliche und geistige Fitness im Alter haben und wie sich wiederum fehlende körperliche Aktivität auf den Alterungsprozess auswirkt.

In einer langangelegten Studie vergleichen sie die Wirkung von Tanzprogrammen in der Gemeinschaft mit individuell gestalteten Fitnessprogrammen und untersuchen deren Einfluss auf physische und kognitive Fähigkeiten.

„Es gilt als gesichert, dass im Alter die Gefahr, an Demenz zu erkranken, exponentiell ansteigt“, so Prof. Anita Hökelmann vom Institut für Sportwissenschaft der Universität Magdeburg. „Daher sollten wesentliche kognitive Funktionen sowie Kompetenzen der Bewegungskoordination möglichst bis ins hohe Alter trainiert werden. In unserer Studie wollen wir nun geeignete Strategien dafür entwickeln.“

Dazu werden Probandinnen und Probanden ab einem Alter von 60 Jahren gesucht. Zum einen welche, die keinen regelmäßigen Sport treiben und nur sporadisch körperlich aktiv sind, zum anderen solche, die seit mindestens drei Jahren aktiv Tanzsport betreiben. Ausgeschlossen davon sind:

  • Träger von Metallimplantaten, wie Herzschrittmachern, Knie-oder Hüftendoprothesen bzw. Zahnschrauben,
  • Träger von Tätowierungen,
  • Patienten mit Tinnitus, Platzangst oder
  • Patienten, die Medikamente gegen Depressionen, Epilepsie und Demenz einnehmen.

Um den aktuellen Gesundheits- und Leistungszustand zu erfassen, werden verschiedene Messungen und Tests durchgeführt. Sie finden sowohl im Institut für Sportwissenschaft (Universität Magdeburg, Zschokkestraße 32, Gebäude 40) als auch im DZNE (Medizinercampus, Leipziger Straße 44, Haus 64) statt.

Für die Teilnahme an der Studie gibt es sowohl eine Vergütung als auch eine individuelle Auswertung der körperlichen und kognitiven Leistungsstärke.

Für mehr Informationen steht im Institut für Sportwissenschaft Mandy Knoll zur Verfügung. Sie ist telefonisch unter +49 391 67-54866 oder 0174 6185541 und per E-Mail zu erreichen.

 

Weitere Projekte

Forscherinnen und Forscher des Instituts für Sportwissenschaften und des Instituts für Fertigungstechnik und Qualitätssicherung der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg entwickeln einen speziellen Sport-, Tanz- und Therapierollator für Senioren.

mehr ...

[1] | 2 vor