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Dezember

Superhirn für die Energiewende

20.12.2017 -

An der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg wird eine der modernsten Leitwarten zur Überwachung und Steuerung des gesamten europäischen Energienetzes in Betrieb genommen. Das mit einer 5 mal 1.5 Meter großen Projektionswand ausgestattete Kontrollzentrum wurde in einem Labor der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik aufgebaut und ermöglicht eine präzise Nachbildung des realen europäischen Energienetzes. Es kann Störungen und Havarien sekundenschnell erkennen und lokalisieren sowie Bedarfe und unterschiedliche Einspeisungen regenerativer Energien steuern.

Eine Besonderheit der Leitwarte ist eine Schnittstelle zur Simulationssoftware Matlab, mit der die Warte ferngesteuert werden kann. So können Eingriffe in eine gestörte oder zu optimierende Energieversorgung unverzüglich und präzise erfolgen. Das Großgerät wird künftig sowohl zur Entwicklung und Erprobung von Netz- und Systemführungskonzepten als auch der praxisnahen Ausbildung von Studierenden der Universität eingesetzt.

Zur feierlichen Inbetriebnahme wird der Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt, Prof. Armin Willingmann, das Netzleitsystem hochfahren. Anschließend wird er gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Fakultät eine simulierte Störung im Energienetz des Landes beheben.

 

WAS: Inbetriebnahme des Netzleitsystems an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
WANN: 8. Januar 2018, 14.00 – 15.30 Uhr, 14.45 Uhr Start der Anlage durch den Minister, Prof. Armin Willingmann, anschließend kleiner Imbiss mit der Möglichkeit für Gespräche und Interviews
WO: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Universitätsplatz 2, 39106 Magdeburg, Gebäude 09, Raum 103

 

Neben dem Wissenschaftsminister, Prof. Armin Willingmann, werden anwesend sein:

Hintergrundinformationen

Übertragungsnetze, die der Versorgung ganzer Länder mit elektrischer Energie dienen, werden von mehreren Stellen aus in Netzleitwarten zentral koordiniert. Diese steuern den Stromdurchfluss im Regelbetrieb, müssen aber auch Störungen unverzüglich erkennen und entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten. Durch die wachsende Einspeisung großer Mengen Wind- und Sonnenenergie durch viele kleine Erzeuger werden die Prozesse im Netz wesentlich komplexer und dynamischer und deren Steuerung immer aufwändiger.

Jun.-Prof. Hauer (c) Stefan Berger

Jun.-Prof. Dr.-Ing. Ines Hauer erklärt das Zusammenspiel von Erneuerbaren Energien und dem elektrischen Netz anhand eines Modells. (Foto: Stefan Berger)

Dazu komme, so Prof. Martin Wolter vom Institut für Elektrische Energiesysteme der Universität Magdeburg, dass Windenergie hauptsächlich in Norddeutschland erzeugt und ins Netz eingespeist werde, die großen Ballungsgebiete mit hohem Stromverbrauch aber vielfach im Süden lägen. So müsse elektrische Energie über weite Strecken transportiert werden. „In Sachsen-Anhalt haben wir eine Überproduktion an Windeinspeisung, Tendenz steigend. Die Windexporte überlagern sich zusätzlich mit grenzüberschreitenden, europäischen Energieflüssen. Dadurch gibt es vermehrt Engpässe im Netz, die nur durch ein kostspieliges Einspeisemanagement behoben werden können“, so der Netzexperte. „Die zunehmende Kleinteiligkeit und Dynamik im Netz ist vom Schichtpersonal kaum noch zu handhaben. Darum sind wir dabei, effektive und optimierte Netzleitsysteme zu entwickeln und zu erproben, was letztendlich eine Kostenreduktion für den Stromkunden im Land bedeuten wird.“

Die Netzleitwarte an der Universität Magdeburg wurde durch das Land Sachsen-Anhalt und die Deutsche Forschungsgemeinschaft kofinanziert.

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Krebsforschung in der Schwerelosigkeit

18.12.2017 -

Gestern hat ein Dragon-Raumschiff erfolgreich an der Internationalen Raumstation ISS angedockt. Im Gepäck hat es Experimentkammern so groß wie ein Smartphone mit Schilddrüsentumorzellen. Zellbiologen der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg erhoffen sich von dem 10-tägigen Experiment auf der Internationalen Raumstation neue Erkenntnisse in der Krebsforschung.

Laborversuche in simulierter Schwerelosigkeit zeigten, dass menschliche Zellen anders wachsen, wenn die Schwerkraft fehlt. Sie wachsen dreidimensional als sogenannte Sphäroide, das sind kugelförmige Klumpen aus mehreren Zellen bestehend. Sphäroide können zur Untersuchung der Tumorbildung und zur Suche nach Biomolekülen, an die sich ein Wirkstoff binden kann, verwendet werden. Ein Teil der Zellen wächst wie unter normalen Laborbedingungen zweidimensional, als sogenannter Zellrasen (Monolayer). Der Grund für die Sphäroidbildung in der Mikrogravitation ist noch nicht bekannt. Bestimmte Rezeptoren der Zelle, wachstumsregulierende Proteine (z.B. Zytokine) sowie Signalmechanismen wirken im Weltraum unterschiedlich, was sich auf das Wachstum von Krebszellen auswirkt.

6 Flugcontainer im Weltall

Die 6 Flugcontainer von ADS, die derzeit um Weltraum sind. (Foto: AG Grimm und Team) 

„Um neue Behandlungsmöglichkeiten für Tumorerkrankungen zu finden, bedarf es detaillierter Untersuchungen der Tumorzellen“, erläutert Prof. Dr. Daniela Grimm, Leiterin des Forschungsprojektes und Gastprofessorin für Gravitationsbiologie und Translationale Regenerative Medizin an der Universität Magdeburg. „Wenn Zellen jedoch in einem Labor auf der Erde gezüchtet werden, beeinflusst die Schwerkraft die Art und Weise, wie sie wachsen und welche Formen sie annehmen.“ Das CellBox-Experiment ‚Thyroid Cancer’, welches die Magdeburger Wissenschaftler auf die ISS geschickt haben, untersucht Schilddrüsentumorzellen in der Mikrogravitation, die Zellen in dreidimensionalen Sphäroiden oder in einlagigen zweidimensionalen Schichten wachsen lässt. „Dieser einzigartige Versuchsansatz wird genutzt, um nach neuen Biomarkern zu suchen, mit denen neue Medikamente zur Behandlung von Schilddrüsenkrebs entwickelt werden können“, unterstreicht Prof. Grimm. „Wir haben nun 10 Tage Untersuchungszeit im Weltraum, um zu sehen, ob diese Ergebnisse mit unseren im Labor auf der Erde erzielten Resultaten übereinstimmen.“

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Beim Zusammenbau der Hardware (Fotos: AG Grimm und Team)

Das Forschungsprojekt durchgeführt wird in Zusammenarbeit mit Forschern

Das internationale Projekt der Magdeburger Arbeitsgemeinschaft für Forschung unter Raumfahrt- und Schwerelosigkeitsbedingungen – MARS wird vom DLR gefördert.

 

Bilder zum Download:

Bild 1 // Quelle: AG Grimm und Team // Bildunterschrift: Die 6 Flugcontainer von ADS, die derzeit um Weltraum sind.

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Interagieren Frauen und Männer unterschiedlich mit Computern?

13.12.2017 -

Was haben Informatik und Geschlecht miteinander zu tun? Eine These sagt, dass in die Software-Entwicklung persönliche oder soziale Gendereinstellungen einfließen, Männer und Frauen also anders ticken bei der Nutzung und Programmierung. Diese Herangehensweisen können sich dann in Produkten verfestigen. Wer kennt sie nicht, Siri aus dem iPhone oder Alexa von Amazon. Das Projekt „Gender x Informatik“ fördert die Integration von Genderaspekten in Forschungsprojekte der Informatik. Die Fakultät für Informatik der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg hat Forscherinnen und Forscher aus dem Fachbereich Informatik zu einem Workshop eingeladen, „Genderforschung in Human-Computer Interaction“ zu diskutieren.

Als Referentinnen konnten Jun.-Prof. Dr. Claude Draude vom Wissenschaftlichen Zentrum für Informationstechnikgestaltung der Universität Kassel und Astrid Wunsch, User Experience Designerin bei SAP AppHaus Berlin, gewonnen werden. Von ihnen hören die Workshopteilnehmerinnen und -teilnehmer Impulsvorträge zu Gender und Diversity in der Homan-Computer Interaction aus Forschungssicht und über Emotionalisierung von Produkten und User-Interfaces mittels Genderoptimierung.

 

WAS: Workshop „Genderforschung in Human-Computer Interaction“ im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekts „Gender x Informatik“
WANN: 14. Dezember 2017, 11:00 bis 15:00 Uhr
WO: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Universitätsbibliothek, Gebäude 30, Tagungsraum

 

Die Berücksichtigung der Vielfalt von Menschen und ihrer Ideen in der IT-Forschung macht es notwendig, Gender- und Diversityaspekte auch in der Softwareentwicklung mitzudenken. Wie sind sie in Forschungsprojekte der Informatik zu integrieren? Das Ziel des Projektes ist es, die Vernetzung und den Erfahrungsaustausch voranzubringen, um über Genderaspekte in der Informatikforschung zu sprechen“, unterstreicht Prof. Dr.-Ing. Sanaz Mostaghim vom Institut für Intelligente Kooperierende Systeme und Organisatorin des Magdeburger Workshops. „Das klingt zunächst vielleicht einfach, ist aber der erste und wichtigste Schritt für Informatiker über das Thema zu diskutieren und die Einflüsse zu identifizieren und hoffentlich in der Forschung berücksichtigen.“

Stereotypisch oder typisch Frau?

In ihrer Nutzung haben Frauen Technik, Informatik und Naturwissenschaften vielfältig erobert. Doch wie setzen sie sich aus Geschlechterperspektive mit fachspezifischen Themen, Prozessen und Produktentwicklungen auseinander? Sind Kommunikations-, Kooperations- oder Teamfähigkeit spezifisch weiblich? Werden mit solchen Ansichten Geschlechterstereotypen festgeschrieben? Wird Informatik wirklich als objektives mathematisch-technisches Fach angesehen? Wie können begleitende Instrumente zur Genderforschung in der Informatik wie die Vernetzung, der Erfahrungsaustausch, der Aufbau von internationalen Kooperationen und ein kontinuierlicher Dialog zwischen den Akteurinnen und Akteuren genutzt werden? Eine Plattform für die Beantwortung all dieser Fragen soll das Projekt „Gender x Informatik“ mit den Workshops als Inputgeber zur fachlichen und methodischen Weiterbildung sein. Damit wird ein wichtiger Rahmen geschaffen, in dem sich potentielle Partnerinnen und Partner für künftige Kooperationen begegnen und vernetzen können.

In dem Projekt kooperieren

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Gastvortrag von Dr. Eva Hofstetter-Dolega über Johann Joachim Winckelmann

07.12.2017 -

Anlässlich des 300. Geburtstages von Johan Joachim Winkelmann wird Dr. Eva Hofstetter-Dolega von der Winckelmann-Gesellschaft in Stendal am 11. Dezember 2017 den Weg des Archäologen und Kunsthistorikers aus der Altmark zum Präsidenten der Altertümer in Rom aufzeigen. Der Lehrstuhl für Geschichte des Altertums, Prof. Dr. Martin Dreher, am Institut für Gesellschaftswissenschaften der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg lädt gemeinsam mit dem Kontaktstudium „Studieren ab 50“ an der Universität zu diesem Gastvortag ein. Die promovierte Archäologin, die zu vielen antiken Objekten des Magdeburger Kulturhistorischen Museums geforscht hat, wird auch auf aktuelle Ausstellungsobjekte aus Magdeburg Bezug nehmen. Interessierte sind herzlich zu diesem öffentlichen Gastvortrag eingeladen. Der Eintritt ist frei.

 

WAS: Johann Joachim Winckelmann (9.12.1717 bis 8.6.1768): „Edle Einfalt, stille Größe“, oder: Wie wird der Sohn eines armen Stendaler Schusters Präsident der Altertümer in Rom und Begründer von Archäologie und Kunstgeschichte?; Gastvortrag von Dr. Eva Hofstetter-Dolega, Winckelmann-Gesellschaft Stendal
WANN: 11. Dezember 2017, 17:15 Uhr
WO: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Gebäude 40, Zschokkestraße 32, Raum 231

 

Über Johan Joachim Winckelmann

Als Johan Joachim Winckelmann 1756 nach Rom kam, suchte er die zahlreichen Kunstsammlungen des Adels, z. B. in der Villa Medici, im Palazzo Borghese oder im Palazzo Giustiniani, auf und machte sich Notizen. Ihm fiel auf, dass an Statuen viele Teile ergänzt waren, einschließlich der Attribute, aufgrund derer man z. B. Götter bestimmen konnte. Waren die Attribute neuzeitlich? War die Benennung fragwürdig? Mussten neue Methoden entwickelt werden, um die Statuen zu erklären? Winckelmann beobachtete akribisch jedes Detail und zog die antike Literatur zu Rate. Erstmals bot er eine Abfolge der griechischen Kunst von Dädalus bis zum Ende Roms, indem er Kunstwerke mit schriftlich überlieferten Künstlerpersönlichkeiten verband, Porträts historischer Personen und Münzen mit einbezog und den historischen Hintergrund berücksichtigte. Ferner ging er von der Prämisse aus, dass sich Kunst von einer noch unbeholfenen Anfangsphase zu einer Blütephase steigert, die dann zu einer übertriebenen, gekünstelten Formensprache verfällt. Ohne selbst auszugraben, beobachtete er die Kontexte, aus denen die Antiken stammten und zog daraus Schlüsse auf ihre ursprüngliche Verwendung ‒ anders als damals üblich, denn da war es Zweck einer Grabung, möglichst attraktive Objekte für Sammler und Sammlungen zu erhalten. Eine Vielzahl erhaltener Briefe gibt Einblick in das bewegte Leben des Wissenschaftlers, dem ein gewaltsamer Tod ein grausiges Ende bereitete.

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Millionenförderung für die Erforschung der neurobiologischen Grundlagen des Entscheidens

06.12.2017 -

Der Europäische Forschungsrat (ERC) hat dem Psychologen PD Dr. rer. nat. Gerhard Jocham vom Center for Behavioral Brain Sciences (CBBS) der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und des Leibniz-Institutes für Neurobiologie (LIN) Magdeburg einen mit 1,9 Millionen Euro dotierten ERC Consolidator Grant bewilligt und seinem Forschungsprojekt „Decision making: from neurochemical mechanisms to network dynamics to behavior“ (NEODYNE) zu den neurobiologischen Grundlagen des Entscheidens wissenschaftliche Exzellenz bescheinigt. Dr. Gerhard Jocham ist damit europaweit einer von 329 exzellenten Wissenschaftlern, die mit insgesamt 630 Millionen Euro vom ERC in dieser Form für die nächsten fünf Jahre gefördert werden.

Portrait_Jocham_Gerhard (c) Harald Krieg-9856PD Dr. Gerhard Jocham (Foto: Harald Krieg / Universität Magdeburg) 

In der modernen Entscheidungsforschung werden im Wesentlichen zwei verschiedene Ansätze verfolgt. In dem einen wird die Aktivität einzelner Nervenzellen, deren Verbindungen und die Rolle verschiedener Moleküle beim Entscheiden untersucht. Diese Forschung spielt sich meist im Tierexperiment ab. Der andere Ansatz untersucht die Aktivität größerer Nervennetze beim Entscheiden und die Verrechnungsschritte, die in diesen Netzen stattfinden. Diese beiden Forschungsrichtungen existieren weitgehend getrennt voneinander. Daher ist nahezu unbekannt, wie sich Veränderungen auf der mikroskopischen Ebene, also der Ebene einzelner Nervenzellen und Moleküle, auf die makroskopische Ebene, die Ebene größerer Nervenzellverbände, übersetzen und so letztendlich Entscheidungen kontrollieren.

„In dem Projekt soll die Brücke zwischen den beiden Ebenen geschlagen werden. Computermodelle werden verwendet, um vorherzusagen, wie sich Veränderungen auf der molekularen Ebene auf der Ebene größerer Zellverbände niederschlagen und sich letztendlich auf das Verhalten auswirken“, erläutert Dr. Gerhard Jocham. „Diese Vorhersagen werden mit experimentellen Daten zusammengebracht, die wir mithilfe der Magnetoenzephalographie (MEG) gewinnen. Sie ermöglicht uns die Messung neuronaler Aktivität kortikaler Netzwerke beim Menschen mit einer Auflösung im Millisekundenbereich. So können wir die neuronale Dynamik, die einer Entscheidung zugrunde liegt, zeitlich aufgelöst nachverfolgen. Um nun zu erfassen, welchen Effekt die Aktivität verschiedener Botenstoffe auf die neuronale Dynamik und das Entscheidungsverhalten haben, werden diese entweder gemessen oder gezielt moduliert.“ Für dieses anspruchsvolle Projekt findet Dr. Gerhard Jocham am CBBS Magdeburg die benötigte Forschungsinfrastruktur.

Neben den grundlagenwissenschaftlichen Erkenntnissen zu Entscheidungen kann dieses Projekt auch für klinische Fragestellungen interessante Ergebnisse bringen. Beeinträchtigungen beim Entscheiden sind ein wesentliches Merkmal einiger psychiatrischer Erkrankungen. Darüber hinaus finden sich bei vielen psychiatrischen Erkrankungen einerseits abnormale Muster neuronaler Dynamik und andererseits Störungen in Botenstoffsystemen. Wie diese beiden zusammenhängen ist aber unklar. Führt die gestörte Neurotransmitterbalance letztendlich zu klinischen Symptomen, weil das Ungleichgewicht zu einer gestörten neuronalen Dynamik führt? Oder sind dies zwei unabhängige Phänomene? Offene Fragen, auf die Dr. Gerhard Jocham im geförderten Projekt Antworten finden möchte.

Über  PD Dr. rer. nat. Gerhard Jocham

Nach seinem Studium der Psychologie in Konstanz und Düsseldorf promoviert der 1975 in Wangen im Allgäu geborene Gerhard Jocham 2006 an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Am Max-Planck-Institut für Neurologische Forschung in Köln arbeitet er danach in der selbstständigen Nachwuchsgruppe „Kognitive Neurologie“ mit Prof. Dr. Markus Ullsperger. Nach einem dreijährigen Forschungsaufenthalt an der Universität Oxford übernimmt er 2013 die Leitung der unabhängigen CBBS-Forschergruppe „Cognitive Neuroscience“ am Center for Behavioral Brain Sciences (CBBS) an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. 2015 erlangt er mit der Habilitation an der Universität Magdeburg die Venia Legendi für das Fach Psychologie.

ERC Consolidator Grant

ERC Consolidator Grants fördern exzellente Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen und unterstützen ihre unabhängige Forschung. Hintergrund der Förderung ist, dass sich derzeit in Europa nur wenig Gelegenheiten für junge Forscher bieten, ihre Laufbahn unabhängig zu entwickeln und den Übergang von der angeleiteten Forschung zum selbständigen Forscher zu schaffen, so die Begründung des Europäischen Forschungsrates. Dieses strukturelle Problem führe zu einem dramatischen Verlust an Forschungstalenten in Europa und erschwere außerdem die Bildung der nächsten Generation von Spitzenforschern, die mit neuen Ideen und neuer Dynamik aufwarten.

Das Center for Behavioral Brain Sciences (CBBS)

Das CBBS wurde 2007 als Dachstruktur neurowissenschaftlicher Forschung in Magdeburg gegründet, um exzellente Nachwuchswissenschaftler zu fördern und durch Bündelung vielfältiger Herangehensweisen, Methodiken und Themen Synergien zu schaffen und Kompetenzen zusammenzuführen. Als zentrale Einrichtung wird sie wissenschaftlich gemeinsam von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und dem Leibniz-Institut für Neurobiologie (LIN) Magdeburg getragen und vereint gegenwärtig 100 Neurowissenschaftlerinnen und –wissenschaftler aus sechs Fakultäten der OVGU, dem LIN sowie dem Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE). Das CBBS wird gefördert aus Mitteln des Landes Sachsen-Anhalt, des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie der Leibniz-Gemeinschaft.

 

Bilder zum Download

Bild 1 // Quelle: Harald Krieg / Universität Magdeburg // Bildunterschrift: PD Dr. Gerhard Jocham

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Letzte Änderung: 13.12.2017 - Ansprechpartner:

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