Erfolgreicher Raumflug über Ostern

22.04.2014 -  

Am Nachmittag des 18. April 2014 startete um 15.25 Uhr Ortszeit das Transportraumschiff „Dragon“ von Cape Canaveral, Florida, zur Internationalen Raumstation ISS. An Bord waren zwei Experimente von Wissenschaftlern der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OVGU). Das Raumschiff hat am Ostersonntag erfolgreich an die ISS angedockt. Seit heute Vormittag sind die beiden Magdeburger Experimente im US-Labor der ISS aktiv. Die Landung der Dragon-Kapsel mit den Proben wird am 18. Mai 2014 im Pazifischen Ozean erwartet.

Im Rahmen des interdisziplinären Forschungsverbundes Magdeburger Arbeitsgemeinschaft für Forschung unter Raumfahrt- und Schwerelosigkeitsbedingungen MARS sollen die Experimente zeigen, welche Auswirkungen die Schwerkraft auf die Grundstrukturen und Funktionen menschlicher Zellen hat.

Der Weltraumbiotechnologe der OVGU, Prof. Dr. Dr. Oliver Ullrich, untersucht, wie sich Aufbau und Stoffwechsel menschlicher Makrophagen, sogenannter Fresszellen, nach einem mehrtätigen Aufenthalt in der Schwerelosigkeit verändern. Das Immunsystem wird auf einem Raumflug stark beeinträchtigt und setzt daher dem Aufenthalt des Menschen im Weltall bisher klare Grenzen. Die Ursache dieser Störung liegt wahrscheinlich zum großen Teil auf Ebene der Zellen.

Die Mediziner Prof. Dr. Daniela Grimm und Prof. Dr. Manfred Infanger von der Medizinischen Fakultät der OVGU wollen das Verhalten von Schilddrüsenkarzinomzellen im Weltraum untersuchen. Nach der Landung wollen sie Veränderungen der Genexpression, der Produktion und Sekretion von Proteinen mit molekularbiologischen Methoden analysieren. Darüber hinaus werden erstmals so genannte PROTEOMICS-Untersuchungen an den Weltraumproben durchgeführt. Hierbei wird die Proteinarchitektur der Zellen untersucht. Das Team nutzt dabei die Schwerelosigkeit, um neue Proteine als mögliche Ziele für die Krebstherapie zu finden.

Die Experimente auf der ISS sind Teil eines großen Forschungsprogramms, in das viele Ergebnisse aus Bodensimulationen, Parabelflügen und Forschungsraketen einfließen. Sie sind erforderlich, um die Ergebnisse in einen größeren Zusammenhang einzuordnen. Forschung im Weltraum ermöglicht, das Leben auf der Erde besser zu verstehen. Aus den gewonnenen Erkenntnissen lässt sich schließen, welche Bedingungen für die Entwicklung von komplexem Leben unumgänglich sind, und ob die Erde der ideale Platz für die dazu nötigen zellbiologischen Prozesse ist. Das Experiment liefert auch wichtige Daten, um das Risiko künftiger Raumflüge minimieren zu können.

 

Forschungsnetzwerk MARS

Dem Forschungsnetzwerk Magdeburger Arbeitsgemeinschaft für Forschung unter Raumfahrt- und Schwerelosigkeitsbedingungen MARS gehören Ingenieure, Chemiker, Physiker, Mediziner und Biologen aus vier Fakultäten der Universität Magdeburg an. Durch die koordinierte Zusammenarbeit innerhalb des Netzwerks, sollen bereits bestehende Forschungsprojekte zu Folgen der Schwerelosigkeit der einzelnen Disziplinen an der Universität gebündelt und gestärkt werden. Zudem wird es eine enge Vernetzung mit dem Forschungsschwerpunkt Medizintechnik geben. Das Netzwerk MARS wird außerdem die Forschung unter Schwerelosigkeit in der studentischen Lehre verankern. Die Universität Magdeburg ist bereits Mitglied der Helmholtz Space Life Science Graduate School am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt.

Webseite des Forschungsnetzwerk MARS


Ansprechpartner:
Prof. Hon.-Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Oliver Ullrich, Institut für Maschinenkonstruktion, Fakultät für Maschinenbau, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Tel.: 0391 67-58522 oder 0041 44 63 55310, E-Mail: oliver.ullrich@uzh.ch

Prof. Dr. med. Daniela Grimm und Prof. Dr. med. Manfred Infanger, Klinik für Plastische, Ästhetische und Handchirurgie, Medizinische Fakultät, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Tel.: 0391 67-15599, E-Mail: kchp@med.ovgu.de

 

 

Letzte Änderung: 30.03.2016 - Ansprechpartner:

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