Magdeburger Wissenschaftler präsentieren erstmals Ergebnisse der Raumfahrtmission Shenzhou-8

10.05.2012 -  

Am 14. und 15. Mai 2012 präsentieren die deutschen Wissenschaftler der deutsch-chinesischen Shenzhou-8-Mission - der Magdeburger Weltraumbiotechnologe Prof. Oliver Ullrich und die Medizinerin Prof. Daniela Grimm - erstmals die wissenschaftlichen Ergebnisse der Raumfahrtmission auf einem Symposium an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg (OVGU). Während eines Pressegespräches werden sie die Ergebnisse vorstellen und eine Bilanz der Mission ziehen.

Bei dieser Mission arbeitete die chinesische Raumfahrt-Organisation CMSEO (China Manned Space Engineering Office) erstmals mit einer anderen Nation zusammen und zum ersten Mal durften ausländische Wissenschaftler das chinesische Kosmodrom Jiuquan betreten und dort arbeiten.

Das Hauptziel der Magdeburger Experimente während des Shenzhou-8 Raumfluges war es zu erforschen, ob und wie menschliche Immunzellen und Schilddrüsenzellen reagieren, wenn sie realer Schwerelosigkeit ausgesetzt sind.

 

WAS: Pressegespräch zur Präsentation der wissenschaftlichen Ergebnisse der deutsch-chinesischen Raumfahrtmission SHENZHOU-8
WANN: Dienstag, 15. Mai 2012, 13.00 Uhr
WO: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Universitätsklinikum, ZENIT-Gebäude, Universitätsklinikum, Konferenzraum, Leipziger Str. 44, 39120 Magdeburg

Als Gesprächspartner stehen zur Verfügung:

  • Dr. Markus Braun, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Projektleiter, SIMBOX/SHENZHOU-8-Mission
  • Prof. Dr. Günter Ruyters, Programmleiter Biowissenschaften, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt
  • Prof. Dr. Dr. Oliver Ullrich, Weltraumbiotechnologie, Institut für Maschinenkonstruktion, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
  • Prof. Dr. Daniela Grimm und Prof. Dr. Manfred Infanger, Universitätsklinik für Plastische, Ästhetische und Handchirurgie, Universitätsklinikum Magdeburg

Es wird ein kleiner Imbiss gereicht.

Eine Auswahl an Fotos der Mission wird auf dem Pressegespräch bereitgestellt.

Ansprechpartner: Pressesprecherin der OVGU Katharina Vorwerk, Tel.: 0391 67-18751, E-Mail: katharina.vorwerk@ovgu.de

Hintergrund
Am 1. November 2011 um 5.58 Uhr Ortszeit (31. Oktober, 22.58 Uhr MEZ) brachte das chinesische Raumschiff Shenzhou-8 („Göttliches Schifff“) vom Weltraumbahnhof Jiuquan in der Inneren Mongolei sieben Deutsche Experimente in die Erdumlaufbahn. Bei dieser Mission arbeitete die chinesische Raumfahrt-Organisation CMSEO (China Manned Space Engineering Office) erstmals mit einer anderen Nation zusammen, und zum ersten Mal durften ausländische Wissenschaftler das chinesische Kosmodrom Jiuquan betreten und dort arbeiten.

Projekt von Prof. Dr. Dr. Oliver Ullrich (Weltraumbiotechnologie, Institut für Maschinenkonstruktion, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg):
Das Immunsystem wird auf einem Raumflug stark beeinträchtigt und setzt daher dem Aufenthalt des Menschen im All bisher klare Grenzen. Die Ursache dafür liegt wahrscheinlich auf der Ebene der Zellen. Das Projekt auf SHENZHOU-8 untersuchte, wie sich die molekulare Architektur menschlicher „Fresszellen“, ein wichtiger Zelltyp der Immunabwehr, nach einem mehrtägigen Aufenthalt in Schwerelosigkeit verändert und ob sie danach noch in der Lage sind, ihre Funktion zu erfüllen. In dem Experiment zeigte sich, dass wichtige Bestandteile des Zellskelettes nach einem mehrtägigen Aufenthalt in Schwerelosigkeit zusammenbrachen.

Projekt von Prof. Dr. Daniela Grimm und Prof. Dr. Manfred Infanger (Plastisch-Rekonstruktive-Ästhetische und Handchirurgie, Universitätsklinikum Magdeburg):
Ein Ziel des Shenzhou-8 Raumfluges war es zu erforschen, ob und wie menschliche Schilddrüsenzellen reagieren, wenn sie realer Schwerelosigkeit ausgesetzt sind. Diese Experimente sollten die Resultate bestätigen oder erweitern, die wir erzielten, als wir Schilddrüsentumorzellen unter dem Einfluss von simulierter Schwerelosigkeit (Random Positioning Machine; RPM) züchteten. Erste Hinweise gibt es darüber, dass Schwerelosigkeit Tumorzellen hinsichtlich ihrer Aggressivität zugunsten eines mehr moderaten Verhaltens verändern kann. Weitere Experimente diesbezüglich sind mithilfe weiterer Raumflüge geplant.

 

Letzte Änderung: 30.03.2016 - Ansprechpartner:

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