http://www.uni-magdeburg.de/search

Computervisualistik

Menschen, die irgendwas mit Computer studieren, interessieren sich nur für Nullen und Einsen? Dies trifft auf jeden Fall nicht auf die Studierenden des Studiengangs Computervisualistik an der Otto-von-Guericke-Universität zu und das können sie beweisen. Das interdisziplinäre Studium vermittelt nämlich nicht nur fundiertes fachliches Wissen auf den Kerngebieten der Informatik, sondern auch Grundkenntnisse in geisteswissenschaftlichen Fächern wie Wahrnehmungspsychologie oder Erziehungswissenschaft. Wo diese Kenntnisse überall eingesetzt werden können und was das Studium der Computervisualistik noch so mit sich bringt – darüber haben wir mit den beiden Studierenden Tom und Martin gesprochen.

Hallo ihr zwei, stellt euch doch bitte kurz vor:

Tom: Ich bin Tom Grope, Student der Computervisualistik im Master und habe auch meinen Bachelor darin gemacht. Ich bin geboren und aufgewachsen in Magdeburg.

Martin: Hi, ich heiße Martin! Ich bin 27 Jahre alt und auch gebürtiger Magdeburger. Vor meinem Studium habe ich eine Ausbildung als Fachinformatiker gemacht. Ich habe generell ein großes Interesse in Technik, Kultur, Kochen und Natur – eigentlich interessiere ich mich für fast alles (wenigstens) ein bisschen.

Welche Argumente waren für euch ausschlaggebend für die Entscheidung, den Master in Magdeburg zu machen?

Martin: Ich konnte durch mein Bachelorstudium in Magdeburg bereits die Fakultät für Informatik gut kennenlernen und habe mich hier immer sehr wohl gefühlt. Die Fakultät ist wie ein kleines Dorf – jeder kennt und hilft jeden und auch jahrgangsübergreifend knüpft man schnell Kontakte. Die Dozentinnen und Dozenten sind hier auf einem Level mit den Studierenden – sie sind sehr freundlich, hilfsbereit und sehr interessiert, mit vielen ist man auch „per du“. Fachlich hatte ich immer das Gefühl aktuelle und auch komplexe Themen zu behandeln.

Tom: Für mich waren wichtig die Nähe zu meinen Eltern, finanzielle Gründe und der Erhalt meines damaligen Engagements in diversen studentischen Gremien. Weiter habe ich viele private und berufliche Kontakte geknüpft, die ich durch einen Wechsel an eine andere Hochschule nicht riskieren wollte.

Grope_Computervisualistik

Tom ist in Magdeburg geboren, aufgewachsen und studiert hier an der Universität. Computervisualistik studiert er aber nicht nur aus Heimatverbundenheit.

Welche Erwartungen hattet ihr an das Studium und wurden diese erfüllt?

Martin: Aus dem Bachelor wusste ich ja schon was mich erwarten würde. In den Lehrveranstaltungen hat man sehr viele Möglichkeiten sein persönliches Profil zu gestalten und somit genau das zu machen, was man möchte oder auch selbst für sinnvoll erachtet. Die bisherigen Lehrveranstaltungen waren auf einem hohen Niveau und treffen auch sehr meine Interessen.

Worin liegt der Unterschied zwischen dem Bachelor- und dem Master-Studium?

Martin: Das spiegelt sich vor allem in den Wahlmöglichkeiten der Fächer wider. Im Bachelor hatte man natürlich noch viele Kernfächer und im Vergleich zu anderen Studiengängen trotzdem noch viele Wahlmöglichkeiten. Im Master haben Studierende quasi komplett freie Wahl, welche Fächer man in welchen Bereichen wählt. Im Master haben nicht alle Fächer Übungen und diese sind auch nicht immer verpflichtend. Vorteil: mehr Zeit - Nachteil: man neigt zu Aufschieberitis.

Was hat dich besonders positiv am Master-Studium überrascht?

Tom: Beibehaltung der Freiheiten wie die individuelle Reihenfolge, Staffelung oder auch Wahl der Fächer und Projekte sowie die Möglichkeiten direkt im Forschungskontext zu studieren.

Martin: Das besonders viele Lehrveranstaltungen auf Englisch sind. Gegen Ende des Bachelors hatte ich zwar auch einzelne Lehrveranstaltungen auf Englisch, doch sind es nun fast alle. Sehr überrascht hat mich, dass der Zeitaufwand für häusliche Arbeit im Master geringer ist als noch im Bachelor, da nicht mehr alle Lehrveranstaltungen verpflichtende Übungen haben.

Welche besonderen Fähigkeiten erlernt man während des Studiums und inwiefern sind diese in der aktuellen Arbeitswelt von Nöten?

Martin: Durch Projektarbeit in Teams muss man früh lernen sich, das Team und seine eigene Zeit effizient zu organisieren. Zusätzlich muss man bei den Übungen auch Durchhaltevermögen zeigen und manchmal auch einfach die Zähne zusammenbeißen und bei der Freizeit etwas zurücktreten, wenn man denn alles verinnerlichen und bewältigen möchte. Ich denke, dass genau diese Schlüsselkompetenzen in der Arbeitswelt den Unterschied zwischen Führung und Ausführung machen können.

Zettwitz_Computervisualistik

Neben dem Fachwissen lernt Martin im Studium auch Softskills. Zähne zusammenbeißen und durch - das hilft auch anschließend im Arbeitsleben weiter.

Welche Bedeutung können Absolventen eures Studiengangs in der Gesellschaft einnehmen?

Tom: Computervisualisten unterstützen gesellschaftlichen Fortschritt durch verbesserte und neue Methoden sich und die Umwelt besser zu verstehen. Hierbei können entweder vorhandene visuelle Methoden verbessert oder neue Methoden erforscht und etabliert werden. Besonders schön ist hierzu das Anwendungsfeld der Medizin (Medizinische Visualisierung / Bildverarbeitung).

Martin: Mit Sensorik bzw. Computervision können autonome Fahrzeuge das Risiko von tödlichen Unfällen verringern. Aber auch abseits von solchen Extremsituationen können Absolventen viele Aufgaben übernehmen, die für die Gesellschaft nützlich sind. Egal ob Unterhaltung durch Computerspiele oder eine geniale Lifestyle App – alles ist möglich und genau das sollte auch jedem Absolventen bewusst sein.

Erinnert ihr euch an einen bestimmten Moment, an den du dich bestätigt fühltest, den richtigen Studiengang gewählt zu haben?

Martin: Immer wieder, wenn ich nachts gerne an den Programmieraufgaben sitze und sehe wie meine Änderungen im Code das Verhalten im Programm sichtbar beeinflussen oder wenn ich spannende Paper zu Algorithmen lese. Klar ist das manchmal auch etwas frustrierend, aber das Gefühl nach Tagen einen bestimmten Bug zu fixen ist doch sehr befriedigend, vor allem, wenn man es seinem Teamkollegen freudestrahlend mitteilen kann. Besonders spannend bei der Computervisualistik ist es für mich, dass man ein visuelles Feedback von seinem Code bekommt und somit genau sieht was passiert.

Welche gängigen Vorurteile gibt es gegenüber den Studierenden und wie entgegnet ihr ihnen?

Tom: Wir sind die Klicki-Bunti-Informatiker oder Bunte-Bildchen-Skript-Kiddies, wir betreiben offensichtlich nach außen keine harte echte Informatik. Jedoch sind wir ein besonderer Informatikstudiengang, dessen Schwerpunkt von Beginn des Studiums an die Aufgaben und Anforderungen der Visualisierung gelegt wird – wir spezialisieren uns früh! Andersherum besuchen wir auch grundlegende Fächer, wie Logik, Theoretische Informatik, und bilden uns in unseren Anwendungsfächern spezialisiert in Bereichen fort, in denen auch klassische Informatiker beheimatet sind

Martin: Natürlich dass man ein sozialverkümmerter Nerd in einem Keller ist. Tatsächlich wohne ich aktuell in einer Kellerwohnung und ja man sieht (aufwandsbedingt) weniger Tageslicht als vielleicht andere Studiengänge. Das schönste Kompliment von neuen Menschen ist dann immer, dass man gar nicht aussieht wie ein Informatiker. Tatsächlich ist dieses Klischee auch teils überholt. Weiterhin studieren auch immer mehr Frauen Informatik und brechen damit ein weiteres Klischee auf.

Beschreibe deinen Studiengang in drei Worten?

Martin: Präzise. Spannend. Anschaulich

Letzte Änderung: 06.09.2017 - Ansprechpartner:

Sie können eine Nachricht versenden an: Peer Niehof
Sicherheitsabfrage:
Captcha
 
Lösung: