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Softwareentwickler

Christopher Herbon promoviert an der Fakultät für Informatik und gründete mit seinen Geschäftspartnern das Start-up-Unternehmen FOVEA.

Die Vermessung des Waldes


Mobile Apps erleichtern mit nur einem Klick den Alltag vieler Smartphone-Nutzer. Dass eine App nun auch der holzverarbeitenden Industrie verhilft, die Arbeit im Wald enorm zu erleichtern, ist dem Softwareentwickler und Doktoranden an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Christopher Herbon, zu verdanken. Gemeinsam mit seinen Geschäftspartnern entwickelte er in seinem Start-up-Unternehmen FOVEA eine Applikation für die digitale Vermessung von Wäldern. „In der holzverarbeitenden Industrie müssen bisher Stämme einzeln gezählt, Volumen gemessen und Preise berechnet werden. Das ist zeitaufwendig. Die App braucht für das Ermitteln der Zahl der Stämme, der Raum- und Festmeter eines durchschnittlichen Polters etwa zwei Minuten“, erklärt der Doktorand. Die Idee der App: Das Holz wird in mehreren Schritten fotooptisch vermessen, ehe es auf dem Display als Panoramafoto erscheint. Im Anschluss daran werden die Zahl der Stämme nach Stärkeklassen aufgeschlüsselt und die Daten für Fest- und Raummeter ermittelt. Daraus ergibt sich in kürzester Zeit der Preis für einen Polter.

Der Softwareentwickler ist externer Doktorand der OVGU und arbeitet am Institut für Simulation und Graphik unter der Leitung von Prof. Dr. Klaus Tönnies. Seinen Master absolvierte er 2012 im Studienfach Elektro- und Informationstechnik an der HAWK in Göttingen. Während seiner Abschlussarbeit erhielt er das Angebot, seine Promotion im Rahmen der Gründung der FOVEA GmbH durchzuführen. „In diesem Projekt sollte es meine Aufgabe sein, einen Bildverarbeitungsalgorithmus für die Holzvermessung auf einem Smartphone zu erforschen und zu implementieren. Auf der Suche nach einem fachlich gut passenden universitären Kooperationspartner entstand der Kontakt zu Professor Klaus Tönnies, der sich sowohl interessiert an diesem Thema zeigte als auch bereit war, das Promotionsvorhaben zu betreuen“, berichtet Christopher Herbon. Die Idee stammte von Herbons Kollegen Manfred Ide, der sowohl aus der Informatik stammt als auch in der Forstwirtschaft aktiv ist.

Mehrere Preise würdigen die Leistungen der Softwareentwickler


Neben seiner Promotion treibt er sein Start-up-Unternehmen voran und entwickelt die App kontinuierlich weiter – mit Erfolg. Zu verschiedenen Gründungs- und Innovationspreisen kamen für Christopher Herbon und seine Geschäftspartner in diesem Jahr der Cebit Innovation Award 2015 und die Nominierung für den German Design Award 2016 hinzu. „Das Zusammenspiel dieser verschiedenen Aufgaben hat sich als aufwendig, aber durchaus möglich, herausgestellt“, weiß der Doktorand. „Zu Beginn des Vorhabens habe ich vermehrt meine Energie in die Erforschung der Bildverarbeitungsalgorithmen gesteckt. Als mit der Zeit die Firma immer weiter wuchs, mussten die Forschungstätigkeiten ein wenig dem Firmen- und Entwicklungsalltag weichen. Seit dieser Zeit nehme ich mir immer wieder bewusst mehrere Stunden oder Tage am Stück, um an meinem Promotionsthema zu arbeiten und beschränke meine Managementaufgaben auf das nötige Minimum.“ Die Forschungsergebnisse fließen dabei direkt in die App-Entwicklung mit ein, da Praxis und Theorie in Christoph Herbons Alltag dicht beieinander liegen.

Doktoranden sollten sich um ein Thema bemühen, für das sie sich begeistern

Obwohl die Selbstständigkeit sehr großen Aufwand mit sich bringt, weiß der Unternehmer um die Vorteile seiner Gründung: „Ich habe es als sehr positiv erlebt, meine Aufgaben und Projekte selbst bestimmen und umsetzen zu dürfen. Dies gibt einem eine Art Freiheit, die in einer größeren Firma schwierig umzusetzen wäre.“ Für die Zukunft wünscht sich Christopher Herbon, dass die wirtschaftliche Rentabilität von FOVEA noch steigt und eine Expansion möglich wird. Kommenden Unternehmensgründern und Promovierenden würde er raten, sich auf das zu konzentrieren, was wirklich interessiert. „Doktoranden sollten sich um ein Thema bemühen, für das sie sich begeistern können. Dann treten alle finanziellen und organisatorischen Hürden in den Hintergrund und die Chancen steigen, das Promotionsvorhaben erfolgreich zu beenden.“ Dass diese Herangehensweise zielführend ist, hat Christopher Herbon selbst eindeutig bewiesen.

 

Letzte Änderung: 16.05.2017 - Ansprechpartner:

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